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Montag, 27. August 2018

Hausarbeit und Kinder - Hausarbeit für Kinder

Via Little Years wurden mir einige Artikel zu Hausarbeit für Kinder in die Leseliste gespült.

Dass Mädchen im Durchschnitt weniger Taschengeld als Jungen kriegen, hatte ich schon gelesen. Dass sie auch mehr Hausarbeit leisten müssen (und wir reden jetzt von den USA, nicht von Ländern Kinder auf dem Feld mitarbeiten müssen oder so), hatte ich so genau noch nicht gefunden, wundern tut es mich natürlich nicht.

Bei uns ist das natürlich auch gerade (und immer wieder) Thema. Also nicht die Unterschiede im Taschengeld (da sind wir halbwegs gerecht) oder die Unterschiede in der Menge der zu erledigenden Aufgaben (da achten wir drauf, und müssen tatsächlich oft nachjustieren, weil es sich tatsächlich oft einschleicht, dass das weniger lautstark meckernde Kind das Mädchen ist und man dazu neigt, ihm schneller mal eine Aufgabe "zwischendurch" zu verpassen).

Hausarbeit für Kinder:
Erstens will ich, dass meine Kinder sich irgendwann als vollwertige Mitglieder dieses Haushalts fühlen - und sich das auch in der Arbeit niederschlägt, die sie übernehmen. Neulich merkte ich wieder, dass das in vielerlei Hinsicht schwierig wird. Nicht nur, weil sie dazu keine Lust haben. Irgendwie neigt man als Kind auch dazu, sämtliche Verantwortung aus der Hand zu geben, sobald ein Elternteil anwesend ist. Vor wenigen Tagen wollten wir zum Arzt und das Kind, das gar kein so kleines Kind mehr ist, ließ plötzlich alle normalerweise notwendigen Gegenstände, um das Haus zu verlassen (Schlüssel, Handy) zu Hause. Von der Krankenkassenkarte reden wir gar nicht erst. Weil ich es ja nicht daran erinnert hatte, die Sachen mitzunehmen. Entschuldigung? Sage ich jeden morgen jedem Kind: "Nimm Geld, Schlüsselbund und Handy mit"? Nein, das machen die Kinder schon aus Eigeninteresse.

Also nun die Herkules-Aufgabe: Eigeninteresse an der Hausarbeit wecken. Nunja.

Eventuell geht es mir auch eher zweitens darum, meinen großen und allumfassenden Hass auf die meisten Hausarbeiten (bis auf Kochen, und auch das nur, wenn ich ausreichend Zeit habe und das nicht noch abends nach einem langen Arbeitstag einschieben muss) gerecht unter meinem Nachwuchs aufzuteilen. Bisher scheint dieser Ansatz am besten zu funktionieren.

In einer dritten, besseren Version meiner selbst bin ich natürlich außerdem hinterher, dass die Kinder später ohne allzu große Übergangsschmerzen allein leben können, ohne von Dingen wie "was, unter dem Bett entstehen Wollmäuse, wenn man da nicht 1x im Jahr (äh, Monat, ich wollte Monat schreiben) staubsaugt" überrascht zu werden.

Den weniger schönen Artikel zu Haushaltsaufgaben von Kindern (über Little Years) findet Ihr übrigens hier und ich hasse ihn. Denn da wird über Haushaltsaufgaben geschrieben, als sei das ein Selbstläufer. Als müsse man als Eltern nur mal beschließen, dass jetzt folgende Dinge erledigt werden müssen, und dann läuft das halt so. Wo ist der Hinweis auf das konstante Jammern? Auf die täglichen Ausweichmanöver? Auf das "Aber Geschwister X musste in meinem Alter noch gar nicht"?

Sonntag, 6. August 2017

Der ganz normale Abend-Stress

Ich glaube, wir beginnen hier eine kleine Reihe. Inspiriert von diesen vielen Berichten von tollen Kindergeburtstagen auf anderen Elternblogs. Auch bei mir selber beobachte ich, dass ich natürlich viel lieber von gelungenen Erziehungsinterventionen berichte als vom Nerv des Alltags. Aber das macht Stress. Wenn allen Eltern im Internet augenscheinlich immer alles so toll gelingt.

Hier also die Gegenwelt. Der normale Abend-Wahnsinn. Nicht jeden Abend, aber oft genug. Leider ist es heute etwas später geworden, als für das Kind gut ist. Und schon geht der Ins-Bett-Geh-Stress los. Das Kind will nicht. Noch schlimmer wird es dadurch, dass es erst noch baden soll. Manchmal geht das gut, die Aussicht, im warmen Wasser zu planschen, besänftigt das kleine Terror-Kind und danach lässt es sich einigermaßen einfach ins Zimmer bringen. Heute (nicht zum ersten Mal) nicht. Geschrei. Trotz. Gutes Zureden und ins Bad tragen helfen nicht. Schimpfen hilft nicht. Zu gröberen Maßnahmen wollen wir nicht greifen. Also Pause. Versuchen, ohne verletzend zu werden zu sagen, dass man das nicht toll findet.

Jetzt heißt es wohl erst mal ausbocken lassen, sonst wird das mit Bett gehen gar nichts mehr. Das ist übrigens schon ein großer Lernfortschritt auf unserer Seite. Früher dachten wir noch, wir müssten uns "durchsetzen", so wie wir das von unseren Eltern kannten. Das waren noch unschönere Szenen und brachte eher nichts.

Hockt das Kind also erst mal beleidigt in der Ecke. holt sich dann noch einen Joghurt (so spät!), isst, ist danach einigermaßen kooperativ, zumindest was Umziehen und Zähneputzen angeht.

Es ist ca. 23.00 Uhr, als das Kind in seinem Zimmer ist und erst mal noch eine Runde mit Nachtlicht auf dem Boden spielt. Irgendwann wird es schlafen. Vielleicht auf dem Fußboden, dann legen wir es eben später ins Bett. Das ist nicht ideal. Zum Glück sind Ferien, da bin ich dabei etwas entspannter. Leider passiert das manchmal auch in Schulzeiten. Doof, anstrengend. Aber natürlich gibt es schlimmere Schicksale.

Mittwoch, 22. Juni 2016

Kinder lieben für das, was sie sind und nicht für das, was sie tun

Ich muss es schon wieder tun. Auf den Blog mit unaussprechlichen Namen verweisen. Gewünschtestes Wunschkind, Ihr wisst schon. Dabei krieg ich nicht mal Geld dafür. Aber ... nicht Erziehungstipps. Mehr so: Ein neues Erziehungskonzept.

Und das ist den Autorinnen natürlich auch nicht einfach zugeflogen. Sondern es gibt Material dazu. Liebe und Eigenständigkeit von Alfie Kohn

Gleich am Anfang:
Ziel unserer Erziehung kann sehr leicht werden: "den Widerstand unserer Kinder gegenüber unseren Wünschen zu durchbrechen und sie zu bewegen, das zu tun, was wir ihnen sagen. Wenn wir nicht aufpassen, kann das unser Hauptziel werden. Es kann passieren, dass wir uns all den Leuten um uns herum anschließen, die Fügsamkeit und kurzfristigen Gehorsam bei Kindern über alles schätzen."

Gleich auf Seite 9 stellt er da die schwierige Frage:
"Was sind Ihre langfristigen Ziele für Ihre Kinder? Welches Wort oder welcher Ausdruck kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie beschreiben möchten, wie Sie sich Ihre Kinder wünschen würden, wenn sie erwachsen sind?"

Aah, ist das alles schwierig. Aber notwendig. Denn was will ich wirklich für mein Kind. Wenn ich mal drüber nachdenke und nicht einfach aus Reflex und erlernter Erziehung handle. Im ersten Moment möchte ich tatsächlich, dass mein Kind auf mich hört und möglichst wenig auffällt. Vor allem, wenn wir bei meinen Eltern zu Besuch sind!

Aber eigentlich ist das nicht das Ziel, wie das Kind später sein soll: Duckmäuser und möglichst unsichtbar. So bin ich schon selber, davon brauchen wir nicht noch mehr in der Familie.

Im Urlaub vor zwei Jahren. Geführte Wattwanderung für Familien. Zwei Jungs. Bisschen frech und vorlaut, gleichzeitig aber absolut im Rahmen und liebenswert. Die Eltern (vor allem die Mutter) ganz entspannt. Als ob es das normalste der Welt wäre. Nicht wie ich. Ich, die von meinem Mann gesagt bekommen: "Sag nicht immer PSST zu den Kindern, die hört man schon so wenig."

So sollten meine Kinder sein. Ihre eigenen Interessen wahren. Fragen, wenn sie etwas interessiert. Quatsch machen. Denn hey, Kinder!

Wir arbeiten daran und ich kann jetzt schon sagen, es ist wirklich nicht leicht, wenn einem das nicht in die Wiege bzw. die ersten Lebensjahre gelegt wurde. Manche Sachen sind vielleicht auch Aufgaben für Generationen, hoffen wir also, dass meine Kinder irgendwann vorhaben, sich fortzupflanzen (noch nicht! Noch einige viele Jahre nicht, okay!).

Donnerstag, 26. Mai 2016

Wo kommen wir her

Das scheint mich wirklich zu beschäftigen. Wie prägt uns das, wo wir herkommen. Was von dem, das wir von unseren Eltern an Eigenschaften und Einstellungen mitbekommen haben, wollen wir bewusst an unsere Kinder weitergeben - und was nicht. In den letzten Tagen lese ich aus anderen Blogartikeln quasi nur noch diese Themen heraus.

Zum Beispiel vom Haltungsturnen (hat er selber übernommen von Matthew MacWilliams):
"Ist Ihnen bei Ihrem Kind wichtiger, dass es Respekt hat oder dass es unabhängig ist? Ist Ihnen wichtiger, dass es gehorcht oder dass es selbstständig ist? Wichtiger, dass es sich gut benimmt oder dass es rücksichtsvoll ist?  Dass es gute Manieren hat oder dass es neugierig ist?"

Das sind super-interessante Fragen. Vor allem, wenn es darum geht, was ich EIGENTLICH bei meinen Kindern fördern will (Neugierde, Selbstbewusstsein, Unabhängigkeit) und was ich vielleicht manchmal/oft tatsächlich fördere, weil ich es aus meiner eigenen Erziehung als die erwünschten Eigenschaften kenne. Also Respekt, Gehorsam, möglichst nicht negativ auffallen ("Kinder sollte man sehen, aber nicht hören", erinnert sich da jemand dran?).

Und auch Snowqueen vom "gewünschtesten Wunschkind" (wenn dieser Blog-Titel nicht wäre, ich würde da ja viel öfter hin verlinken) erzählt eine Geschichte aus der Richtung: Wie gehen wir damit um, dass unsere Eltern uns so gut verletzen können, meist ohne es zu wollen. 

So erzählt sie:
"Nachdem sie sich eine Weile vergeblich um Herrn Friedlich bemüht hatte, indem sie ihn freundlich ansprach, wandte sich meine Mutter an mich mit den Worten: "Er ist aber wirklich ein ganz schönes Muttersöhnchen!" "

Das kenne ich soo gut. Was hab ich mich schon gefragt, was meine Familie mir mit dem Attribut "Löwenmutter" sagen will (das übrigens definitiv negativ gemeint ist). Und da ist sie ja, die Antwort. Wahrscheinlich eine gewissen Enttäuschung, dass meine Kinder sich eher an mir orientieren, wenn wir zusammen bei meinen Eltern zu Besuch sind. Weil sie dort so selten sind, dass sie sich nicht sofort wohl und zu Hause fühlen. Weil sie sich auch freuen, wenn wir mal zusammen sind, wegen Ganztagsschule und Job ist das ja auch bei uns nicht ständig der Fall, dass wir alle zusammen Freizeit haben. 

Und so löst sich dieses Rätsel also auf und es wird wieder mal klar: Wir versuchen alle unser Bestes, funktionieren tut das aber weder bei ihnen, noch bei mir immer so konstruktiv. Falls ich immer noch das Bedürfnis habe, das Thema mit meinen Eltern anzusprechen, dann jetzt mit weniger Vorwürfen und Verletztheiten von meiner Seite. Was eine gute Voraussetzung ist, um wirklich ins Gespräch zu kommen.

Internet, ich danke Dir mal wieder, Du hast mein Leben grade mal wieder ein bisschen besser gemacht!

Dienstag, 29. März 2016

Medienerziehung - so halb geglückt

Man fragt sich ja, ob es etwas nutzt, die täglichen, wöchentlichen, monatlichen Kämpfe mit den Kindern um "Medienzeit", "Elektronikzeit", eigentlich müsste es "Bildschirmzeit" heißen, denn darum geht es. Wie lange am Stück und am Tag sollen, können, dürfen die Kinder vor Tablet-, Handy-, Fernsehbildschirmen sitzen? CD-Spieler sind uns eigentlich egal, Nintendos wiederum nicht.

Momentan sieht die Regelung so aus: Ab 19.00 Uhr bis Schlafenszeit - mit diversen Ausnahmen zu Sonn- und Feiertagen, bei längerem Sporttraining, akutem Schlafbedürfnis der Eltern, Sonnenschein, Luftdruck - Sie kennen das. 

Manchmal muss ich verzweifelt grinsen, wenn ich die Kinder der Verwandtschaft sehe, bei denen der Fernseher quasi immer läuft - und die fast gar nicht mehr hingucken. Ist aber keine Lösung für uns (ja, natürlich habe ich da schon drüber nachgedacht. Ich habe schon über alle möglichen Varianten nachgedacht). 
Erstens erzieht man durch Vorbild. Und ich ertrage keinen ständig laufenden Fernseher. 
Zweitens haben wir Kinder, die sich selbst regulieren können (spielen/schauen, solange man Lust hat, und dann eben aufhören und was anderes machen) - und andere, die das nicht können. Sprich: Die schauen/spielen, bis sie nicht mehr können und darüber hinaus. Woraufhin sie nervös und unleidlich werden, oft auch gereizt und grundlos zornig. Und das ist weder für uns noch für das Kind angenehm.

Also keine Option. Momentan fahren wir ganz ok so, wie es läuft, seit bestimmt einem halben Jahr gab es keine größeren Nachverhandlungen mehr, was die Elektronikzeit angeht. Und irgendwas hat ganz unbemerkt wohl doch gefruchtet. Wenn das Kind an Dir vorbeigeht (obwohl es längst schlafen sollte: "Mama, ich muss noch mal was trinken", der Klassiker), sich genau anschaut, was Du so treibst und sagt: "Mama, Du guckst ja gar nicht Fernsehen, Du guckst ja Computer. Da kannst Du den Fernseher auch ausmachen." Gott, so weise und erst fünf Jahre alt!

Donnerstag, 25. Februar 2016

Praktische Solidarität

Ein Aufruf: Liebe andere Eltern.

Könnt Ihr bitte Eure Kinder ordentlich zur Hausarbeit heranziehen? Und laut und deutlich darüber reden? Ich habe nämlich keine Lust, mir ständig: "Aber die anderen müssen keine Wäsche zusammenlegen", von meinen Kindern anzuhören.

Ja, sie tun einem Leid, vor allem, wenn sie so ausdauernd und eindrucksvoll jammern. Die lieben Kleinen haben oft einen vollen Terminkalender und wenn man nachrechnet und gegen den eigenen, eventuell Teilzeit-Erwerbstätigkeitskalender aufrechnet, kommt man vielleicht auf eine höhere Stundenzahl bei den Kindern als bei den Erwachsenen.

Aber
1. ist vieles nachmittags Freizeit, selbst wenn es einen Termin hat. Schwimmen, Turnen, Klavierspielen: Das ist Freizeit! Hobby! Ich hätte auch gern mehr Hobbys, statt ständig in die Waschküche zu rennen. Ich hätte auch mehr Energie für Hobbys, wenn ich nicht ständig in die Waschküche müsste.

2. habe ich damals von meiner Mutter ganz viel Haushalt beigebracht bekommen. Abwaschen war eh ein Selbstgänger, bei dem selbst mein Bruder mitmachen musste (ja, so alt bin ich schon. Und so spät haben meine Eltern erst eine Spülmaschine angeschafft. Nämlich als ich ausgezogen bin!). Aber Bad putzen (bis auf die Toilette, das war Mütterprivileg), Treppenhaus saubermachen, Staub wischen, Socken zusammenlegen. Das war ganz selbstverständlich auch Kinderaufgabe. Und sie hatte dabei überhaupt kein schlechtes Gewissen, obwohl das ihr Hauptjob war (meine Mutter war und ist Hausfrau). Und weshalb auch, wenn man jemandem beibringt, sich um sein Umfeld zu kümmern.

3. müssen sie das ja auch lernen! Ich ärger mich immer noch, wie ungeschickt sich sämtliche Menschen in meiner Familie (Ausnahmen sind natürlich meine Mutter und ich) beim Wäscheaufhängen anstellen. Das kann doch nicht so schwer sein. Aber vielleicht braucht es einfach noch mehr Übung.

Ganz klare Bestätigung des Ziels: die sollen in wenigen Jahren selbständige Menschen sein, die ich guten Gewissens in einen eigenen Haushalt entlassen kann. Oder, wenn sie noch hier wohnen, ihren Anteil, einen erwachsenen Anteil, am gemeinsamen Haushalt übernehmen. Und damit sind nicht nur die Spaßsachen wie Kochen und Backen gemeint.

Ihr mit den großen Kindern dürft gern ein bisschen gutmütig über mich lächeln. Ich probier es trotzdem!

Mittwoch, 24. Februar 2016

Erziehen heißt Lernen

Vermutlich haben wir unsere Kinder zunächst deutlich zu autoritär und auf Gehorsam hin erzogen.
Es dauerte einige Zeit (und es war eine sehr unangenehme Zeit mit viel Geschrei auf allen Seiten) bis zu der Erkenntnis, dass das Kind nicht mit Absicht "ungehorsam" ist, um uns Eltern in den Wahnsinn zu treiben. Diese Sicht ist unter anderem so schwer abzulegen, weil UNSERE Eltern das ziemlich genau so gesehen haben - und immer noch sehen. Und nicht nur die Eltern, sondern auch genügend andere Menschen, denen man so begegnet.

Da ist es dann eine echte Erkenntnis, dass das Kind tatsächlich auch ohne nackten Zwang zum Ins-Bett-Gehen kommt. Es dauert ETWAS länger, aber bei Weitem nicht so lange, wie man in seinen schlimmsten Alpträumen befürchtet hätte (oder wie es einem Eltern und Gesellschaft suggeriert hätten - von wegen "Auf der Nase herumtanzen"). Es geht sogar mit der Zeit schneller, weil das Kind mit Ins-Bett-Gehen nicht mehr so etwas schreckliches mit viel Geschrei verbindet, sondern etwas nettes mit Vorlesen undsoweiter.

Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass die Kinder älter und verständiger werden. Auch das lernt man: Man hat es gar nicht so sehr in der Hand, wie man meint. Grundlegende Persönlichkeitsmerkmale kann man vermutlich mit aller Erziehung der Welt nicht grundlegend ändern.

Montag, 11. Januar 2016

Aufstehen im Allgemeinen

Das Aufstehprogramm für die gesamte Familie ist hier eigentlich selten stressfrei.

1. klingelt der Wecker (meiner) natürlich immer zu früh. 6.10 Uhr, da bin ich einfach nicht wach. Vor Mitternacht ins Bett gehen wäre natürlich eine Maßnahme, aber dann ist meine kinderfreie Zeit am Abend doch so kurz (jammer, jammer), klappt eigentlich so gut wie nie. Versacke immer vor diesem Internet. Wenn das nicht, dann vorm Fernsehprogramm. Von Vorbildfunktion für die Kinder wollen wir mal gar nicht reden. Ich versteh jede Art von Bildschirmsucht, versuche aber trotzdem, das bei den Kleinen im Rahmen zu halten.

2. gibt es kleine Langschläfer unter den zu Weckenden. Also genau einen. Die anderen Kinder brauchen kurzes Antippen oder maximal zwei bis drei Klopfer ans Bettgestellt und schon stehen sie wie kleine Automaten auf, tappsen in Bad und dann Küche, schaufeln sich das Frühstück rein und machen sich dann fertig zum Rausgehen. Das Langschläferkind benötig 5 bis 15 Minuten 1:1-Betreuung mit langsamem Wecken - und dann ist noch nicht garantiert, dass die Laune gut ist oder es lückenlos weitergeht mit Waschen, Essen, Zähneputzen

3. wenn es dann noch gegen Ende im Bad und beim Jacke und Schuhe Anziehen knapp mit der Zeit wird, dann ist mein Stresspegel kurz vor Anschlag. Wenn dann alle glücklich auf dem Weg zu ihrer Tagesbeschäftigung sind, ich mich von den Kindern (oder dem Kind, je nachdem, wie knapp es war, manchmal gehen einzelne schon vor, weil sie keine Lust auf Hektik und Zuspätkommen haben. Richtig, das sind tendenziell die Automaten-Aufsteh-Kinder.) an der Ecke trenne und mich alleine auf dem Weg zur S-Bahn mache - dann atme ich einmal tief durch und denke an meine kinderlosen Kollegen, die gar nicht nachvollziehen können, wie viel Programm man vor Arbeitsbeginn schon durchgezogen haben kann. Klar, bisschen Stolz ist auch dabei, an irgendwas muss man sich ja aufrichten.

Früher - also vor bestimmt fünf Monaten oder einem ähnlich langem Zeitraum, war es allerdings noch schlimmer. Da musste am Morgen regelmäßig rumgeschrien werden (leider von mir) und beinah ausgetickt werden (leider unter anderem auch von mir)
Ausnahmsweise half tatsächlich mal ein Erziehungstipp aus dem Internet. Oder ganz viele Tipps, aus einem Blog mit sehr langem und sehr süßlichen Namen, aber mit vielen guten Ideen:
Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten. Dass mans dem Kind beim Anziehen angenehm kuschlig machen kann, weil Kälte doof ist, vor allem im Winter. Dass es kein Gesetz gibt, dass die Reihenfolge "Waschen, Anziehen, Frühstücken" festlegt, sondern man da durchaus mal flexibel rangehen kann.

Und natürlich der Dauerbrenner-Tipp: Ab und an Zurücktreten und sich fragen, wer hier eigentlich der Erwachsene ist. Und ob man sich wirklich von einem noch nicht mal schulpflichtigen Kind an seine Grenzen bringen lassen will. Außerdem hilfreich: Hin und wieder kleine Pausen. Einfach mal aus dem Zimmer gehen ("Ich mach jetzt erst das und das, dann komm ich zurück und wir machen weiter"). Ehrlich, bei uns hat sich dann mancher Bock einfach in Luft aufgelöst!

Sonntag, 6. September 2015

Do as I say...

... and not as I do. Aus welchem Erziehungsratgeber kommt das noch mal? Oder ist das irgendein altes, weises englisches Sprichwort?

Sehr wahr auf jeden Fall. Wenn es um Medienkonsum geht, zum Beispiel. Dass ich viel zu viel fernsehe, um meinen Kindern glaubhaft erzählen zu können, dass Fernsehen nicht gut ist und sie das mal lieber einschränken sollen, das ist mir schon lange klar.

Aber Handys. Wenn man eine Regel macht, dass es Handys und ähnliches Spielzeug erst ab 19.00 Uhr gibt, dann macht es schon Sinn, wenn die Eltern sich auch daran halten. Denn natürlich schaut man nicht nur ab und an in die SMS. Wenn man schon dabei ist, dann würde man doch gern seine nächste Runde Quizduell spielen, oder? Aber das geht dann eben einfach nicht, das gibt so viele Abzüge in der Glaubwürdigkeitsnote, dass es direkt mit Protestgeschrei in Länge einer halben Stunde bestraft wird.

Dienstag, 21. Juli 2015

Diätaufklärung

Habe meiner Tochter (aus gegebenem Anlass, sie machte irgendeine Bemerkung der Art "werde dick") alles erzählt, was es zum Thema Diäten zu wissen gibt.

- Sie funktionieren meistens nicht
- Momentan ist sie weit entfernt von irgendwie dick, das ist also ein Thema ohne Relevanz für sie
- Dick oder dünn sein macht einen nicht zu einem anderen oder besseren Menschen, da sollte man sich lieber mit anderen Eigenschaften beschäftigen, die man vielleicht verändern möchte
- Voraussichtlich wird sie niemals wieder so dünn sein wie jetzt. Gilt für fast jeden Zeitpunkt im Leben. Also lieber genießen, was man hat statt sich zu grämen um was man nicht hat und auch nicht haben wird.

Hätte ich mir so ein Gespräch mit meiner Mutter auch mal gewünscht?

Den letzten Punkt, den hätte ich mal gern ein bisschen eher gewusst. Das hat aber, glaub ich, Heilwig von der Mehden oder irgendeine andere Autorin relativ früh in irgendeinem Buch mit lustigen kleinen Geschichten erledigt (ja, sowas hab ich als Kind und junge Jugendliche gelesen).

Ansonsten war es wohl nicht nötig, weil ich in einer ernährungsnormalen Umgebung ohne Diäten im engeren Umfeld aufgewachsen bin - eine Sache, die ich gern an meine Tochter weitergeben möchte.

Glaube ich, dass es das letzte Gespräch zum Thema sein wird?

Nein, dazu ist das Thema Dicksein oder "Schwabbel" an Bauch und Oberschenkel schon zu verbreitet unter den Kindern, vor allem den Mädchen. Ja, auch bei den sieben-, acht- und neunjährigen Mädchen.

Freitag, 17. April 2015

Manchmal ist Erziehen wie Theater

Wenn man seinen Text schon kennt und die Zeichen, wann man dran ist. Dabei die nötige Betonung und Ernsthaftigkeit nicht vergessen.

Mit Glück  fühlt es sich hinterher trotzdem richtig an und nicht nur wie aufgesagt.

Wenn man zum Beispiel merkt, wie ein Kind die Versicherung braucht, dass man es lieb hat. Und ja, auch genauso lieb, wie das Geschwister.

Oder natürlich die ernste Ermahnung, vielleicht sogar das Schimpfen. Dann, wenn man ausnahmsweise mal nicht wutschnaubend versucht, pädagogisch korrekt zu bleiben. Sondern merkt, dass die Form jetzt gewahrt werden muss, indem bekannte Verbote bekräftigt werden.

Manchmal muss man sich dabei sogar das Lachen verkneifen. Und manchmal nicht. Dann muss man nur aufpassen, dass das Kind mitlachen kann und sich nicht ausgelacht vorkommt. Was mit langsam einsetzender Pubertät immer schwieriger wird. Ach ja.

Freitag, 31. Oktober 2014

"Geht draußen spielen" - wie positiv ist diese Kindheitserinnerung eigentlich?

Der zweite Punkt, der mich in Antje Schrupps Artikel zum Mamma-Dilemma ansprach:

Wie Kinder früher (und ich hoffe, dass "früher" hier gerechtfertigt ist, bin mir da aber leider nicht so sicher) von der Mutter vor dem Vater "versteckt" wurden. Der Vater kommt vom harten Tagewerk nach Hause, macht eine Mittagspause, in der die Frau die Kinder gefälligst ruhig zu halten hat.Weil ich das kenne aus meiner eigenen Kindheit. Papa kommt nach Hause und braucht erst mal Ruhe. Nicht ansprechen, sonst geht er hoch, ist doch so gestresst von der Arbeit.

Klar wünscht man sich das als berufstätige Mutter auch manchmal, Zeit zum Runterkommen nach dem Berufsalltag, statt gleich wieder fünf drängende Kinderprobleme lösen zu müssen. Oder die Zeit, in Ruhe am Wochenende die Zeitung zu lesen, die ein (männlicher) Kollege für ganz selbstverständlich hielt. Klar, es gibt die Bedürfnisse der Eltern, die man nicht unter den Tisch fallen lassen sollte, wenn man sich um deren seelisches Gleichgewicht sorgt. Inzwischen hab ich die Kinder auch soweit, dass ich die dicke Samstagsausgabe der Tageszeitung halbwegs in Ruhe durchkriege. Aber erst ab einem bestimmten Alter der Kinder. Als die noch kleiner waren, war klar, dass deren Bedürfnisse einfach unaufschiebbarer sind und deshalb vorgehen. Für die meisten Mütter. Und für immer mehr Väter. Ein Glück!

In meinem Leben ist das Thema "Kinder verstecken"  insofern Thema, als dass es in der Großelterngeneration immer noch sehr präsent ist. Kinder sollte man sehen, aber nicht hören, heißt es nicht so? Oder am liebsten nicht mal sehen über weite Strecken des Tages? Modern verbrämt kommt das als Nostalgie daher, wie frei wir doch alle in unserer Kindheit waren, als wir nach den Hausaufgaben rausgingen und erst zum Dunkelwerden wieder nach Hause mussten. Und uns dabei ganz toll frei entfalteten.

Und ab der Pubertät nicht mehr mit unseren Eltern sprachen - meine persönliche Meinung zu den möglichen Nebenwirkungen dieses Erziehungsansatzes!


Freitag, 17. Oktober 2014

Die Geschichte mit den logischen oder natürlichen Konsequenzen

Es klingt so schön logisch: Wenn das Kind etwas macht, was es nicht soll, dann überlegt man sich die "natürliche" Konsequenz" dieses Verhaltens und lässt das Kind sie spüren. Will es sich nicht die warme Jacke anziehen: Im dünnen Pulli raus und frieren. Natürlich nimmt der gute Elternteil die warme Jacke mit und verkneift sich evt. ein anklagendes "Siehst Du".

Dann wird noch unterschieden zur logischen Konsequenz in den Fällen, in denen es von den Eltern unverantwortlich wäre, auf die natürliche Konsequenz zu warten.

Beispiel Zähneputzen: Man sollte als Eltern eher nicht auf die Löcher in den Zähnen warten, wenn das Kind die Zähne nicht putzen will. Wie man das dann umsetzt, ob mit Süßigkeitenverbot oder ähnlichem, wird dann schon weniger ausführlich beschrieben.

Oder bei Kindern, die das mit den Regeln noch nicht so drauf haben, also alle unter drei. Man hört selten von den Zahnputzdramen, die sich, da bin ich sicher, in so gut wie jeder Familie zu bestimmten Zeiten abgespielt haben. Denn was kann man tun? Das Kind macht partout den Mund nicht auf, damit die Eltern putzen. Putzt auch nicht kurz alibi-mäßig selber, was man ja hin und wieder durchgehen lassen könnte. Und da es sowieso gleich ins Bett geht, bleibt höchstens noch "dann gibt es keine Geschichte" als zeitlich halbwegs erinnerbare Konsequenz und mal ehrlich, wenn das Kind sich so richtig in seine Abwehr reingesteigert hat, ist das nicht unbedingt ein Punkt, wo es nachgibt.

Nein, eine Lösung hab ich nicht. Nur die Ermutigung, dass es sich alles wieder gibt. Im Moment sind Zahnputzdramen nur eine ferne Erinnerung, auch wenn die sich über Tage und vielleicht sogar Wochen (wer weiß das im Nachhinein schon noch so genau) hingezogen haben. Am Morgen schon planen, dass man es abends gemeinsam besser machen will, ohne Streit, hilft manchmal - aber auch dafür muss das Kind ein bestimmtes Alter haben, ich weiß. Oder wenn die Zahnärztin in den Kindergarten kommt oder die Erzieherin das noch mal bestätigt, wie wichtig es ist. Aber in dem Moment? NICHTS. Fatalistisches Ende und ab.

Freitag, 12. September 2014

Kostbares Bügelbrett

Unsere Strategie der Verknappung hat gewirkt. Jedenfalls kurzfristig. Bei uns wird ja nichts gebügelt, außer vielleicht Blusen und Hemden. Nach der letzten Wäsche kam erst das eine Kind: "Mama, darf ich meine Sachen bügeln?", dann das andere. Klar, meine Süßen.

Hat alles einwandfrei geklappt, keiner hat sich die Finger verbrannt (wie ich damals, vermutlich deshalb keine Bügelei hier, Traumabewältigung, von als ich mein erstes Puppenkleid bügeln wollte). Jetzt müssen wir das nur noch verstetigen und auf unsere Sachen ausweiten, dann würde ich sagen: Erziehungsziel voll und ganz erreicht! Man fühlt sich ein bisschen wie auf der Pirsch, nur nicht zu stark auftreten, um das scheue Wild nicht zu verschrecken.

Mittwoch, 16. Juli 2014

Galileo - importierte Autorität aus dem Fernseher

Kann ich mir ja den Mund fusslig reden. Dass Zähneputzen bedeutet, die Zähne tatsächlich zu putzen und nicht nur eine Zahnbürste im Mund hängen zu haben, während das Kind mit anderen Dingen beschäftigt ist. Nützt aber immer höchstens zehn Sekunden was. Was war ich froh, dass der Zahnarzt diese Woche sagte, es sieht alles gut aus. Müssen gute Gene - nicht von mir - sein, am gründlichen Putzen kann es nicht liegen.

Aber dann: Muss nur Galileo (ja, genau, die Fernsehsendung) kommen und verkünden, dass regelmäßiges Zähneputzen das Leben um zwei (2!) Jahre verlängert- und schon ist das ein unhinterfragbarer Fakt. Mit dem ich dann weiterarbeiten kann: "Aiman Abdallah hat aber gesagt ... ", und schon funzt das!

Kann man bei der Redaktion eigentlich auch Wunschthemen einreichen? Meine Kandidaten wären: "Aufräumen - weniger Suchen = mehr Zeit fürs Spielen". Oder: "Vokabeln: Einmal gelernt, ein ganzes Leben lang nützlich".

Freitag, 13. April 2012

Wie das Kind mit Geld umgeht

Es gibt angeblich (und aus der Beobachtung bestätigt) verschieden Arten, wie Menschen generell mit Geld umgehen. Geldspeicher à la Dagobert Duck oder Konto-Überziehen sind die beiden Extreme.

Interessant, wie sich diese Arten, die ich aus meiner Geschwisterzeit kenne, bei meinen Kindern wiederfinden lassen. Und wie gehe ich mit dem Umgang mit Geld um, der meinem so gar nicht entspricht?

Kann man das noch irgendwie ändern? Das grundsätzliche Gefühl für Geld vermutlich nicht. Kann man daran arbeiten, dass diese Art des Umgangs mit Geld irgendwie verträglicher und zukunftssicherer wird? Ich glaube, so langsam wird klar, welchem Extrem ICH  angehöre. Muss ich also irgendwie lernen, damit umzugehen, dasss andere anders leben als ich. Aber mein eigenes Kind?! Muttersein. Wachsenlassen. Loslassen?

Dienstag, 9. August 2011

Manchmal hat man einen Lauf

Hin und wieder, leider viel zu selten, merkt man mal, dass man wohl doch nicht alles falsch gemacht hat bei der Erziehung. Ich erwähnte ja bereits, dass wir gern zusammen Geld ausgeben, meine Kinder und ich.

Ein wenig schlechtes Gewissen hab ich deswegen. Dass wir nicht genausogut in der Lage sind, es uns zu Hause gemütlich zu machen und kreativ zu basteln oder so. Aber jedem das Seine. Und außerdem kenne ich auch so einige Eltern, die überhaupt nicht gerne mit ihren Kindern einkaufen gehen. Weil das meist Ärger gibt.

Und mit viel Glück und Übung läuft es dann wie heute. Eine Mutter kauft ein mit drei Kindern. Keiner schreit (auch die Mutter nicht!), keiner wirft sich auf den Boden (irgendwie das Bild, dass einem bei dem Szenario "Kleinkinder im Supermarkt" gleich in den Sinn kommt), keiner quengelt groß rum wegen Süßigkeiten (gut, das ist erkauft mit "Ihr kriegt EINEN Kaugummi, aber nur, wenn Ihr NICHT rumjammert, dass Ihr was Süßes haben wollt"). Sie holen ein paar der benötigten Sachen aus den Regalen. Wir unterhalten uns ganz nebenbei über ein paar wichtige Sachen - was sonst bei meinen kleinen Stockfischen nie klappt. Am Schluss gehen die beiden Großen nach gutem Zureden sogar allein in den Nachbarsupermarkt und besorgen die Wurst, die es beim ersten Laden nicht gibt. Als Krönung hilft der Große dabei, die Einkäufe ins Haus zu tragen.

Meine Güte, war ich stolz! Schon an der Kasse hätte ich am liebsten herausfordernd gefragt: "Machen wir das nicht großartig?" Ich finde, für sowas könnte man Müttern und anderen Eltern ruhig mal den ein oder anderen Orden verleihen. Selbst wenn ich das Müttermantra natürlich nie vergesse ("ich hatte ganz viel glück ich hatte ganz viel glück ich hatte ganz viel glück!)

Montag, 18. Juli 2011

Reden

Meine Kinder sind ja eher still. Das eine ganz doll, das andere taut etwas schneller auf. Klar kommt das nicht von allein, sondern liegt vermutlich auch am Vorbild der Eltern (gegen die Gene sind sie eh machtlos, falls wenig reden irgendwie vererbbar ist).

Also rede ich so viel wie möglich mit diesem Baby. Viel mehr, als mit den anderen, bilde ich mir ein. Aber trotzdem gibt es diese Zeiten der Stille, grad wenn wir zwei allein zu Hause sind. Sobald es mir auffällt, reiß ich mich wieder am Riemen. Dann sag ich eben laut "Oh, sind ja gar keine Schälchen mehr da". Hoffe, ich gewöhn mir das wieder ab, wenn das Kind außer Haus ist, sonst werd ich eine brabbelnde Alte. Bin gespannt, ob sich am Ende, wenn sie größer ist, das irgendwie zeigt.

Und warum ist mir das so wichtig? Nein, die Sprachentwicklung meiner Kinder lief bisher sehr gut, da hab ich keine Bedenken. Aber wir wissen doch alle, dass man es im Leben leichter hat, wenn man nicht so schüchtern ist. Da kann noch so sehr das Loblied auf zurückhaltenden Menschen gesungen werden (selten, aber ich hab schon mal ein Editorial in der "Eltern" zu dem Thema gelesen), wer nicht ordentlich auf sich aufmerksam macht, der steht im Chor halt in der letzten Reihe, an dem zieht Mensch auf Mensch in der Bäckerschlange vorbei etc. - und das sind nur die Kinderbeispiele, wie es später im Beruf vor sich geht, wissen wir ja, oder?

Samstag, 29. Januar 2011

Abhängig

Gibt es eigentlich so etwas wie Hörspielsucht? Bei Kindern? Bei Erwachsenen wär es auch interessant zu wissen, aber gerade nicht so aktuell.

Ich vermute es fast, wenn ich die Inbrunst sehe, mit der meine Kinder ihren CDs lauschen. Kleine Unterschiede (sicher dem Alter geschuldet), die Mittlere will immer wieder dasselbe hören, der Große sagt dann schon mal: "Das haben wir doch schon 1000 Mal gehört!"
Ist das jetzt besser oder nur anders als Fernsehen oder Computerspielen? Weil die Fantasie mehr gefragt ist, wenn man nur hört statt sieht? Aber ein Berieseln-Lassen ist es auch. Mit Stillsitzen ist es verbunden. Das ist einerseits gut und sehr ungewöhnlich für meine Kinder. Aber ob ich es besser finde als das sonstige Herumtoben, dass früher oder später (meist früher) "Ihr geht jetzt sofort raus" bzw. zum Sport schicken beendet wird, weiß ich noch nicht.

Dienstag, 16. November 2010

Gar nicht gut,...

  ... wenn jemand Schokolade bei der Metro eingekauft hat, wo es sie nur im Fünfergebinde gibt.

Noch schlechter, wenn einen dann der Sohn sieht, wie man mit vollgestopftem Mund versucht, verstohlen am Kinderzimmer vorbeizuschleichen.