Donnerstag, 6. Januar 2011

Das Mütter-Mantra "Und ich hatte sehr viel Glück"

Las neulich von einer Mutter (und ich schwör, ich würd sie verlinken, wenn ich sie wiederfinden würde), die meinte, den Stein der Weisen gefunden zu haben. Der da lautete: KEIN PEKIP, KEINE Babybespaßung, Kind möglichst wenig gezielt beschäftigen ergab ein zufriedenes Kind, das schnell lernte, sich selbst zu beschäftigen. Ein Traum.

So schön für die Autorin. Nur vergaß sie das Mütter-Mantra. Das da lautet: "Und ich hatte sehr viel Glück!" Denn das hätte auch alles ganz anders kommen können. Gut, dass Baby-Kurse alle eher für die Mütter gemacht sind, die auch mal wieder unter Menschen kommen sollten und vorzugsweise unter solche, mit denen sie ein ganz großes gemeinsames Gesprächsthema haben, geschenkt. Aber der Rest ... hätte ihr auch schon selber auffallen können.

Wenn es so einfach wäre, allgemein gültige Erziehungsregeln zu finden, die zum Traum aller Mütter führen (ein Kleinkind, das sich eine gebührende Zeit lang selbst beschäftigen kann), hätten das schon andere früher herausgefunden! Es gibt Unterschiede. Es gibt Kinder, die so sind - und noch ganz andere.

Meine Kinder sind z.B. gute Autofahrer. Also Mitfahrer, aufgrund ihres niedrigen Lebensalters. Und gute weil halbwegs zivilisierte Restaurant-Gänger. Weil ich sie so gut dazu erzogen hab? Mitnichten. Oder zum Teil, so gern ich mir das natürlich alles als große Erziehungsleistung gutschreiben würde. Aber eben "ich hatte sehr viel Glück". Und andere Erziehungsmodelle kritisiere ich, seit ich selber Kinder hab, sowieso nur noch bei eindeutigem Schaden des Kindswohls (nein, Erdnussflips sind KEIN geeignetes Essen für achtmonatige Babys).

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