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Montag, 23. Oktober 2023

Analoge Uhren - die neuen römischen Ziffern?

 Noch habe ich ja Kinder im Schulalter, an denen ich manchmal (mich) überraschende Entwicklungen mitbekomme. So neulich, wer alles keine analogen Uhren (also die mit Zeigern) mehr lesen kann.

Anscheinend keine Neuigkeit, der SWR weiß das auch schon: https://www.swr.de/wissen/immer-weniger-kinder-koennen-analoge-uhren-lesen-100.html

Und auch, welche weiteren Fähigkeiten damit verknüpft sind. Zeitverständnis, Abstraktionsvermögen (ein Ort auf dem Ziffernblatt kann für 3 verschiedene Werte stehen), so Zeug halt.

Aber lässt sich die Entwicklung aufhalten? Wo sieht und braucht man wirklich analoge Uhren, wenn immer ein Handy verfügbar ist, um die Uhrzeit nachzuschauen? Wird das irgendwann eine Fähigkeit ähnlich interessant, aber nicht wirklich nützlich, wie römische Ziffern zu lesen? Also M für 1.000 und so, was man irgendwann mal in einer einzelnen Mathestunde erklärt bekommt und das Bildungsbürgertum seinen Kindern natürlich weiterhin einzeln und mit Erklärungen zur lateinischen Herkunft vermittelt?

Dienstag, 5. Januar 2021

Distanzlernen - ab heute wieder

 Hier ist heute Schulanfang nach den Weihnachtsferien. Und immerhin kamen von allen drei Schulen Anleitungen, wie es losgehen soll. Und während es bei der Grundschule seit der Klassenquarantäne im Dezember sehr gut läuft, sind die Klassen der Älteren offensichtlich noch in der Findungsphase. Eine Lehrerin ist nicht aufgetaucht in der ersten Stunde. Man weiß nicht, ob es an iServ liegt, wo viele derzeit wegen Überlastung der Server nicht reinkommen. Oder ob sie es vergessen hat? Oder keine Lust hat? Keine Ahnung. Vielleicht ist sie auch einfach nur sehr datenschutz-konform und kann deshalb keinen auf anderem Weg erreichen um zumindest mal zu vermelden, was los ist. Aber Hauptsache, 20 Schüler*innen sitzen eine Schulstunde lang vergeblich wartend vorm Rechner, das fördert natürlich die Motivation ungemein.

Unterschied zum Frühjahr: Da saßen alle drei oft zusammen am großen Tisch, denn alle hatten offline zu tun. Im Moment ist jeder eher vor dem eigenen Bildschirm. Einen Bildschirm (samt zugehörigem Rechner) haben wir selber angeschafft, als klar wurde, dass die Digitalisierung dank Corona nun in der Schule wirklich so weit ist, dass das nötig ist. Einen hat ein Kind in der Schule ausgeliehen, ein ganz neues Ding, nicht schlecht. Und ein Kind hatte auf so etwas keine Lust und muss jetzt improvisieren. Wir beobachten das die nächsten Tage. Ich habe immer noch Hoffnung, dass die weiterführenden Schulen durch erzwungenes Learning by Doing endlich weiterkommen. Kann mich trotzdem kaum zurückhalten, dieses Video über Hybriden Unterricht  ("Was ist Hybridunterricht und wie beginnt man damit?" von Philippe Wampfler) - und was alles kein hybrider Unterricht, sondern nur mühsamer und nicht vollwertiger Ersatz ist) an alle Schulen, Elternräte und Lehrer*innen zu verschicken, die ich so kenne.

Dienstag, 18. Juli 2017

Hochsaison unbeschadet überstanden

Es gibt ja bekanntlich zwei Hoch-Zeiten für Termine mit Kindern: Sommerfeste und Weihnachtsfeiern. Da hier im Norden die Sommerferien übermorgen beginnen, haben wir heute offiziell die Zeit der Sommerfeste beendet. Mit drei Terminen an einem Tag.

So schön: Da die Kinder immer größer werden, mussten wir nur bei einem Termin dabei sein, beim kleinsten Kind. Und da wir inzwischen klug geworden sind, hatten wir "Wassermelone" auf den Mitbringzettel geschrieben. Einkaufen, schneiden, mitbringen - das ist wirklich das einfachste Mitbringsel, kein Backen, Kochen, oder auch nur Zusammenrühren. Und im Sommer kommt das immer gut an und geht meist vollständig weg in Kinder- und Erwachsenenmägen. So auch heute.

Außerdem waren wir ordentlich früh da und haben beim Aufbauen geholfen. Und weil wir weder Klassenlehrerin noch Elternvertreter in dieser Klasse waren, haben wir uns guten Gewissens nach einer Stunde Anwesenheit und weit vor dem Abbauen verabschiedet.

SO geht das nämlich!

Dienstag, 31. Januar 2017

Die schärfsten Kritiker der Mütter ...

... waren nicht etwa früher selber welche. Obwohl, Großmütter, damit könnte man vermutlich Bücher füllen. Es sind auch nicht unbedingt andere Mütter, auch wenn die hin und wieder fies sein können.

Aber am gemeinsten ist es doch, wenn es aus dem Mund des eigenen Kindes kommt. "Bei XY (anderes Kind) gibt es immer mittags was Warmes zu Essen". "Die Mutter ist eine bessere Mutter  Du".

Und sobald mir der Dampf endlich nicht mehr aus den Ohren steigt, bin ich eventuell in der Lage, halbwegs vernünftig zu erklären, dass

  • hier mittags einfach nicht gekocht wird, egal, welcher Elternteil gerade Home Office macht. 
  • die Schulkantine eine gute Alternative wäre, die von den Eltern auch bereitwillig gezahlt würde - wenn das Kind sich denn mal dorthin bequemen würde (nicht dass es dort nicht schmeckt. Das wissen wir gar nicht, da das Kind sich einfach so beharrlich weigert, dort zu essen. Scheint, auf weiterführenden Schulen ist man zu cool für Kantinenessen). 
  • Und es ganz einfach beleidigend ist, so etwas zu sagen.

Und das "Dann geh doch bei der anderen Mutter wohnen" muss man sich entweder verkneifen oder, wenn man wieder bereit ist, sich erwachsen zu benehmen, sich dafür entschuldigen.

Dienstag, 10. Januar 2017

Die Gnade des ersten Schultags

Manchmal klappt es. Beileibe nicht immer, das wäre ja zu einfach. Aber manchmal ist der erste Schultag (einer Woche, nach den Ferien, im neuen Jahr, das ist ganz beliebig) ein besonders guter. Da klappt es wie geschmiert mit dem Wecken, Anziehen, Brotdosen bestücken und Kinder freundlich, aber bestimmt aus dem Haus schicken.

So war es heute. Dienstag, ein komischer erster Schultag, das lag an der Schulkonferenz, die für einen kleinen Teil der Kinder die Ferien noch um einen Tag verlängert hat. Und dann lief es einfach wie auf Schienen. Am Horizont tauchte die Möglichkeit auf, eventuell das ganze Morgenritual erst 10, 15, ach was, nicht kleckern, klotzen!, 30 Minuten später beginnen zu lassen. Also später aufstehen. Länger schlafen. (hier bitte einen immer gieriger werdenden Unterton hören).

Aber ach. Man weiß es ja. Auf einen tollen ersten Tag folgt, fast so sicher wie das Amen in der Kirche, ein zweiter Tag, der von den üblichen Aufstehproblemen (nicht bei mir!) erfüllt ist. Aber ein bisschen ist es natürlich trotzdem wie ein Blick in die Zukunft, in die Möglichkeiten ... (träumerisch ab).

Freitag, 23. September 2016

Schwimmunterricht - es gibt auch Gutes zu berichten

Der eine oder die andere hat eventuell mitgekriegt: Ein Kind in diesem Haushalt lernt gerade schwimmen. Hin und wieder schrieb ich darüber und meist war es kritisch. Wie viel das kostet, Unterricht und Schwimmbadeintritt, und wer sich das alles nicht leisten kann oder will zum Beispiel.

Egal. Wir bringen es dem Kind nicht selbst bei. Wir investieren das Geld ganz schnöde in den städtischen Schwimmkurs. Und während ich natürlich gern spöttisch kommentieren würde, wie albern das neue System ist, das sich vom üblichen "Seepferdchen, dann Freischwimmer" verabschiedet hat und stattdessen diverse Pinguin-Abzeichen eingeführt hat, so komme ich doch nicht umhin zu sehen, dass sich da jemand durchaus nachvollziehbare Gedanken zu gemacht hat.

Konkret: Wir hatten jetzt vier Schwimmstunden. Die Kinder sollen ganz offensichtlich lernen, die Angst vor dem Wasser überm Kopf zu verlieren. Das heißt, es gibt Spiele, bei denen man mal kurz ganz untertauchen soll. Und sie springen vom Beckenrand und VOM STARTBLOCK ins Wasser. Das betone ich, weil ich meinen ersten Seepferdchenkurs nicht bestand, weil ich mich nicht traute, vom Beckenrand ins Wasser zu springen. Und hier springen sie alle vom Startblock. Freiwillig. Keiner wird gestoßen oder so, falls Sie das denken. Wer sich nicht ganz allein traut, darf erst mal auf seine Poolnudel springen. Wer dann soweit ist, darf die Nudel mit großer Geste zur Seite werfen. Herrlich, dieser Stolz!

Und wie wichtig ist das, was in dieser Pressemitteilung etwas blumig als Konzept von Pinguin beschrieben wird . Denn darum geht es ja zunächst mal. Das Kind vorm Ertrinken beschützen. So dass es nicht in Panik gerät, wenn es ins Wasser springt/fällt, egal aus welcher Höhe, sondern sich erst mal nach oben arbeitet und dann eben zum nächsten Rand schwimmt. Und nicht unbedingt mit einer ausgefeilten Technik - das kann später noch kommen -, sondern mit einer Mischung aus Kraulbeinen und Brustschwimm-Armtechnik. Ein fortgeschrittenes Hundepaddeln, könnte man auch sagen. Wie gesagt, ich bin doch sehr beeindruckt, vier Schwimmstunden und schon legt das Kind bestimmt fünf Schwimmzüge eigenständig bis zum Beckenrand zurück. Und sieht dabei noch nicht mal so aus, als ob es beim sechsten untergehen würde.

Aber vielleicht war das auch schon immer so und mit halbwegs mitfühlenden Schwimmlehrern auch in früheren Jahrzehnten so schnell erlernbar. Und auf das Freischwimmer-Abzeichen (auch "Bronze" genannt) lasse ich weiterhin nichts kommen, da es offensichtlich immer noch die einzige Währung ist, die später bei Wassersportarten zählt - kein Rudern ohne Bronze, von Pinguin hat auf dem Elternabend in der Mittelstufe zumindest niemand was gesagt.

Donnerstag, 15. September 2016

Kinder mögen keine Veränderungen. Und Schulen auch nicht

Kinder sind wahre Konservative. Alles soll so bleiben, wie es ist. Vermutlich keine bahnbrechende Neuigkeit für Säuglings-Eltern, die mal versucht haben, den Mittagsschlaf ihrer Kinder ausfallen zu lassen. Das hört aber auch später nicht auf.

Gerade mögen meine Kinder es nicht, dass sich an den elterlichen Arbeitszeiten etwas ändert. Dass Papa seit einigen Monaten mehr und vermehrt außer Haus arbeitet, haben sie ohne größere Reaktion hingenommen (bilde ich mir ein). Da war ja auch Mama, die das zeitlich größtenteils auffangen konnte, weil sie zeitgleich eher weniger außer Haus gearbeitet hat.

Aber jetzt,  wo sich das ändert, da gehen die Diskussionen los. "Wieso bist Du dann nicht zu Hause?", "Warum muss ich in die Nachmittagsbetreuung und die anderen nicht?", "Weshalb steht bei uns mittags kein gekochtes Essen auf dem Tisch?"

Tja, wieso, weshalb, warum? Da kommt mir der Artikel von Patricia Cammarata (das Nuf) ganz recht, zum Thema Veränderungen und weshalb die Welt nicht mehr so ist wie in Westdeutschland in den 80er Jahren:

"Ja. Das ist scheißanstrengend. Finde ich auch. Aber so ist das jetzt.

Damals™ ist vorbei.", so ihre Schlussworte, die auch bei uns passen.

Und aus ähnlichen Gründen. Veränderungen sind anstrengend, auch für Kinder. Wenn zudem das Neue nicht unbedingt und sofort ersichtlich besser ist. Geldmangel war für sie nicht spürbar, ob Mutter zufriedener oder unzufrieder ist mit Arbeit, zeigt sich erst auf längere Sicht und nicht sofort, immer und gleich.

Hinzu kommt noch, wie gut oder schlecht die Alternative ist. Und da hätten wir durchaus noch Luft nach oben.

Ja, Nachmittagsbetreuung in der Schule, ich rede über Dich! Während die Grundschulen hier in Hamburg die Herausforderung zum großen Teil inzwischen angenommen haben ("Ok, Ganztag, das ist jetzt so und geht wohl auch nicht mehr weg, also versuchen wir wenigstens, was pädagogisch Sinnvolles daraus zu machen, was den Kindern nützt und Spaß macht"), scheinen die weiterführenden Schulen immer noch auf dem Standpunkt zu stehen: "Je unattraktiver wir das Nachmittagsangebot machen, desto weniger Kinder nutzen das, desto weniger Aufwand haben wir, hurra! Stellen wir dafür also günstige Honorarkräfte und/oder Studierende ein. Am besten geben wir denen keine Mittel oder Raumschlüssel in die Hand, damit sie gar nicht erst auf die Idee kommen, spannende Sachen mit den Kindern zu machen."

Ich hoffe sehr, dass sich das mit dem vermehrten Zustrom von ganztagsverwöhnten Eltern und ihren Kindern bessert. Schließlich haben die Eltern ihre Lebensplanung unter der Prämisse gemacht, auch weiter nachmittags gut versorgte Kinder zu haben, so wie sie es aus Kita- und Grundschulzeiten gewohnt sind. Und sehen jetzt nicht unbedingt ein, beruflich wieder kürzerzutreten, um das Kind davon abzuhalten, den Nachmittag allein zu Haus vor dem Handy zu verbringen und mit ihm um die Erledigung der Hausaufgaben zu streiten.

Ansonsten bleibt wohl nur: Aktiv werden. Dieses Ding mit Elternabenden, worüber man in letzter Zeit wieder soviel liest. aktiv werden, Elternvertreter werden oder sie zumindest mit Themen und Argumenten versorgen. Damit Nachmittagsbetreuung (oder Ganztagsschule) von den Schulen als Chance, und nicht als Last, genutzt wird

Montag, 18. Juli 2016

Den Mund aufmachen - oder auch nicht

Bei Herrn Pfarrfrau las ich neulich einen sehr ehrlichen Bericht darüber, wie er mal den Mund NICHT aufmachte.

Kann ich gut nachvollziehen. Geht mir in manchen Situationen ähnlich. Und selbst wenn man den Mund aufmacht, ist es ja nicht unbedingt besser!

Wie neulich: In der Schule. Ein schrecklich langer Informationsabend zur Planung, wie die Ganztagsbetreuung in Zukunft organisiert werden soll. Ich halte mit Mühe fast die ganze Zeit meinen Mund, denn es wird uns erst wieder in zwei Jahren betreffen.

Es darf jeder seine Befindlichkeiten äußern: Warum bis 16.00 Uhr und nicht nur bis 15.00 Uhr? Warum Mittwochs ein langer Tag, wo doch alle Therapeuten und Ärzte mittwochs geschlossen haben. Warum überhaupt und schon in der Grundschule (Information von der Schulleitung zu Anfang des Abends: 85% der Eltern an dieser Schule nutzen bereits die Nachmittagsbetreuung - man will das jetzt in eine pädagogisch sinnvollere Form bringen).

Angesichts der vielen Fragen, die zum Teil große Zweifel an der Sinnhaftigkeit von Ganztagsschule verrieten, kann man ohne Schwierigkeiten zu dem Schluss kommen, dass wohl viele Vertreter der 15%, die das nicht in Anspruch nehmen, anwesend waren und sich äußerten. Das sind hier natürlich eher die engagierteren Eltern. Wo nur ein Elternteil Vollzeit arbeitet. Gebildeter. Oft deutschstämmig, denn Halbtagsschule, das kennt man noch aus der eigenen Kindheit und "was für uns gut war, kann für unsere Kinder doch nicht schlecht sein".

Kurz vor Schluss dann der Vater, dem auffällt: "Sie meinen, das soll dann schon für die 1. und 2.-Klässler gelten?" (ja, darüber haben wir gerade eine geschlagene Stunde lang gesprochen) "Für die armen 6-jährigen Würmchen? Wer Kinder in die Welt setzt, sollte es doch die ersten Jahre lang schaffen, sich ab 13.00 Uhr um sie zu kümmern."

Ja. Wie reagiert man da, um eventuell einen Denkprozess in Gang zu setzen. Dass er gerade 85%  der Eltern dieser Schule und ihr Lebensmodell beleidigt? Dass er ihnen (mir!) tatsächlich abspricht, gut für ihre Kinder zu sein?

Vermutlich eher nicht durch meinen Zwischenruf: "Das kann man auch ganz anders sehen. Aber das besprechen wir hier lieber nicht weiter, sonst streiten wir uns nur." Der klang eher nach verhärteten Fronten.

Vielleicht: "Ach, Sie sind also die ersten acht, neun Jahre durchgehend zu Hause für Ihre Kinder?" - Nein, Sarkasmus kommt auch nicht gut bei Kommunikationsproblemen.

Leider weiß ich es nicht. Mund aufmachen finde ich in dem Fall ein kleines bisschen besser als nichts sagen, einfach, um dieser Meinung nicht das Feld zu überlassen. Aber so richtig sinnvoll kommt es einem dann auch nicht vor.

Montag, 4. Juli 2016

Sommerstress

Uff. Ein ganzer Tag unter freiem Himmel, dazu noch diverse Kilometer zu Fuß abgerissen. Nebenbei ist so ein Tag im Vergnügungspark ein echt gutes Workout.

Und war es so schlimm wie befürchtet? Nein. 1. funktionierte meine Selbsthypnose offenbar 1a ("Du wirst einen wunderbaren Tag mit Deinen Kindern verbringen, natürlich ist das schön!"). Und 2. hatte ich etwas wichtiges vergessen. Nämlich wie viel Energie es einem gibt, mit einem Auto voll fröhlich-aufgeregter Kinder unterwegs zu sein, die sich vor Vorfreude kaum lassen können. Und wie schön, hinterher die einzig wache Person im Fahrzeug zu sein (besser so, ich saß ja hinterm Steuer), während alle anderen zufrieden und erschöpft eingeschlafen sind.

Wo der Versuch, mit Macht eine positive sich selbst erfüllende Prophezeiung zu gestalten ("Du wirst viel Spaß haben bei diesem Termin") sind - neben Elternabenden - die ganzen Sommerfeste, die jetzt wieder anstehen.

Bisher konnte ich mir einreden, dass liege an meiner stressigen Arbeit, dass ich so absolut keine Lust verspüre, Nachmittage und Abende bei irgendwelchen Schul- oder Kindergartenveranstaltungen zu. Die Ausrede habe ich gerade nicht mehr. Und der Blick auf meinen Kalender nervt mich  immer noch tierisch. Sommerfest der Schule. Sommerfest der Klasse (Warum? Sind die Kinder nicht groß genug, das inzwischen alleine zu organisieren?). Sommerkonzert der Musikschule. Und das alles ungefähr mal drei wegen drei Kindern.

Erwachsen wäre vermutlich zu beschließen: "Ich geh wirklich nur noch da hin, wo ich Lust zu hab." Aber hier hängt ja immer noch ein Kind mit dran. Wir müssen das wohl mal ernsthaft besprechen, vielleicht hängen ja auch die Kinderherzen nicht an jedem einzelnen Termin

Freitag, 19. Februar 2016

Echter Ganztag

in der Schule, das wär schön. Grundschule hier in Hamburg: Fast das gelobte Land. Zumindest recht zuverlässig bis 16.00 Uhr betreut. Und inzwischen immer öfter mit Anspruch und vielleicht sogar mit einer echten Kantine fürs Mittagessen.

Und trotzdem: Hin und wieder hört man "zwischen den Zeilen", das einige Lehrer (oder die Schulleitung) noch nicht ganz im Ganztag angekommen sind. Wenn darum gebeten  wird, die Kinder am freien Tag (weil Konferenz. Oder Lernentwicklungsgespräche. Oder Zeugnisausgabe und früher Schluss) doch wenn möglich zu Hause zu lassen. Sonst gibt es (zähneknirschend wird das zugestanden) die Möglichkeit der Betreuung in der Schule.

Aber jeder liebende Elternteil versteht ganz richtig: Das wollen wir eigentlich nicht. Und deshalb machen wir an einem Tag, an dem etwas weniger Kinder in der Betreuung sind, nicht etwa etwas besonders Schönes, damit die Kinder gern herkommen. Nein, wir machen extra-wenig Personal und Langeweile pur ("geht doch auf dem Hof spielen"), damit die Kinder ja beim nächsten Mal zu Hause jammern und durchsetzen, dass sie nicht "in den Ganztag müssen". Denn so ganz hat man eben noch nicht verinnerlicht, dass Ganztag keine böse Parkmöglichkeit für Kinder ist, deren egoistische Eltern beide unbedingt dem kapitalistischen System huldigen und immer noch mehr Geld verdienen müssen. Sondern dass es eine gute Möglichkeit sein könnte, die Erziehung zu ergänzen, Zeit fürs Lernen und Erleben zu ermöglichen.

Sonntag, 24. Januar 2016

Hauswirtschaftslehre?

Gibt es so etwas eigentlich noch an der Schule? Damals, in meiner Schulzeit, hatten wir im Halbjahreswechsel Werken und Handarbeiten, zumindest in der Grundschule. Und haben gelernt, wie man den Faden am Anfang und Ende vernäht, so dass nichts aufribbelt. Oder wie so grob eine Nähmaschine funktioniert.

Das eine Kind näht ganz gern. Ab und an in der Ferienbetreuung darf sie dieser Leidenschaft nachgehen. Dort wird aus alten Kleidern irgendwas wild neu zusammengeheftet und dann in einer Modenschau vorgeführt. Schön und kreativ, keine Frage. Aber ganz profan hätte ich gern, wenn ich darauf vertrauen könnte, dass es da auch was nützliches wie einen Knopf anzunähen lernt. Gern so profi-mäßig, so dass er eine Weile hält. Oder machen wir das jetzt alles mit YouTube-Anleitungen?

Zumindest: Werken haben sie noch, das weiß ich. Diverse Holzarbeiten wurden hier schon an Muttertag und anderen Feiertagen überreicht. Aber Handarbeiten? Sticken, Häkeln gar? Bisher noch nichts. Schade. Verschwinden von Kulturtechniken und so.

Kleine Anekdote am Rande: Statt Werken und Nähen gab's auch ein oder zwei Mal Kochen, damals, in meiner Schulzeit. Lasagne sollte es geben, ganz was exotisches. War ja auf dem Dorf, keiner kannte diese merkwürdigen Zutaten: Mozzarella. Parmesan. Was soll das alles sein? Mozzarella gab's nicht im Supermarkt vor Ort. Denken die Kinder sich: "Macht sicher nichts, ist ja alles Käse", also: Ersetzen wir doch mal das eine durch das andere. Also leider die dreifache Dröhnung Parmesan. Hat das gestunken. Hätt mir keiner erzählen können, dass das ein Lieblingsessen meiner Kinder wird.

Freitag, 15. Januar 2016

Schulwahl - das Grauen

Weiterführende Schule. Welche nehmen? Das hatten wir doch erst letztes Jahr! Tja, Pech gehabt. Wenn man seine Kinder entsprechend zur Welt bringt, darf man im nächsten Jahr gleich noch einmal.

Neues Kind, neues Glück. Leider klappt es nicht so, wie in der Wunschvorstellung: Alle Kinder auf dieselbe Schule, alle Termine (Sommerfest! Weihnachtsfeiern! Tag der offenen Tür!) in einem Aufwasch, wär das nicht schön?

Aber nein, ausnahmsweise zeigt sich, dass unterschiedliche Kinder doch unterschiedliche Bedürfnisse haben. Zum Glück habe ich mich in einem mehrjährigen Lernprozess von der Idee verabschieden können, dass es nur eine bestimmte Schule gibt, die mein Kind zum Lebensglück führen wird. Oder dass man vorhersehen könnte, welche Schule ein Kind kreuzunglücklich machen könnte. Das können nämlich höchstens die Lehrer und eventuell noch die Mitschüler bewirken und darauf hat man vorher mal genau überhaupt keinen Einfluss.

Von daher: okay. Das Kind darf so sein, wie es ist. Und wir hoffen das beste und dass es vielleicht doch noch einen gewissen schulischen Ehrgeiz entwickeln wird. Aber wenn nicht, kann man ihm den leider als Eltern nicht hinterhertragen - so sehr es einen auch in den Fingern juckt, es zu versuchen.

So ist zumindest die Theorie, in der ich die Zen-Mutter bin, die alles ganz gelassen betrachten kann. In der realen Realität sitze ich natürlich hier und würde am liebsten mit dem Nägelkauen anfangen, weil ich mir so viele Gedanken über diese Entscheidung mache. Und was man dann noch dazulernt! Zweite Fremdsprache - wie viele Jahre braucht man die überhaupt fürs Abitur? (Antwort: Von der sechsten bis zur zehnten reicht hier in Hamburg völlig aus) Völlig irrsinnig. Als ob ich wüsste, ob mein Kind in fünf Jahren noch Lust auf Französisch hat. Oder ob es Abitur machen wird.

Montag, 11. Januar 2016

Aufstehen im Allgemeinen

Das Aufstehprogramm für die gesamte Familie ist hier eigentlich selten stressfrei.

1. klingelt der Wecker (meiner) natürlich immer zu früh. 6.10 Uhr, da bin ich einfach nicht wach. Vor Mitternacht ins Bett gehen wäre natürlich eine Maßnahme, aber dann ist meine kinderfreie Zeit am Abend doch so kurz (jammer, jammer), klappt eigentlich so gut wie nie. Versacke immer vor diesem Internet. Wenn das nicht, dann vorm Fernsehprogramm. Von Vorbildfunktion für die Kinder wollen wir mal gar nicht reden. Ich versteh jede Art von Bildschirmsucht, versuche aber trotzdem, das bei den Kleinen im Rahmen zu halten.

2. gibt es kleine Langschläfer unter den zu Weckenden. Also genau einen. Die anderen Kinder brauchen kurzes Antippen oder maximal zwei bis drei Klopfer ans Bettgestellt und schon stehen sie wie kleine Automaten auf, tappsen in Bad und dann Küche, schaufeln sich das Frühstück rein und machen sich dann fertig zum Rausgehen. Das Langschläferkind benötig 5 bis 15 Minuten 1:1-Betreuung mit langsamem Wecken - und dann ist noch nicht garantiert, dass die Laune gut ist oder es lückenlos weitergeht mit Waschen, Essen, Zähneputzen

3. wenn es dann noch gegen Ende im Bad und beim Jacke und Schuhe Anziehen knapp mit der Zeit wird, dann ist mein Stresspegel kurz vor Anschlag. Wenn dann alle glücklich auf dem Weg zu ihrer Tagesbeschäftigung sind, ich mich von den Kindern (oder dem Kind, je nachdem, wie knapp es war, manchmal gehen einzelne schon vor, weil sie keine Lust auf Hektik und Zuspätkommen haben. Richtig, das sind tendenziell die Automaten-Aufsteh-Kinder.) an der Ecke trenne und mich alleine auf dem Weg zur S-Bahn mache - dann atme ich einmal tief durch und denke an meine kinderlosen Kollegen, die gar nicht nachvollziehen können, wie viel Programm man vor Arbeitsbeginn schon durchgezogen haben kann. Klar, bisschen Stolz ist auch dabei, an irgendwas muss man sich ja aufrichten.

Früher - also vor bestimmt fünf Monaten oder einem ähnlich langem Zeitraum, war es allerdings noch schlimmer. Da musste am Morgen regelmäßig rumgeschrien werden (leider von mir) und beinah ausgetickt werden (leider unter anderem auch von mir)
Ausnahmsweise half tatsächlich mal ein Erziehungstipp aus dem Internet. Oder ganz viele Tipps, aus einem Blog mit sehr langem und sehr süßlichen Namen, aber mit vielen guten Ideen:
Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten. Dass mans dem Kind beim Anziehen angenehm kuschlig machen kann, weil Kälte doof ist, vor allem im Winter. Dass es kein Gesetz gibt, dass die Reihenfolge "Waschen, Anziehen, Frühstücken" festlegt, sondern man da durchaus mal flexibel rangehen kann.

Und natürlich der Dauerbrenner-Tipp: Ab und an Zurücktreten und sich fragen, wer hier eigentlich der Erwachsene ist. Und ob man sich wirklich von einem noch nicht mal schulpflichtigen Kind an seine Grenzen bringen lassen will. Außerdem hilfreich: Hin und wieder kleine Pausen. Einfach mal aus dem Zimmer gehen ("Ich mach jetzt erst das und das, dann komm ich zurück und wir machen weiter"). Ehrlich, bei uns hat sich dann mancher Bock einfach in Luft aufgelöst!

Donnerstag, 8. Oktober 2015

"Regelschule" - ist das so was wie "Schulmedizin"?

Dieser Begriff (Regelschule) taucht gerade gehäuft in der Blogparade von MamaNotes zur Schulwahl auf. Und ich versteh das nicht, dieses Misstrauen gegenüber der staatliche Institution Schule. Ob es daran liegt, dass ich gern zur Schule gegangen bin? Dass meine Kinder bisher auch hauptsächlich gute Erfahrungen damit gemacht haben? Denn wie viel schlechte Erfahrungen muss ich machen, damit ich die ganze Mühe auf mich nehme, mich zu alternativen Schulformen und "Freilernen" zu informieren und das ernsthaft in Erwägung zu ziehen?

Bin ich jetzt hoffnungslos naiv oder hoffnungslos realistisch? Nein, ich glaube nicht daran, dass das System Schule uns willenlos und anpassungsbereit machen soll, um uns auf das Leben in dieser bösen kapitalistischen Welt vorzubereiten - gesponsort von "der" Wirtschaft, die viele kleine genormte Arbeitsknechte braucht. Aber ich glaube, es gibt viele gute "Regelschulen", es gibt viele motivierte Lehrer. Und natürlich, wie in jedem Job, gibt es Leute, die die Arbeit mittel oder nicht so gut machen. Vielleicht ist das die große Kränkung, die aus vielen Beiträgen spricht? Dass vielleicht nur mittelmäßige Menschen auf mein kostbares Kind losgelassen werden? Statt pädagogischer Übermenschen?

Außerdem, Verzeihung, finde ich diese Diskussion zutiefst unsolidarisch. Es klingt ja gut: Lernen freiwillig, nur was einen gerade interessiert, was man braucht, dann bleibt es nämlich überhaupt hängen im Kopf.

Und von wem sollen die Kinder dann lernen? Am besten von Eltern oder anderen Menschen im Bekanntenkreis. Und da sind wir beim Punkt: Welche Menschen hast Du im Bekanntenkreis? Wie viel Zeit haben diese Menschen, Dein Kind zu "beschulen", ihm Dinge zu zeigen und zu erklären? Was hast Du selbst zu bieten an Bildung und Zeit - wie viel Stunden hat Dein außerhäusiger Arbeitstag? Eben. Das ist eine absolut elitäre Diskussion!

Denkt ein bisschen nach und schaut Euch um. Wenn Ihr in einer größeren Stadt wohnt, habt Ihr gute Chancen, dabei Kinder zu entdecken, deren Eltern nicht Schreiben und Lesen können. Wer soll die bilden? Meine Güte, ja, das böse System Schule. Das System Schule, was bisher das beste ist, was wir gefunden haben zum Ausgleich ungleicher Ausgangsbedingungen. Natürlich ist es nicht perfekt und deshalb haut uns das PISA auch jedes Jahr wieder um die Ohren. Dass ungleiche Startbedingungen nur bedingt ausgeglichen werden. Dafür ist PISA ziemlich gut, auch wenn Ihr hauptsächlich "Leistungsdruck" darin seht.

Bei den Alternativen zum System Schule würden die Unterschiede überhaupt nicht mehr ausgeglichen! Um ALLEN Bildung zu verschaffen. Nicht nur den Eliten, denen die Bildung sowieso zufliegt. Wo deutschsprachige Bücher im Regal stehen. Wo überhaupt Bücher im Regal stehen. Um Euch geht es ausnahmsweise mal - nicht.

Mein Kind wird von den Lehrern für seine Kompetenz im Fach Deutsch gelobt. Ja, kein Wunder, studierte Eltern, Deutsch Muttersprache! Das ist jetzt nicht soo verwunderlich, dass er Wörter korrekt konjugieren kann. Bei anderen Kindern mit anderen Voraussetzungen sieht das ganz anders aus!

Ah, Aggression flutet meine Fingerspitzen, ich mach jetzt erst mal ein bisschen Pause.

Dienstag, 1. September 2015

Schulanfang

Heute Einschulung. Gestern Einschulung auf der weiterführenden Schule des anderen Kindes - aber das ist eine andere Geschichte. Heute also Vorschuleinschulung. Aufregend, selbst beim dritten (und voraussichtlich letzen) Mal. Ganze Familie selbstverständlich dabei. Alles schön, alles gut.

Und mir drängen sich die Gemeinsamkeiten von Geburt und Erstem Schultag auf.

Bevor das Kind da war, war ich vollkommen auf den Geburtstermin fixiert. Gedanklich, in der Vorbereitung. Oh mein Gott, dieses unglaubliche Ereignis (so meine Gedanken). Bisschen Angst war natürlich auch dabei: "Wie übersteh ich das?" Aber dass das nur ein einziger Tag (wenn man Glück hat) ist. Dass danach die eigentliche Sache, das "Leben mit Kind" losgeht. Dieses "Leben mit Kind", dass etwas VOLLKOMMEN ANDERES ist, als dieses alte, gewohnte Leben ohne Kind - das war mir irgendwie durchgerutscht. Deshalb war ich in den folgenden Monaten sehr, sehr stark damit beschäftigt, diese Änderung mental zu verarbeiten. Und ein bisschen zu lachen, welche Wichtigkeit ich dieser Geburt zugemessen hatte. Dieser eine, kurze Zeitpunkt, der im Nachhinein kaum noch ins Gewicht fällt!

Ich hoffe, die Analogie ist soweit klar und ich muss das nicht weiter ausführen. Ich wünsche meinem Kind, dass es etwas entspannter mit dieser Veränderung in seiner Lebenssituation umgehen kann, als ich das damals konnte. Bei den älteren Kindern hat es offensichtlich ganz gut geklappt, ich habe zumindest keine expliziten Klagen gehört oder ein Zurückwünschen in die Kindergartenzeit.

 Manchmal ist es vermutlich ganz gut, wenn man noch nicht alles versucht, analytisch zu durchdringen, sondern einfach macht. Sollte ich vielleicht mal wieder ausprobieren!

Mittwoch, 27. Mai 2015

Didaktik-Dilemma

Abends. Sagen wir, so halb zehn. Kind ruft: "Mama, bei Minus, schreibt man da die größere Zahl immer nach oben?"

Natürlich wundert man sich als erstes, weshalb das Kind um diese Uhrzeit Hausaufgaben macht. Aber nun je, besser spät als nie. Und dann überlegt man noch, ob man jetzt klugscheißen sollte à la "in Deinem Alter schon, später geht es auch anders rum".

Oder, und das ist die Frage, die am längsten im Kopf bleibt, ob man da noch mal grundsätzlich ran müsste an das kindliche Verständnis von Subtraktion. Und das bei der Schule, die sich Kompetenz ganz groß auf sämtliche Fahnen schreibt, weg vom sturen Auswendig-Lernen von Subtraktions-Algorithmen. Ts, ts, ts.

Aber hey, es ist abends, halb zehn. "Ja!" schreit man zurück. Und das wars.

Freitag, 30. Januar 2015

Schulentscheidungen - mal eben auf den Kopf gestellt

Wenn das Kind, von dem man dachte, man müsse sich um seine Schullaufbahn keine weiteren Sorgen machen, den Tag Zeugnisferien genießt, den es hier zum Schulhalbjahr gibt. Dann dauert es nur noch ca. einen halben Tag bis
- die Mutter spöttelt, dass es an "normalen" Schulen ja Halbjahreszeugnisse gibt
- ihr siedendheiß einfällt, dass wegen 4. Klasse, Übergangszeugnis, eben doch ein Zeugnis im Ranzen lauern müsste
- und das Kind sagt: "Doch, ich hab doch eins. Aber weißt Du, was komisch ist, Mama? Dass da steht, ich soll in die Stadtteilschule gehen".

Und dann dauert es nicht mal eine komplette Sekunde, bis der mütterliche Blutdruck von 110 auf 180 ist, was sie sich aber keinesfalls anmerken lassen darf, denn eigentlich ist es ja egal, ob das Kind Abitur macht oder nicht, hauptsache gesund, sagt man doch heutzutage, oder? Oder war das "Hauptsache glücklich"? Ich weiß es nicht mehr.

Ich weiß nur, dass es ca. eine Stunde dauerte, bis sich aufklärte, dass der Lehrer sich geirrt hat und falsch eingetragen hat (Mein Gott. Das ist ein Kreuz, auf das es ankommt. Klar, da irrt man sich dann halt mal).

Und in dieser Stunde lief quasi in Endlosschleife bei mir: "Weshalb haben die denn nichts gesagt? Die hätten doch was sagen können, dass sie das Kind für nicht gymnasialgeeignet halten. Das hätten sie doch sagen müssen, als wir da im Gespräch so fröhlich raustrompeteten, an welche Schule sie nächstes Jahr gehen soll. Was machen wir denn jetzt? Die Stadtteilschule haben wir uns doch nicht mal mehr angeschaut. Stadtteilschule, weil es heißt, Kinder, die von übermotivierten Eltern aufs Gymnasium geschickt werden, obwohl sie dafür keine Empfehlung haben, scheitern dort und sind dann frustriert bis zum Ende der Schulzeit? Oder doch erst mal Gymnasium und nach der sechsten kann sie immer noch wechseln? Was heißt "kann", wenn sie nicht geeignet ist, muss sie ja. Aber wer in ihrer Klasse ist dann überhaupt geeignet. Und kann ich mich so in meiner Einschätzung geirrt haben? Was ist mit diesen ganzen Tests mit sehr guten Ergebnissen, die das Jahr über zu Unterschrift bei uns eintrudeln.... Heul, WIR HATTEN DOCH ALLES GEPLANT, wieso muss das jetzt alles wieder über den Haufen geschmissen und bis Montag neu entschieden werden?"

Ja. So lief das. War scheiße. Ist ja jetzt vorbei. Und an meiner Coolness Marke "Hauptsache glücklich" muss ich wohl noch ein wenig arbeiten.

Donnerstag, 15. Mai 2014

Kinder in der Schule - man lernt nie aus

Nach der vielen Blogger-Nabelschau in den letzten Beiträgen nun mal wieder ordentlich Kinder-Content:

Ich beherrsche jetzt das Abzugsverfahren! Häh? Ja, genau, ich kann jetzt zwei Subtraktionsverfahren - verschiedene Arten, schriftlich Minus zu rechnen.

"Ergänzungsverfahren" heißt wohl das, was die meisten von uns aus ihrer deutschen Kindheits-Schulgeschichte noch kennen. Abzugsverfahren, laut Internet üblicher "Entbündelungsverfahren" heißt die neue Technik, die meine Kinder da gerade noch dazu lernen. Steht anscheinend auch in Bayern auf dem Grundschullehrplan, dann kann es laut Pisa ja nicht so schlecht sein - und ist angeblich auch international das üblichere Verfahren, was bei unserer internationalen Schülerschaft sicher ein Vorteil ist.

Nur: Ein Nachteil für Eltern wie mich, die sich da einmal komplett durchfräsen und ausprobieren müssen, wie das funktioniert, vor allem, wenn da mehrere Nullen im "Minuenden" (die Zahl oben, von der abgezogen wird) stehen.

Aber was für ein Glücksgefühl, wenn man es dann versteht! Und sogar, quasi im selben Atemzug, noch erklärt bekommt, weshalb das Abzugsverfahren eigentlich funktioniert, wie es funktioniert - also das, was man automatisch anwendet, ohne es tiefergehend zu durchschauen weil: funktioniert ja.

Denn: Weshalb nehm ich im Kopf zehn dazu bei der oberen Zahl, schreib die Eins dann aber bei der unteren dazu? Natürlich, damit der Abstand zwischen beiden gleich bleibt, Dummchen! Ich glaub nicht, dass mir das jemand in der zweiten oder dritten Klasse so erklärt hat, oder? Oder ist das im sturen Anwenden dieser Rechenmethode auf der Strecke geblieben, damit sie automatisiert im Hirn bleibt?

Also, was für herrliche Zeiten tun sich auf! Vielleicht haben meine Kinder ja gute Lehrer und/oder gute Lehrwerke - oder ich nutze die meist ebenfalls sehr gut erklärten Videos der Khan-Academy auf YouTube.

DIE Gelegenheit, endlich einmal zu begreifen, was denn nun ein Logarithmus ist (ja, man konnte ein deutsches Abitur ablegen, ohne das auch nur im Geringsten verstanden zu haben). Gleich drei Chancen hintereinander, irgendwann müsste mein Hirn dann ja auch mal soweit sein!

Montag, 14. Oktober 2013

Was ist ein gesundes Frühstück?

Ich bin am Überlegen. Also ernsthaft überlegen. Was ist denn nun ein gesundes Frühstück? So wie es in der Schule bei uns gefordert wird? Nur so was darf man den Kindern mitgeben. Und natürlich hab ich beim Elternabend mit den Augen gerollt, als eine Mutter sagte: "Aber der Junge isst nun mal nur Nutella-Brot". Ja nee, ist klar.

Bisher war mir völlig klar, was ein gesundes Frühstück ist. Das ist Vollkornbrot mit Wurst oder Käse und noch ein bisschen Gemüse oder Obst dazu. So sagt es die Süddeutsche: "Gesundes Frühstück macht dünn und schlau" - und besteht aus Müsli, Vollkornbrot, Joghurt, Obst, Milch. Kein böses Weißbrot oder Cornflakes (auha). Und so wird es den Kindern in der Grundschule beigebracht.

Tja, aber schon der Wikipedia-Artikel zum Thema Frühstück enthüllt uns die unterschiedlichen "Frühstücksstile" in den verschiedenen Ländern. Jeder kennt das französische Frühstück - anscheinend besteht es wirklich hauptsächlich aus Croissant und Milchkaffee. Italien bevorzugt auch süß und nicht Vollkorn.

Haben wir nun also in Deutschland den Stein der Weisen gefunden? Das einzig richtige, einzig glücklich- und natürlich schlau-machende Frühstück? Vollkornbrot bis zum Abwinken und ja kein süßer Aufstrich?

Wie gehen wir damit um, wenn an unserer Schule viele Kinder sind, die mit "nicht-deutschen" Frühstücksgewohnheiten sozialisiert wurden? Was sagen wir dem Kind, dass von seiner Mutter die (hausgemachte) Pizza vom Vortag mitgegeben bekam - sicher gesünder als Nutella-Weißbrot, aber genauso "verboten"? Was heißt das denn, wenn das zu Hause übliche Frühstück "schlecht" genannt wird? Oder ist Vollkornbrot die Integrationsleistung, die wir unseren zugewanderten Mitbürgern abverlangen können und müssen?

Darauf habe ich bisher keine endgültigen und allgemeingültigen Antworten gefunden, entschuldigen Sie bitte, wenn ich Sie enttäuscht habe. Und bitte denken Sie selber weiter und lassen Sie mich gern die entstandenen Erkenntnisse wissen, ich bin wirklich, ehrlich neugierig darauf

Sonntag, 10. Februar 2013

Ganztagsschule in Bayern

Wie meine Kollegin so schön sagte: Seit ihr Kind Schulkind ist, überlegt sie, ob Teilzeit nicht eine Option ist. Vorher war keine Frage, dass Vollzeit arbeiten geht, wenn es auch anstrengend ist. Kindergarten. Was soll dem Kind da groß passieren, spielt es halt ein bisschen länger am Nachmittag.

Aber Schule: Plötzlich "geht es eben um was", muss nachmittags jemand bereitstehen als privater Nachhilfelehrer und Hausaufgabenantreiber. Und selbst mit Ganztagsschule, die hier in Hamburg ja auch grad massiv vorangetrieben wird: Werden wir wirklich darauf verzichten können, als Nachhilfelehrer zu dienen? Dann eben abends um sechs und nicht mehr nachmittags nach den Hausaufgaben? Immerhin, keine Hausaufgaben wären ein kleiner Fortschritt, vielleicht geht es nur so, Schritt für Schritt.

Und hier noch der Auslöser-Artikel vom Verband berufstätiger Mütter.