In der Zeit vom 22. Mai 2014 wird Regine Stachelhaus vorgestellt. Regine Stachelhaus machte Karriere bei HP, war zwischenzeitlich Geschäftsführerin von UNICEF Deutschland und Vorstandsmitglied von E.ON, eine der wenigen Frauen im Vorstand eines Dax-Konzerns (Quellen: Zeit (leider noch nicht online verfügbar) und Wikipedia).
Sie ist Mutter von zwei Söhnen (ein leibliches, ein Pflegekind). Und wie läuft das bei ihr, die Vereinbarkeit von Karriere (in diesem Fall ist das eindeutig nicht übertrieben) und Familie? Ein künstlerisch interessierter Papa (Musik), der das Geldverdienen gern der Mama überlässt und dafür die Kinderbetreuung übernimmt. Auch schön. Weitere Details (wie viel Haushaltshilfe gab es vielleicht zusätzlich? Bei einem Vorstandsgehalt irgendwann ja nicht ganz abwegig, der Gedanke) erfährt man allerdings nichts.
2013 verlässt sie den Vorstandsposten, um sich um ihren erkrankten Mann zu kümmern. Vorher haben sich wohl die Söhne intensiv um diese Aufgabe gekümmert.
Freitag, 30. Mai 2014
Mittwoch, 28. Mai 2014
"Mutig und schlau" - dem Kind eine aufbauende Botschaft ins Leben mitgeben
Kennt Ihr den Film "Kiriku und die Zauberin"? Wenn nicht, anschauen! Ein Zeichentrickfilm aus Frankreich mit afrikanischem Hintergrund, für Kinder und Erwachsene. Die Story findet Ihr in der Beschreibung auf YouTube ganz gut zusammengefasst.
Kiriku ist also sehr klein, wächst nicht, kann dafür aber schon ab Geburt laufen und sprechen und (alt-)klug sein. Und immer, wenn Kiriku etwas tolles hingekriegt hat, singen seine Dorfnachbarn für ihn: "Kiriku, klein bist Du - doch mutig und schlau" (es gibt im Film noch mehr - und musikalisch etwas aufbauendere Versionen).
Das lässt sich großartig für das eigene Kind anpassen. "S.-lein, Du bist klein - und mutig und schlau".
Statt sich zu überlegen, wie mach ich das Kind selbstbewusst, wie entgehe ich dem typischen Lob für Mädchen, brav, lieb oder hübsch zu sein: "Mutig und schlau".
Und es wirkt. Sie kann das schon über sich selber sagen. Und ist sehr stolz auf diese guten Eigenschaften, die sie da hat!
Kiriku ist also sehr klein, wächst nicht, kann dafür aber schon ab Geburt laufen und sprechen und (alt-)klug sein. Und immer, wenn Kiriku etwas tolles hingekriegt hat, singen seine Dorfnachbarn für ihn: "Kiriku, klein bist Du - doch mutig und schlau" (es gibt im Film noch mehr - und musikalisch etwas aufbauendere Versionen).
Das lässt sich großartig für das eigene Kind anpassen. "S.-lein, Du bist klein - und mutig und schlau".
Statt sich zu überlegen, wie mach ich das Kind selbstbewusst, wie entgehe ich dem typischen Lob für Mädchen, brav, lieb oder hübsch zu sein: "Mutig und schlau".
Und es wirkt. Sie kann das schon über sich selber sagen. Und ist sehr stolz auf diese guten Eigenschaften, die sie da hat!
Donnerstag, 22. Mai 2014
Nichtstun re-visited
Ich schrieb mal auf Facebook, dass sich das Konzept von Nichtstun mit Eintritt der Elternschaft massiv verändert hat. Wie denn nun?
Es gab früher Tage, da hab ich einfach NICHTS gemacht. Außer Essen, waschen, lesen, abhängen. Und jetzt? Selbst wenn ich das will, überweise ich noch mal schnell eine fällige Rechnung, gehe Wäsche aufhängen, die dankenswerterweise jemand anders in die Maschine gesteckt hat. Noch schnell zur Post, um ein Geschenk wegzuschicken, Einkaufen ist auch fällig, weil nur noch zwei Tüten Milch da sind und kaum noch Brot und kein Zucker. Außerdem der Garten, wo man auch eher selten nur im Liegestuhl hängt. Kinderbetreuung als Aufgabe noch gar nicht eingepreist, denn wo fängt die an, wo hört die auf.
Das ist also das moderne Nichtstun? Da hilft wohl tatsächlich bis zum Rentnerdasein erst mal nur das Konzept "Abhauen" für einige Tage, solange man einen bereitwilligen Partner hat - dem man dann dasselbe Privileg natürlich auch zugestehen muss.
Es gab früher Tage, da hab ich einfach NICHTS gemacht. Außer Essen, waschen, lesen, abhängen. Und jetzt? Selbst wenn ich das will, überweise ich noch mal schnell eine fällige Rechnung, gehe Wäsche aufhängen, die dankenswerterweise jemand anders in die Maschine gesteckt hat. Noch schnell zur Post, um ein Geschenk wegzuschicken, Einkaufen ist auch fällig, weil nur noch zwei Tüten Milch da sind und kaum noch Brot und kein Zucker. Außerdem der Garten, wo man auch eher selten nur im Liegestuhl hängt. Kinderbetreuung als Aufgabe noch gar nicht eingepreist, denn wo fängt die an, wo hört die auf.
Das ist also das moderne Nichtstun? Da hilft wohl tatsächlich bis zum Rentnerdasein erst mal nur das Konzept "Abhauen" für einige Tage, solange man einen bereitwilligen Partner hat - dem man dann dasselbe Privileg natürlich auch zugestehen muss.
Donnerstag, 15. Mai 2014
Kinder in der Schule - man lernt nie aus
Nach der vielen Blogger-Nabelschau in den letzten Beiträgen nun mal wieder ordentlich Kinder-Content:
Ich beherrsche jetzt das Abzugsverfahren! Häh? Ja, genau, ich kann jetzt zwei Subtraktionsverfahren - verschiedene Arten, schriftlich Minus zu rechnen.
"Ergänzungsverfahren" heißt wohl das, was die meisten von uns aus ihrer deutschen Kindheits-Schulgeschichte noch kennen. Abzugsverfahren, laut Internet üblicher "Entbündelungsverfahren" heißt die neue Technik, die meine Kinder da gerade noch dazu lernen. Steht anscheinend auch in Bayern auf dem Grundschullehrplan, dann kann es laut Pisa ja nicht so schlecht sein - und ist angeblich auch international das üblichere Verfahren, was bei unserer internationalen Schülerschaft sicher ein Vorteil ist.
Nur: Ein Nachteil für Eltern wie mich, die sich da einmal komplett durchfräsen und ausprobieren müssen, wie das funktioniert, vor allem, wenn da mehrere Nullen im "Minuenden" (die Zahl oben, von der abgezogen wird) stehen.
Aber was für ein Glücksgefühl, wenn man es dann versteht! Und sogar, quasi im selben Atemzug, noch erklärt bekommt, weshalb das Abzugsverfahren eigentlich funktioniert, wie es funktioniert - also das, was man automatisch anwendet, ohne es tiefergehend zu durchschauen weil: funktioniert ja.
Denn: Weshalb nehm ich im Kopf zehn dazu bei der oberen Zahl, schreib die Eins dann aber bei der unteren dazu? Natürlich, damit der Abstand zwischen beiden gleich bleibt, Dummchen! Ich glaub nicht, dass mir das jemand in der zweiten oder dritten Klasse so erklärt hat, oder? Oder ist das im sturen Anwenden dieser Rechenmethode auf der Strecke geblieben, damit sie automatisiert im Hirn bleibt?
Also, was für herrliche Zeiten tun sich auf! Vielleicht haben meine Kinder ja gute Lehrer und/oder gute Lehrwerke - oder ich nutze die meist ebenfalls sehr gut erklärten Videos der Khan-Academy auf YouTube.
DIE Gelegenheit, endlich einmal zu begreifen, was denn nun ein Logarithmus ist (ja, man konnte ein deutsches Abitur ablegen, ohne das auch nur im Geringsten verstanden zu haben). Gleich drei Chancen hintereinander, irgendwann müsste mein Hirn dann ja auch mal soweit sein!
Ich beherrsche jetzt das Abzugsverfahren! Häh? Ja, genau, ich kann jetzt zwei Subtraktionsverfahren - verschiedene Arten, schriftlich Minus zu rechnen.
"Ergänzungsverfahren" heißt wohl das, was die meisten von uns aus ihrer deutschen Kindheits-Schulgeschichte noch kennen. Abzugsverfahren, laut Internet üblicher "Entbündelungsverfahren" heißt die neue Technik, die meine Kinder da gerade noch dazu lernen. Steht anscheinend auch in Bayern auf dem Grundschullehrplan, dann kann es laut Pisa ja nicht so schlecht sein - und ist angeblich auch international das üblichere Verfahren, was bei unserer internationalen Schülerschaft sicher ein Vorteil ist.
Nur: Ein Nachteil für Eltern wie mich, die sich da einmal komplett durchfräsen und ausprobieren müssen, wie das funktioniert, vor allem, wenn da mehrere Nullen im "Minuenden" (die Zahl oben, von der abgezogen wird) stehen.
Aber was für ein Glücksgefühl, wenn man es dann versteht! Und sogar, quasi im selben Atemzug, noch erklärt bekommt, weshalb das Abzugsverfahren eigentlich funktioniert, wie es funktioniert - also das, was man automatisch anwendet, ohne es tiefergehend zu durchschauen weil: funktioniert ja.
Denn: Weshalb nehm ich im Kopf zehn dazu bei der oberen Zahl, schreib die Eins dann aber bei der unteren dazu? Natürlich, damit der Abstand zwischen beiden gleich bleibt, Dummchen! Ich glaub nicht, dass mir das jemand in der zweiten oder dritten Klasse so erklärt hat, oder? Oder ist das im sturen Anwenden dieser Rechenmethode auf der Strecke geblieben, damit sie automatisiert im Hirn bleibt?
Also, was für herrliche Zeiten tun sich auf! Vielleicht haben meine Kinder ja gute Lehrer und/oder gute Lehrwerke - oder ich nutze die meist ebenfalls sehr gut erklärten Videos der Khan-Academy auf YouTube.
DIE Gelegenheit, endlich einmal zu begreifen, was denn nun ein Logarithmus ist (ja, man konnte ein deutsches Abitur ablegen, ohne das auch nur im Geringsten verstanden zu haben). Gleich drei Chancen hintereinander, irgendwann müsste mein Hirn dann ja auch mal soweit sein!
Mittwoch, 14. Mai 2014
re:publica 2014 - mein persönliches Fazit - Teil 2
Nachdem ich gestern darüber geschrieben habe, was ich zum Thema Online-Journalismus und Monetarisierungsmodelle von der re:publica 2014 mitgenommen habe, heute die Themen:
- Eltern in der Blogosphäre (ach was!)
- Lernspiele/Internetnutzung für den Unterricht
Elternblogs allgemein. Väterblogs im besonderen. Spannend. Vieles bekannt . Schaut einfach in die Blogroll, da sind einige sehr gute vertreten. Und dann von Blogroll zu Blogroll springen und Ihr habt in kürzester Zeit Eure eigene Lieblingsliste beisammen. Das beste auf der Konferenz: die Leute mal in Live sehen, von denen man bisher nur gelesen hat. Ist das jetzt eigentlich Stalking oder Anfänge einer Fan-Kultur?
Mehr neuer Input dagegen beim Thema Lernspiele/Internetnutzung in der Schule! Meine Motivation: Wenn in dem Spiel "Subway Surfer" oder den Simpsons fürs Handy nicht nur seltene Wörter wie "Gems" vorkämen, sondern schlicht der 4./5.-Klasse-Englisch-Grundwortschatz - ich müsste mir über die nächsten Jahre wegen Vokabeltests meines Sohnes keine Gedanken mehr machen.
Florian Krapp bestätigt mir in einem Gespräch nach seinem Vortrag zu "Game Thinking", was ich schon befürchtet habe: Die guten Game-Designer gehen alle zu den profitablen Startups wie Gameforge, Innogames, Goodgames, Bigpoint (sind so die, die mir spontan einfallen) oder wollen ihr eigenes Start-Up gründen und das nächste "Candy Crush" programmieren.
Da schau ich mir doch noch mal an, was es da für "Geschäftsmodelle in der Games-Branche" gibt (Vortrag leider nicht online verfügbar).
Und freue mich, dass eine Kassler Berufsschule (yeah, Kassel!) ganz vorn dabei ist was die Nutzung von Online-Tools für individualisierten Unterricht angeht. Das finde ich ermutigend, weil auf Berufsschulen nun tatsächlich vom Hauptschüler bis zum Gymnasiasten alles vertreten ist - wenn es da funktioniert, kann man zumindest nicht sagen, das sei nur was für die ganz Schlauen, die sich selber organisieren können. Viel Geld kostet es allerdings immer noch, wie so viele vielversprechende Ansätze, die dann kaputtgespart werden.
- Eltern in der Blogosphäre (ach was!)
- Lernspiele/Internetnutzung für den Unterricht
Elternblogs allgemein. Väterblogs im besonderen. Spannend. Vieles bekannt . Schaut einfach in die Blogroll, da sind einige sehr gute vertreten. Und dann von Blogroll zu Blogroll springen und Ihr habt in kürzester Zeit Eure eigene Lieblingsliste beisammen. Das beste auf der Konferenz: die Leute mal in Live sehen, von denen man bisher nur gelesen hat. Ist das jetzt eigentlich Stalking oder Anfänge einer Fan-Kultur?
Mehr neuer Input dagegen beim Thema Lernspiele/Internetnutzung in der Schule! Meine Motivation: Wenn in dem Spiel "Subway Surfer" oder den Simpsons fürs Handy nicht nur seltene Wörter wie "Gems" vorkämen, sondern schlicht der 4./5.-Klasse-Englisch-Grundwortschatz - ich müsste mir über die nächsten Jahre wegen Vokabeltests meines Sohnes keine Gedanken mehr machen.
Florian Krapp bestätigt mir in einem Gespräch nach seinem Vortrag zu "Game Thinking", was ich schon befürchtet habe: Die guten Game-Designer gehen alle zu den profitablen Startups wie Gameforge, Innogames, Goodgames, Bigpoint (sind so die, die mir spontan einfallen) oder wollen ihr eigenes Start-Up gründen und das nächste "Candy Crush" programmieren.
Da schau ich mir doch noch mal an, was es da für "Geschäftsmodelle in der Games-Branche" gibt (Vortrag leider nicht online verfügbar).
Und freue mich, dass eine Kassler Berufsschule (yeah, Kassel!) ganz vorn dabei ist was die Nutzung von Online-Tools für individualisierten Unterricht angeht. Das finde ich ermutigend, weil auf Berufsschulen nun tatsächlich vom Hauptschüler bis zum Gymnasiasten alles vertreten ist - wenn es da funktioniert, kann man zumindest nicht sagen, das sei nur was für die ganz Schlauen, die sich selber organisieren können. Viel Geld kostet es allerdings immer noch, wie so viele vielversprechende Ansätze, die dann kaputtgespart werden.
Dienstag, 13. Mai 2014
re:publica 2014 - mein persönliches Fazit - Teil 1
Ich habe mich bei dieser, für mich ersten Social Media Konferenz als Privatperson für drei Themenbereiche interessiert:
- Online-Journalismus und Monetarisierungsmodelle
- Eltern in der Blogosphäre (ach was!)
- Lernspiele/Internetnutzung für den Unterricht
Heute: Online-Journalismus und Monetarisierungsmodelle:
Die meisten Ansätze, wie man für Online-Artikel bezahlt werden kann, sind mir bekannt. Ein neues Tool dafür stellte Richard Gutjahr im Panel "Lohnt sich Online-Journalismus überhaupt noch" vor: Laterpay. Eine Lösung für die Bezahlung von Kleinstbeträgen (Micropayments), wie sie bei einzelnen Artikeln, die ja eher im Cent-Bereich kosten, typischerweise anfallen. Mal schauen, ob das was wird, momentan ist er noch ganz euphorisch und sieht seine Meinung bestätigt, dass die Menschen gar nicht alles gratis im Internet haben wollen, sondern bereit sind, zu zahlen, wenn man es ihnen nicht technisch so furchtbar kompliziert macht.
Gegenüber dem Thema Werbung sind viele der re:publica-Besucher und -Redner eher kritisch eingestellt. Andererseits würden sie natürlich gern mit ihren vielen coolen Ideen zumindest den Lebensunterhalt finanzieren können. Da wäre der Blick nach "drüben", zu den YouTube-Kids mit ihren Kanälen mit Millionen von Nutzern sehr hilfreich. Immerhin war LeFloid eingeladen, den Vortrag hab ich live leider nicht geschafft - die schaffen das ja ganz gut und eine ganze Vermarktungsbranche entsteht gerade um die verschiedenen Themenkanäle. Selbst dem WDR ist aufgefallen, dass niemand LeFloid auf der re:publica erkannte - was auf anderen Events ganz anders aussieht, kein Wunder bei 1,8 Millionen Followern auf YouTube - und das beim Thema Nachrichten! Leider habe ich den Vortrag online nicht gefunden - sehr schade!
Wie Nachrichten verpackt sein müssen, im Internet oder in der Zeitung, damit sie heutzutage noch Abnehmer finden, das hat auch Constantin Seibt sehr unterhaltsam analysiert. Da Zeitungen ihm zufolge vor allem "nicht enttäuschen" müssen, damit die Abonnenten nicht empört kündigen, sieht er viel Spielraum für spannendere Arten, Nachrichten zu präsentieren und dabei eine Haltung einzunehmen. Trifft vermutlich, auf traurig, ganz gut das, was ich selber erlebt habe: Die nicht so unterhaltsamen, "schweren" Sessions mit den nicht so gut englisch sprechenden Teilnehmern aus Ländern, wo Bloggen und Online-Journalismus richtig gefährlich sein kann, fanden nicht so viele Besucher - nicht unterhaltsam genug? Auch ich habe mich mit schlechtem Gewissen von der Session "Media Freedom under Pressure" nach ein paar Minuten verabschiedet, weil so viel andere spannende Dinge parallel liefen. Da haben wir doch ein Luxusproblem - was auch ganz gut zu den "großen" Themen der re:publica passte: Unter anderen Sascha Lobo hat sich darüber aufgeregt, wie wenig nach den NSA-Enthüllungen passiert ist. Ist uns das alles egal? Sind wir passive Luxus-User?
- Online-Journalismus und Monetarisierungsmodelle
- Eltern in der Blogosphäre (ach was!)
- Lernspiele/Internetnutzung für den Unterricht
Heute: Online-Journalismus und Monetarisierungsmodelle:
Die meisten Ansätze, wie man für Online-Artikel bezahlt werden kann, sind mir bekannt. Ein neues Tool dafür stellte Richard Gutjahr im Panel "Lohnt sich Online-Journalismus überhaupt noch" vor: Laterpay. Eine Lösung für die Bezahlung von Kleinstbeträgen (Micropayments), wie sie bei einzelnen Artikeln, die ja eher im Cent-Bereich kosten, typischerweise anfallen. Mal schauen, ob das was wird, momentan ist er noch ganz euphorisch und sieht seine Meinung bestätigt, dass die Menschen gar nicht alles gratis im Internet haben wollen, sondern bereit sind, zu zahlen, wenn man es ihnen nicht technisch so furchtbar kompliziert macht.
Gegenüber dem Thema Werbung sind viele der re:publica-Besucher und -Redner eher kritisch eingestellt. Andererseits würden sie natürlich gern mit ihren vielen coolen Ideen zumindest den Lebensunterhalt finanzieren können. Da wäre der Blick nach "drüben", zu den YouTube-Kids mit ihren Kanälen mit Millionen von Nutzern sehr hilfreich. Immerhin war LeFloid eingeladen, den Vortrag hab ich live leider nicht geschafft - die schaffen das ja ganz gut und eine ganze Vermarktungsbranche entsteht gerade um die verschiedenen Themenkanäle. Selbst dem WDR ist aufgefallen, dass niemand LeFloid auf der re:publica erkannte - was auf anderen Events ganz anders aussieht, kein Wunder bei 1,8 Millionen Followern auf YouTube - und das beim Thema Nachrichten! Leider habe ich den Vortrag online nicht gefunden - sehr schade!
Wie Nachrichten verpackt sein müssen, im Internet oder in der Zeitung, damit sie heutzutage noch Abnehmer finden, das hat auch Constantin Seibt sehr unterhaltsam analysiert. Da Zeitungen ihm zufolge vor allem "nicht enttäuschen" müssen, damit die Abonnenten nicht empört kündigen, sieht er viel Spielraum für spannendere Arten, Nachrichten zu präsentieren und dabei eine Haltung einzunehmen. Trifft vermutlich, auf traurig, ganz gut das, was ich selber erlebt habe: Die nicht so unterhaltsamen, "schweren" Sessions mit den nicht so gut englisch sprechenden Teilnehmern aus Ländern, wo Bloggen und Online-Journalismus richtig gefährlich sein kann, fanden nicht so viele Besucher - nicht unterhaltsam genug? Auch ich habe mich mit schlechtem Gewissen von der Session "Media Freedom under Pressure" nach ein paar Minuten verabschiedet, weil so viel andere spannende Dinge parallel liefen. Da haben wir doch ein Luxusproblem - was auch ganz gut zu den "großen" Themen der re:publica passte: Unter anderen Sascha Lobo hat sich darüber aufgeregt, wie wenig nach den NSA-Enthüllungen passiert ist. Ist uns das alles egal? Sind wir passive Luxus-User?
Mittwoch, 7. Mai 2014
re:publica verdauen
Im Vorbeigehen gehört: "Eigentlich bräuchte man noch einen Tag, allein um die Konferenz aufzuarbeiten."
Genau. Mindestens einen. Um die ganzen Vorträge auf YouTube nachzuhören, die man verpasst hat, weil parallel andere spannende Sachen sah - und sich tröstete, dass man ja alles im nachholen kann. Mal sehen, ob diese Idee den Praxistest besteht. Aber auch einen Tag, eine Woche, ein Jahr, um all die Anregungen, die man sich notiert hat, zu verdauen, zu ordnen und zusammenzufügen. Vom Schlüsse ziehen und handeln gar nicht zu sprechen. Wir werden sehen - auf jeden Fall wird das Thema mich noch einige Zeit beschäftigen.
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