Dienstag, 13. Mai 2014

re:publica 2014 - mein persönliches Fazit - Teil 1

Ich habe mich bei dieser, für mich ersten Social Media Konferenz als Privatperson für drei Themenbereiche interessiert:
- Online-Journalismus und Monetarisierungsmodelle
- Eltern in der Blogosphäre (ach was!)
- Lernspiele/Internetnutzung für den Unterricht

Heute: Online-Journalismus und Monetarisierungsmodelle:
Die meisten Ansätze, wie man für Online-Artikel bezahlt werden kann, sind mir bekannt. Ein neues Tool dafür stellte Richard Gutjahr im Panel "Lohnt sich Online-Journalismus überhaupt noch" vor: Laterpay. Eine Lösung für die Bezahlung von Kleinstbeträgen (Micropayments), wie sie bei einzelnen Artikeln, die ja eher im Cent-Bereich kosten, typischerweise anfallen. Mal schauen, ob das was wird, momentan ist er noch ganz euphorisch und sieht seine Meinung bestätigt, dass die Menschen gar nicht alles gratis im Internet haben wollen, sondern bereit sind, zu zahlen, wenn man es ihnen nicht technisch so furchtbar kompliziert macht.

Gegenüber dem Thema Werbung sind viele der re:publica-Besucher und -Redner eher kritisch eingestellt. Andererseits würden sie natürlich gern mit ihren vielen coolen Ideen zumindest den Lebensunterhalt finanzieren können. Da wäre der Blick nach "drüben", zu den YouTube-Kids mit ihren Kanälen mit Millionen von Nutzern sehr hilfreich. Immerhin war LeFloid eingeladen, den Vortrag hab ich live leider nicht geschafft - die schaffen das ja ganz gut und eine ganze Vermarktungsbranche entsteht gerade um die verschiedenen Themenkanäle. Selbst dem WDR ist aufgefallen, dass niemand LeFloid auf der re:publica erkannte - was auf anderen Events ganz anders aussieht, kein Wunder bei 1,8 Millionen Followern auf YouTube - und das beim Thema Nachrichten! Leider habe ich den Vortrag online nicht gefunden - sehr schade!

Wie Nachrichten verpackt sein müssen, im Internet oder in der Zeitung, damit sie heutzutage noch Abnehmer finden, das hat auch Constantin Seibt sehr unterhaltsam analysiert. Da Zeitungen ihm zufolge vor allem "nicht enttäuschen" müssen, damit die Abonnenten nicht empört kündigen, sieht er viel Spielraum für spannendere Arten, Nachrichten zu präsentieren und dabei eine Haltung einzunehmen. Trifft vermutlich, auf traurig, ganz gut das, was ich selber erlebt habe: Die nicht so unterhaltsamen, "schweren" Sessions mit den nicht so gut englisch sprechenden Teilnehmern aus Ländern, wo Bloggen und Online-Journalismus richtig gefährlich sein kann, fanden nicht so viele Besucher - nicht unterhaltsam genug? Auch ich habe mich mit schlechtem Gewissen von der Session "Media Freedom under Pressure" nach ein paar Minuten verabschiedet, weil so viel andere spannende Dinge parallel liefen. Da haben wir doch ein Luxusproblem - was auch ganz gut zu den "großen" Themen der re:publica passte: Unter anderen Sascha Lobo hat sich darüber aufgeregt, wie wenig nach den NSA-Enthüllungen passiert ist. Ist uns das alles egal? Sind wir passive Luxus-User?


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