Kinder machen Müde. Jede Säuglingsmama wird Euch das bestätigen, die meisten Babyväter vermutlich auch.
Das wird ein wenig besser, auch wenn ich immer noch nicht weiß, wie ich damals bei den ersten Kindern einen normalen Arbeitstag gewuppt habe nach einer Nacht mit zwei, drei, wenn es schlecht lief, vier Mal aufwachen, um irgendwelche Babysachen zu machen.
Gut, gehen wir vom Idealfall aus, irgendwann schlafen sie alle durch, und man selbst auch.
Dann fängt das an mit dem später ins Bett gehen. Auch da sind die Kinder, wie immer, unterschiedlich, aber meine Kinder sind eher so Langschläfer mit spät-ins-Bett-geh-Tendenzen. Was meine Eltern in den Wahnsinn treibt, rein das Mitanzuschauen, aber das nur nebenbei.
Und plötzlich hat man so Teenager, die irgendwie gar nicht mehr schlafen gehen. Die vielleicht aber noch zu jung sind, um Fernsehsendungen ab 16 zu sehen. Oder mit denen man nicht unbedingt zusammensitzen möchte, wenn es bei "Masters of Sex" explizit wird. Ja, nennt mich altmodisch, genant, was auch immer, aber nein heißt nein und keiner muss, was er nicht will, auch als Eltern nicht!
Tja, und dann kommt es zur Entscheidung: Gehe ich um 22.00 Uhr schlafen und habe eben einfach kein Erwachsenenleben mehr, sehe meinen Mann nie mehr alleine (wie machen das die anderen? Haben die Schlafzimmer in anderen Stockwerken? Jobs, bei denen beide Ehepartner auch mal tagsüber gemeinsam zu Hause sind, wenn alle Kinder in der Schule sind?). Oder ich schlafe halt nie wieder genug, denn von 1 Uhr nachts bis 6.30 Uhr morgendliches Weckerklingeln ist einfach nicht genug Zeit, um danach wirklich wach zu sein. Wo noch hinzukommt, dass ich älter werde und immer schlechter mit zu wenig Schlaf auskomme.
Mittwoch, 29. August 2018
Montag, 27. August 2018
Hausarbeit und Kinder - Hausarbeit für Kinder
Via Little Years wurden mir einige Artikel zu Hausarbeit für Kinder in die Leseliste gespült.
Dass Mädchen im Durchschnitt weniger Taschengeld als Jungen kriegen, hatte ich schon gelesen. Dass sie auch mehr Hausarbeit leisten müssen (und wir reden jetzt von den USA, nicht von Ländern Kinder auf dem Feld mitarbeiten müssen oder so), hatte ich so genau noch nicht gefunden, wundern tut es mich natürlich nicht.
Bei uns ist das natürlich auch gerade (und immer wieder) Thema. Also nicht die Unterschiede im Taschengeld (da sind wir halbwegs gerecht) oder die Unterschiede in der Menge der zu erledigenden Aufgaben (da achten wir drauf, und müssen tatsächlich oft nachjustieren, weil es sich tatsächlich oft einschleicht, dass das weniger lautstark meckernde Kind das Mädchen ist und man dazu neigt, ihm schneller mal eine Aufgabe "zwischendurch" zu verpassen).
Hausarbeit für Kinder:
Erstens will ich, dass meine Kinder sich irgendwann als vollwertige Mitglieder dieses Haushalts fühlen - und sich das auch in der Arbeit niederschlägt, die sie übernehmen. Neulich merkte ich wieder, dass das in vielerlei Hinsicht schwierig wird. Nicht nur, weil sie dazu keine Lust haben. Irgendwie neigt man als Kind auch dazu, sämtliche Verantwortung aus der Hand zu geben, sobald ein Elternteil anwesend ist. Vor wenigen Tagen wollten wir zum Arzt und das Kind, das gar kein so kleines Kind mehr ist, ließ plötzlich alle normalerweise notwendigen Gegenstände, um das Haus zu verlassen (Schlüssel, Handy) zu Hause. Von der Krankenkassenkarte reden wir gar nicht erst. Weil ich es ja nicht daran erinnert hatte, die Sachen mitzunehmen. Entschuldigung? Sage ich jeden morgen jedem Kind: "Nimm Geld, Schlüsselbund und Handy mit"? Nein, das machen die Kinder schon aus Eigeninteresse.
Also nun die Herkules-Aufgabe: Eigeninteresse an der Hausarbeit wecken. Nunja.
Eventuell geht es mir auch eher zweitens darum, meinen großen und allumfassenden Hass auf die meisten Hausarbeiten (bis auf Kochen, und auch das nur, wenn ich ausreichend Zeit habe und das nicht noch abends nach einem langen Arbeitstag einschieben muss) gerecht unter meinem Nachwuchs aufzuteilen. Bisher scheint dieser Ansatz am besten zu funktionieren.
In einer dritten, besseren Version meiner selbst bin ich natürlich außerdem hinterher, dass die Kinder später ohne allzu große Übergangsschmerzen allein leben können, ohne von Dingen wie "was, unter dem Bett entstehen Wollmäuse, wenn man da nicht 1x im Jahr (äh, Monat, ich wollte Monat schreiben) staubsaugt" überrascht zu werden.
Den weniger schönen Artikel zu Haushaltsaufgaben von Kindern (über Little Years) findet Ihr übrigens hier und ich hasse ihn. Denn da wird über Haushaltsaufgaben geschrieben, als sei das ein Selbstläufer. Als müsse man als Eltern nur mal beschließen, dass jetzt folgende Dinge erledigt werden müssen, und dann läuft das halt so. Wo ist der Hinweis auf das konstante Jammern? Auf die täglichen Ausweichmanöver? Auf das "Aber Geschwister X musste in meinem Alter noch gar nicht"?
Dass Mädchen im Durchschnitt weniger Taschengeld als Jungen kriegen, hatte ich schon gelesen. Dass sie auch mehr Hausarbeit leisten müssen (und wir reden jetzt von den USA, nicht von Ländern Kinder auf dem Feld mitarbeiten müssen oder so), hatte ich so genau noch nicht gefunden, wundern tut es mich natürlich nicht.
Bei uns ist das natürlich auch gerade (und immer wieder) Thema. Also nicht die Unterschiede im Taschengeld (da sind wir halbwegs gerecht) oder die Unterschiede in der Menge der zu erledigenden Aufgaben (da achten wir drauf, und müssen tatsächlich oft nachjustieren, weil es sich tatsächlich oft einschleicht, dass das weniger lautstark meckernde Kind das Mädchen ist und man dazu neigt, ihm schneller mal eine Aufgabe "zwischendurch" zu verpassen).
Hausarbeit für Kinder:
Erstens will ich, dass meine Kinder sich irgendwann als vollwertige Mitglieder dieses Haushalts fühlen - und sich das auch in der Arbeit niederschlägt, die sie übernehmen. Neulich merkte ich wieder, dass das in vielerlei Hinsicht schwierig wird. Nicht nur, weil sie dazu keine Lust haben. Irgendwie neigt man als Kind auch dazu, sämtliche Verantwortung aus der Hand zu geben, sobald ein Elternteil anwesend ist. Vor wenigen Tagen wollten wir zum Arzt und das Kind, das gar kein so kleines Kind mehr ist, ließ plötzlich alle normalerweise notwendigen Gegenstände, um das Haus zu verlassen (Schlüssel, Handy) zu Hause. Von der Krankenkassenkarte reden wir gar nicht erst. Weil ich es ja nicht daran erinnert hatte, die Sachen mitzunehmen. Entschuldigung? Sage ich jeden morgen jedem Kind: "Nimm Geld, Schlüsselbund und Handy mit"? Nein, das machen die Kinder schon aus Eigeninteresse.
Also nun die Herkules-Aufgabe: Eigeninteresse an der Hausarbeit wecken. Nunja.
Eventuell geht es mir auch eher zweitens darum, meinen großen und allumfassenden Hass auf die meisten Hausarbeiten (bis auf Kochen, und auch das nur, wenn ich ausreichend Zeit habe und das nicht noch abends nach einem langen Arbeitstag einschieben muss) gerecht unter meinem Nachwuchs aufzuteilen. Bisher scheint dieser Ansatz am besten zu funktionieren.
In einer dritten, besseren Version meiner selbst bin ich natürlich außerdem hinterher, dass die Kinder später ohne allzu große Übergangsschmerzen allein leben können, ohne von Dingen wie "was, unter dem Bett entstehen Wollmäuse, wenn man da nicht 1x im Jahr (äh, Monat, ich wollte Monat schreiben) staubsaugt" überrascht zu werden.
Den weniger schönen Artikel zu Haushaltsaufgaben von Kindern (über Little Years) findet Ihr übrigens hier und ich hasse ihn. Denn da wird über Haushaltsaufgaben geschrieben, als sei das ein Selbstläufer. Als müsse man als Eltern nur mal beschließen, dass jetzt folgende Dinge erledigt werden müssen, und dann läuft das halt so. Wo ist der Hinweis auf das konstante Jammern? Auf die täglichen Ausweichmanöver? Auf das "Aber Geschwister X musste in meinem Alter noch gar nicht"?
Donnerstag, 16. August 2018
Er hat gar nicht gebohrt
Genau, es geht um den Zahnarzt. Und in meinem Alter und mit meinem Gebisszustand ist das ein Grund für nachhaltige, auch nach Stunden noch andauernde Freude. Nicht nur keine Löcher, nein, auch das Zahnfleisch war dieses Mal in Ordnung. Dass ich das ein Jahr erleben darf! Ich bin doch diejenige mit regelmäßigem Zähneputzen, inklusive Zwischenraumbürsten und Zahnseide und trotzdem Löcher und sehe regelmäßig mit scheelem Blick auf all jene, die gern mal Putzen ausfallen lassen, nur eine Minute putzen und keinerlei Zusatzzubehör außer Zahnbürste und Zahnpasta nutzen.
Nun, Neid ist eine unschöne Eigenschaft und macht häßlich und es gibt nun mal Dinge im Leben, die sind ungerecht. Und es gibt natürlich viel ungerechtere Dinge, über die man sich mehr aufregen könnte. Aber was soll's. Denn heute bin ich froh
Nun, Neid ist eine unschöne Eigenschaft und macht häßlich und es gibt nun mal Dinge im Leben, die sind ungerecht. Und es gibt natürlich viel ungerechtere Dinge, über die man sich mehr aufregen könnte. Aber was soll's. Denn heute bin ich froh
Freitag, 18. Mai 2018
Hach, Judith :-)
Sängerin Judith Holofernes sagt kluge Sachen in Zeit Campus:
Judith: Es ist ein großes Drama, wie viel Energie und Lebenszeit die Leute in Fernziele stecken. Man sagt immer: "Jetzt muss ich nur noch mein Abi machen, dann kann ich studieren." Und dann: "Jetzt muss ich nur noch mein Studium abschließen, dann kann ich arbeiten." Und dann: "Jetzt muss ich nur noch 30 Jahre arbeiten, dann darf ich endlich in Rente gehen." Und dann stirbt man leider vorher, und das war’s dann. So läuft das im Leben oft, und davon halte ich ganz wenig.
Dazu passt ganz wunderbar dieser Artikel aus der enorm von vor Ewigkeiten:
http://enorm-magazin.de/falsche-freiheit - endlich kann ich den mal anbringen!
"Meinen Sie nicht, dass wir unser Glück mitbestimmen können?
Judith: Es ist ein großes Drama, wie viel Energie und Lebenszeit die Leute in Fernziele stecken. Man sagt immer: "Jetzt muss ich nur noch mein Abi machen, dann kann ich studieren." Und dann: "Jetzt muss ich nur noch mein Studium abschließen, dann kann ich arbeiten." Und dann: "Jetzt muss ich nur noch 30 Jahre arbeiten, dann darf ich endlich in Rente gehen." Und dann stirbt man leider vorher, und das war’s dann. So läuft das im Leben oft, und davon halte ich ganz wenig.
Dazu passt ganz wunderbar dieser Artikel aus der enorm von vor Ewigkeiten:
http://enorm-magazin.de/falsche-freiheit - endlich kann ich den mal anbringen!
"Meinen Sie nicht, dass wir unser Glück mitbestimmen können?
Unser Leben ist viel weniger kontrollierbar, als wir uns das vorstellen. Eine Freundin, Psychotherapeutin aus London, erzählt mir oft von Frauen, die zu ihr kommen. Sie waren auf den besten Schulen, ernähren und kleiden sich gut, haben einen interessanten Job und einen netten Mann. Und sie fragen sich: Warum bin ich trotzdem nicht glücklich? Die Antwort ist: Weil es ein Irrglaube ist zu denken, dass am Ende einer Reihe richtiger Entscheidungen auch zwangsläufig das Glück steht."
Fettung von mir! Und haben wir diesen Irrglauben nicht alle mehr oder weniger?
Donnerstag, 26. April 2018
Es war ein goldener Sonntag
Das inoffizielle Oberthema dieses Blogs lautet seit einiger Zeit: Ehrliches Elternblog. Weil ich diese ganzen super-gelungenen Kindergeburtstage, nicht mehr sehen konnte, zumindest im Vergleich zu unseren eigenen. Oder die ganzen anderen tollen Veranstaltungen, vollgefüllten und erfüllten Tage, die so wenig mit meinem Elternalltag zu tun haben.
Aber heute tue ich es doch (also, wer das nicht ab kann, bitte schnell woanders hinklicken).
Letzter Sonntag war ein Geschenk. Ein Tag, der mich über die Woche trägt (und wahrscheinlich noch weiter), wenn alles gar nicht so läuft.
Als allererstes der Trost an alle Kleinkindeltern mit chronischem Schlafmangel: Es wird besser! Es wird sogar so gut, dass man vielleicht am Sonntag gegen halb zehn oder zehn geweckt wird. Der Frühstückstisch ist gedeckt. Die Brötchen sind aufgebacken. Ja, das dauert ein bisschen, ist mir bewusst. Meine Kinder sind derzeit 14, 12 und sieben, und von der Siebenjährigen könnte ich das nicht erwarten. Außer, dass sie mich länger schlafen lässt, als die Durchschnittssiebenjährige, aber das ist ein reiner Glücksgriff, ich bin mir dessen bewusst.
Also dieses traumhafte Frühstück, zu dem wir Erwachsenen nur noch Kaffee beisteuern musste, selbst den Tee hatten die Kinder sich selber gemacht. Ich weiß nicht mehr, wer den Tisch abräumte, in meiner verklärten Erinnerung war ich es nicht, aber da mag ich mich täuschen (wollen).
Wie es sich für den Traumsonntag gehört, war das Wetter, sogar entgegen dem Wetterbericht, wunderbar. Wir warteten eigentlich auf Regen gegen Abend, aber nichts da! Ich bin mir nicht sicher, wie ich den Tag verbrachte, im Traum halt. Vermutlich habe ich gekocht, superlecker natürlich und allen hat's geschmeckt. Ach nee, ich glaub, es gab was Aufgewärmtes von Samstag. Noch viel besser, nicht kochen! Außerdem haben wir ein bisschen im Garten herumgepuzzelt, leichtere Arbeiten, ist ja Sonntag, kann man eh keinen Lärm mit schwerem Gerät machen. Nach Tagen des Wartens und Bangens, ob ich es dieses Jahr schaffen werde, haben wir nämlich diverse Gemüsepflanzen auf dem Fensterbrett und ich habe es geschafft, diese in neuen Töpfen zu vereinzeln ("pikieren" in der Fachsprache, glaube ich). Und es war alles nötige dafür vorhanden, weil mein Mann es in der Woche geschafft hatte, beim Recyclinghof vorbeizufahren und einige Säcke Kompost mitzubringen. Auch das wahres Glück, nicht am Sonntag feststellen zu müssen, was einem alles fehlt, um spontan die Pflanzen zu pikieren, ein Lieblingsessen zu kochen etc.
Angenehm körperlich .. erschöpft wäre zu viel gesagt ... angenehm gefordert also, nach dem Mittagessen gab es ein Mittagsschläfchen für mich.
Die unpädagogische Medienzeit für die Kinder, damit wir Erwachsenen unsere Ruhe haben, gibt es hier sonntags schon so lange, dass ich mich darüber gar nicht mehr aufrege. Das ist so und das muss so.
Danach bereiten wir alles fürs Grillen im Garten vor! Und ja, auch da, nach dem üblichen Genöle der Kinder, das ich aber gut ignorieren konnte, da sie draußen nölten und ich drinnen Salat und Kuchen vorbereitete, kam ich raus und auch der Gartentisch war gedeckt, Bänke standen an ihrem Platz, Kissen lagen aus und sogar eine Tischdecke*.
*eine ausrangierte Gardine
Der neue Grill war wunderbar (gebraucht erworbenes Wunderwerk mit Deckel), Fleisch, Würstchen und Kartoffeln gelangen und schmeckten. Alle halfen mit beim wieder ins Haus bringen. Alle waren friedlich und unterhielten sich miteinander. Alle gingen dem sonntäglichen Badetag nach, vielleicht etwas später als sonst, aber ich glaube, alle waren ein wenig glücklicher als sonst.
Aber heute tue ich es doch (also, wer das nicht ab kann, bitte schnell woanders hinklicken).
Letzter Sonntag war ein Geschenk. Ein Tag, der mich über die Woche trägt (und wahrscheinlich noch weiter), wenn alles gar nicht so läuft.
Als allererstes der Trost an alle Kleinkindeltern mit chronischem Schlafmangel: Es wird besser! Es wird sogar so gut, dass man vielleicht am Sonntag gegen halb zehn oder zehn geweckt wird. Der Frühstückstisch ist gedeckt. Die Brötchen sind aufgebacken. Ja, das dauert ein bisschen, ist mir bewusst. Meine Kinder sind derzeit 14, 12 und sieben, und von der Siebenjährigen könnte ich das nicht erwarten. Außer, dass sie mich länger schlafen lässt, als die Durchschnittssiebenjährige, aber das ist ein reiner Glücksgriff, ich bin mir dessen bewusst.
Also dieses traumhafte Frühstück, zu dem wir Erwachsenen nur noch Kaffee beisteuern musste, selbst den Tee hatten die Kinder sich selber gemacht. Ich weiß nicht mehr, wer den Tisch abräumte, in meiner verklärten Erinnerung war ich es nicht, aber da mag ich mich täuschen (wollen).
Wie es sich für den Traumsonntag gehört, war das Wetter, sogar entgegen dem Wetterbericht, wunderbar. Wir warteten eigentlich auf Regen gegen Abend, aber nichts da! Ich bin mir nicht sicher, wie ich den Tag verbrachte, im Traum halt. Vermutlich habe ich gekocht, superlecker natürlich und allen hat's geschmeckt. Ach nee, ich glaub, es gab was Aufgewärmtes von Samstag. Noch viel besser, nicht kochen! Außerdem haben wir ein bisschen im Garten herumgepuzzelt, leichtere Arbeiten, ist ja Sonntag, kann man eh keinen Lärm mit schwerem Gerät machen. Nach Tagen des Wartens und Bangens, ob ich es dieses Jahr schaffen werde, haben wir nämlich diverse Gemüsepflanzen auf dem Fensterbrett und ich habe es geschafft, diese in neuen Töpfen zu vereinzeln ("pikieren" in der Fachsprache, glaube ich). Und es war alles nötige dafür vorhanden, weil mein Mann es in der Woche geschafft hatte, beim Recyclinghof vorbeizufahren und einige Säcke Kompost mitzubringen. Auch das wahres Glück, nicht am Sonntag feststellen zu müssen, was einem alles fehlt, um spontan die Pflanzen zu pikieren, ein Lieblingsessen zu kochen etc.
Angenehm körperlich .. erschöpft wäre zu viel gesagt ... angenehm gefordert also, nach dem Mittagessen gab es ein Mittagsschläfchen für mich.
Die unpädagogische Medienzeit für die Kinder, damit wir Erwachsenen unsere Ruhe haben, gibt es hier sonntags schon so lange, dass ich mich darüber gar nicht mehr aufrege. Das ist so und das muss so.
Danach bereiten wir alles fürs Grillen im Garten vor! Und ja, auch da, nach dem üblichen Genöle der Kinder, das ich aber gut ignorieren konnte, da sie draußen nölten und ich drinnen Salat und Kuchen vorbereitete, kam ich raus und auch der Gartentisch war gedeckt, Bänke standen an ihrem Platz, Kissen lagen aus und sogar eine Tischdecke*.
*eine ausrangierte Gardine
Der neue Grill war wunderbar (gebraucht erworbenes Wunderwerk mit Deckel), Fleisch, Würstchen und Kartoffeln gelangen und schmeckten. Alle halfen mit beim wieder ins Haus bringen. Alle waren friedlich und unterhielten sich miteinander. Alle gingen dem sonntäglichen Badetag nach, vielleicht etwas später als sonst, aber ich glaube, alle waren ein wenig glücklicher als sonst.
Montag, 9. April 2018
Bücher - ein paar halbgare Empfehlungen
Hin und wieder komme ich in einen Leseflash. Hilfreich dabei: die örtliche Bücherhalle (außerhalb Hamburgs heißt so was Bücherei, nur für die auswärtigen Leser, die jetzt eher an Bahnhofskiosk oder ähnliches denken). Da stößt man auf Bücher, auf die einen der Amazon-Empfehlungsalgorithmus vielleicht nicht gestoßen hätte. Oder auf Bücher, die man sich nicht gekauft hätte, die man aber trotzdem bereit ist zu lesen. Im November also:
Toni Morrison: Heimkehr (übersetzt von Thomas Piltz)
Rezension und Zusammenfassung vom Deutschlandfunk - ich muss zugeben, beim Lesen habe ich vermutlich die Hälfte der Andeutungen verpasst oder nicht verstanden. Toni Morrison schreibt sehr dicht, sehr "im Kopf der Hauptfigur", dafür dann oft sehr in der Art eines Gedankenstroms, von dem man nur einen Teil bewusst mitkriegt. Das ist nicht immer einfach.
Was wäre das Äquivalent für so ein Buch in Deutschland? Bücher über bäuerliches "Gesinde" vor hundert Jahren? Gab es solche Geschichten vor ihr gar nicht in dieser Form, Poesie und Breite? Vergessene Geschichte(n)? Jetzt wäre ein bisschen Literaturwissenschaft vermutlich mal hilfreich.
Das Ende war ein bisschen schwach: "sie wurde erwachsen und die starken Frauen halfen ihr dabei. Sie musste jetzt selbst stark sein" - verkürzt so ähnlich. Andererseits - nicht meine Erfahrung, nicht an mir zu urteilen.
Inge Jens: Langsames Entschwinden
Bestimmt hat Walther Jens wichtige Bücher geschrieben, die immer noch vielen Intellektuellen in Deutschland viel bedeuten. Aber dieses Buch über ihn, von seiner Frau, ist viel wichtiger. Behauptungen. Einfach mal so stehen lassen. Demenz und was sie mit uns macht. Wie schwierig das gerade für Menschen sein muss, die sich vor allem über ihre geistigen Fähigkeiten definieren.
Ali Smith: How to be both
Erste Hälfte sehr gut (Jugendliche in Großbritannien muss mit Tod der Mutter zurechtkommen). Zweite Hälfte etwas schwieriger: Mädchen in Italien von 14hunderschießmichtot wird Fresco-Malerin und ihr Geist schwebt jetzt irgendwie um das heutige Mädchen herum. Andererseits ein Buch NUR über eine(n) Renaissance-Künstler(in) hätte ich vermutlich nicht mal mit spitzen Fingern angefasst und immerhin hab ich so ein bisschen was gelernt. Und gut geschrieben ist es.
Karen Köhler: Wir haben Raketen geangelt
Sehr tolle Erzählungen. Natürlich manche etwas mehr als andere. Könnte gern ein Roman sein. Aber ich glaube, so was soll man nicht über Erzählungen, Novellen, Kurzgeschichten sagen, richtig?
Toni Morrison: Heimkehr (übersetzt von Thomas Piltz)
Rezension und Zusammenfassung vom Deutschlandfunk - ich muss zugeben, beim Lesen habe ich vermutlich die Hälfte der Andeutungen verpasst oder nicht verstanden. Toni Morrison schreibt sehr dicht, sehr "im Kopf der Hauptfigur", dafür dann oft sehr in der Art eines Gedankenstroms, von dem man nur einen Teil bewusst mitkriegt. Das ist nicht immer einfach.
Was wäre das Äquivalent für so ein Buch in Deutschland? Bücher über bäuerliches "Gesinde" vor hundert Jahren? Gab es solche Geschichten vor ihr gar nicht in dieser Form, Poesie und Breite? Vergessene Geschichte(n)? Jetzt wäre ein bisschen Literaturwissenschaft vermutlich mal hilfreich.
Das Ende war ein bisschen schwach: "sie wurde erwachsen und die starken Frauen halfen ihr dabei. Sie musste jetzt selbst stark sein" - verkürzt so ähnlich. Andererseits - nicht meine Erfahrung, nicht an mir zu urteilen.
Inge Jens: Langsames Entschwinden
Bestimmt hat Walther Jens wichtige Bücher geschrieben, die immer noch vielen Intellektuellen in Deutschland viel bedeuten. Aber dieses Buch über ihn, von seiner Frau, ist viel wichtiger. Behauptungen. Einfach mal so stehen lassen. Demenz und was sie mit uns macht. Wie schwierig das gerade für Menschen sein muss, die sich vor allem über ihre geistigen Fähigkeiten definieren.
Ali Smith: How to be both
Erste Hälfte sehr gut (Jugendliche in Großbritannien muss mit Tod der Mutter zurechtkommen). Zweite Hälfte etwas schwieriger: Mädchen in Italien von 14hunderschießmichtot wird Fresco-Malerin und ihr Geist schwebt jetzt irgendwie um das heutige Mädchen herum. Andererseits ein Buch NUR über eine(n) Renaissance-Künstler(in) hätte ich vermutlich nicht mal mit spitzen Fingern angefasst und immerhin hab ich so ein bisschen was gelernt. Und gut geschrieben ist es.
Karen Köhler: Wir haben Raketen geangelt
Sehr tolle Erzählungen. Natürlich manche etwas mehr als andere. Könnte gern ein Roman sein. Aber ich glaube, so was soll man nicht über Erzählungen, Novellen, Kurzgeschichten sagen, richtig?
Dienstag, 27. März 2018
Renegade Mother - eine Lese-Empfehlung
Liebes Internet,
vor einiger Zeit stieß ich auf eine Autorin, die über ihre langjährige Beziehung schrieb. Und zwar in einer Art und Weise, die ich nachvollziehen konnte. Ich weiß nicht mehr, über wen, falls Ihr das schon früher empfohlen habt, meldet Euch, ich verlinke Euch gern - nicht, dass das viel nützen würde.
Hier ihre Liste der 15 Dinge, die sie in einer bisher 15 Jahre dauernden Ehe gelernt hat:
15 Things I've learned over 15 years of questionable marriage
Da gibt es so einige Punkte, die ich mich damals ansprachen und auch beim Wiederlesen immer noch ansprechen. Meine Ehe dauert auch schon ein paar Jährchen und vielleicht hat Janelle Hanchett ja tatsächlich ein paar universelle Weisheiten zusammengestellt.
Am liebsten würde ich die Liste komplett hierher klatschen und übersetzen, damit sie die Resonanz erhält, die sie verdient. Aber ich schätze, dann mache ich mich diverser Urheberrechts-Vergehen schuldig und wer möchte schon gern in den USA verklagt werden!
Hier also ein paar Punkte, aber die Empfehlung bleibt bestehen: Wenn Ihr genug Englisch könnt, lest das ganze verdammte Ding:
"1. Das ultimative Geheimnis, verheiratet zu bleiben? Sich nicht scheiden lassen"
(ja, da hätte ich auch schon fast aufgehört, aber zum Glück ist der Satz ja so kurz und irgendwie doch ein bisschen witzig)
2. Manchmal ist der Grund dafür, dass du dich nicht scheiden lässt einfach nur, dass du dich lebendig begraben lassen möchtest allein beim Gedanken daran, dass Ganze mit noch einem Menschen noch einmal durchstehen zu müssen (und das KANN ausreichend sein)
3. Die Sache, die dir niemand erzählt: Wenn du einfach weitermachst, egal warum, wachst du eines Tages auf und merkst, dass der ganze Mist, der dich so genervt hat, einfach verschwunden ist, obwohl er nicht unbedingt GELÖST wurde. Er belastet dich nur einfach nicht mehr und das ist total befreiend
4. Ich habe viele Jahre damit verbracht, dass ich Mac (das ist der Ehemann) in etwas ändern wollte, das mir besser passte. Irgendwann merkte ich, dass ich mich fragen sollte: Sind seine Fehler Dinge, die ich absolut nicht ertragen kann (sie sagt hier auf englisch: "Deal breaker")? Dann geh. Wenn nicht, akzeptiere den Mist einfach und mach weiter. ER WIRD NIE SEINE SCHRÄNKE AUFRÄUMEN, JANELLE, aber du wirst vermutlich auch immer sonntags rumschreien.
5. Das "Wer hat den Längeren/Wer leistet mehr in der Ehe" Spiel führt zu nichts außer zu fürchterlicher Verbitterung (und irgendwie ende immer ich als der "bessere Partner", obwohl, ehrlich gesagt, auch ich selber oft das größere Arschloch bin). Zum Beispiel: Ich habe 9x den Geschirrspüler ausgeräumt, also musst du jetzt 6x die Wäsche machen. Außerdem habe ich die Kinder geboren, deshalb schuldest du mir dein ganzes verdammtes Leben, aber andererseits hast du dich zehn Jahre krummgelegt, um uns zu finanzieren aber ich bin immer noch höher auf der ehelichen Fahnenstange, denn, aus meiner Sicht, bin ich hier einfach das Opfer. Außerdem kann ich Multitasking und du findest nicht mal die Butter im Kühlschrank. Jemals." Nein. Das führt zu nichts. Er ist doof und ich bin doof, aber jeder von uns ist unterschiedlich doof und deshalb werden voneinander genervt sein bis ans Ende unserer Tage. Cool, dann können wir ja jetzt Netflix schauen. (Und: manchmal BIN ICH diejenige, die mehr schafft und aushält und manchmal ist ER es. Es gibt ein Gleichgewicht, auch wenn sich das nicht wie in der Buchhaltung messen lässt."
Gut, das geht also noch einige Punkte (10, um genau zu sein) weiter. Ich hoffe, der Ton kam halbwegs rüber und ich habe es nicht komplett jeden Witz in meinen Übersetzungsversuchen gekillt. Einige der Gedanken kamen mir jedenfalls vertraut vor. Irgendwann nach einigen Jahren Ehe oder Zusammenleben muss man mit manchen Dingen einfach klarkommen, schließlich wird es wohl nie vorkommen, dass zwei perfekte Wesen sich zusammen tun und bis ans Ende ihrer Tage glücklich sind und nie mehr Streit haben.
Die Autorin ist Janelle Hanchett, hat inzwischen ein Buch geschrieben "I'm Just Happy to Be Here: A Memoir of Renegade Mothering", dass im Mai 2018 auf Englisch herauskommt.
vor einiger Zeit stieß ich auf eine Autorin, die über ihre langjährige Beziehung schrieb. Und zwar in einer Art und Weise, die ich nachvollziehen konnte. Ich weiß nicht mehr, über wen, falls Ihr das schon früher empfohlen habt, meldet Euch, ich verlinke Euch gern - nicht, dass das viel nützen würde.
Hier ihre Liste der 15 Dinge, die sie in einer bisher 15 Jahre dauernden Ehe gelernt hat:
15 Things I've learned over 15 years of questionable marriage
Da gibt es so einige Punkte, die ich mich damals ansprachen und auch beim Wiederlesen immer noch ansprechen. Meine Ehe dauert auch schon ein paar Jährchen und vielleicht hat Janelle Hanchett ja tatsächlich ein paar universelle Weisheiten zusammengestellt.
Am liebsten würde ich die Liste komplett hierher klatschen und übersetzen, damit sie die Resonanz erhält, die sie verdient. Aber ich schätze, dann mache ich mich diverser Urheberrechts-Vergehen schuldig und wer möchte schon gern in den USA verklagt werden!
Hier also ein paar Punkte, aber die Empfehlung bleibt bestehen: Wenn Ihr genug Englisch könnt, lest das ganze verdammte Ding:
"1. Das ultimative Geheimnis, verheiratet zu bleiben? Sich nicht scheiden lassen"
(ja, da hätte ich auch schon fast aufgehört, aber zum Glück ist der Satz ja so kurz und irgendwie doch ein bisschen witzig)
2. Manchmal ist der Grund dafür, dass du dich nicht scheiden lässt einfach nur, dass du dich lebendig begraben lassen möchtest allein beim Gedanken daran, dass Ganze mit noch einem Menschen noch einmal durchstehen zu müssen (und das KANN ausreichend sein)
3. Die Sache, die dir niemand erzählt: Wenn du einfach weitermachst, egal warum, wachst du eines Tages auf und merkst, dass der ganze Mist, der dich so genervt hat, einfach verschwunden ist, obwohl er nicht unbedingt GELÖST wurde. Er belastet dich nur einfach nicht mehr und das ist total befreiend
4. Ich habe viele Jahre damit verbracht, dass ich Mac (das ist der Ehemann) in etwas ändern wollte, das mir besser passte. Irgendwann merkte ich, dass ich mich fragen sollte: Sind seine Fehler Dinge, die ich absolut nicht ertragen kann (sie sagt hier auf englisch: "Deal breaker")? Dann geh. Wenn nicht, akzeptiere den Mist einfach und mach weiter. ER WIRD NIE SEINE SCHRÄNKE AUFRÄUMEN, JANELLE, aber du wirst vermutlich auch immer sonntags rumschreien.
5. Das "Wer hat den Längeren/Wer leistet mehr in der Ehe" Spiel führt zu nichts außer zu fürchterlicher Verbitterung (und irgendwie ende immer ich als der "bessere Partner", obwohl, ehrlich gesagt, auch ich selber oft das größere Arschloch bin). Zum Beispiel: Ich habe 9x den Geschirrspüler ausgeräumt, also musst du jetzt 6x die Wäsche machen. Außerdem habe ich die Kinder geboren, deshalb schuldest du mir dein ganzes verdammtes Leben, aber andererseits hast du dich zehn Jahre krummgelegt, um uns zu finanzieren aber ich bin immer noch höher auf der ehelichen Fahnenstange, denn, aus meiner Sicht, bin ich hier einfach das Opfer. Außerdem kann ich Multitasking und du findest nicht mal die Butter im Kühlschrank. Jemals." Nein. Das führt zu nichts. Er ist doof und ich bin doof, aber jeder von uns ist unterschiedlich doof und deshalb werden voneinander genervt sein bis ans Ende unserer Tage. Cool, dann können wir ja jetzt Netflix schauen. (Und: manchmal BIN ICH diejenige, die mehr schafft und aushält und manchmal ist ER es. Es gibt ein Gleichgewicht, auch wenn sich das nicht wie in der Buchhaltung messen lässt."
Gut, das geht also noch einige Punkte (10, um genau zu sein) weiter. Ich hoffe, der Ton kam halbwegs rüber und ich habe es nicht komplett jeden Witz in meinen Übersetzungsversuchen gekillt. Einige der Gedanken kamen mir jedenfalls vertraut vor. Irgendwann nach einigen Jahren Ehe oder Zusammenleben muss man mit manchen Dingen einfach klarkommen, schließlich wird es wohl nie vorkommen, dass zwei perfekte Wesen sich zusammen tun und bis ans Ende ihrer Tage glücklich sind und nie mehr Streit haben.
Die Autorin ist Janelle Hanchett, hat inzwischen ein Buch geschrieben "I'm Just Happy to Be Here: A Memoir of Renegade Mothering", dass im Mai 2018 auf Englisch herauskommt.
Abonnieren
Kommentare (Atom)