Mittwoch, 17. Februar 2021

Durchsetzungs-Strategien

 Ich weiß, dass es für Erwachsene keine Fleißsternchen mehr gibt.

Ich bedauere das sehr!

Es ist auch unfair, wenn den Kindern suggeriert wird, mit den ihnen in Schule und Kita beigebrachten Problemlösungsstrategien würden sie später irgendwelche Stiche machen. Je nachdem, ob man irgendwo, z.B. zu Hause, darauf hingewiesen wird oder nicht, kann es einige Zeit, Jahre oder sogar Jahrzehnte dauern, bis man merkt, dass es im beruflichen Alltag nicht so läuft. Da wird nicht der fleißigste belohnt. Da steigt nicht der-/diejenige auf, der/die die Arbeit am besten macht.

Mädchen scheinen sich mit der Umstellung insgesamt noch mal schwerer zu tun. Vielleicht, weil das Brav- und Leisesein bei ihnen in der Schule besonders erfolgreich war?

Ob es irgendwann im Berufsleben mal kippt, wenn genug Kinder mit partnerschaftlichen Ansätzen der Konfliktbewältigung dort ankommen? Leider sind es ja immer nur so wenige, die neu anfangen, die Beharrungskräfte sind groß. Aber vielleicht schaffen diese mysteriösen Gen Y und Millenials es, da eine Bresche rein zu schlagen.

Montag, 15. Februar 2021

Ein Instrument lernen - gar nicht so einfach für viele Kinder

Welche Zugangshürden kennt Ihr, bevor ein Kind ein Instrument lernen kann?

Unbestritten wäre es gut für fast alle Kinder. Zumindest die Chance, zu testen, ob es was wäre. Aber es ist nicht so einfach.

Das Instrument.

Gibt es in der Schule eins zum Leihen? Kostenlos? Oder muss man sich schon wieder nackig machen und Bedürftigkeit nachweisen? Mieten? Auf längere Sicht (ab 6 bis 12 Monate, unserer Erfahrung nach) ist es teurer als kaufen. Die Einsicht, dass Kauf und Wiederverkauf lohnt, hatten wir auch nicht von Anfang an (vom Leisten-Können ganz zu schweigen, wenn man die Preise für eine halbwegs ordentliche Geige oder ein Saxophon nimmt)

Unterricht: Findet er in der normalen Schule statt? Auf welchem Niveau? Ist allen klar, dass es bei den meisten Instrumenten nichts wird ohne zusätzlichen Unterricht? Was kostet zusätzlicher Musikunterricht? Wie lang ist die Warteliste? Wo liegt die Schule, kann das Kind die allein erreichen? Ab welchem Alter? Wie teuer ist das? Muss man schon wieder alle finanziellen Details offenlegen für einen Rabatt?

Konzerte, Aufführungen: Wie oft Proben? Zu welchen Uhrzeiten? Wie weit entfernt vom Wohnort? Welche Aufführungskleidung wird vorgeschrieben? Was für Leute treffe ich da, kann ich mich da wohlfühlen? Kann (und will) ich mir die Begleiteintrittskarte zu 7,50€(von Ermäßigung war keine Rede) leisten oder sehe ich den Auftritt meines Kindes dann gar nicht?

Sonntag, 14. Februar 2021

Urlaub - all inklusive

 Falls wir jemals wieder dahin kommen, dass Urlaub und wegfahren/wegfliegen ganz normal wird.


All-Inklusive. Ja, ich habe mich auch darüber lustig gemacht. Und hielt Individual-Urlaub für irgendwie besser. Protestantische Arbeitsethik selbst im Urlaub. Nur wenn es schwer ist, darf ich es auch genießen. Also alles einzeln zusammensuchen, Anreise, Unterkunft, Beschäftigung während des Aufenthalts. Jedes Mal neu suchen, was und wo man mit den Kindern essen kann.


Und dann das Kontrastprogramm. All-Inklusive.

Ja. Macht Euch nur darüber lustig. Bucht das “ironisch”. Oder “nur wegen der Kinder”. Hab ich ja auch gemacht. Aber dann, in einer stillen Minute (von denen Ihr viele habt, weil Ihr Euch nicht ums Essen kümmern müsst. Zehn unglaubliche Tage lang!) horcht mal in Euch hinein.


Also bei mir kam da ein wohliger Seufzer bei raus. Hat ja einen Grund, warum es das gibt.


Und wissenschaftlich nachgewiesen, dass es für die Zielorte sogar besser ist als sogenannte "Individualreisen". Nur, damit wir uns "individuell" fühlen können, müssen wir das nicht machen.

Und was brachte es mir ganz konkret an Erkenntnissen, der Urlaub "damals", gefühlt vor einer Ewigkeit?

  • Stromausfall und wie nahtlos die Monster-Generatoren in der Hotelanlage ansprangen. Wie das wohl in den Wohnvierteln aussieht
  • Ist es eine gute Idee, im Urlaub ins Tattoostudio oder zum Permanent Make-up zu geben?
  • Man kann die bisherige Aufenthaltsdauer gut am Bräunungsgrad erkennen
  • Essen, essen, essen und so schwer, eine Mahlzeit auszulassen
  • Tattoos sind aber immer noch ein Ding
  • Wer hat eigentlich alles so viel Geld für solche Urlaube? Das ist der teuerste, den wir je gemacht haben und selbst das noch in einer der niedrigsten Preisklassen. Wie lange sparen andere auf diesen Urlaub
  • Ich kann mich gar nicht darüber lustig machen, sie geben mir alles, was zu einem Urlaub gehört. Ein Meer, in das man einfach so reingeht, ohne vor Kälte kleine Schreckensschreie ausstoßen zu müssen. Essen das schmeckt und ohne Schwein. Der Reis, wie kriegen sie den Reis so hin, weiß Chefkoch.de das? Pools. Wenn ich will, alles in Euro und auf Deutsch
  • Zwei Euro Stücke: Die Hälfte aller weltweit im Umlauf befindlichen Zwei-Euro-Münzen ist hier und wartet auf Wechseln in Scheine

Samstag, 13. Februar 2021

Nein, wir rennen nicht zur S-Bahn

 Wir rennen nicht zur S-Bahn. Ein großer Schritt zu mehr Entspanntheit, der nicht viel kostet, aber einen immensen Nutzen für mich hatte. Auch wenn es zunächst so lief:


"Wir rennen nicht zur S-Bahn. Wir wohnen in einer großen Stadt und im Zentrum kommt alle fünf bis längstens zehn Minuten eine neue. So viel Zeit haben wir. Oder nehmen wir uns!"

Aber da kommt …

NICHT

Aber da steht …

Wir rennen nicht!

Da … ach, was soll’s, ok, in fünf Minuten kommt ja hoffentlich die nächste.


Freitag, 15. Januar 2021

Die Bewegung, mon dieu, die Bewegung

 Home Office ist nicht gut für die Menge an täglicher Bewegung, die man so kriegt. Dank Corona bin ich mit dieser Erkenntnis gerade natürlich nicht alleine. Ich schlage mich allerdings schon ein wenig länger damit herum. Habe aber keine bessere Lösung.

Jetzt also der Versuch, mit einem Neujahrsvorsatz dran zu arbeiten. Und alles, was man bezüglich Selbstoptimierung mal gehört hat, anzuwenden. Also z.B. man braucht mindestens 30 Tage, um sich eine neue gute Gewohnheit anzugewöhnen. Heute Tag 15 mit mindestens 6.000 Schritten täglich. Den Handys mit eingebauten Zählern sei Dank. 

Aber im Vergleich! Wie einfach ich mich damit getan habe, als ich noch jeden Tag von zu Hause zur Bahn und von der Bahn zur Arbeitsstelle gelaufen bin. Also gelaufen wie in "zu Fuß gegangen". Konnte ja keiner ahnen, dass das ein paar Jahre später ein veritables Fitnessprogramm ist. Fühlte sich damals zumindest überhaupt nicht so an. 

Und kann jemand erklären, warum es schwieriger ist, wenn man "freiwillig" geht, täglich denselben Weg zu nehmen, als wenn man zur immer selben Bahnstation hetzt? Ich meine, da war keine Variation und das hat mich überhaupt nicht gestört. Aber jetzt? "Oh, heute gehe ich mal oben rum, dann mache ich den längeren Schlenker am Wald lang und dann dort zurück. Aber nachher, da geh ich noch mal andersrum und schaue mit Abstand bei Penny vorbei." Was sind das für Ansprüche? Wo kommt das her?

Sonntag, 10. Januar 2021

Learnings aus der Auszeit

Vor einigen Jahren hatte ich, bewusst gewählt, ein paar Monate keine Erwerbsarbeit. Hier meine Erkenntnisse aus dieser Zeit.

- ToDo-Listen sind anfangs ganz schön - und dann auch wieder nicht mehr so
- Wenn man arbeitet, ist das eine ganz gute Ausrede, warum man viele private "Projekte" (Keller ausmisten ist so ein Projekt) nicht schafft. Wenn die Ausrede wegfällt und man trotzdem nur 10% von den vielen Dingen verwirklicht - dann waren sie wohl nicht wirklich wichtig und können von der Liste gestrichen werden!

Und welche Dinge habe ich nun "geschafft"?
- "Das Lied von Eis und Feuer", alle 10 Bände durch!
- Ein Spielhaus gestrichen - mit zwei unterschiedlichen Farben und Klarlack!

Was kann offensichtlich runter von der ToDo-Liste, weil es mich nicht zum Tun anregte?
- Keller richtig gut ausmisten
- überhaupt alles richtig gut ausmisten - wird hier wohl erst passieren, wenn die Kinder ausgezogen, ich in Rente und wirklich gelangweilt bin.

Freitag, 8. Januar 2021

Wie lieb hat eine Erzieherin ihre Zöglinge?

Also wie hat man jemanden ganz normal und professionell lieb?

Ich hab mich einmal gefreut, als ich sah, wie herzlich die Erzieherin mit meinem Sohn umging und ihn in den Arm nahm. Und dann sah ich, bei einer Weihnachtsfeier, wie sie das mit einem anderen Kind ganz genauso machte. und war kurz ... eifersüchtig? auf das andere Kind? Sass sie das genauso herzlich-professionell liebhaben konnte wie mein Kind? Sehr erstaunlich, und sicher nicht leicht, so eine professionelle Distanz/Nicht-Distanz.