Freitag, 21. November 2014

11-Fragen-Stöckchen

Endlich mal wieder ein Stöckchen, das herumgereicht wird - und Momatka hat an mich gedacht. Da antworte ich doch sehr gerne, auch wenn ich notorisch spät dran und schlecht im Weiternominieren bin:
1. Was dachtest du, als Du Dein Baby zum ersten Mal gesehen hast?
Bei meinem letzten Kind hab ich tatsächlich sehen können, wie es von grau/frisch geboren zu rosig/erster Atemzug getan gewechselt hat, das war sehr faszinierend.
2. Was tust du an einem perfekten Sonntagnachmittag?
Also an einem normalen Sonntagnachmittag schlafe ich! Um es perfekt zu machen ... dürfte zumindest keine Schul- oder sonstige Kinderveranstaltung auf den Nachmittag fallen, nur selbstgewählte Beschäftigungen, gern auch für die ganze Familie
3. Magst du Überraschungen?
Eher nicht, bin mehr der Kontrolltyp
4. Hast du eine Lieblingsserie? Welcher ist es und warum?
HBO ist mein Freund! Und zum Glück hab ich jemanden im Haushalt, der meine Vorliebe teilt (während meine Eltern z.B. mit "diesem amerikanischen Quatsch" überhaupt nichts anfangen können). Also, ich schau sie alle: Grey's Anatomy, The Walking Dead, Devious Maids, The Big Bang Theory
5. Mit wem (berühmt, tot oder lebendig) würdest du dich gerne mal auf ein Heißgetränk treffen?
Phhh. Goethe? Aber generell bin ich nicht so gut im fremde Leute treffen und angeregt Konversation machen, das könnte also ein Reinfall werden.
6. Wo ist der schönste Ort der Welt für dich?
Im Sonnenschein auf meinem Sofa.
7. Wann hast du zum letzten Mal die ganze Nacht durchgeschlafen?
HAH! Mein jüngstes Kind ist 4, ich schlafe fast jede Nacht durch! Da, Ihr Baby-Mütter, da ist Licht am Ende des Tunnels!
8. Wo warst du, als das neue Jahrtausend begann?
Ich glaube, in Hannover. Für den ganzen Jahrtausendhype waren wir doch ziemlich verplant und haben dann die erste Party genommen, zu der wir eingeladen wurde. Also eher so eine Zu-Hause-Veranstaltung als Outdoor-Party.
9. Welches Buch würdest du gerne noch einmal zum ersten Mal lesen?
Lese gerade die Game-Of-Thrones Serie aus der Bücherhalle und würde es sehr begrüßen, wenn der säumige Leser Band 4, der schon am 18.11. fällig war, endlich zurückbringen würde!
10. Was ist dein Rezept für jede Gelegenheit?
Lasagne geht immer (also falls wir hier über Essen reden)
11. Welchen Film hast du dir zuletzt angesehen?
Moment ... irgendein Kinderfilm ... Drachenzähmen leichtgemacht II. So langsam werden die Filme immer besser, in die alle Kinder mitgehen können. Mein erster Kinderfilm war der "Mondbär", davon bin ich immer noch leicht traumatisiert. Als Erwachsene war ich zuletzt (ist schon wieder ein bisschen her) .. boah, ich weiß noch das Kino, den Film hab ich leider vergessen. Tja, so ist grad mein Leben :-)
Hier noch mal die Stöckchen-Regeln, wer möchte, darf sich gern an Momatkas Fragen bedienen, die ließen sich gut beantworten.
Hier die Regeln:
– Beantworte 11 Fragen
– nominiere 11 weitere Blogger und informiere sie über ihre Nominierung
– stelle ihnen 11 selbst ausgedachte Fragen und wirf somit das Stöckchen weiter
– verlinke den/die Blogger/in, der/die Dich nominiert hat
Viel Spaß

Freitag, 14. November 2014

Kind und Karriere - eine Blogparade

Xing, die deutsche Plattform für berufliche Kontakte im Internet, hat eine Blogparade zum Thema Kinder und Karriere gestartet.

Das Thema ist sehr umfassend, ich möchte gern meine Reise zu meinem heutigen Standpunkt beschreiben.

Beim ersten Kind: geprägt von dem, was man (bzw. hier mal frau) so liest und mit dem Willen, es allen (und vor allem dem Arbeitgeber) recht zu machen. Wieso? So bin ich halt. Klar will ich schnell wieder zurück an die Arbeit. Hab doch nur ein Kind bekommen, was soll mich daran hindern? Ja, naiv ist natürlich das richtige Wort, aber auch verständlich, denn die wenigsten Kinderlosen haben so viel Kontakt zu Eltern, dass sie halbwegs realistisch einschätzen könnten, was da auf sie zukommt.

Naiv auch mein Gedanke: Ich komme mit 35 Stunden/Woche zurück. Denn 40 Stunden arbeite ich dann eh, aber ein 40-Stunden-Vertrag wär ja unfair (wirklich so hab ich gedacht!) gegenüber den Kollegen, die 40-Stunden-Verträge haben, aber in Wirklichkeit 45 bis 50 Stunden arbeiten.

Liebe Mütter: Macht das nicht. Das ist albern. Der Arbeitsvertrag sollte die Arbeitswirklichkeit abdecken, das ist heute meine Meinung dazu. Der Arbeitgeber ist so mächtig, wie Ihr ihn werden lasst, also füttert das Biest nicht auch noch freiwillig.

An sich war es für mich aber gut, schnell wieder zu arbeiten, von der Umstellung auf das Leben mit einem Säugling war ich völlig geschafft und froh, wieder an einen Arbeitsplatz mit klar definierten Leistungserwartungen zurückkehren zu können.

Ach so: Und Home-Office ist nicht für jeden etwas. Ich zum Beispiel brauche dringend den Kontakt und Austausch mit den Kollegen. Bei mehr als vier Stunden Home-Office am Stück muss ich mich sehr anstrengen, produktiv zu bleiben. Und Home-Office hat den Nachteil, dass man vom Chef weniger gesehen wird. Und was das heißt, könnt Ihr Euch selber ausmalen.

Auch beim zweiten Kind handhabte ich das ähnlich, wenn auch von der Stundenzahl etwas realistischer, mit 30 Stunden.

Zwischenzeitlich, nachdem die Elternzeit und damit einhergehende Teilzeit vorbei war, arbeitete ich sogar wieder mit einer regulären 40-Stunden-Woche. Das geht. Man sieht die Kinder aber nur noch zum Abendessen (wenn man Glück hat und sie spät essen) und zum ins Bett bringen. Kann man machen, machen die meisten Väter ja auch so. Gefiel mir aber nicht. Gefällt auch nicht allen Vätern, wie wir inzwischen wissen.

Bei Kind Nummer 3 ist man rein erfahrungsmäßig natürlich um einiges entspannter. Deshalb gönnte ich mir 13 Monate Elternzeit ohne zusätzlichen Job. Das war herrlich. Und mit drei Kindern fühlt man sich auch nicht so unterfordert bei gleichzeitiger Überforderung (Schlafmangel und alles, was zum Säuglingsmuttersein dazu gehört).

Natürlich hab ich großes Glück (das ist ja mein persönliches Müttermantra). Ich konnte mir aussuchen, wie viele Stunden ich arbeiten gehe. Mein Arbeitgeber war sehr entgegenkommend und flexibel. Geld war auch genug vorhanden. Und selbst mit diesen Voraussetzungen hat sich meine Einstellung zu Kindern und Karriere über die Jahre hinweg gewandelt.

Inzwischen finde ich die 32-Stunden-Woche für alle (Väter und Mütter) von Frau Schwesig eine gute Idee. Ich kann Mütter verstehen, die nicht neben dem Mutter-Sein noch erwerbstätig sein wollen. Und Mütter, die richtig durchpowern wollen, so wie viele Väter es ja auch immer noch (und manche aus vollem Herzen) tun. Und für mich selber suche ich einen Weg irgendwo dazwischen. Mit genug Zeit (denn Quality Time ist nicht alles) und Energie für alle Bereiche des Lebens.

Arbeitgebern müsste klar sein (oder klargemacht werden), dass Elternsein und Sorgearbeit (sei es für Kinder oder andere Angehörige) zum Leben ihrer Angestellten dazugehören. Und ich möchte das am liebsten gar nicht staatlich regeln (Nachteilsausgleich für Firmen, die besonders viele Eltern beschäftigen?), weil es so selbstverständlich sein sollte. Ja, träumen kann ich immer noch, auch nach drei Kindern samt Berufstätigkeit.

Dienstag, 4. November 2014

Was die Hormone mit mir gemacht haben

Seit ich Kinder habe, bin ich deutlich näher am Wasser gebaut als früher. Wobei ich immer schon zu Anfällen von Rührseligkeit geneigt habe.

Kurz nach der Geburt des ersten Kindes merkte ich aber: Das hat sich noch mal verändert. Das Kind war vielleicht drei, vier Wochen alt, da stand ein Artikel in der Zeitung unter "Vermischtes", über einen Säugling, der ausgesetzt worden ist und gestorben ist. Das war wie ein Schlag in die Magengrube.

Auf NDR gab es vor einiger Zeit (vermutlich 2012, dann war es ja grad 50 Jahre her) eine Sendung zur Sturmflut in Hamburg. Zeitzeugen erzählten und Schauspieler spielten die Szenen. Eine Familie auf einem Dach in Wilhelmsburg. Ein Ruderboot kommt zur Rettung. Es passen nicht alle ins Boot. Wer darf mit, das Baby im Kinderwagen oder der kleine Junge, vielleicht 6 oder 8? Und die Abwägung, die die Zeitzeugin dann schildert: Der Vater wollte das Baby mitnehmen, das hat das ganze Leben doch noch vor sich. Die Mutter sagt: "Das geht nicht! Die Kleine merkt doch noch nichts. Aber der Junge, der kriegt das doch mit!" Das sind so Elternalpträume - Du kannst nur ein Kind retten, für welches entscheidest Du Dich.


Freitag, 31. Oktober 2014

"Geht draußen spielen" - wie positiv ist diese Kindheitserinnerung eigentlich?

Der zweite Punkt, der mich in Antje Schrupps Artikel zum Mamma-Dilemma ansprach:

Wie Kinder früher (und ich hoffe, dass "früher" hier gerechtfertigt ist, bin mir da aber leider nicht so sicher) von der Mutter vor dem Vater "versteckt" wurden. Der Vater kommt vom harten Tagewerk nach Hause, macht eine Mittagspause, in der die Frau die Kinder gefälligst ruhig zu halten hat.Weil ich das kenne aus meiner eigenen Kindheit. Papa kommt nach Hause und braucht erst mal Ruhe. Nicht ansprechen, sonst geht er hoch, ist doch so gestresst von der Arbeit.

Klar wünscht man sich das als berufstätige Mutter auch manchmal, Zeit zum Runterkommen nach dem Berufsalltag, statt gleich wieder fünf drängende Kinderprobleme lösen zu müssen. Oder die Zeit, in Ruhe am Wochenende die Zeitung zu lesen, die ein (männlicher) Kollege für ganz selbstverständlich hielt. Klar, es gibt die Bedürfnisse der Eltern, die man nicht unter den Tisch fallen lassen sollte, wenn man sich um deren seelisches Gleichgewicht sorgt. Inzwischen hab ich die Kinder auch soweit, dass ich die dicke Samstagsausgabe der Tageszeitung halbwegs in Ruhe durchkriege. Aber erst ab einem bestimmten Alter der Kinder. Als die noch kleiner waren, war klar, dass deren Bedürfnisse einfach unaufschiebbarer sind und deshalb vorgehen. Für die meisten Mütter. Und für immer mehr Väter. Ein Glück!

In meinem Leben ist das Thema "Kinder verstecken"  insofern Thema, als dass es in der Großelterngeneration immer noch sehr präsent ist. Kinder sollte man sehen, aber nicht hören, heißt es nicht so? Oder am liebsten nicht mal sehen über weite Strecken des Tages? Modern verbrämt kommt das als Nostalgie daher, wie frei wir doch alle in unserer Kindheit waren, als wir nach den Hausaufgaben rausgingen und erst zum Dunkelwerden wieder nach Hause mussten. Und uns dabei ganz toll frei entfalteten.

Und ab der Pubertät nicht mehr mit unseren Eltern sprachen - meine persönliche Meinung zu den möglichen Nebenwirkungen dieses Erziehungsansatzes!


Donnerstag, 30. Oktober 2014

Ist es immer noch Aufgabe der Mütter, "die Kinder zu verstecken?

Antje Schrupp schrieb 2010 sehr schön dazu.

Gleich fühlte ich mich erinnert an das Kompliment für arbeitende Mütter (das ich zeitweise sogar aktiv anstrebte): "Man merkt gar nicht, dass Du Kinder hast." Heißt: Nie bei Dienstreisen oder Kundenterminen kneifen, weil das nicht in den privaten Lebensplan (Kind krank, Kind hat Schultermin) passt. Höchstens EIN Familienbild am Arbeitsplatz, vielleicht aber besser noch nicht mal das, damit die anderen einen nicht gleich als "die Mutti" einstufen. Gespräche zum Thema eigene Kinder und was die grad so machen möglichst meiden.

Warum? Weil selbst mich andere Mütter manchmal genervt haben, bei denen es in Gesprächen fast nur um ihre Kinder ging und die diverse Unmöglichkeiten im Arbeitsablauf. Und den Unmut, den man manchmal von anderen in Vollzeit berufstätigen Müttern hörte über "die Teilzeitmütter" - so wollte man natürlich auf keinen Fall sein.

Das hat Antje Schrupp so schön analysiert:
"Aber die Ursache des Problems ist nicht, dass es Kinder gibt, die Arbeit machen und Aufmerksamkeit brauchen. Sondern dass es für diesen Lebensbereich keinen Platz im „normalen“ Berufsalltag gibt. Der durchschnittliche Arbeitsplatz ist immer noch so konzipiert, als wären wir alle kleine Patriarchen, die zuhause eine Ehefrau haben, die dafür sorgt, dass die Kinder nicht stören und keine Arbeit machen. Und für diesen Job haben ja auch viele jemanden, nur dass es heute nicht mehr die Ehefrau ist, sondern immer öfter ein Au Pair aus der Ukraine."

Also: Kinder nicht mehr verstecken. Liebe Väter, ihr bitte auch nicht. Bitte sprecht auch mal an, dass eine Dienstreise Euch nicht passt, weil die Mutter grad was anderes vorhat und das Kind sonst leider um 18.00 Uhr von der Kita an den Straßenrand gestellt wird.

Dienstag, 28. Oktober 2014

Verkaufsgespräche

Nach einem Artikel (wird erst nächsten Monat von Brand Eins zum Lesen im Internet freigeschaltet, Überschrift "Trau, schau, wem") zum Thema professionelles Verkaufen, Unterpunkt: Hard Selling, kamen mir einige meiner Verkaufsgespräche mit solchermaßen geschultem Personal in den Sinn.

Meiner Erfahrung nach (und der von Wikipedia, hüstel) betrifft das vor allem Verkäufer von langlebigen Gütern, die man so schnell nicht wiedersehen wird. Mein Supermarkt wird sich (hoffentlich) hüten, mir das Blaue vom Himmel zu versprechen, was die neue Buttermarke angeht, denn wenn die schon beim Aufmachen ranzig riecht, glaub ich dem ganzen Laden nicht mehr und geh einfach woanders hin.

Anders sieht es bei einem Produkt wie einem Möbelstück aus. Oder einem Auto. Meine Lieblingsbeispiele stammen aus Möbelhäusern. Gern gehört der Satz: "Das hab ich auch zu Hause/das hab ich für meine Nichte gekauft/das hat mein Sohn auch in seinem Zimmer stehen". Oder der andere Klassiker bei der Frage nach einem Rabatt: "Da muss ich erst mal mit meinem Chef sprechen". Und nachdem der kleine Verkäufer sich beim strengen Chef richtig für uns ins Zeug gelegt hat, rückt er ein paar Prozent Rabatt raus.

Wie schon gesagt, die Sache zu durchschauen macht es nicht einfacher. Das eine Mal, wo wir richtig professionell an einen Kauf rangegangen sind, mit vorher informieren, diverse Möbelhäuser durchprobieren und überall verhandeln, hat echt keinen Spaß gemacht. Auch die Aha-Momente fühlten sich teuer erkauft an - nämlich mit einem Absinken des Vertrauens in die menschliche Spezies. Geht man mit einem bestimmten Preis, den man aus einem anderen Möbelhaus hat, in die Verhandlung, kostet das Möbelstück von jetzt auf gleich mal eben fast die Hälfte weniger - was soll das denn! Sonst lege ich den halben Kaufpreis quasi als Provision für Verkäufer und Möbelhaus hin?

Selbst die Verkäuferin, die am Schluss unseren Abschluss bekam, vermittelte uns den Eindruck, dass sie quasi draufzahlt und den Kauf nur macht, weil sie muss, aber nicht, weil es ihr ein Bedürfnis ist, Menschen mit den richtigen Möbelstücken glücklich zu machen. Wahrscheinlich ist das auch nur meine weichgespülte Sicht auf die Welt, die da in Scherben geht. Vielleicht bringt das nämlich mehr Ehrlichkeit in den Verkaufsprozess. Und dass der Spaß dabei flöten geht: Vielleicht muss das so sein. Dinge zu kaufen, die richtig teuer sind, sollte keinen Spaß machen, sondern richtig harte Arbeit sein.

Was schließe ich daraus? Bei diesem einen Küchenverkäufer werde ich nie wieder einen Küche kaufen. Aber das interessiert ihn gar nicht, denn in 10 bis 20 Jahren, wenn die nächste Küche eventuell ansteht, ist er sowieso nicht mehr im Geschäft (die Rente sei ihm gegönnt). Mit der schnippischen Sofa-Verkäuferin möchte ich höchstwahrscheinlich auch kein Geschäft mehr machen. Gekauft habe ich allerdings bei beiden. So dass deren Geschäftsführung wohl nur der Schluss bleibt, dass diese Verkaufstechniken wirken. Wie ich mich dabei als Kunde fühle? Wohlfühlkram, für den in dieser harten, kalten Welt kein Platz ist.

Bleibt mir also nur, auf den ehrlichen Verkäufer zu warten, der im Sinne seiner Kunden berät. Und wenn ich auf den stoße, dann dort ganz viel und teuer zu kaufen.

Freitag, 17. Oktober 2014

Die Geschichte mit den logischen oder natürlichen Konsequenzen

Es klingt so schön logisch: Wenn das Kind etwas macht, was es nicht soll, dann überlegt man sich die "natürliche" Konsequenz" dieses Verhaltens und lässt das Kind sie spüren. Will es sich nicht die warme Jacke anziehen: Im dünnen Pulli raus und frieren. Natürlich nimmt der gute Elternteil die warme Jacke mit und verkneift sich evt. ein anklagendes "Siehst Du".

Dann wird noch unterschieden zur logischen Konsequenz in den Fällen, in denen es von den Eltern unverantwortlich wäre, auf die natürliche Konsequenz zu warten.

Beispiel Zähneputzen: Man sollte als Eltern eher nicht auf die Löcher in den Zähnen warten, wenn das Kind die Zähne nicht putzen will. Wie man das dann umsetzt, ob mit Süßigkeitenverbot oder ähnlichem, wird dann schon weniger ausführlich beschrieben.

Oder bei Kindern, die das mit den Regeln noch nicht so drauf haben, also alle unter drei. Man hört selten von den Zahnputzdramen, die sich, da bin ich sicher, in so gut wie jeder Familie zu bestimmten Zeiten abgespielt haben. Denn was kann man tun? Das Kind macht partout den Mund nicht auf, damit die Eltern putzen. Putzt auch nicht kurz alibi-mäßig selber, was man ja hin und wieder durchgehen lassen könnte. Und da es sowieso gleich ins Bett geht, bleibt höchstens noch "dann gibt es keine Geschichte" als zeitlich halbwegs erinnerbare Konsequenz und mal ehrlich, wenn das Kind sich so richtig in seine Abwehr reingesteigert hat, ist das nicht unbedingt ein Punkt, wo es nachgibt.

Nein, eine Lösung hab ich nicht. Nur die Ermutigung, dass es sich alles wieder gibt. Im Moment sind Zahnputzdramen nur eine ferne Erinnerung, auch wenn die sich über Tage und vielleicht sogar Wochen (wer weiß das im Nachhinein schon noch so genau) hingezogen haben. Am Morgen schon planen, dass man es abends gemeinsam besser machen will, ohne Streit, hilft manchmal - aber auch dafür muss das Kind ein bestimmtes Alter haben, ich weiß. Oder wenn die Zahnärztin in den Kindergarten kommt oder die Erzieherin das noch mal bestätigt, wie wichtig es ist. Aber in dem Moment? NICHTS. Fatalistisches Ende und ab.