... aber dann doch nicht:
Ich wär gern eine gute Hausfrau. Eine, die Marmelade kocht, Vanillezucker selber macht und der Familie, wenn nicht täglich, dann doch sehr häufig, eine vollwertige, komplett selbstgekochte Mahlzeit vorsetzt. Mit dampfgegartem Gemüse. Aber wird mich ein Gerät dazu machen? Das ist doch so ähnlich wie ein Sportgerät anschaffen. Diverse Therabänder, Springseile u.ä. verstauben bei mir im Schrank - zum Glück war ich klug genug, mir die ebenfalls verstaubenden Laufbänder, Crosstrainer etc. bei anderen nur anzuschauen und mir nicht selber in den Keller oder ins Schlafzimmer zu packen.
Und wiederholen Sie bitte mit mir: "Fett ist ein Geschmacksträger". Genau, Recht haben Sie. Wenn mir dampfgegartes Gemüse so viel besser schmecken würde als das profan in Wasser oder sonstwie zubereitete - dann hätte ich das sicher schon mal öfter gemacht.
Ich habe dem Ganzen jede Chance gegeben, mir die übliche Vorführung angeschaut (wer damit nicht vertraut ist, also vermutlich die eher-nicht-Hausfrauen: Thermomix, ein sehr wattstarker Mixer, der erhitzen und rühren kann aus dem Hause Vorwerk, genau, die mit den Staubsaugern. Vertrieb ähnlich wie bei Tupper durch hochmotivierte Damen (und Herren, nehme ich an), die gern für Produktvorführungen nach Hause kommen).
Weil ich fair sein wollte (und schlecht nein sagen kann), habe ich das Gerät dann auch noch mal drei Tage nach Hause ausgeliehen bekommen, habe also den Live-Test "Milchreis", "Spargel mit Kartoffeln" und "Eis" zu Hause durchgeführt.
Nett, aber nicht umwerfend. Es entlastet mich einfach nicht so, dass ich denke, ohne dem möchte ich nie wieder kochen. Die aufwändigen Sachen laufen eh parallel auf dem Herd (Sauce Hollondaise) oder im Ofen (Hühnchen zum Spargel, ich weiß, nicht ganz die reine Lehre der Spargel-Beigerichte, aber lecker).
Ein nettes Spielzeug, aber dafür zu teuer, zumal dann grad der Aldi-/Lidl-Prospekt reinflatterte mit Dampfgarer und Mixer als zwei getrennte Geräte, die gemeinsam ungefähr ein Zehntel des Thermomix kosteten.
Und eine weitere Vermutung: Der Thermomix entlastet auch dadurch, dass er ein Rezeptbuch mit ganz vielen ganz bodenständigen Rezepten liefert, was das tägliche: "Was koche ich denn heute?" ungeheuer vereinfacht. Von daher, Hut ab, Vorwerk, das war sehr clever, dort ordentlich Hirnschmalz in die Auswahl zu stecken, dass man bei fast jedem Gericht sagt: "Ja, das könnte ich auch mal wieder machen".
Bitte heftiges Daumendrücken, dass das mit dem Nein-sagen heute gut hinhaut!
Freitag, 2. Mai 2014
Donnerstag, 1. Mai 2014
Auf der Jagd
"Im Kinnergarten, da bin ich mit L. und mit K. verliebt."
"Aha. Und heißt das, Du küsst die? Oder die küssen Dich?"
"Ich lauf immer so hinter denen her und mache so mh, mh, mh (bitte hier laute Knutschgeräusche einfügen) und dann laufen die vor mir weg." Grinst sie so. Seht Ihr, alles Vorurteile von wegen Jungs sind immer auf der Jagd. Seht Euch vor!
"Aha. Und heißt das, Du küsst die? Oder die küssen Dich?"
"Ich lauf immer so hinter denen her und mache so mh, mh, mh (bitte hier laute Knutschgeräusche einfügen) und dann laufen die vor mir weg." Grinst sie so. Seht Ihr, alles Vorurteile von wegen Jungs sind immer auf der Jagd. Seht Euch vor!
Dienstag, 29. April 2014
Revolution in Altona - ein Theaterexperiment
Ein Theaterstück am Altonaer Theater. Erster Teil: 20er Jahre, Altona, Arbeiterbewegung, soviel ist klar. Kommt Ernst Thälmann wirklich aus Altona? Tatsache. Ist das jetzt eine Bildungslücke, wenn man das nicht weiß? Den "Hamburger Aufstand" nicht kennt? Ist das der kleine Bildungsbürger in mir, der gern ein Programmheft mit ein paar mehr Informationen dazu hätte? Oder braucht es das in der Smartphone-Gesellschaft nicht mehr, kann man ja alles googlen?
Interessante Idee zumindest, beide Teile miteinander in Verbindung zu bringen, heutige politische Lage (wie nennt man das? Ist "Krawalle" bereits eine Wertung? Rebellion? Revolte?) als Fortsetzung der historischen Tradition. Sind die heutigen Autonomen die Nachfolger der damaligen klassenbewussten Proletarier?
Zweiter Teil deutlich interessanter als der erste, auch wenn bei manchen Themen der Eindruck herrschte: Dazu müsste man vermutlich hier leben und das Ganze mitgemacht haben, um mehr dazu sagen zu können. Hin und wieder der Gedanke aufzuspringen und zu pöbeln, ob südlich der Elbe eigentlich am Horizont von Altona auftaucht. Abgeblockt durch die Tatsache, dass die Mehrheit der Schauspieler "mit" ist. Mit Migrationshintergrund nämlich. Was ja eher selten bis so gut wie nie vorkommt und dem Stück sehr hilft. Sehr spannend im Zusammenspiel zwischen 1. und 2. Teil nämlich auch: Während man sich zunächst amüsiert über die Sprachmelodie von Volkan T., der nicht so richtig wie ein Hamburger Arbeiter von 1923 klingt, denkt man dann, dass das doch ganz passend ist, wegen der Parallele, wer denn die Drecksarbeit macht - wenn es damals schon türkische Einwanderer gegeben hätte, dann wären die die Hafenarbeiter gewesen. Also doch.
Stärkster Moment: Pınar Erincin erinnert an die Demonstrationen in Istanbul im Gezi-Park. Und plötzlich kommen einem die Themen hier wieder ein bisschen ... abgehoben vor. Zumindest mehr so als Luxusprobleme, es sei denn natürlich, man möchte den Kapitalismus insgesamt abschaffen. Möchte man das auf der Bühne?
Bis 2. Mai noch im Altonaer Theater - und bestimmt noch besser, wenn sich nicht nur die ersten drei Reihen des Theaters füllen, sondern, so wünsche ich es ihnen, zur Abschlussvorstellung am 2. Mai das Haus voll sein wird und ein paar Zwischenrufer aus der Szene für Stimmung sorgen werden. So stelle ich mir das zumindest vor. Für eine Konfrontation der theatergehenden Bildungsbürger mit der autonomen Szene ist der Eintrittspreis nämlich zu hoch, da bleibt man größten teils unter sich mit den lieben älteren Damen, die ja immer die Mehrzahl der Theatergänger ausmachen.
Interessante Idee zumindest, beide Teile miteinander in Verbindung zu bringen, heutige politische Lage (wie nennt man das? Ist "Krawalle" bereits eine Wertung? Rebellion? Revolte?) als Fortsetzung der historischen Tradition. Sind die heutigen Autonomen die Nachfolger der damaligen klassenbewussten Proletarier?
Zweiter Teil deutlich interessanter als der erste, auch wenn bei manchen Themen der Eindruck herrschte: Dazu müsste man vermutlich hier leben und das Ganze mitgemacht haben, um mehr dazu sagen zu können. Hin und wieder der Gedanke aufzuspringen und zu pöbeln, ob südlich der Elbe eigentlich am Horizont von Altona auftaucht. Abgeblockt durch die Tatsache, dass die Mehrheit der Schauspieler "mit" ist. Mit Migrationshintergrund nämlich. Was ja eher selten bis so gut wie nie vorkommt und dem Stück sehr hilft. Sehr spannend im Zusammenspiel zwischen 1. und 2. Teil nämlich auch: Während man sich zunächst amüsiert über die Sprachmelodie von Volkan T., der nicht so richtig wie ein Hamburger Arbeiter von 1923 klingt, denkt man dann, dass das doch ganz passend ist, wegen der Parallele, wer denn die Drecksarbeit macht - wenn es damals schon türkische Einwanderer gegeben hätte, dann wären die die Hafenarbeiter gewesen. Also doch.
Stärkster Moment: Pınar Erincin erinnert an die Demonstrationen in Istanbul im Gezi-Park. Und plötzlich kommen einem die Themen hier wieder ein bisschen ... abgehoben vor. Zumindest mehr so als Luxusprobleme, es sei denn natürlich, man möchte den Kapitalismus insgesamt abschaffen. Möchte man das auf der Bühne?
Bis 2. Mai noch im Altonaer Theater - und bestimmt noch besser, wenn sich nicht nur die ersten drei Reihen des Theaters füllen, sondern, so wünsche ich es ihnen, zur Abschlussvorstellung am 2. Mai das Haus voll sein wird und ein paar Zwischenrufer aus der Szene für Stimmung sorgen werden. So stelle ich mir das zumindest vor. Für eine Konfrontation der theatergehenden Bildungsbürger mit der autonomen Szene ist der Eintrittspreis nämlich zu hoch, da bleibt man größten teils unter sich mit den lieben älteren Damen, die ja immer die Mehrzahl der Theatergänger ausmachen.
Dienstag, 22. April 2014
Wunderbare Feiertage
So etwas brauche ich öfter. Ein megalanges Wochenende, damit man endlich mal wieder auf den Stand kommt:
- Die ganze Wäsche ist gebügelt (also, das bisschen, was bei uns überhaupt gebügelt wird - aber auch das häufte sich in beängstigenden Bergen auf).
- Der Garten ist so gut wie erledigt, selbst Löwenzahn hab ich heute ausgestochen - zumindest die Dinger, die durch gelbe Blüten auf sich aufmerksam machten.
- Den Boden des Schmutzwäschekorbs kann ich zwar noch nicht sehen, aber immerhin erahnen.
Noch ein Tag länger frei, und ich hätte eventuell sogar den Dachboden gesaugt. Klingt verrückt, aber wenn man da Wäsche trocknen will, ist das hin und wieder tatsächlich nötig.
Also: Mehr lange Wochenenden! Für alle! Und besonderes für Eltern.
- Die ganze Wäsche ist gebügelt (also, das bisschen, was bei uns überhaupt gebügelt wird - aber auch das häufte sich in beängstigenden Bergen auf).
- Der Garten ist so gut wie erledigt, selbst Löwenzahn hab ich heute ausgestochen - zumindest die Dinger, die durch gelbe Blüten auf sich aufmerksam machten.
- Den Boden des Schmutzwäschekorbs kann ich zwar noch nicht sehen, aber immerhin erahnen.
Noch ein Tag länger frei, und ich hätte eventuell sogar den Dachboden gesaugt. Klingt verrückt, aber wenn man da Wäsche trocknen will, ist das hin und wieder tatsächlich nötig.
Also: Mehr lange Wochenenden! Für alle! Und besonderes für Eltern.
Montag, 21. April 2014
Online-Shoppen mit Kindern
... ist auch nicht viel entspannter als durch die Innenstadt zu hetzen. Wenn die Kinder auch noch so wenig entscheidungsfreudig sind. Und die Dinge, die dem Kind wirklich wichtig sind, einfach nicht in den Online-Shops vorkommen. Ich meine: Die Anzahl und Verteilung von Taschen bei Jacken und Hosen - das ist doch wirklich relevant!
Montag, 14. April 2014
Wie schwer ist ein Nilpferd?
Das Kind bringt eine Textaufgabe mit nach Hause. Eine Tabelle mit den Gewichten eines Nilpferds, jeweils einmal im Jahr gewogen. "Wie viel Kilogramm hat das Nilpferd im Jahr zugenommen?" Genau. Genau dieses Kind. Ich hätte da eine Alternativaufgabe:
Eine Wiegekarte mit den wöchentlichen Wiege-Ergebnissen für ein Baby, aus einer ungenannt bleiben wollenden Mütterberatungsstelle in einer großen norddeutschen Stadt.
- Berechne die wöchentliche Gewichtszunahme des Babys. Bedenke dabei, dass die offiziell gewünschte Gewichtszunahme bei 100 bis 200 Gramm in der Woche liegt. Wenn Deine Berechnung ergibt, dass die Zunahme über mehrere Wochen hinweg jeweils nur bei 80, 60 oder gar 40 Gramm liegt:
Wie viele Wochen, bis die Mutter in Anbetracht der Tatsache, dass das Baby offensichtlich gesund und munter ist, den Mut aufbringt zu sagen: "Ich geh einfach nicht mehr hin zum Wiegen"?
Wie gut, dass sie irgendwann größer werden. Und dass das mütterliche Nervenkostüm nicht mehr ganz so blank liegt wie in der ersten Baby-Zeit.
Eine Wiegekarte mit den wöchentlichen Wiege-Ergebnissen für ein Baby, aus einer ungenannt bleiben wollenden Mütterberatungsstelle in einer großen norddeutschen Stadt.
- Berechne die wöchentliche Gewichtszunahme des Babys. Bedenke dabei, dass die offiziell gewünschte Gewichtszunahme bei 100 bis 200 Gramm in der Woche liegt. Wenn Deine Berechnung ergibt, dass die Zunahme über mehrere Wochen hinweg jeweils nur bei 80, 60 oder gar 40 Gramm liegt:
Wie viele Wochen, bis die Mutter in Anbetracht der Tatsache, dass das Baby offensichtlich gesund und munter ist, den Mut aufbringt zu sagen: "Ich geh einfach nicht mehr hin zum Wiegen"?
Wie gut, dass sie irgendwann größer werden. Und dass das mütterliche Nervenkostüm nicht mehr ganz so blank liegt wie in der ersten Baby-Zeit.
Donnerstag, 3. April 2014
Großstadt?
Die Sonne scheint. Das Glockenspiel - so ein richtiges, mit dicken Glocken an einer Hauswand - spielt ein Lied, das irgendwie bekannt klingt. Es könnte ... könnte, ja, tatsächlich, das soll doch "Blowing in the wind" sein! Fehlt zwar ab und an ein Ton, aber wer weiß, vielleicht haben die Tauben die ein oder andere Glocke zugek...
Danach der Drehorgelspieler. "Living next door to Alice". Wo bin ich denn hier? Dass muss Großstadt sein.
Danach der Drehorgelspieler. "Living next door to Alice". Wo bin ich denn hier? Dass muss Großstadt sein.
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