Sonntag, 15. Dezember 2013

Gleich der passende Ratgeber zu höflichem Umgang mit den Kindern

Kaum schreibe ich darüber, dass wir (also ich auf jeden Fall, und von dem, was ich manchmal an öffentlichen Orten wahrnehme, bin ich nicht alleine) oft in sehr unangenehmem Tonfall und auf sehr respektlose Weise mit unseren Kindern reden. Und während ich andererseits auch nicht ein Elternteil werden möchte, der seine Kinder totdiskutiert und nicht durchgreift, wenn es nötig ist, so scheint mir die Gefahr doch eher gering (ich weiß, mein Vater denkt da anders drüber, aber prinzipiell sind meine Kinder recht gut erzogen).

Aber, um zum Thema zurückzukommen. Kaum schrieb ich darüber, schon veröffentlichte der Kinderdoc auf seinem Blog einen Artikel zu einem Ratgeber, der haargenau zu diesem Thema zu passen scheint: "So sag ich's meinem Kind" von Adele Faber und Elaine Mazlish. Die Beispiele, die er gibt, scheinen mir gut zu passen zu meinen Gedanken:
"Wie oft vermitteln wir Eltern Vorwürfe in unseren Sätzen (“Willst Du die Wohnung unter Wasser setzen? Stell das Badewasser ab. Du bist unverantwortlich”), statt dessen sollten wir die Situation beschreiben (“äh, das Wasser geht schon bis zum Rand.”)"

Sonntag, 8. Dezember 2013

Wie sprechen wir eigentlich mit unseren Kindern?

Das fragt dieser Artikel hier von Ben Martin auf Good Men Project. Und wenn ich auch nicht alle seine Beispiele nachvollziehen oder ähnlich "schlimm" finden kann, weiß ich doch genau, was er meint.
Wieso sprechen wir mit Kindern oft (also mindestens einmal, eher mehrmals täglich) in einem Tonfall, in dem wir weder mit anderen Erwachsenen sprechen möchten noch selber angesprochen werden wollen? Schimpfen - wie oft wird man schon beschimpft im täglichen Leben?

Andererseits treten mir nur sehr wenige Erwachsene mit der Unlogik und Penetranz in vielen Dingen gegenüber wie meine Kinder. Also Notwehr? An den besseren Tagen (grad haben wir so ein paar erwischt, irgendwas ist in das größte Kind gefahren und es ist jetzt zwei Drittel des Tages "vernünftig" im besten Sinne des Wortes) kann ich noch mal in mich gehen, ehe ich loskeife, innerlich einen Schritt zurück und es noch mal mit erklären versuchen. Und siehe da - selbst die Dreijährige lässt sich in ziemlich vielen Fällen dann überzeugen, doch zu kooperieren.

Leider sind nicht immer "bessere Tage" und leider bleibt noch genug Zeit übrig, in der man einfach schneller, wenn auch wirklich ungemütlicher und unhöflicher ans Ziel, wenn man einfach mal lospault. Zumindest fühlt es sich so an.

Irgendwann las ich auch mal von so einen Traum-Elternpaar, dass davon sprach, dass es mit seinen Kindern nur in einem Tonfall spräche, mit dem sie selber angesprochen werden möchten. Wegen gegenseitigem Respekt und so. Fand ich voll toll. Schaff ich aber leider nicht. Nur hin und wieder möcht ich mal öfter dran denken.

Man muss ja auch die Kurve kriegen, die Kinder werden eben wirklich in mancher Hinsicht erschreckend schnell groß und verständnisvoller. Was bei einem Zwei- oder Dreijährigen noch nicht funktioniert und was ich mir nie vorstellen konnte, ist mit sieben oder neun kein Thema mehr und huch, ja, da haben mir heute Kinder diverse Male im Haushalt geholfen OHNE große Maulerei. Also, lieber ein paar Mal zu früh mit Vernunft kommen, ehe man ganz vergisst, es zu versuchen und man dann Teenager oder erwachsene Kinder hat, mit denen man leider im normalen Tonfall so gut wie gar nicht reden kann.

Fremde Kinder schreie ich übrigens nicht an. Aber wie mein Sohn heute wieder mal sagte: "Mama, warum bist Du zu streng zu denen?" Ja weil da eine ganze Bande Sieben- bis Neunjähriger aus der Turnhalle stürmen will ohne auf den Trainer zu warten, darum! Na ja, da kann ich ja auch mal dran arbeiten, "freundlich, aber bestimmt" statt nur "bestimmt und bestimmerisch".

Sonntag, 1. Dezember 2013

Gleichberechtigung schön und gut

... aber es geht immer in beide Richtungen - es bedeutet auch, eigene Rechte zu teilen. Im Haushalt, in der Familie. Plötzlich muss man darüber diskutieren, ob wir immer die Bio-Milch nehmen, oder ob es auch mal die normale tut, weil der Supermarkt, der am nächsten war, leider nur Penny hieß und sowas Exklusives nicht führt. Tja, wenn ICH den weiteren Weg nicht schaffe, muss ICH wohl auch die Wahl desjenigen akzeptieren, der den Einkauf tatsächlich gemacht hat.

Oder ich finde plötzlich eine neue Ordnung im Kinderkleiderschrank vor.  Das hat mich echt kurz umgeworfen. Aber eben, solange es Ordnung ist, ist ja schon mal was gewonnen im Vergleich zum Zustand vorher.

Sonntag, 17. November 2013

Familienportionen

Ein bisschen Sorge hab ich schon. Wenn ich mir die Mengen in meinem Einkaufswagen so anschaue. Und weiß, in einer Woche ist das alles verschwunden in den fünf Mäulern und Mägen der Familie.

Früher, in einem anderen Leben (also VOR Kindern) sah ich mit diesem angenehmen Grusel in der Magengegend Fernsehformate namens XXL Family. Das waren dann echte Großfamilien, also so acht, neun, zehn Kindern. Und die fuhren normalerweise mit mehreren Einkaufswagen durch den Supermarkt (und brauchten zum Teil einen Busführerschein, um die gesamte Meute zu kutschieren, aber das ist eine andere Geschichte).

Inzwischen ist mir das nicht mehr ganz fremd und ich überlege mir schon Strategien für die Zeit der Pubertät. Wenn angeblich Jungs ja noch mal ganz andere Portionsgrößen verdrücken. Und nicht nur die Jungs. Auch zwei Wagen? Oder zwei Mal die Woche fahren? Oder doch im internationalen Supermarkt einkaufen? Damit man nicht immer die Kilopackung Reis nach Hause trägt, sondern gleich mal den 5-Kilo-Sack? Dann käme wohl als nächstes das Thema "Kühlschrank- und Speisekammergröße" an die Reihe.

Mittwoch, 13. November 2013

Das Recht zu sagen: "Fuck you, menstruation"

Jezebel schreibt darüber in ihrer unnachahmlichen Art:
Wenn Männer menstruieren würden ... es fehlt eindeutig das Wettbewerbsmoment. Wer hat die stärksten Krämpfe, wer verliert das meiste Blut?
Oder hätten wir schon längst Medikamente, die das Ganze total eindämmen würden und nur zu Zeiten der Fortpflanzung reaktivierten?

Dienstag, 5. November 2013

Verständnis

Wenn man ein Kind hat, wächst das Verständnis für die eigenen Eltern meist um geschätzte 500%. So auch hier.

Jahre-, ach was, jahrzehntelang lag ich meiner Mutter in den Ohren. Wie sie es denn geschafft hätte, mich SO kurz vor Weihnachten auf die Welt zu bringen - wo sie doch aus ihrer eigenen Kindheit wusste, dass das nicht ideal ist. Hab ich gejammert. Um dann zwei meiner Kinder sogar NOCH näher an Weihnachten zu bekommen.

Desweiteren erzählte ich immer wieder gerne, mit leichter Empörung in der Stimme, wie sich meine Eltern eine Spülmaschine anschafften - ziemlich genau zu dem Zeitpunkt, an dem ihr jüngstes Kind (ich) auszog.

Auch dafür wuchs das Verständnis, seit meine Kinder alt genug sind, um das fragliche Gerät in unserer Küche selbständig auszuräumen. Ich habe extra das Geschirr auf die bodentiefen Schränke verteilt, damit es nicht daran scheitert, dass man in ihrem zarten Alter noch nicht so weit hinaufreicht, um die Tassen wegzustellen. Und jedes Mal, wenn die Kinder mal nicht greifbar sind, die Spülmaschine aber unabwendbar geleert werden muss, überkommt mich leichter Unmut. Wie soll das erst werden, wenn das jüngste Kind eines Tages auszieht?!

Freitag, 1. November 2013

Anderswo - Mutter sein in Südkorea, Argentinien und in der Türkei

Die Neue Zürcher Zeitung hat da eine schöne Serie drüber gebracht (und hat überhaupt die interessante Rubrik "Frauenwelten" - unter der sich die Mütter-Serie leider nicht befindet, es ist überhaupt sehr schwierig, sie wiederzufinden, wenn man nicht den direkten Link hat). Es heißt zwar allgemein "Mutter sein", es fällt aber auf, dass die Mütter alle berufstätig sind und das laut den weiteren Details zu den Ländern in vielen Ländern nicht unbedingt typisch ist.

Hier also die Artikel:

Mutter sein in Südkorea. Schwierig aufgrund eines noch recht traditionellen Mutterbildes und
wegen sehr langer Arbeitszeiten.

Mutter sein in Argentinien. Das Kind der Call-Center-Mitarbeiterin wird im Kindergarten und von der Oma betreut. Außerdem natürlich von Mutter und Vater.

 Mutter sein in der Türkei. Wenn es von Argentinien schon heißt, dass wenige Frauen arbeiten, dann sind es in der Türkei noch mal fast die Hälfte weniger, nämlich 28%. Vater und Mutter können sich in diesem Fall die Arbeit so aufteilen, dass immer einer beim Kind ist.

Oh, wenn ich nach weiteren Ländern suche (leider ist die Suchfunktion der NZZ nicht besonders komfortabel), dann taucht doch noch das ein oder andere Land auf:
Mutter sein in Australien.

Und eine Google-Suche fördert dann noch Schweden, Deutschland, Spanien und Südafrika zutage!