Freitag, 22. Juni 2012

Wie schaffen es die anderen

Beispiel Nancy Pelosi.

Egal, was man von ihrer politischen Meinung hält - aber ihr Lebensmodell ist einen zweiten Blick wert. Erst fünf Kinder kriegen und  großziehen, dann in die Politik richtig einsteigen und Sprecherin der Domokraten Republikaner im US-Kongress werden - muss doch wirklich mal ihre Biographie drauf durchsehen wie sie das gemacht hat.

Also, die Rohdaten liefert  natürlich Wikipedia. Auf Zeit.de findet man etwas zu ihrem politischen Werdegang. Und Welt.de liefert ein paar Hintergründe aus ihrem privaten Leben: Fünf Kinder in sechs Jahren, die sechziger Jahre sozusagen schwanger verbracht, die siebziger mit Hausarbeit (hoffen wir für sie, dass das Investmentbanker-Gehalt ihres Mannes für genügend bezahlte Hilfe gereicht hat). Einstieg in die große Politik mit 47 Jahren. Na also, da geht noch was!

Mittwoch, 13. Juni 2012

Übermutti - in manchen Minuten. In anderen nicht so

Beinah schon verboten fit gewesen - die Leib- und Magen-Joggingstrecke (keine Sorge - ich könnte wahrscheinlich noch an allen Fingern und Zehen nachzählen - vielleicht zwei Mal -, wie oft ich die schon zurückgelegt habe) das erste Mal im Jahr in Angriff genommen. Und gleich ohne atemlose Gehpausen! Wie das? Sind mir durch permanente Kränklichkeit ungeahnte Muskeln gewachsen? Eher nicht. Hilft regelmäßiges 12,5 kg-Heben doch der allgemeinen Fitness? Mütter der Welt, die Muskelkraft ist unser!

Dann noch pädagogisch wertvoll gebastelt bzw. eine grobe Kinderanweisung ("Mama, die hatten heute alle so Ballons mit Mehl gefüllt in der Pause.") per Internetrecherche etwas konkretisiert, ehe die Küche im Mehlstaub versinkt. Voll easy.

Ich hoffe, das neutralisiert das eher unkorrekte "Ich muss mich jetzt hinlegen, auch wenn sonst kein Erwachsener in der Nähe ist,  ist mir egal, was die kleinen Kinder dann für Unheil anrichten" und das "Ich krieg einen halben Schreikrampf, wenn jetzt noch irgenwer Mehl mit vollen Händen verschüttet!"

Montag, 11. Juni 2012

Großstadtängste

S-Bahn. Obwohl zu viert besetzen wir nur zwei Plätze - denn das eine Kind möchte gern im Kinderwagen bleiben, um sein Spiegelbild in der Tür zu bewundern, das andere möchte gern auf Mamas Schoß sitzen. Ein dritter Platz ist besetzt, da kommt ein junger Mann. Schaut sich etwas gründlicher als üblich um und setzt sich etwas umständlicher als normal.

Und dann fängt das Reden an, in einer Fremdsprache, von der ich leider ein paar Worte verstehe. Sehr laut. Hm, kein Handy am Ohr, kein unauffälliger Knopf im Ohr samt Leine mit Mikro. Also ein, wie sagt man das gerade politisch korrekt, psychisch etwas auffälliger Mensch. Es beruhigt nicht gerade, dass ich das Wort "Schwein" und "Schweine" verstehe, kleine Wunden an seinen Händen entdecke und der Mensch einen prall gefüllten Rucksack umklammert.

Aber "wo Gefahr ist, ..." Ihr kennt das ja. merkwürdige Menschen, komische Mütter, ein bisschen beruhigt mich der Gedanke, dass wenn wir jetzt von einem verrückten Islamisten in die Luft gesprengt werden würden, es
1. wenigstens schnell und deshalb ohne groß was zu spüren ginge,
2. keiner allein zurück bliebe (na gut, außer dem abwesenden Mann ...) und
3. wenn ich mir so was schon wünschen müsste, dann doch wirklich am liebsten im Kreis meiner Lieben und mit einem warmen, lebendigen Kind auf dem Schoß das Leben beschließen würde.

Als nächstes dachte ich drüber nach ob ich den Mann bitten sollte, leiser zu schimpfen, weil ich nicht weiß, ob die Kinder ihn nicht vielleicht erheblich besser verstehen als ich. Aber andererseits, angesichts dessen, wie ihre Fremdsprachenstunden meist so ablaufen, habe ich mir das dann doch geschenkt. Und passiert ist natürlich nix.

Donnerstag, 7. Juni 2012

Petition "Nein zum Betreuungsgeld"

Fast wär es mir schon egal, wer diese Petition überhaupt initiiert hat (ist es mir nicht, es sind Bündnis90/Die Grünen Berlin). Aber sie sprechen aus, was sich fast jeder denkt: Wieso muss das jetzt sein? Keiner will das Betreuungsgeld, außer der CSU. Selbst Mütter, die in den Genuss kommen würden, sind nicht begeistert davon. Natürlich gibt man es dann trotzdem nicht zurück. Aber es hat auch niemand danach verlangt, es gefordert, begründet. Ärgerlich. Also, unterschreiben:
http://neinzumbetreuungsgeld.de/

Dienstag, 29. Mai 2012

Die Schule: Ein Elternteil zu Hause wird vorausgesetzt

Sei es für diverse Nachmittagstermine wie die Theateraufführung (natürlich will man die sehen, das eigene Kind spielt ja mit!), Vormittagstermine (Lernentwicklungsgespräche, Zeugniskonferenzen), Abendtermine. Gut, für die braucht man nicht zwangsläufig einen erwerbslosen Elternteil. Aber ein zweiter Elternteil wäre schon praktisch, wenn man die Kinder zu Hause lassen, aber trotzdem an Terminen wie Elternrat oder Organisationstreffen teilnehmen möchte.

Insgesamt hab ich das Gefühl, es hat sehr zugenommen, wie erwünscht Elternbeteiligung ist, zumindest seit meiner eigenen Schulzeit. Muss dringend mal meine Mutter danach fragen, nicht dass meine Erinnerung hier verschwommen ist und es schon immer so war, das für jeden Anlass mal eben ein Kuchen oder ein anderer Beitrag für das Büffet mitzubringen ist.

Gerade häuft es sich wieder einmal mit solchen Terminen, der Schuljahresschluss steht an und das sollen die Kinder noch mal so richtig mitkriegen ("einen Abschluss finden" oder wie das pädagogisch korrekt heißt). Genau wie zur Weihnachtszeit also: Hier eine Übernachtungsparty, dort ein gemütliches Beisammensein mit Essen und Trinken. Alles tolle Sachen. Aber mal ehrlich: Weihnachtsfeier zu meiner Schulzeit war: Am letzten Schultag bringen die Kinder Plätzchen mit, es werden Kerzen angemacht, Weihnachtslieder abgespielt und irgendwie die drei Stunden rumgebracht. Da kamen keine Eltern. Was sollen die da auch, ist ja Schule. Keine Ahnung, ob ich mal wieder die Pädagogik dahinter verkenne: Mein Verhältnis zur Lehrerin hat sich dadurch noch nicht merklich verbessert - meist spreche ich sie gar nicht.

Klar finde ich es toll, dass sie solche Sachen für die Kinder machen. Übernachtungsparty, also ehrlich! Das gab es weder zu meiner Schul- noch zu meiner Kindergartenzeit und ich hätte es sicher toll gefunden. Aber was sollen da immer die Eltern dabei? Zumindest mitübernachten müssen wir ja nicht :-) Ich hätte dafür vielleicht lieber ein, zwei Termine mehr, bei denen es um die Entwicklung meines Kindes geht, DAS würde mich der Lehrerin näherbringen!

Donnerstag, 24. Mai 2012

Mein Weg ins Übergewicht - ich nehm Euch alle mit!

Ich habe meinen Body Mass Index berechnet. Zum ersten Mal seit vielleicht zehn Jahren. Hätte ich das mal lieber nicht getan. So verändert sich gerade ein Teil meines Welt- und Menschenbildes.

Vor zehn Jahren - das war vor Kind 1, 2 und vor allem vor Kind 3, das mir noch mal und noch immer drei bis vier Kilo plus beschert hat, eine volle Kleidergröße und eine halbe Schuhgröße zusätzlich. Vor zehn Jahren - da sah ich den BMI als ein sehr freundliches Gewichtsmaß. Wie könnte man den JEMALS auch nur in die Nähe von Übergewicht kommen, dachte ich im jugendlichen Hochmut. Tja, nun weiß ich es also.

Und sehe die Welt seither mit anderen Augen. Nur 36% aller deutschen Frauen haben nach dieser Umfrage vom Spiegel (und dazu muss man sehen: Das waren eigene Aussagen, keine objektiven Messungen!) Kleidergröße 38 oder kleiner. Oder anders ausgedrückt: Die deutliche Mehrheit trägt 40+! Und wo ich mich bisher immer fragte, wo die vielen Übergewichtigen sich denn verstecken, die 58% der Deutschen, deren BMI oberhalb 25 liegt?

Jetzt weiß ich es ein bisschen besser. Und gehe mit geschärftem Blick durch die Stadt. Breiter Po? Kleiner Schmerbauch? Etwas breitere Schenkel? Alle, alle, alle BMI>25, ich bin ganz sicher! Nahm ich vorher nur deutliches Übergewicht wahr, habe ich nun leider den hyperkritischen Blick. Legt sich hoffentlich wieder.

Mittwoch, 16. Mai 2012

Luxus

Der kleine Luxus berufstätiger Eltern:

Nein, die S-Bahn nehm ich noch nicht nach Hause. Ich schlender ganz langsam durch den Sonnenschein. Und ich renne nicht, um eine Bahn zu kriegen (das ist natürlich der besondere Luxus der Großstadt), in 10 Minuten kommt ja die nächste.