Mittwoch, 16. Mai 2012

Luxus

Der kleine Luxus berufstätiger Eltern:

Nein, die S-Bahn nehm ich noch nicht nach Hause. Ich schlender ganz langsam durch den Sonnenschein. Und ich renne nicht, um eine Bahn zu kriegen (das ist natürlich der besondere Luxus der Großstadt), in 10 Minuten kommt ja die nächste.

Montag, 7. Mai 2012

Ziele

Nur für den Fall, dass mich mal jemand nach meinen Zielen fürs nächste Leben fragt (über die Ziele für DIESES Leben sprechen wir ein anderes Mal): Ich möchte als Mann wiedergeboren werden.

Und zwar nicht für den üblichen Quatsch, um endlich mal männliche Privilegien auszukosten, noch mehr Geld zu verdienen, eine Hausfrau zu haben oder so. NEIN. Um endlich zu verstehen, wie es für einen Mann ist, bei einer Geburt dabei zu sein. Also möglichst bei der Geburt des eigenen Kindes natürlich, das berührt vermutlich mehr als die Geburt irgendeines Babys. Wie fühlt sich das an? Ist das schlimm, so daneben zu stehen und nichts tun zu können? Langweilt man sich zwischendurch vielleicht echt mal, darf es aber natürlich keinesfalls zugeben? Oder ist das die ganze Zeit so eine total intensive Erfahrung, wie sie einem in den Vorbereitungskursen vorschwärmen? Gibt es das vielleicht sogar schon, so total ehrliche Männervorbereitungskurse, wo dann auch mal Tacheles geredet wird à la: Sie wird schwitzen wie ein Schwein, mach Dir nichts draus und lass Dir nichts anmerken?

Wahrscheinlich bin ich dann wieder nicht der richtige Typ dafür. Hab ja selbst als Mutter mein Baby in den ersten Tagen im Krankenhaus nicht den ganzen Tag beseelt angeschaut, sondern war sehr froh, dass ich beim ersten Kind zumindest EINE anregendere Zeitschrift dabei hatte. Beim zweiten Kind war es dann schon ein ganzes Buch UND ich hab mich getraut, den Fernseher anzumachen!

Sonntag, 6. Mai 2012

Fürs Freundebuch

Wenn es mal wieder so weit sein sollte. Die Freundebücher, Pest der ersten und zweiten Schulklassen. Denn WER muss dann alles schreiben, weil das kleine Kind noch gar nicht dazu fähig ist, viel mehr als seinen Namen ermüdungsfrei zu schreiben? Die Eltern natürlich.

Also, wenn die Freundebücher nun wieder zurückkehren sollten und wenn ich noch nicht zu peinlich sein sollte, um reinzuschreiben (das geht ja manchmal schnell), dann habe ich nun endlich einen neuen Lieblingsfilm. Beziehungsweise viele, aber der gemeinsame Nenner: Filme von Hayao Miyazaki. Relativ neue Liebe. Chihiros Reise ins Zauberland habe ich im Kino gesehen, den Rest dann im Kino. Und "Das wandelnde Schloß" haben wir sogar auf DVD, genau wie "Ponyo". Einfach wunderschön finde ich, wie wenig sich darin um Wahrscheinlichkeiten geschwert wird. "Hey, das ist ein Film"! Genau, und deshalb kann ohne Weiteres ein Kind hexen und auf Wellen laufen, eine Insel im Himmel fliegen oder eine Katze mit acht Beinen (mindestens) als Bus herumlaufen. Jawohl! Solange die Geschichte gut ist und die Gefühle darin stimmig. Kleine Tränchen drängten nach draußen, als heute abend in "Mein Nachbar Totoro" die Kinder so traurig waren, weil ihre Mama im Krankenhaus waren und keiner wusste, ob sie stirbt. So muss es sein!

Montag, 30. April 2012

Durchgereicht

Durfte heut feststelle, dass ich zu NDR 1 durchgereicht wurde. Was sagt Wikipedia dazu? "Das Programm spricht eine Zielgruppe von Menschen über 40 Jahren an"


Aber ich bitte Euch: Soulsister, The way to your heart? Jason Donoval, Sealed with a kiss? So ist das also, wenn man auf die 40 zugeht.

Sonntag, 29. April 2012

Mutter-Kind-Kur - eine Option?

Zunächst mal: ja, ich glaube, dass Mutter-Kind-Kuren eine gute Sache sind, dass Mütter sicher oft erschöpft und ausgebrannt sind, vor allem berufstätige Mütter.

Aber wie machen das nun gerade die berufstätigen Mütter. Wie kommt das im Beruf an? "Ich bin jetzt mal für drei Wochen nicht da, meinen Urlaub und meine üblichen Krank- und Kindkranktage nehme ich dann auch noch" - andererseits, wenn es sein muss. Und wenn ich mich anschaue, jeden Monat einen anderen Infekt, lang kann es nicht mehr dauern, bis ich ernsthaft länger vor diesen Plakaten vom Müttergenesungswerk verharre und mir die Adresse der Webseite abschreibe.

Montag, 23. April 2012

Ist das Kind wirklich von mir?

"Ist doch lustig, Mama, oder? Ich hab gar keine Lust auf Süßigkeiten." Ja, voll lustig, denke ich für mich. "Toll Schatz, dann kannst Du mir ja Deinen Schokohasen abgeben!" Geht sie doch los und holt ihn und gibt ihn mir.

Man sagt ja immer, im Gegensatz zum Vater könne man sich als Mutter ziemlich sicher sein, dass es das eigene Kind ist. Aber manchmal hat man doch so seine Zweifel ...

Montag, 16. April 2012

Schlechtes Gewissen

Wer noch? Der Mann übernimmt mehr und mehr Aufgaben, die bis vor Kurzem noch eindeutig MEIN Territorium waren. Ich hab vorletztes Jahr noch großspurig getönt, so eine Ladung Wäsche hin und wieder sei kein Problem, die kriege man abends immer noch unter.

Aber immer weniger hab ich Lust, abends noch auf dem kalten Dachboden zu stehen und eine halbe Stunde feuchte Wäschestücke über die Leine zu hängen.

NEIN, ein Wäschetrockner ist keine Option. Oder wäre es keinesfalls, wenn ich allein Herrin der Wäsche wäre.

Tja, noch so ein Punkt: Mit dem Abgeben von Aufgaben fällt auch die Entscheidungshoheit. Plötzlich muss ich begründen, weshalb ich Bio-H-Milch vorziehe, weil jemand anderes sie besorgen und dafür vielleicht einen Umweg machen soll. Und das ist nur einer der kleineren Punkte.