Sonntag, 10. Oktober 2010

Eltern-Uniform

Kaum hatte ich Violets Blogpost zum Thema Müttermode gelesen, schon sah ich es in freier Wildbahn bestätigt.
Wir waren auf einem Jahrmarkt wie vor 50 Jahren. Natürlich liefen da hauptsächlich Familien rum, wer sonst ist schon an gebrannten Mandeln, Riesenseifenblasen und alten Riesenrädern interessiert. Hat Spaß gemacht und zeigt, dass die Mega-Fahrgeschäfte bis zu einem gewissen Kinderalter gar nicht nötig sind.

Aber zur Elternuniform: Die Jack-Wolfskin-Jacken-Dichte erreichte auf manchen Quadratmetern die kritische Masse. Und so viele Frauen mit "praktischen" Frisuren. Und ich? Trage Northface :-) Was will man machen. Kinderwagen schieben und Regenschirm geht einfach nicht. Und hier im Norden muss man einfach IMMER mit einem kleinen (bis großen) Schauer rechnen. Obwohl, heute, bei dem Bombenwetter - da war es wohl nur meine eigene Trägheit als echte Notwendigkeit.

Freitag, 8. Oktober 2010

Wie ist das eigentlich mit den Handwerkern

An unserem neuen Haus muss einiges gemacht werden, bevor wir einziehen können. Dinge, mit denen ich mich in diesem Leben noch nie beschäftigt habe. Welche Küchenmarken gibt es, zum Beispiel? Oder welche Sanitärkeramik (nicht mal das Wort kannte ich bisher)?

In der Planungsphase wächst meine Hochachtung vor den Handwerkern. Die können Dinge, von denen ich als Büromensch überhaupt keine Vorstellung habe. Dann sind sie auch noch selbständig (also die Chefs, die die Angebote machen) und jeder braucht sie irgendwann. Denen geht die Arbeit nie aus! Werde meinen Kindern dringend eine Handwerkerausbildung nahelegen. Ist ja auch praktisch, wenn später mal wieder am Haus was gemacht werden muss. :-)

Habe nur etwas Angst vor der jetzt folgenden Ausführungsphase, da hört man ja quasi nur Horrorgeschichten von vergessenen Waschtischanschlüssen etc. Oder hat irgendjemand schon mal richtig gute Erfahrungen mit Handwerkern gemacht? Die Adresse hätte ich gern - von dem Handwerker versteht sich!

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Artikel im Stern (Nr. 40, 2010): Karriere? Das tu ich mir nicht an

Sehr interessant. Am besten gefällt mir das Zitat einer Mutter: "Meine Kinder hätten noch längere Fremdbetreuung gut abgekonnt, aber für mich wäre es nichts gewesen" (aus dem Gedächtnis, hab das Ding grad nicht hier liegen).  Entspricht in mehreren Punkten meiner Meinung.

- Die meisten Kinder kommen in Krippen-, Kindergarten- und Hortgruppen gut klar, fühlen sich wohl und überhaupt nicht abgeschoben und fremdbetreut. Ärgert mich nämlich, wenn das berufstätigen Müttern vorgeworfen wird. Kommt wahrscheinlich drauf an, was die Kinder gewöhnt sind, wenn sie es von klein auf nicht anders kennen, dann ist es halt so, dass jeder tagsüber seiner Arbeit nachgeht (oder Schule/Kindergarten) und nachmittags/abends  alle wieder zusammenkommen.

- Es gibt gute Gründe, zu Hause zu bleiben. Aber die haben viel mehr was mit den Eltern zu tun, als mit den Kindern. Die Eltern wollen ihre Kinder unter der Woche selber sehen, mehr Zeit mit ihnen verbringen, um ihnen das eigene Wertesystem weiterzugeben etc. Das kann man so sagen und absolut dazu stehen, finde ich total nachvollziehbar. Aber man sollte nicht sagen, dass das Kind ehrlich leiden würde, wenn es anders wäre. Komischerweise sind es vor allem die Mütter, denen dieser Punkt etwas ausmacht. Väter haben in den meisten Fällen weniger Probleme damit, ihre Kinder unter der Woche hauptsächlich schlafend zu sehen. Oder leiden die alle still und reden nicht öffentlich darüber?

- Man kann sich dafür entscheiden, zu Hause bei den Kindern zu bleiben oder wieder außer Haus zu arbeiten, es gibt für beides gute Gründe. Aber es ist eine Entscheidung, nichts "naturgegebenes". Weder der eine, noch der andere Weg ist immer und für jeden der Weg zum Heil (und schon gar nicht für die Kinder), es gibt nur Entscheidungen aus der persönlichen Situation heraus.

Soviel von mir zur meist hitzig geführten Debatte Hausfrau-Mutter vs. berufstätige Mutter

Dienstag, 5. Oktober 2010

Danke, Gott, für den Schnuller

Oder wer auch immer ihn erfunden hat. Angeblich gab es die ersten Exemplare schon bei den alten Ägyptern. Aber es ist doch himmlisch, das Kind nach erfolgter Sättigung nachts hinlegen zu können. Ein empörtes Quietschen, das sich sicherlich zum wachmachenden Radau steigern würde - aber nein, da kommt der Lärmstöpsel, drei Mal fest gesaugt und gut ist. Und Babys sind ja nicht dumm, wenn es ernsthaft um Hunger oder ein anderes größeres Problem geht, dann hilft der Nuckel nicht, da müssen die Eltern dann schon selber ran. Aber für diese einfache schnelle Beruhigungsart bin ich einfach sehr dankbar. Und nehm dann den Trouble hin, den das Abgewöhnen irgendwann bedeutet. Hab ich schon zwei Mal durchgestanden, wird auch wieder vorbeigehen.

Montag, 4. Oktober 2010

Aus der Zeit gefallen?

Seit ich in Elternzeit bin und nicht mehr arbeite, kriege ich definitiv weniger mit von der Welt. War wohl zu erwarten. Die Zahl der Sozialkontakte verringert sich dramatisch. Ich weiß noch, wie ich nach der letzten Elternzeit wieder zur Arbeit gegangen bin. Nach dem ersten Tag hatte ich Kopfsausen, weil ich dort ungefähr zehnmal so viele Leute gesprochen und vielleicht fünfzigmal so viele Kommentare gehört habe, wie zu Hause.

 Könnte die Elternzeit ja unter "Entschleunigung" verbuchen. Könnte aber auch sein, dass man dadurch erst mal ein wenig langsamer im Kopf wird.

Auch das politische Geschehen. Ich lese immerhin jeden Morgen die Zeitung, so dass ich zumindest mitkriegen würde, wenn zum Beispiel die Wissenschaft rauskriegen würde, dass übermorgen die Welt untergeht. Abends Nachrichten im Fernsehen schaffe ich nämlich definitiv nicht, das ist Großalarm "Kinderbettbringen" angesagt. Aber zu Arbeitszeiten hab ich in der S-Bahn unglaublich viel gelesen. Ganze Geldstapel habe ich zu den Kiosken getragen für Zeitschriften. Und jetzt? Schaff ich ein Nachrichtenmagazin nicht mal jede zweite Woche. Von den ganzen Lifestyle-Magazinen mal ganz zu schweigen (ja, ich hab Nido gekauft. Die erste Ausgabe sogar zwei Mal, weil sie bei meinem Kiosk noch mal auslag, als endlich entschieden wurde, dass die regelmäßig erscheinen soll). Vielleicht sollte ich mehr online lesen? Am Rechner bin ich ja ziemlich oft.

Samstag, 2. Oktober 2010

Eine Seelenverwandte

Im Brigitte-Forum schreibt  eine Nutzerin namens Rocaille: "Seit ich Hausfrau bin, vertrödle ich meine Zeit"

Das Kind ist sechs Monate alt, die Mutter zu Hause und hat das Gefühl, nix so richtig zu machen. Bisschen Putzen und Kochen, bisschen das Kind bespaßen und sonst viel Rumhängen, Einkaufen, Kaffee-Trinken gehen. Ich könnte für mich hinzufügen: Dinge tun, zu denen man früher nie gekommen ist, z.B. ein paar neue Rezepte ausprobieren, den Keller aufräumen.

Ganz gut finde ich die Tipps, die die Nutzerin von den anderen Forumsteilnehmerinnen kriegt, also z.B. Wochenplan machen. Gute hauswirtschaftliche Praxis. Und fällt "Bügeln" unter "nutzlose Dinge tun, die ich vorher nicht getan habe" oder mehr unter "endlich mal ordentlich aussehen"?

Die Devise ist: Genießen, solange es dauert. Denn 40 Stunden und mehr in der Woche arbeiten und gleichzeitig Kinder und den halben Haushalt zu haben, ist nicht gerade immer ein Zuckerschlecken.

Freitag, 1. Oktober 2010

Glückwünsche

Zur Geburt eines Kindes wird man mit Glückwünschen überhäuft. Man freut sich (vor allem, wenn im Umschlag nicht nur ein Glückwunsch, sondern vielleicht noch ein kleiner Schein für das Kind steckte), man erinnert sich aber nicht genau, wer was geschrieben hat. Deshalb muss man Listen führen, welches Geschenk von wem kam. Wegen der Glückwünsche und damit man sich zu gegebener Zeit revanchieren kann (das mache doch nicht nur ich so, oder?)

Einen nachdrücklichen Glückwunsch habe ich aber zur ersten Geburt bekommen. Eine Kollegin wünschte mir alles Gute und sagte sinngemäß: "Ja, Wahnsinn, oder? Jetzt ist man sein Leben lang verantwortlich. Ein ganz schöner Brocken". Genau so fühlte ich mich in dem Moment. Ein wenig niedergedrückt von der Verantwortung. Das Leben dafür auf den Kopf gestellt.

Seitdem versuche ich manchmal, meine Glückwünsche auch zu personalisieren. Auszudrücken, dass ich weiß, wie anders das Leben jetzt ist, wie vollständig anders. Und auch nicht nur toll, sondern manchmal anstrengend und zum Heulen. Ob das richtig ist, weiß ich immer noch nicht genau. Vielleicht gibt es sie ja doch, die Mütter und Eltern, die ohne Probleme ein Baby kriegen, und denen die damit zusammenhängenden Veränderungen überhaupt nichts ausmachen. So ganz entspannte Eltern. Gibt es die wirklich? Ein bisschen hoffe ich ja, nicht.