Montag, 11. Juli 2016

Schwimmen lernen - vielleicht nicht für jede/n?

Ich hatte es ein wenig verdrängt. Zwei Kinder habe ich schon durch Schwimmschule und Schwimmvereine bis zum Bronzeabzeichen und damit verlässlicher Schwimmfähigkeit gebracht. In meiner Erinnerung war es etwas mühsam, teuer und mit vielen sehr frühen Vormittagsterminen am Wochenende verbunden gewesen.

Jetzt ist das dritte Kind dran. Und alle meine Erinnerungen stimmen - leider.

Es braucht drei Module, bis das Kind eventuell das Seepferdchen macht (neben der Hamburger Bäder-Spezialität "Junior-Pinguin"). Seepferdchen, auch bekannt als "Lizenz zum Ertrinken". Jedes Modul kostet 45 Euro. Kurz angesprochen wurde von der freundlichen Schwimmlehrerin, dass es für Hartz4-Empfänger evt. Ermäßigungen gibt. So etwas wird aber wohl besser auf der Bäderland-Homepage auffindbar kommuniziert - ich hab es zumindest nicht gefunden.

3x45 Euro, also 135 Euro für eventell Seepferdchen. Sicher schwimmen kann das Kind aber erst etwa ab Stufe "Bronze". Was, wenn ich versuche, die Hamburger Pinguin-Währung in allgemein verständliche Schwimmprüfungen umzurechnen, noch ungefähr 1 bis 2 Kurse à 3 Module braucht. Ja. Das sind mindestens 270 Euro.

Oder man wartet, bis das Kind Schulschwimmen hat. Immerhin das gibt es hier in Hamburg inzwischen sogar zwei Schulhalbjahre lang. Ab der 3. Klasse. Da ist das Kind 8 oder 9 Jahre alt.

Waren Sie in letzter Zeit mal mit einem oder gar mehreren Kindern, die nicht sicher schwimmen können, im Schwimmbad? Da ist nichts mit gemütlich auf der Wiese liegen und ab und an einen Blick auf die Kinder werfen. Da ist permanente Aufmerksamkeit gefragt. Von alleine mit Freunden ins Bad schicken gar nicht zu reden.

Aber wer beiden 270 Euro fürs Schwimmenlernen ernsthaft schlucken muss, der hat ja vielleicht sowieso nicht die nötige Kohle, um allzu oft ins Schwimmbad zu gehen. Bei uns hier für eine Erwachsene und das kleine Kind der günstigste Tarif (heute für Sie getestet): 9,90 Euro. Muss ja auch nicht der ganze Pöbel ständig ins Schwimmbad rennen, nicht wahr? Bleibt man doch lieber unter sich.

Kommentare:

  1. In der Badewanne fängt es an...Die Wassergewöhnung...
    Ich erinnere er mich noch an das Buch des gleichen Titels zu Zeiten meines Sportstudiums. Und während meiner Tätigkeit als Lehrerin fiel mir in den letzten Jahren auf, dass genau diese Wassergewöhnung als Voraussetzung fürs Schwimmen lernen immer mehr fehlte, weil Eltern keine Zeit mehr haben mit ihren Kindern Vorarbeit zu leisten...leider.Deshalb waren die Schwimmkurse in der dritten Klasse hier zunehmend geprägt davon, den Kindern erst mal das neue Element vertrauter werden zu lassen.
    Mit meinem eignen Sohn bin ich damals zum Babyschwimmen gegangen....dann war das Schwimmen lernen mit fünf Jahren abgeschlossen....Seepferdchen...und in derSchule konnte darauf aufgebaut
    werden.
    Eltern spielen beim Schwimmen lernen eine immense Rolle..
    LG Sisah

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    1. Das stimmt natürlich. Wir sind erst zur Probestunde, als das "Blubbern" in der Badewanne klappte (also Ausatmen unter Wasser).

      Es bleibt aber trotzdem eine zeit- und geldraubende Angelegenheit, die Schwimmschule.

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  3. ....okay...dann deutlicher...ohne Schwimmschule scheint es euch nicht möglich schwimmen zu lernen ? Das halte ich für Unsinn. Es gibt Schwimmvereine, die wesentlich billiger sind...wo man seine von Eltern erlernten Grundtechniken verfeinern kann. So habe ich es gelernt, meine Geschwister...mein Sohn...Und wir gehören auch nicht zur 'Upper class'
    Und auch wenn ein Kind im Alter von 10 Jahren gut schwimmen kann, sind weder Eltern noch Lehrer von ihrer Aufsichtspflicht im Schwimmbad befreit.
    In Spaßbäder hätte ich damals auch nie meinen Sohn alleine geschickt...und mit Klassen gehe ich nur sehr ungern an Wandertag dorthin....und wenn dann nur, wenn nicht so viel los ist.


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    1. Der nächste Schwimmverein hat hier mehr als 1 Jahr Warteliste und sie nehmen nur Kinder, die Seepferdchen-Niveau und besser schwimmen können. Angeblich gibt es eine Seepferdchen-Gruppe, aber ich konnte noch nicht rausfinden, wessen beste Freundin man dafür sein muss, um da reinzukommen.

      Nein, ich denke, wir werden auch diesem Kind das Schwimmen beibringen (lassen). Ich finde es aber unnötig umständlich und teuer und bin davon überzeugt, dass das Menschen mit weniger Ressourcen als wir vielleicht eher lassen. Was, wenn ich selber nicht schwimmen kann? Was, wenn mir 9,90 EUR pro Mal Schwimmen mit Kind (und das ist 1 Erwachsener + 1 Kind) zu teuer ist?

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