Das statistische Bundesamt hat nachgezählt: Im Osten Deutschlands sind Mütter doppelt so oft in Vollzeit berufstätig wie in den alten Bundesländern (53% vs. 22%).
Woran das liegt, dazu gibt es unterschiedliche Erklärungsansätze:
1) Es liegt an der Prägung durch die DDR: Zu DDR-Zeiten war es einfach üblich, dass Frauen genauso wie Männer berufstätig waren. So kennen die dortigen jungen Mütter es nur so, dass beide Eltern außer Haus arbeiten.
Das geht
2) natürlich nur, wenn die Kinderbetreuung entsprechend ausgebaut ist - was sie in den neuen Bundesländern noch ist - auch dies ein Erbe der DDR. Aber was kommt in der heutigen Zeit zuerst? Die guten Kinderbetreuung auch für Unter-Dreijährige, die dazu führt, dass die Frauen leichter und länger wieder arbeiten können? Oder wollen die Frauen aufgrund der oben genannten Erfahrungen (Papa UND Mama gehen arbeiten) schnell wieder arbeiten und aus purer Notwendigkeit gibt es die gut ausgebaute Kinderbetreuung?
Oder ist es einfach so, dass
3) die Gehälter im Osten Deutschlands durchschnittlich immer noch so niedrig liegen, dass auch die Frau ein Vollzeitgehalt nach Hause bringen muss, damit die Familie genug Geld zum Leben hat? (2008 lag der durchschnittliche Verdienst eines Mannes im Westen 45% höher als der eines Mannes im Osten.)
Samstag, 30. Oktober 2010
Donnerstag, 28. Oktober 2010
Wer muss raus?
Einer der wenigen Artikel der Zeitschrift Eltern, die mir im Gedächtnis geblieben ist und der tatsächlich nützlich war (ist schon Ewigkeiten her, die Erkenntnis kam bereits beim ersten Kind):
Es gibt ein Spiel, das heißt: Wer muss morgens um 5, 6, 7 Uhr (am Wochenende!) mit dem Baby aufstehen. Beim ersten Kind wurde das bei uns mit Vorliebe gespielt.
Das Dumme dabei ist: Es gibt Verlierer. Erst anhand des Artikels, wo eine Redakteurin dasselbe Problem schildert, habe ich gemerkt: Das ist doof.
Niemand sollte das Gefühlt haben, sich um das Kind kümmern zu "müssen". Niemand sollte dabei den anderen beneiden, der das gerade nicht "muss". Ist für einen selber blöd UND fies gegenüber dem Kind, so eine lustlose Mutter, ein lustloser Vater, die innerlich böse Gedanken haben, wenn sie um 6.30 Uhr am Samstag überlegen, was sie denn jetzt mit Baby und ohne Partner machen sollen.
Und Schlafmangel macht wirklich böse und ungerecht und sehr kleine Babys mussten sich da schon sehr böse Sachen anhören.
Dann doch lieber das Kind, das grad aufwacht, ins Bett holen. Meist ist das ja nicht von jetzt auf gleich schlagartig wach, sondern man hat gemeinsam Zeit, sich zu berappeln.
Es hilft natürlich, dass wir hauptsächlich Ausschlafbabys hatten (für Nicht-Eltern: 7 Uhr, manchmal sogar 8 Uhr), so dass die 5.30 Uhr Variante nur sehr selten vorkommt.
Es gibt ein Spiel, das heißt: Wer muss morgens um 5, 6, 7 Uhr (am Wochenende!) mit dem Baby aufstehen. Beim ersten Kind wurde das bei uns mit Vorliebe gespielt.
Das Dumme dabei ist: Es gibt Verlierer. Erst anhand des Artikels, wo eine Redakteurin dasselbe Problem schildert, habe ich gemerkt: Das ist doof.
Niemand sollte das Gefühlt haben, sich um das Kind kümmern zu "müssen". Niemand sollte dabei den anderen beneiden, der das gerade nicht "muss". Ist für einen selber blöd UND fies gegenüber dem Kind, so eine lustlose Mutter, ein lustloser Vater, die innerlich böse Gedanken haben, wenn sie um 6.30 Uhr am Samstag überlegen, was sie denn jetzt mit Baby und ohne Partner machen sollen.
Und Schlafmangel macht wirklich böse und ungerecht und sehr kleine Babys mussten sich da schon sehr böse Sachen anhören.
Dann doch lieber das Kind, das grad aufwacht, ins Bett holen. Meist ist das ja nicht von jetzt auf gleich schlagartig wach, sondern man hat gemeinsam Zeit, sich zu berappeln.
Es hilft natürlich, dass wir hauptsächlich Ausschlafbabys hatten (für Nicht-Eltern: 7 Uhr, manchmal sogar 8 Uhr), so dass die 5.30 Uhr Variante nur sehr selten vorkommt.
Montag, 25. Oktober 2010
Hunger!
Ich habe schon einmal beschrieben, wie meine normale Schokoladenzufuhr zurzeit aussieht. Nun muss ich zugeben: Es war nicht maßlos übertrieben. Unglaublich, wie viel mehr Nahrung man zu sich nehmen kann, nur weil da noch jemand mitisst.
Angeblich sind es nur 600 Kalorien mehr, die man durch das Stillen zusätzlich braucht. Aber was das für Auswirkungen hat. Und es ist nicht so, als könnte man die 600 Dinger mal eben abends hinterherschieben, die wollen schön über den Tag verteilt sein. Einen Tag mal das Mittagessen nach hinten verschoben und schon zittere ich vor Hunger und Unterzuckerung. Frisches Fladenbrot, das gerade zur Hand ist, hilft auch in großen Stücken nicht weiter. Es hilft nur echter Zucker in schöner Schokolade, die schnell Abhilfe schafft. Viel schöner als ich hat Heather Armstrong in ihrem Blog über den Stillhunger erzählt. Wie ich kürzlich aus dem Spiegel erfahren habe, lebt die Frau von ihrem Blog - und zu Recht!
Angeblich sind es nur 600 Kalorien mehr, die man durch das Stillen zusätzlich braucht. Aber was das für Auswirkungen hat. Und es ist nicht so, als könnte man die 600 Dinger mal eben abends hinterherschieben, die wollen schön über den Tag verteilt sein. Einen Tag mal das Mittagessen nach hinten verschoben und schon zittere ich vor Hunger und Unterzuckerung. Frisches Fladenbrot, das gerade zur Hand ist, hilft auch in großen Stücken nicht weiter. Es hilft nur echter Zucker in schöner Schokolade, die schnell Abhilfe schafft. Viel schöner als ich hat Heather Armstrong in ihrem Blog über den Stillhunger erzählt. Wie ich kürzlich aus dem Spiegel erfahren habe, lebt die Frau von ihrem Blog - und zu Recht!
Donnerstag, 21. Oktober 2010
So wird das nichts mit der Emanzipation
Wir gehen in ein Küchenstudio, wollen uns beraten lassen (spießig, ich weiß. Na und? Dafür hab ich hinterher eine Küche!). Ich hatte vorher angerufen und mit einem Mann telefoniert. Zwei Personen sitzen dort, eine Frau und ein Mann.
Und was mach ich? Geh zu der Frau und frag nach einer Beratung - und denke, die macht mir einen Termin mit einem Berater. Und was ist? NATÜRLICH IST SIE SELBER BERATERIN. Soviel zum Thema Stereotypen, unbewusste Vorurteile etc.
Die andere interessante Frage ist, weshalb hauptsächlich Männer Küchenberater sind (zumindest bei den von uns besuchten Geschäften)? Traditionell wird doch nun wirklich Frauen mehr Kompetenz in Sachen Küche zugeschrieben. Hören die Käuferinnen und käufer lieber auf den freundlichen Herrn vom Küchenstudio und haben eine Abneigung gegen die Dame? Oder ist es der Vertriebsdruck, den ich vermute, also das Ziel, jeden Tag mindestens zwei 10.000-Euro-Küchen vertickt zu haben - so scheint es mir zumindest in den Küchenabteilungen der großen Möbelhäuser zu sein, ist das eher ein "Männerjob"? Fragen über Fragen.
Und was mach ich? Geh zu der Frau und frag nach einer Beratung - und denke, die macht mir einen Termin mit einem Berater. Und was ist? NATÜRLICH IST SIE SELBER BERATERIN. Soviel zum Thema Stereotypen, unbewusste Vorurteile etc.
Die andere interessante Frage ist, weshalb hauptsächlich Männer Küchenberater sind (zumindest bei den von uns besuchten Geschäften)? Traditionell wird doch nun wirklich Frauen mehr Kompetenz in Sachen Küche zugeschrieben. Hören die Käuferinnen und käufer lieber auf den freundlichen Herrn vom Küchenstudio und haben eine Abneigung gegen die Dame? Oder ist es der Vertriebsdruck, den ich vermute, also das Ziel, jeden Tag mindestens zwei 10.000-Euro-Küchen vertickt zu haben - so scheint es mir zumindest in den Küchenabteilungen der großen Möbelhäuser zu sein, ist das eher ein "Männerjob"? Fragen über Fragen.
Dienstag, 19. Oktober 2010
Behindert
Das Leben mit einem Kinderwagen ist ein Leben mit Behinderung. Nur konsequent also, dass man Behindertenaufzüge, Behindertentüren, die auf Knopfdruck von allein aufgehen etc. nutzen muss. Und sich sehr, sehr am Fortkommen behindert vorkommt, wenn es die nicht gibt, wie zum Beispiel in der S-Bahn-Station, die fünf Minuten von mir zu Hause entfernt liegt.
Die Alternative wären Tragehilfen. Für alle, die sich im Mütterjargon nicht so auskennen: So sehen die aus. Schön und gut, aber wohin mit den Einkaufstüten, den Bücherhallenbüchern, dem Wickelrucksack, wenn man schon sechs bis zehn Kilo Baby schleppt?
Sobald sich in Entwicklungsländern die Straßen sich verbessern, sieht man auch mehr Kinderwagen. Und das nicht (nur), weil es schick und westlich-modern ist, sondern einfach bequemer!
Die Alternative wären Tragehilfen. Für alle, die sich im Mütterjargon nicht so auskennen: So sehen die aus. Schön und gut, aber wohin mit den Einkaufstüten, den Bücherhallenbüchern, dem Wickelrucksack, wenn man schon sechs bis zehn Kilo Baby schleppt?
Sobald sich in Entwicklungsländern die Straßen sich verbessern, sieht man auch mehr Kinderwagen. Und das nicht (nur), weil es schick und westlich-modern ist, sondern einfach bequemer!
Montag, 18. Oktober 2010
Haare
Überall fliegen sie herum. Lange Haare, herren- bzw. damenlose Haare. Meine Haare. Nachdem sie meinen Kopf verlassen haben. Ich WEISS, dass das angeblich normal ist nach der Schwangerschaft und dass das nur Haare sein sollen, die länger dran geblieben sind als üblich (wegen der Hormone). Aber warum hat während der Schwangerschaft nie jemand zu mir gesagt: "Deine Haare sehen aber toll aus". Oder, wie in der Werbung: "Tolles Volumen." Nein, hat niemand gesagt. Und hab ich selber auch nicht bemerkt. Ungerecht! Nur jetzt sieht man das Ergebnis, Haarknäuel in jeder Wäsche, Haarbüschel im Ausguss (ein Glück mit Ausgusssieb).
Aus Hundehaaren machen findige Zeitgenossen wenigstens noch was. Aber aus meinen Haaren?
Aus Hundehaaren machen findige Zeitgenossen wenigstens noch was. Aber aus meinen Haaren?
Samstag, 16. Oktober 2010
Heldin des Schwimmbads
Mit drei Kindern in sehr unterschiedlichem Alter im Schwimmbad gewesen. Gut, es waren nur meine eigenen . Aber trotzdem komme ich mir sehr heldenhaft vor, war vorher nämlich nicht sicher, ob das eine gute Idee ist. Die beiden großen machen gerade einen Schwimmkurs. Leider auf unterschiedlichen Niveaus, so dass der erste Kurs für die Kleine eine Stunde vor dem Kurs für den Großen startet. Also muss man die Zwischenzeit im Schwimmbad verbringen. Sollte nicht so schwer sein. Wenn man noch ein drei Monate altes Baby dabei hat, stellt es aber doch eine gewisse Herausforderung dar. Die wir bravourös (schreibt man das so?) gemeistert haben! Nur mal zur Erinnerung, falls es nächste Woche ganz furchtbar schief gehen sollte.
Der Rest des Tages war okay, aber nicht großartig, was den pädagogischen Umgang mit den Kindern anging. Schon morgens Gehetze samt anges nicht gut für sie ist, länger als kurze Zeit Fernzusehen. Aber trotzdem ... die meisten Mütter wissenspannter Mutter (das hört man immer sehr an der Stimme: "Los jetzt", in einem ganz unangenehmen Zischton). Nach dem Schwimmbad war ich erst mal platt. Dann sind wir zusammen raus (besser, als sich drin anzuzicken) und ich hab mal wieder an mir gezweifelt. Ich meine, die Kinder machen im Prinzip schon so halbwegs, was sie sollen (nicht vor Autos laufen, in den Bus steigen, Schuhe anziehen). Aber die Geschwindigkeit und das Drumherum treiben mich manchmal echt an den Rand des Wahnsinns. Vielleicht lag's am Plattsein. Vielleicht daran, dass wir schon morgens so angefangen haben. Oder am Fernsehnschauen der Kinder, hinterher sind sie oft ein bisschen gestört. Klar, weiß jeder, dass das den Kindern nicht gut tut, aber Eltern wissen, wie es trotzdem dazu kommt, oder?
Aber es gibt ja zum Glück auch wieder andere Tage. Ohne Heldenhaftigkeit, aber dafür mit etwas gleichmäßigerer Verteilung der Stimmungen.
Der Rest des Tages war okay, aber nicht großartig, was den pädagogischen Umgang mit den Kindern anging. Schon morgens Gehetze samt anges nicht gut für sie ist, länger als kurze Zeit Fernzusehen. Aber trotzdem ... die meisten Mütter wissenspannter Mutter (das hört man immer sehr an der Stimme: "Los jetzt", in einem ganz unangenehmen Zischton). Nach dem Schwimmbad war ich erst mal platt. Dann sind wir zusammen raus (besser, als sich drin anzuzicken) und ich hab mal wieder an mir gezweifelt. Ich meine, die Kinder machen im Prinzip schon so halbwegs, was sie sollen (nicht vor Autos laufen, in den Bus steigen, Schuhe anziehen). Aber die Geschwindigkeit und das Drumherum treiben mich manchmal echt an den Rand des Wahnsinns. Vielleicht lag's am Plattsein. Vielleicht daran, dass wir schon morgens so angefangen haben. Oder am Fernsehnschauen der Kinder, hinterher sind sie oft ein bisschen gestört. Klar, weiß jeder, dass das den Kindern nicht gut tut, aber Eltern wissen, wie es trotzdem dazu kommt, oder?
Aber es gibt ja zum Glück auch wieder andere Tage. Ohne Heldenhaftigkeit, aber dafür mit etwas gleichmäßigerer Verteilung der Stimmungen.
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