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Dienstag, 9. Februar 2016

Es ist passiert

Aufgrund dieses Artikels (auch sehr gut, aber lang und auf Englisch), habe ich gerade auf Twitter tatsächlich die Worte "Hillary Clinton Vagina" eingegeben. Ja, tatsächlich, da wird behauptet, dass viele Frauen mit diesem dafür vermutlich absolut ungeeigneten Körperteil den Präsidenten wählen.

Bitte, bitte, lasst das hier nicht passieren. So ein bisschen europäische Zurückhaltung hat absolut etwas für sich. Über Fortpflanzungsorgane von Politikern möchte ich mir, wenn möglich, wirklich niemals Gedanken machen müssen, mal ganz abgesehen von der politischen Botschaft dieser Unterstellungen.

Zudem bin ich gespannt, ob ich nun noch meine Kinder an meinen Rechner lassen kann, oder ob ich aufgrund solcher Suchanfragen in Zukunft nur noch mit Werbung für Penispumpen und ähnliche Dinge zugeschüttet werde. Ich halte Sie auf dem Laufenden, sollte sich in der Richtung etwas tun.

Montag, 8. Februar 2016

Man darf sie halt nicht zu sehr verwöhnen

Ein bisschen tut es mir natürlich im Herzen weh, dass meine Kinder samt und sonders seit dem Kleinkindalter im Kindergarten an deutsche Kantinenkost gewöhnt werden. Nein, ich habe weder im Kindergarten noch in der Schule bisher mitgegessen. Immer wird damit Werbung gemacht, wie gut das Essen im Vergleich zu manch anderem "Anbieter" doch sei. Aber ehrlich: Wir sind erwachsene Menschen, die sich im Zweifel beschweren können und selbst wir kriegen in Kantinen regelmäßig Pampf vorgesetzt - sollte das bei den Kindern wirklich anders sein? Ich bezweifle es.

Ein Gutes hat es aber doch: Meine Kinder sind ziemlich unkomplizierte Esser. Wirsingkohl wird nicht nur klaglos, sondern richtig gern gegessen. Neulich sagte ein Kind über eine nicht übermäßig einfallsreiche Kürbissuppe: " Das ist meine Lieblingssuppe". Das wärmt das Mutterherz.

Und ich führe es darauf zurück, dass sie Essen gewöhnt sind, das nicht besonders liebevoll und einfallsreich gemacht ist. Da muss jede gut gemachte Hausmannskost gegen gewinnen!

Sonntag, 7. Februar 2016

Ideenloses Kochen

Manche Chefkoch-Kocher scheinen doch recht anspruchslos. Anders kann ich mir die Lobeshymnen bei sehr, sehr einfachen und nur sehr durchschnittlich leckeren Gerichten nicht erklären. Hier eines davon: Auberginen-Kichererbsen-Auflauf. Sollten Sie es nachkochen wollen, sagen Sie nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt.

Auberginen sind lecker, keine Frage, deshalb haben wir das ausprobiert. Aber schon die Zutaten verraten, dass hier kein Kniff, kein besonderer Geschmack zu erwarten ist. Das wird in Zukunft laufen unter: Wenn es schnell gehen muss und Auberginen im Haus sind (Kichererbsen in der Dose hat es hoffentlich immer), kann man das machen - muss aber nicht.

Freitag, 5. Februar 2016

Was habe ich heute gemacht?

Einerseits freue ich mich, dass ich endlich mal rechtzeitig (sprich: noch am 5. eines Monats) die Erinnerung an die Aktion WmdedgT bekomme, indem ich den aktuellen Post bei Novemberregen entdecke. Andererseits bin ich danach eingeschüchtert und vorbelastet, weil mein Tag entweder deutlich weniger interessant war oder aber, was fast noch schlimmer ist, ich einen ganz normalen Tag deutlich weniger interessant beschreiben kann!

Na denn, nach dieser Vorrede sind Sie, verehrte LeserIn sicher besonders motiviert, fortzufahren:
Aufstehen wie üblich: 6.05 Uhr. Meine Morgende habe ich fast zurück, nachdem ich hier ein paar anstrengende Monate hatte durch Umstellung von Kindergarten auf Schule. Das Wecken des langwierigen Kindes dauert eingeplante 10 bis 20 Minuten, fast nie länger (länger wäre nicht eingeplant und bringt das ganze Morgenkonstrukt ins Wanken). Wieder einen Menschen eingetaktet in unsere Gesellschaft. Weiß nicht, ob ich das prinzipiell gut oder erschreckend finden soll. Erleichtert mir jedenfalls den Alltag. (Dies mag ein großes Thema unserer Zeit sein: Die großen Fragen stecken hinter dem Alltag so hervorragend zurück.) Ich komme sogar wieder zum Zeitunglesen. Heimlich denke ich ja, dass ich viel besser über das Zeitgeschehen (zumindest in meiner Stadt, evt. auch deutschlandweit) informiert bin als die meisten meiner Altersgenossen, weil ich tatsächlich noch Zeitung auf Papier lese, und das jeden Tag.

Gemeinsam mit dem jüngsten Kind aus dem Haus. Der Weg zur Arbeit unspektakulär, aber seit dem Büroumzug zum 1. Februar deutlich kürzer, sehr angenehm. Arbeit ausreichend, ohne zu unschaffbaren Bergen auszuarten. Auf dem Weg von und zur Arbeit immer noch genügend Zeit für diverse Zeitungen und Magazine. So viele Anstöße, so wenig davon bleibt übrig. Ich könnte eigentlich aus jeder Zeitschrift zwei bis drei Artikel verwursten für weitere Gedanken in Blogartikeln, Diskussionen, Gründung von Bürgerinititiven. Mach ich aber natürlich nie, wer kommt schon dazu. Und so bleiben die vielen Gedanken zu "Was wollen wir eigentlich mit unserem Leben anfange? Wie finde ich den idealen Job für mich?" ungeschrieben (sie wären, zusammengefasst, vermutlich auch nur: "Mach Dir weniger Gedanken - laut diversen Studien gehörst Du auf jeden Fall zu den reichsten 2-5% weltweit - was sollen denn die anderen 95% sagen, wenn sie Dich jammern hören?" Die Hoffnung bleibt, dass das alles im Hintergrund in meinem Hirn weitergärt und mich irgendwann die Weltformel erkennen lässt.

Wieder zu Hause und extrem wenig gemacht. Außer dem Überweisen einer Rechnung und dem Decken des Abendbrottisches kann ich keinerlei haushaltliche Tätigkeit verbuchen. Was mich am Wochenende natürlich einholen wird, schließlich kommt hier außer den Erwachsenen niemand auf die Idee, Dinge, die man hervorgeholt hat, wieder wegzuräumen. Den Tisch abzuwischen. Zu bügeln. Ach halt, auf die Idee zu bügeln kommt hier seit Monaten original gar niemand mehr.

Jetzt, nachdem das Kind erfolgreich vom Minecraft-Rechner vertrieben wurde: Computer im Vorder-  Fernsehen im Hintergrund. Vermutlich auch einer der Gründe für den Untergang des Abendlandes.

Donnerstag, 4. Februar 2016

Eleganz

Heute trafen wie eine Bekannte im Bus. Da es voll war, sagten wir nur freundlich "Hallo" und ließen uns von der Menschenmenge in den hinteren Teil des Fahrzeugs schieben. Ich flüsterte meinem Kind zu: "Hast Du ihre Schuhe gesehen? So elegant!" (ich war ehrlich beeindruckt). Das Kind hatte auch etwas bemerkt: "Ja, und sie trägt Lippenstift!"

"Mama, warum bist Du nicht so schick?" war die Frage, als wir ausstiegen. Tja, öh. Gute Frage.

Mittwoch, 3. Februar 2016

Alt werden - und nicht unangenehm werden

Hoffentlich klappt das. Man hat ja so seine Träume. Mit jugendlichen 17 war mein Ziel "alt und weise" zu werden. So pathetisch habe ich es damals irgendwann mal formuliert.

Inzwischen hoffe ich einfach, dass ich alt werde und dabei nicht den positiven Blick auf die Welt verliere. Damit ich nicht, wie heute bei einer älteren Dame beobachtet, angesichts jugendlicher Lebensfreude meiner Alterskollegin zuraune:  "Dass die immer so laut sein müssen". Die Jugendlichen. Ja nee, wär natürlich schöner, wenn Deutschland noch mehr Altenheim wäre, als es eh schon ist.

Aber wer weiß, wenn dann die Hüfte schmerzt und der Weg beschwerlich wird, wenn ich selber so weit bin, vielleicht ist mir dann auch eher nach rumgranteln zumute.

Dienstag, 2. Februar 2016

Endlich wieder Tageslicht - der Jahreszeitreport

Seit diesem Wochenende aber wirklich. Es war Montag und beim Verlassen des Hauses dachte ich: "Schau an, der helle Tag. Glaube ich." Denn so ganz einfach war es doch nicht zu erkennen, das Tageslicht, da Hamburg genau diese Woche beschlossen hat, mal wieder so richtiges Schietwetter auszukippen. Aber trotzdem: Die Dunkelheit hat ein Ende. Für Schüler und Eltern, die mit ihren Schulkindern morgens das Haus verlassen. Und wer auch so ähnlich wie die Ganztagsschüler nach Hause kommt, der sieht sogar nachmittags noch mal .. das Licht. Die Sonne vielleicht auch irgendwann, aber nicht diese Woche.