Dienstag, 14. November 2023

Re-Set für Autofahrer*innen

 Ich fahre neuerdings mit Fahranfänger*innen Auto. Also ich als Beifahrerin. Und muss sagen, das tut mir ganz gut. Inzwischen klappt es auch beim Selberfahren wieder besser mit dem Einhalten der Höchstgeschwindigkeit, dem Freilassen der Kreuzung, auch wenn man genau weiß, wann wo grün wird etc.

Was erschreckt, wie oft man als erfahrene Autofahrerin vorsorglich darauf hinweisen muss, was für einen Quatsch andere Fahrer*innen vermutlich gleich machen werden. Also zum Beispiel: "Guck nach rechts, weil wahrscheinlich wird der hinter uns ungeduldig und überholt von rechts, weil er es einfach nicht ertragen kann, bei nicht sofort losfahren zu können, weil es vorne voll ist." 

Und ja, es ist meistens ein "er".

Montag, 23. Oktober 2023

Analoge Uhren - die neuen römischen Ziffern?

 Noch habe ich ja Kinder im Schulalter, an denen ich manchmal (mich) überraschende Entwicklungen mitbekomme. So neulich, wer alles keine analogen Uhren (also die mit Zeigern) mehr lesen kann.

Anscheinend keine Neuigkeit, der SWR weiß das auch schon: https://www.swr.de/wissen/immer-weniger-kinder-koennen-analoge-uhren-lesen-100.html

Und auch, welche weiteren Fähigkeiten damit verknüpft sind. Zeitverständnis, Abstraktionsvermögen (ein Ort auf dem Ziffernblatt kann für 3 verschiedene Werte stehen), so Zeug halt.

Aber lässt sich die Entwicklung aufhalten? Wo sieht und braucht man wirklich analoge Uhren, wenn immer ein Handy verfügbar ist, um die Uhrzeit nachzuschauen? Wird das irgendwann eine Fähigkeit ähnlich interessant, aber nicht wirklich nützlich, wie römische Ziffern zu lesen? Also M für 1.000 und so, was man irgendwann mal in einer einzelnen Mathestunde erklärt bekommt und das Bildungsbürgertum seinen Kindern natürlich weiterhin einzeln und mit Erklärungen zur lateinischen Herkunft vermittelt?

Freitag, 29. September 2023

Wer hat mehr als 200 Millionen Bücher an US-amerikanische und britische Kinder gespendet?

 Dolly Parton mit ihrer "Imagination Library", finanziert von ihrer Stiftung Dollywood. 

Und ich komme gar nicht darauf klar, dass das Zeitmagazin (mit Bezahlschranke) einen viele Seiten langen Bericht über und mit Dolly Parton bringt, ohne das auch nur einmal zu erwähnen.

Stellt Euch das einmal vor, die Gemeinde kann sich anmelden, und dann bekommen die Kinder dort jeden Monat ein Buch, bis sie fünf Jahre alt sind. Kostenlos. Inzwischen in immer mehr englischsprachigen Ländern, nicht nur in den USA.

Können wir bitte mal den deutschen Multimillionär/die deutsche Multimillionärin sehen, der/die etwas ähnliches möglich macht? 



Sonntag, 1. Mai 2022

7.000 Schritte pro Tag sind genug

Vielleicht sollte das eine neue Reihe werden: TikTok made me check this out. Dieses Mal von Dr. Chismd.

Eine Studie von Jama hat herausgefunden, dass 7.000 Schritte pro Tag bei "middle aged adults" (das ist gerade ungefähr meine Altersgruppe) eine deutliche Reduzierung in der Sterblichkeit mit sich bringen. Die oft geforderten 10.000 Schritte sind wohl mehr so ein Marketing-Ding und bringen keine deutlichen Vorteile bei der Verringerung der Sterblichkeit mehr.

Hier der Link zur Studie zum selber Nachlesen: https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2783711

Bin ich natürlich froh drum. Seit Januar 2021 (ja, bei mir funktionieren Neujahrsvorsätze erstaunlich gut) verfolge ich meine tägliche Schrittzahl. Das Ziel ist, wie bei Google Fitness Standard, auf 6.000 Schritte pro Tag eingestellt. Und im Monatsdurchschnitt schaffe ich meistens etwas mehr als 7.000. Bin ich also gut dabei. Mehr wäre tatsächlich schwierig, so vom Home Office aus. Es braucht ca. 50-60 Minuten für 6.000 Schritte, die muss man sich ja erst mal nehmen (können). 

Da ich wegen Büro im eigenen Haus schon vor Corona in den Genuss von Home Office kam, kann ich sagen, dass es vorher deutlich weniger Schritte waren, das war schon ein guter Anstoß. Und jetzt auch noch medizinisch vailidiert, ich bin sehr zufrieden.



Freitag, 19. Februar 2021

Igelnachwuchs - Stress!

 Eigentlich total niedlich. Fünf, nein, sogar sechs kleine Igelchen, die durch den Garten flitzen. Die Kinder finden es total großartig. Allerdings sind die Igel noch seehr klein. Wo steckt eigentlich die Mutter? Heißt es nicht, die sollten immer nur unter Aufsicht in der Gruppe durch die Gegend streifen und sich gar nicht so weit voneinander und von der Mutter entfernen? Hier mehr idyllische Fotos von einer Profi-Igel-Webseite, wie man sich das vorstellt. Außerdem sind sie tagsüber unterwegs, statt nachtaktiv, wie ihnen jedes kluge Igelbuch zuschreibt.

Das Kind und seine Freundin "spielen" mit den Igeln, ich muss sie darauf aufmerksam machen, dass das Wildtiere sind und die bestimmt Stress haben, wenn sie angefasst werden. Die Freundin (ein neunjähriges Mädchen) macht mich darauf aufmerksam, dass einige der Igeljungen komische weiße Stellen in den Stacheln haben und dass im Internet steht, dass man die entfernen soll, sonst sterben die Tiere.

Wie eine ordentliche Erwachsene wiegele ich ab, nein, so schnell sterben kleine Igel schon nicht. Abends erst mal gründliche Recherche zu Igel und ihren Problemen. Oh nein, hätte ich das mal nicht getan. In der Tat, die weißen Stippen könnten Fliegeneier sein, die, wenn sie schlüpfen, als Maden den Igel quasi auffressen. In den nächsten Tagen beobachten wir den ein oder anderen Igel, dem Fliegen wie Vorboten des Todes um den Kopf surren. Von der Mutter keine Spur. Richtig fit sehen die Fliegen-Igelchen auch nicht aus. Was nun? Recherche zu Tierärzten und Igelzentren setzen ein. Im Ernst, am anderen Ende von Hamburg, quasi in Schleswig-Holstein?

Wir beschließen, die Igel mit Futter zu unterstützen, sie wirken recht klein und sollten ja vor dem Winter ordentlich Gewicht zulegen. Außerdem sind fette, fitte Igel sicher resistenter gegen Fliegen. Wir lernen dazu, was für Igel so gut sein soll. Nach einigen Reinfällen (gekochte Eier, irgendwer?) bleiben wir bei Dosenfutter für Katzen hängen. Und lernen viel über den verschwindend geringen Fleischanteil in vielen Marken!

Irgendwann (vermutlich leider zu spät für einige der Tiere) fasse ich mir ein Herz, bereite alles vor (Pinzette, Küchentücher zum Anfassen, Öl zum besseren Abziehen der Maden) schnappe mir ein Tier und fange an, die weißen Stippen abzusammeln. Eine mühselige Arbeit, natürlich windet sich der Igel, mit ein bisschen Futter lässt er sich immerhin ein wenig beruhigen. Ich habe das vermutlich ungefähr 3-4 Mal geschafft. Die Igel fressen das Katzenfutter und am Schluss haben wir öfter drei Tiere zur selben Zeit gesehen. Einer war etwas größer als die anderen, entweder ein Schnell-Wachser, oder vielleicht doch die Mutter. Von den anderen, bis zu dreien, haben wir nichts mehr gesehen. Ich habe ja immer ein wenig Angst, irgendwo beim Unkrautjäten unter Gebüsch auf eine kleine Igelleiche zu stoßen. Hoffe, die Natur in unserem Garten funktioniert so weit, dass größere tote Tiere irgendwie ihre Bestimmung finden, gibt ja einige Katzen und sonstige fleischfressenden Tiere  hier in der Gegend.

Gelernt:

- Igel sind ganz schön niedlich. Für zum Beispiel Maulwurfbabys würde ich zum Beispiel viel weniger Empathie aufbringen und ganz bestimmt nicht überlegen, sie zum Tierarzt zu bringen

- Igel sind ganz schön anfällig. Lungenwürmer, fleischfressende Maden etc. Nächstes Mal würde ich vermutlich schneller reagieren und entweder selbst zur "Tierärztin" werden oder sie wegbringen

- Lest die Igelbücher für Kinder mit einer gesunden Portion Skepsis. Da ist alles ein bisschen schöngefärbt und beim konkreten Gedanken daran, ob wir einen Igel bei uns im Keller überwintern lassen sollten (wird als quasi-Standard in jedem Kinder-Igelbuch für zu leichte Igel genannt) bin ich dann doch plötzlich Verfechterin des "der Natur ihren Lauf lassens".



Donnerstag, 18. Februar 2021

Vermischte Themen im Februar im zweiten Jahr der Pandemie

 - Anlässlich des Jahrestages des Corona-Starts: Erinnert Ihr Euch, wie in Fernsehsendungen erst versucht wurde, zu überspielen, Wiederholungen zu senden? Hat eine Weile gebraucht, bis wir uns darauf einlassen wollten, dass auch dort, in der vielleicht heileren Welt, die Masken und Kontaktbeschränkungen angekommen sind

- Den Film "Contagion" sieht man jetzt, nach Beginn einer Realwelt-Pandemie, ja mit ganz anderen Augen. Manches ist erschreckend realistisch dargestellt, wie man jetzt weiß (während man "vorher" vielleicht gedacht hätte, es sei hollywood-mäßig übertrieben). Zum Beispiel, wie schnell Not-Hospitäler in Zelten oder Messehallen aufgestellt werden oder Massengräber gegraben werden müssen.

Was nicht zutrifft: Jugendliche sind gar nicht so unsolidarisch und selbstsüchtig, wie dort dargestellt - selbst wenn ihnen die bisher üblichen Freuden der Jugend vorenthalten werden.
- Das späte Rumhängen vor dem Fernseher findet selten, aber ab und an mal durch sehr eindrückliche Sendungen seine Rechtfertigung. Der Film "Jetzt nach so viel Jahren" lief neulich sehr spät im hessischen Rundfunk. Ich komme ja auch aus Hessen. Es war ein bisschen wie ein Rückblick in meine Kindheit. Die alten Menschen (heute leben sie nicht mehr) mit ihrer Vormachtstellung und Bestimmung, was richtig ist und was nicht. Diese Wut, wenn das Gespräch auf bestimmte Themen kommt. Das Bestreiten unbestreitbarer Tatsachen, wenn es das eigene Verhalten in der Nazizeit angeht. Und dann die nachdrücklichen Aussagen der vertriebenen/ausgewanderten Juden in den USA. Die alte Frau, die ganz offensichtlich an einem Fenster zum Dorf sitzen sollte und wollte, aber die nun durch Deutsche dazu gezwungen war, die Hektik in New York mitzumachen. Der Nachfahre, der eindeutig sagte: "Was soll ich da an Heimat vermissen? Die hätten mich umgebracht, wenn ich dageblieben wäre, was gibt es da zu vermissen."

 Da der Film sicher in keiner Mediathek mehr verfügbar ist (14 Tage online, was sind das für Regeln?), hier eine kurze Zusammenfassung aus dem Freitag: https://www.freitag.de/autoren/peter-nowak/die-juden-von-rhina

Mittwoch, 17. Februar 2021

Durchsetzungs-Strategien

 Ich weiß, dass es für Erwachsene keine Fleißsternchen mehr gibt.

Ich bedauere das sehr!

Es ist auch unfair, wenn den Kindern suggeriert wird, mit den ihnen in Schule und Kita beigebrachten Problemlösungsstrategien würden sie später irgendwelche Stiche machen. Je nachdem, ob man irgendwo, z.B. zu Hause, darauf hingewiesen wird oder nicht, kann es einige Zeit, Jahre oder sogar Jahrzehnte dauern, bis man merkt, dass es im beruflichen Alltag nicht so läuft. Da wird nicht der fleißigste belohnt. Da steigt nicht der-/diejenige auf, der/die die Arbeit am besten macht.

Mädchen scheinen sich mit der Umstellung insgesamt noch mal schwerer zu tun. Vielleicht, weil das Brav- und Leisesein bei ihnen in der Schule besonders erfolgreich war?

Ob es irgendwann im Berufsleben mal kippt, wenn genug Kinder mit partnerschaftlichen Ansätzen der Konfliktbewältigung dort ankommen? Leider sind es ja immer nur so wenige, die neu anfangen, die Beharrungskräfte sind groß. Aber vielleicht schaffen diese mysteriösen Gen Y und Millenials es, da eine Bresche rein zu schlagen.