Dienstag, 21. Mai 2013

Denk an mich

Es ist immer Zeit, den Tee wieder warm zu machen, bevor Du ihn trinkst. Du hast Dir warmen Tee verdient - warum sollte man die Plörre überhaupt kalt trinken, außer man hat wirklich, wirklich großen Durst?

Wenn Du auf Toilette musst, gehst Du auf Toilette. Nichts ist so wichtig, als dass Du dafür dieses urmenschliche Bedürfnis verschieben müsstest. Es heißt nicht umsonst "müssen".

Nur weil es total unsexy und irgendwie esoterisch klingt, können Dinge wie "Selbstfürsorge" und "Achtsamkeit" trotzdem wichtig für Dich und alle anderen Menschen sein. Beachte sie.

Sonntag, 19. Mai 2013

Diplomatin

Das kleinste Kind (noch nicht ganz 3) kommt mit einem Gürtel an und erklärt mir, dass der ihrem Bruder nicht passt. "E. ist dünn". Ist klar. "Mama". Was, Mama soll den probieren? Warum das denn?
"Mama ist ... " Ja? Jetzt kommt's.
"Mama ist GUUT"

So sieht es aus. So und nicht anders.

Dienstag, 14. Mai 2013

Lassen gute Mütter auch mal gewinnen?

Noch so ein Ding für die "gute Mutter". Oder egal wer mit Kindern spielt. Auch mal gewinnen lassen, damit das Kind nicht total abdreht? Oder brutale Ehrlichkeit, grad wenn es ein "Nicht-Glückspiel" ist, bei dem das Kind einfach noch nicht so gut ist wie ein Erwachsener?

Habe es vermutlich gerade geschafft, dass (m)ein Kind nicht mehr mit mir spielen will. Schach. Nein, das ist keine Angeberei, das andere Kind war mal in der Schach-AG in der Schule (fragt nicht) und seitdem kennen sie die Regeln. Und nach dem Tränenausbruch nach dem ersten Spiel hab ich mir beim zweiten Mal schon echt Mühe gegeben, schlechter zu spielen (was nicht soo schwer ist, aber einen ungeübten Unter-Zehnjährigen schlage selbst ich noch ohne Probleme). Aber am Schluss hat es dann doch nicht zur vollständigen Selbstunterdrückung gereicht und wir hatten beide kaum noch Figuren und ich konnte dann irgendwann nicht anders als diesen König umzunieten!

Ja. Ich weiß. Nicht sehr reif vermutlich. Schlimmer noch, weil es bei mir nicht anders ablief: Drei Mal mit Opa gespielt und die Regeln gelernt. Und dann kommt mein Papa, zeigt mir "Matt in drei Zügen" - nur dass er das natürlich vorher nicht ankündigt. Und das war's dann mit meiner Schachkarriere, bis die Kinder von selbst drauf kamen, hab ich kein Schachbrett mehr angefasst.

Nun also ich. Werden wir eben doch alle wie unsere Eltern, was soll ich mich dagegen lange wehren!

Montag, 13. Mai 2013

Dürfen die das? Datenschutz vs. U-Heft vorlegen bei Kita- oder Schulanmeldung

Und, dürfen sie? Verlangen tun (bzw. taten) sie es in meiner Kita (gehört zu Wabe e.V. in Hamburg). Und mir schmeckte das gar nicht, schließlich stehen da wirklich intime Sachen wie der Geburtsbericht drin (wenn auch in medizinischen Vokabeln verbrämt). Was geht die Kita-Leitung das an, wie ich mein Kind zur Welt gebracht habe und welche Verletzungen das bei der Mutter zur Folge hatte?!

Natürlich habe ich das Heft trotzdem abgegeben, musste ja schnell gehen. Und dann später die Kita-Leitung noch mal drauf angesprochen. Die sich völlig erstaunt und leicht genervt gab (Tonfall: "Immer diese Mütter, die sich über alles aufregen müssen"). Und nein, dass da ein Geburtsbericht drin sei, das könne sie sich gar nicht vorstellen (hat selbst zwei Kinder), vielleicht sei das in meinem Fall was Besonderes (nein!). Hatte natürlich das Heft nicht zur Hand zwecks Nachweis. Hatte aber auch nicht den Eindruck, dass ich auf viel Verständnis stieß.

Habe dann den Betreuungsvertrag des Vereins nachgelesen und das entsprechende Gesetz in Hamburg durchgelesen, was das angeblich regelt. Dabei kam raus: Das U-Heft muss vorgelegt werden - ODER eine ärztliche Bescheinigung, dass aus ärztlicher Sicht nichts gegen einen Kita-Besuch spricht (§4 Gesundheitsfürsorge). Klar werden die meisten das U-Heft vorziehen, weil ärztliche Bescheinigungen erst mal beschafft werden müssen und oft was kosten. Aber dass es diese Alternative GIBT, muss doch mitgeteilt werden!

Habe ich nun also zum ersten Mal in meinem Leben den Datenschutzbeauftragten der Stadt Hamburg bemüht. Wollte ich nicht. Aber wenn niemand zuhört, dann bin ich doch froh, dass es solche bürokratischen Wege gibt, sich Gehör zu verschaffen. Ob es nun geändert wurde in den Standard-Betreuungsverträgen, habe ich aber noch nicht nachgeschaut. Ein sehr deutscher Weg, nehme ich an - hab es halt nicht so mit "temperamentvoll aufbegehren" oder "diplomatisch, aber bestimmt erfolgreich sein". Bin aber trotzdem wütend.

Freitag, 3. Mai 2013

Immer diese Supermamas

Wie schön. Das fragt man sich doch schon lange: "Wie schaffen das eigentlich all diese anderen Supermamas, die man so kennt?" Also mit Job, oft noch mit mehr Wochenstunden als man selber. Mit Kindern, die nicht nur gut in der Schule sind, sondern nebenher und ohne jeden elterlichen Zwang Instrument und eine Sportart erlernen wollen. Dann noch im Kirchenvorstand oder Elternbeirat sitzen und dort Projekte stemmen.

Tja. Das fragt man sich. Wie schaffen die das alles? Und freut sich, wenn man bei Working Moms Break die Antwort liest: "Guess what? They weren’t." ("Denk mal: Sie tun es nicht") Also sie schaffen es eigentlich auch nicht. Jedenfalls nicht so mit fliegenden Fahnen und ohne häufe Überforderungsgefühle. Und so geht es uns doch auch: Sobald wir andere Eltern besser kennenlernen, desto mehr hören wir, dass sie genau dieselben Gefühle kennen wie wir: Überforderung. Genervtheit. Gereiztsein. Ganz normal eben. Leider.

Freitag, 26. April 2013

Dicker Po

Es ist wieder soweit. Die Zeit des Zwiespalts zwischen Freude über die Ehrlichkeit und Sprachgewandtheit des kleinen Kinds und leichter Scham über sozial nicht akzeptable öffentliche Äußerungen.
"Dicker Po", ruft sie angesichts einer Frau mit einem - nun ja - dicken Hinterteil. Die hat es zum Glück nicht gehört, weil wir schon zur Tür hinaus sind. Das ist aber reiner Zufall und nicht von S. so geplant. Und was mach ich damit, wenn sie das nächste Mal wieder so einen Klopper bringt? Darüber, dass Leute dick, dünn, klein, groß, alt sind, redet sie gerade sehr gerne, hat sie all diese Kategorien doch gerade erst entdeckt. Alte Menschen nehmen das mit einigermaßen Gelassenheit hin, bei dicken Menschen weiß ich das leider nicht so genau.

Also wie reagiert man da? Normalerweise, wenn es um unverfängliche Kategorien geht, sprechen wir natürlich weiter darüber: "Ja, genau, da kommt ein Kind mit einer roten Hose." Das scheidet in dem Fall aber aus, oder? Wie ist ein gezischtes: "Ja, aber das sagt man nicht so"? Ich bin noch nicht sicher. Hoffentlich geht das schnell vorbei!

Donnerstag, 25. April 2013

Stimmungskanone

Nicht nur, dass sie ein kleiner Clown oder Alleinunterhalter werden könnte: Die Kleine tut auch alles dafür, damit ihre Stimmung nicht unter eine bestimmte Gradzahl sinkt. Auf melancholische Musik steht sie gar nicht, gestern sagte sie mir "Musik ausmachen", als Adele "I wish nothing but the best for you" aus dem Radio lamentierte. Freut mich sehr, dass sie den Ansatz zur Schwermut ihrer Mutter nicht mitgekriegt hat. Weiter so, meine Süße!