Mittwoch, 16. Juli 2014

Galileo - importierte Autorität aus dem Fernseher

Kann ich mir ja den Mund fusslig reden. Dass Zähneputzen bedeutet, die Zähne tatsächlich zu putzen und nicht nur eine Zahnbürste im Mund hängen zu haben, während das Kind mit anderen Dingen beschäftigt ist. Nützt aber immer höchstens zehn Sekunden was. Was war ich froh, dass der Zahnarzt diese Woche sagte, es sieht alles gut aus. Müssen gute Gene - nicht von mir - sein, am gründlichen Putzen kann es nicht liegen.

Aber dann: Muss nur Galileo (ja, genau, die Fernsehsendung) kommen und verkünden, dass regelmäßiges Zähneputzen das Leben um zwei (2!) Jahre verlängert- und schon ist das ein unhinterfragbarer Fakt. Mit dem ich dann weiterarbeiten kann: "Aiman Abdallah hat aber gesagt ... ", und schon funzt das!

Kann man bei der Redaktion eigentlich auch Wunschthemen einreichen? Meine Kandidaten wären: "Aufräumen - weniger Suchen = mehr Zeit fürs Spielen". Oder: "Vokabeln: Einmal gelernt, ein ganzes Leben lang nützlich".

Montag, 7. Juli 2014

2 Hotelempfehlungen für Familien in Berlin

1. Gut UND günstig und dann noch rein durch Zufall gefunden (das nächstgelegene freie Hotel zum Veranstaltungsort): der Erlanger Hof in Berlin. Günstig ist natürlich relativ, aber für zu recht erhaltene drei Sterne zurzeit ein Vierbettzimmer ab 119 EUR die Nacht, das find ich fair.

Authentischer Berlin geht zumindest kaum: Nicht mal fünf Minuten bis zum Neuköllner Rathaus und gelegen im zweiten Hinterhof. Im ersten Hinterhof steht ganz Berlin-klassisch natürlich ein Kastanienbaum. In beiden Hinterhöfen ein paar Sitz- und Fahrrad-Anschließgelegenheiten. Das Frühstück für so ein kleines Haus mehr als ausreichend und vollstandig. Zimmer: kein oller  Teppich, vor dem mich in Hotelzimmern tendenziell eher ekelt, sondern Laminat, wo man sieht, ob sauber (ja) oder nicht. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist man echt schnell (gut, man muss einrechnen, Berlin ist groß, in einer Stadt wie Karlsruhe oder so ist man wahrscheinlich schneller unterwegs) an allen möglichen touristisch interessanten Orten.

2. Um noch einiges günstiger, dafür aber auch ein bisschen weniger gut (zwei Sterne): Aga's Hotel in Berlin Lichtenberg. Für unsere damaligen Zwecke aber ideal: Als fünfköpfige Familie fällt man sonst eher durch die Raster der Online-Buchungsmaschinen. Familienzimmer heißt dort: maximal zwei Kinder, besser nur eins, wenn man sich noch umdrehen können möchte.

Hier aber ein Familienzimmer (wenn's nicht so hochtrabend klänge: eine "Suite" mit zwei Zimmern und einem großen Verbindungsflur) = 1 Zimmer für die Eltern, 1 Zimmer für BIS ZU SECHS KINDER. Ja, ein kleiner Ballsaal mit drei Doppelstockbetten. Meine Kinder fanden's toll, so gab es per Definition schon keinen Streit darüber, wer oben schlafen durfte.

Und die Lage? Mehr alter Osten als neues Szeneviertel. Aber fußläufig zum Tierpark und zum S-Bahnhof Friedrichsfelde. Wichtig, denn vor Ort gibt es außer dem Hotelrestaurant nichts - es sei denn, man steht auf Kleingärten und vierspurige Ausfallstraßen. Von Straßenlärm gehört haben wir aber nichts - keine Ahnung, ob das an unserer Unempfindlichkeit oder einer guten Isolierung lag.

Ein paar Minuspunkte gibt es für: das müffelnde Bad (aber oberflächlich tiptop und ohne Schimmel) und dass vieles anscheinend einmal gemacht, dann aber nicht mehr gepflegt/repariert wurde. Als Einrichtung nur das nötigste, Nachttischchen gehören da nicht zu.

Freitag, 4. Juli 2014

Wie viele Kinder hat noch gleich unsere Bundesregierung?

Beim letzten Durchzählen 2010 war es erhellend bis erschreckend, dass fast alle Frauen in der Regierung KEINE Kinder hatten, die Männer hingegen im Schnitt (sieben von neun männlichen Ministern) schon und nicht nur eins - und darüber sehr viel seltener berichtet wurde, wer wusste schon, dass Thomas de Maizière drei Kinder hat, oder Peter Ramsauer sogar vier? Also machen wir hier mal die aktuelle Probe, von einigen hat man ja schon gehört (Sigmar Gabriel mit seiner ... Charlotte? Manuela Schwesig mit einem Kind, ist, was mir jetzt spontan einfällt).

Angela Merkel (Bundeskanzlerin): kinderlosAndrea Nahles (Arbeit und Soziales): ein KindUrsula von der Leyen (Verteidigung): sieben KinderManuela Schwesig (Familie, Senioren, Frauen, Jugend): ein KindBarbara Hendricks (Umwelt, Naturschutz, Bau, Reaktorsicherheit): kein KindJohanna Wanka (Bildung und Forschung): zwei Kinder

Die MännerSigmar Gabriel (Wirtschaft und Energie): zwei KinderFrank-Walter Steinmeier (Außwärtiges): ein KindThomas de Maizière (Inneres): drei Kinder (hatten wir ja schon)Heiko Maas (Justiz und Verbraucherschutz): zwei KinderWolfgang Schäuble (Finanze): vier Kinder (wissen wir auch schon seit 2010)Christian Schmidt (Ernährung und Landwirtschaft): zwei KinderHerrmann Gröhe (Gesundheit): vier KinderAlexander Dobrindt (Verkehr und digitale Infrastruktur): ein KindGerd Müller (wirtschaftliche Zusammenarbeit, Entwicklung): zwei KinderPeter Altmaier (Kanzleramt): kein Kind

Das sieht doch schon mal ganz anders aus als noch vor vier Jahren. Frauen haben 0 bis zwei Kinder, wenn sie Regierungsverantwortung übernehmen (im Durchschnitt 1,8, ein Durchschnitt, der allerdings von Frau von der Leyen extrem in die Höhe getrieben wird, ohne sie wären wir bei 0,8 Kindern). Hier in der Epochtimes.de sagen Andrea Nahles und Manuela Schwesig was zu ihrem jeweiligen Familienmodell.

Bei den Männern durchschnittlich 2,1 Kinder in der Regierung.

Wenn wir nach Parteimitgliedschaft unterteilen, ist die CDU die Partei der 0 oder ganz viele Kinder, CSU bewegt sich mehr so im deutschen Durchschnitt 1 bis 2 Kinder und die SPD ist eher die Ein-Kind-Partei:

CDUAngela Merkel (Bundeskanzlerin): kinderlosThomas de Maizière (Inneres): drei Kinder (hatten wir ja schon)Wolfgang Schäuble (Finanze): vier Kinder (wissen wir auch schon seit 2010)Ursula von der Leyen (Verteidigung): sieben KinderHerrmann Gröhe (Gesundheit): vier KinderJohanna Wanka (Bildung und Forschung): zwei KinderPeter Altmaier (Kanzleramt): kein Kind

CSUChristian Schmidt (Ernährung und Landwirtschaft): zwei KinderAlexander Dobrindt (Verkehr und digitale Infrastruktur): ein KindGerd Müller (wirtschaftliche Zusammenarbeit, Entwicklung): zwei Kinder

SPDSigmar Gabriel (Wirtschaft und Energie): zwei KinderFrank-Walter Steinmeier (Außwärtiges): ein KindHeiko Maas (Justiz und Verbraucherschutz): zwei KinderAndrea Nahles (Arbeit und Soziales): ein KindManuela Schwesig (Familie, Senioren, Frauen, Jugend): ein KindBarbara Hendricks (Umwelt, Naturschutz, Bau, Reaktorsicherheit): kein Kind

Mittwoch, 2. Juli 2014

Energie der Jugend

Muss man manchmal genießen. Während der Elternteil, der verpflichtet wurde, den Heidepark-Besuch des Sportvereins zu begleiten (wer das wohl war), leise vor sich hingrummelt, lassen sich die Vereinskinder davon nicht stören und freuen sich auf die diversen Attraktionen und stürmen, kaum im Park, erst mal davon. Kurz vor 18.00 Uhr, Schließzeit des Vergnügungsparks, wo man schon 8 volle Stunden zugebracht hat, rennen die immer noch rum wie angestochen, um die jetzt menschenleeren Achterbahnen für eine letzte Runde zu genießen.

Da der ganze Tag bei Sonnenschein und gut durchdachter mitgebrachter Verpflegung ablief - da schleicht sich schon mal ein Lächeln auf das Gesicht der Begleitperson und der Gedanke, dass so ein Energieüberschuss der Jugend doch was ist, was man sich mal abgucken könnte.

Montag, 30. Juni 2014

Schlechter Personalschlüssel in Hamburger Kitas

Eine Pressemeldung geisterte gestern durch die Zeitungen (Abendblatt und Welt hinter ihrer Bezahlschranke, aber auch Morgenpost): Der Betreuungsschlüssel in Hamburger Kindertagesstätten (also wie viele Kinder gibt es in der Kita je ErzieherIn) ist schlecht. Man kann eher von Beaufsichtigung als von Betreuung und Erziehung sprechen.

Hat die Berliner Alice Solomon Hochschule im Auftrag der Wohlfahrtsverbände herausgefunden. Während ich total gut finde, dass mal darüber gesprochen wird, frage ich mich, was jetzt passiert? Und was die Neuigkeit daran war? Den Betreuungsschlüssel gibt die Hamburger Politik vor, der ist nicht geheim.

JedeR mit Kindern in einer Hamburger Kita kennt das Problem zudem aus eigener Anschauung. Krippengruppen in offenen Systemen mit über 30 Kindern von 0 bis 3 Jahre - nicht ideal, vor allem, wenn sich eine Erzieherin um durchschnittlich 5,7 Kinder kümmern soll. Einerseits Gebührenfreiheit für alle Kita-Kinder ab August für fünf Stunden täglich, andererseits das Gefühl, dass man sein Kind vielleicht doch nicht ganz so guten Gewissens dorthin geben kann, wie man das gern hätte.

Donnerstag, 19. Juni 2014

So kommt man nicht zum Milchkaffee als Mutter

Ich weiß, warum die Latte-Macchiato-Mütter selbigen Kaffee immer auswärts einnehmen und dabei dann irgendwelchen anderen Zeitgenossen unangenehm auffallen: Zu Hause klappt das einfach nicht!

Nachmittag irgendwo in Norddeutschland. Die Mutter denkt: "Klasse, die Kinder sind draußen, es ist noch Zeit bis zum Abendbrot und Schlafengehen: Jetzt ein Milchkaffee."

Dann geht sie in die Küche. Oh. Der Biomüll müsste mal runter. Aber da sind ja auch noch die Erdbeeren. Wenn man die schneidet, müssen die Überreste ja auch in den Biomüll. Also Erdbeeren waschen, entstrunken, schneiden. Schnell noch bisschen Zucker und Joghurt dazu, dann haben wir gleich einen Abendbrot-Nachtisch, Luxus! Biomüll runterbringen. Und der Papiermüll vielleicht auch gleich? Ah ja, da wollte ja jemand dringend zwei Erdbeeren, der letztes Mal keine abgekriegt hat. Also schnell runter. Jetzt aber wieder hoch und den Kaffee .... jetzt schreit einer. So doll und in einer Tonlage, dass man doch mal nachsehen muss. Wieder runter. Trösten, schlichten. Der Garten könnte auch mal wieder ... aber nein, jetzt hoch zum Kaffee.

Glücklich, wer es bis hierhin geschafft hat, die Maschine anzustellen und das fertige Getränk vorfindet. Ansonsten bleibt nur zu hoffen, dass inzwischen nicht doch schon Abendbrotzeit ist und damit das Thema Milchkaffee mal wieder gegessen ist für den Tag.

Sonntag, 15. Juni 2014

Waschtag - auch was Feines

In der letzten Elternzeit (schluck, schon wieder drei Jahre her) bin ich das Hausfrauendasein engagiert(er als sonst) angegangen: Essensplan, der mit Wocheneinkaufsplan koordiniert war und so. Hat gut geklappt. Essensplanung führt dazu, dass man leichter mal neue Sachen ausprobieren kann, weil man wirklich alles, was man dazu braucht, eingekauft und damit im Haus hat. Sonst steht man immer da: "saure Sahne - hm, hab ich grad nicht. Lass ich das weg oder nehm ich süße Sahne oder geh ich noch mal schnell einkaufen? Ach nee, mach ich wieder Lasagne, dafür ist alles da."

Nun also der Waschtag. Hat meine Mutter früher immer gehabt. Kein Wunder, gab es doch nur begrenzt Platz auf der Wäscheleine, da musste man sich im Mehrfamilienhaus eben einig werden. Und ist was Schönes. Hat man einfach an einem Tag alles erledigt und muss sich den Rest der Woche so gut wie gar nicht mehr drum kümmern. Wenn man früh genug am Tag damit anfängt (hust), hat die Wäsche sogar  genug Zeit, draußen trocken zu werden. Gut, das ist die Übung für Fortgeschrittene, die mir nicht immer gelingt.

Werde mir als nächstes mal ein paar Hauswirtschaftsbücher zu Gemüte führen (oder dieses Internet befragen) um zu lernen, ob es noch mehr sinnvolles Wissen der Hausfrau von früher gibt, das in den Mehrfachbelastungszeiten heute einfach zu kurz kommt. Und mich freuen, dass der Waschtag heutzutage dank moderner Waschmaschinen doch um einiges unstressiger ist als zum Beispiel in den 50er Jahren.