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Sonntag, 28. Juni 2015

Strafe

Das Kind ist echt sauer auf mich. Und denkt sich die passende Strafe aus. "Jetzt musst Du wirklich alles für mich machen. Meine Jacke aufhängen, mein Zimmer aufräumen, das Geschirr wegräumen."

Und ich tagträume kurz, auf dieses Angebot einzugehen. Denn die meisten dieser Dinge mache ich sowieso. Und könnte mir dann wenigstens die damit einhergehenden Diskussionen ersparen, in denen ich Mithilfe einfordere. Fast hätte ich noch einen Wahnsinnsdeal abgeschlossen, als ich versucht habe, das Ganze auf einen Tag zu begrenzen - also den Tag, an dem ich alles machen muss.

Samstag, 20. Juni 2015

Viel zu tun

Mit drei Kindern, einem Haus mit Garten, einem Job, da ist man eigentlich immer gut beschäftigt. Dann gibt es Zeiten, wo sich die Aufgaben auftürmen und man denkt, man kommt nie wieder hinterher. Das ist doof.

Grad scheinen wir wieder an so einem Punkt zu sein. Kleinere Verschiebungen ("Wie, ich muss das Kind jetzt montags zum Sport fahren? Das hast Du doch immer gemacht? Das geht nicht!") führen zu größeren inner-emotionalen Verwerfungen. Eine mütterliche Nervenkrise droht, als der Antrag auf Ferienbetreuung eines Kindes zurückkommt mit der Bemerkung, dass 0 (in Worten: Null) Wochen gebucht wurden. Was natürlich definitiv falsch ist.

Bei drei Kindern in drei verschiedenen Institutionen die Ferienbetreuung zu buchen und dann nur einen Irrläufer zu haben, ist ja eigentlich gar keine schlechte Quote.

Trotzdem treibt der Gedanke an den notwendigen weiteren Papierkram und die so schlecht nur vormittags telefonisch erreichbare Institution mir ein bisschen die Tränen in die Augen. Weil eben wieder so ein Punkt ist. Geht hoffentlich wieder vorbei.

Donnerstag, 18. Juni 2015

Zählbarkeit

Ich wusste es. Schon als ich die Zahlen auf den Stufen der Kita zum ersten Mal sah, wusste ich, was uns da ins Haus steht.

Als Idee total charmant: Kinder im Alltag Zahlen erfahren lassen und gleich das zugehörige Symbol (die Zahl) mitliefern. 1. Stufe: steht eine "1" drauf. Geht bis hoch zu 19. Und beeindruckend, wenn kleine Kinder oft schnell sogar von 19 bis 1 rückwärts zählen können.

Aaaber. Was ich befürchte: Das kann den Grundstein für eine kleine bis mittlere Zählstörung legen! Ich hab als Kind auch mal eine Zeit gehabt, wo ich die Stufen nur nehmen konnte, während ich sie zählte. Quasi ein kleiner Monk, wenn Ihnen die Fernsehserie ein Begriff ist. Und so geht es bei meinem Kind auch schon los, jetzt werden die Stufen im Haus gezählt. Jedes Mal.

Daumen drücken, dass das wirklich nur Zahlenlernen ist und kein längerwährender Tick wird.

Update 19.06.: Heute musste das Kind umdrehen, die Treppen noch mal hoch: "Mama, ich hab vergessen zu zählen!" Alle meine Befürchtungen ...

Dienstag, 9. Juni 2015

Intelligente technische Helferlein?

Natürlich darf man sich nicht einfach blind auf sein Navi verlassen. Weiß ja eigentlich jeder. Und besonders misstrauisch sollte man werden, wenn eine Strecke, die maximal 20 km betragen sollte, plötzlich mit 38 km angezeigt wird.

Leider bin ich, wie so oft, erst hinterher klüger. Beim Auffahren auf die Autobahn dachte ich noch: "Ist das nicht die falsche Richtung?" Und so war es dann auch. Ein Mini-Stau in der richtigen Richtung (sorry, aber 20 km in die andere Richtung, selbst mit Stau wäre ich da wahrscheinlich schneller durchgekommen) hat vermutlich das Gerät durcheinander gebracht und mir dann geraten, doch bitte bis zum Autobahnkreuz in entgegengesetzter Richtung zu fahren, um wieder auf Kurs zu kommen.

So ein ganz kleines bisschen künstliche Intelligenz, da hätte ich mal gar nichts dagegen!

Samstag, 6. Juni 2015

Sommerfreuden

Heut habe ich erst mal ein bisschen neidisch auf süddeutsche Internetbilder von reifen Gartenerdbeeren geschaut. Unsere Erdbeeren blühen zum Teil noch, die anderen sind mini und grün. Und das liegt ganz sicher nicht nur am mangelnden gärtnerischen Talent, sondern zum hauptsächlichen Teil an diesem bisher unglaublich kalten Sommer hier im Norden Deutschlands.

Überhaupt erst vorgestern fiel uns auf, dass die Kinder noch keine Sandalen haben - war bisher überhaupt kein Thema, aber dann von jetzt auf gleich bei 30 Grad plötzlich ziemlich dringend geworden.

Nun ja, das soll ja kein Wetterblog werden. Aber noch zum schönsten Sonnenschein, der heute herrschte (die paar dunklen Wolken zwischendrin, das sehen wir hier oben nicht so eng): Bisher hielt ich das ja für amerikanische Propaganda, aber tatsächlich kann ein Rasensprenger den Kindern den Schwimmbadbesuch quasi ersetzen! Außerordentlich praktisch und ein gutes Gewissen hat man auch noch, weil man nicht nur einfach dekadent den Rasen wässert - was ehrlich gesagt, wir erwähnten es schon, angesichts dieses bisherigen Sommers auch absolut noch nicht nötig war.

Dienstag, 2. Juni 2015

Die Taschengelddebatte

Ich bin natürlich immer dafür, dass meine Kinder lernen, ihre berechtigten Interessen zu vertreten. Und es ist sicher gut, wenn sie argumentieren lernen. Aber wieso muss uns nun ausgerechnet die Schule die Taschengelddebatte ins Haus bringen?

Natürlich immer mal wieder durch die Mitschüler. "Mama, alle kriegen mehr als ich, wirklich alle!"

Aber nun auch noch durch irgendein ominöses Buch im Fach "Gesellschaft", wo es um Empfehlungen für die Höhe des Taschengelds geht. Nun gut, nutzen wir das Ganze gleich noch mal, um bei einer gemeinsamen Google-Suche ein bisschen Quellenkritik mit dem Nachwuchs zu üben. "Nein, gutefrage.net ist keine Seite, bei der man unbedingt immer objektive und gute Tipps bekommt." "Nein, man nimmt nicht automatisch immer das erste Google-Suchergebnis und hält das für die Wahrheit."

Aber ich muss zugeben, selbst laut diversen Jugendamt-Empfehlungen liegen wir deutlich unterhalb der Richtlinien. Was wir mit schierer Kinderzahl ("so viele Kinder, fressen uns die Haare vom Kopf") entschuldigen könnten, aber vielleicht ist ja tatsächlich ein bisschen Luft nach oben.

Mittwoch, 27. Mai 2015

Didaktik-Dilemma

Abends. Sagen wir, so halb zehn. Kind ruft: "Mama, bei Minus, schreibt man da die größere Zahl immer nach oben?"

Natürlich wundert man sich als erstes, weshalb das Kind um diese Uhrzeit Hausaufgaben macht. Aber nun je, besser spät als nie. Und dann überlegt man noch, ob man jetzt klugscheißen sollte à la "in Deinem Alter schon, später geht es auch anders rum".

Oder, und das ist die Frage, die am längsten im Kopf bleibt, ob man da noch mal grundsätzlich ran müsste an das kindliche Verständnis von Subtraktion. Und das bei der Schule, die sich Kompetenz ganz groß auf sämtliche Fahnen schreibt, weg vom sturen Auswendig-Lernen von Subtraktions-Algorithmen. Ts, ts, ts.

Aber hey, es ist abends, halb zehn. "Ja!" schreit man zurück. Und das wars.