Mittwoch, 21. Juni 2017

Alle Sommer wieder

Endlich ist es warm. Angenehm warm. Außer auf unserem Dachboden. Da wird es natürlich sofort brütend heiß.

Und so entschwinde ich dorthin mit einem Korb feuchter Wäsche und dem alljährlichen Schlachtruf:"Vergesst mich nicht! Wenn ich in einer halben Stunde nicht wieder da bin, kommt nach mir sehen, damit ich nicht als verschrumpelte, schockerhitzte Mumie auf dem Trockenboden verende."

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, dass mein möglicherweise anfälliger Kreislauf irgendjemanden kümmert.

Montag, 19. Juni 2017

Magisches Denken

Im Wikipedia-Artikel zu diesem Thema steht, dass magisches Denken bei Kindern von zwei bis fünf Jahre vorkommt. Lassen Sie sich davon nicht täuschen. Das stimmt nicht, das haben Kinder noch weit bis in die Pubertät.

Denn nur so lässt sich liebevoll erklären, weshalb ein im logischen Denken eigentlich normal begabtes Kind auf die Idee mit den Handtüchern kommt. Also, die Handtücher. Immer patschnass nach Baden oder Duschen, ist klar. Und dann muss man die aufhängen, auf die Heizung und, simsalabim, am nächsten Morgen oder so sind sie wieder trocken.

Genau, simsalabim. Denn anders kann ich mir nicht erklären, dass man die auch im Sommer bei kalter Heizung dahinfeuert und sich nicht das kleinste bisschen fragt, ob es nicht sinnvoller wäre, die Sachen (dieses Mal Klamotten, die dringend bis zum nächsten Morgen trocken sein sollten, weil Schulveranstaltung) auf den brühendheißen Dachboden zu bringen, wo Flüssigkeit quasi verdampft und tropfnasser Stoff in spätestens zwei Stunden durchgetrocknet ist. Während auf der kalten Heizung im von-der-Sonne-nicht-geküssten Bad sich höchstens Feuchtigkeit und Moder sammelt, wenn man im Sommer nur lang genug wartet.

Magisches Denken, ganz bestimmt. Alle anderen Erklärungen machen nur schlechte Laune.

Samstag, 17. Juni 2017

Smart

Seid Ihr wie ich? Bleiben diese ganzen "lustigen Reisespiele" nie in Eurem Kopf? Ich meine, ich war auf so vielen Kinder- und Jugendreisen, wo pädagogisch wertvolle und meist auch witzige Spiele gemacht wurden. Alles weg, sobald ich wieder zu Hause bin. Also auch wenig pädagogisch wertvolle Ideen für Kindergeburtstage oder lange Autofahrten. Außer "Ich sehe was, was Du nicht siehst". Der Langeweile-Horror mit Autobahn-Zusatzregeln ("es muss im Auto sein und nicht schwarz"). Bringt einen ungefähr 10 Minuten weiter und danach nervt es mich auch schon wieder mehr als das Langeweile-Gejammer der Kinder.

Aber nun gibt es eine Alternative! "Smart". Ein Kind brachte das Spiel mit nach Hause und das geht so: Alle suchen den fahrenden und stehenden Verkehr ab, und wer einen Smart sieht, ruft laut ... "Smart". So einfach! Und so effektiv. Sogar mir macht das Spaß und man merkt, wer die Adleraugen hat, wer sich gut konzentrieren kann, wer multitasking-fähig ist (reden und trotzdem den Smart als erstes erblicken) und wer nicht gut verlieren kann. Ja, mir macht das Spaß.

Einzige Einschränkung: "In Bad Oldesloe geht das aber nicht, Mama", klärt mich das Kind auf, das dort gerade auf Klassenfahrt war. Gemeinsam philosophieren wir dann darüber, wieso das so ist. Enge Parkplätze. Keine Car2Go-Smarts, die selbst hier in Harburg mehr als die Hälfte der Smart-Population ausmachen. Und deshalb befürchte ich, dass der natürliche Lebensraum des gemeinen Smart auch nicht unbedingt die Autobahn ist. Aber vielleicht gibt es ja Alternativ-Fahrzeugmarken. Vorschläge (gern praxiserprobt) nehme ich gern entgegen.

Mittwoch, 14. Juni 2017

Schlaf - es ist nie genug!


 Frau Novemberregen schläft. Twitter sagt mir, dass es auch andere gibt, die nie genug Schlaf bekommen können:
Am Anfang war die Müdigkeit ja noch verständlich. Kleine Kinder, Babys, gleich drei Stück hintereinander, oh mein Gott, kein Wunder, dass die arme Frau immer müde ist. Dazu dann immer nach wenigen Monaten die bezahlte Arbeit.

Dann gab es eine Zeit mal keine bezahlte Arbeit - und immer noch die große Müdigkeit! Dann dachte ich, die Diagnose "Schilddrüse" bringt den großen Durchbruch. Aber Pustekuchen, nur ein bisschen besser und man weiß nicht, ist das Placebo oder echt. Vielleicht ist es inzwischen schon das Alter, wer weiß, auch wenn andere behaupten, es gebe so etwas wie "senile Bettflucht" und man schlafe im Alter eher weniger als mehr.

Auf jeden Fall ist der Tweet oben nur halb so lustig, wie er auf den ersten Blick scheint. Denn regelmäßig werden einem die Stories von den Erfolgreichen dieser Welt um die Ohren gehauen, die alle eher wenig schlafen. Angeblich brauchen 18% der Spitzenkräfte in Wirtschaft und Politik nur fünf Stunden Schlaf.

Das Thema "wenig Schlaf, hohe Leistung" wird also regelmäßig medial abgedeckt. Spätestens, wenn Angela Merkel mal wieder die Nacht durchverhandelt hat.

Aber hört man von den Menschen, die am anderen Ende der Normalverteilung liegen (hihi)? Wenn der erwachsene Mensch im Durchschnitt 7 bis 9, aber durchaus auch mal 10 Stunden Schlaf täglich braucht. Und ich jetzt einfach mal die Hand hebe und rufe: "Jau, da gehöre ich zu". Was bedeutet das zum Beispiel für die Tages- und Abendplanung? Bei neun Stunden Schlaf, Aufstehzeit um 6.30 Uhr (fest vorgegeben wegen Schulkindern) müsste ich um 21.30 Uhr im Bett liegen?

Ganz super, da sind die Kinder noch nicht mal alle eingeschlafen. Zeit zu zweit? Fehlanzeige. Von den guten Filmen und Serien im Fernsehen ganz zu schweigen. Oder Telefonate mit Freunden - aller bis neun Uhr abends erledigen, danach Bad und Bett, wirklich?

Kein Wunder also, dass auf Instagram "Coffee" ein so beliebter Hashtag ist (68 Millionen!) und dass wir Schlafbedürftigen uns mit Koffein und Nickerchen versuchen, über den Tag zu retten. Wer irgendwelche Selbsthilfegruppen der Langschläfer kennt, ich probier alles aus!

Freitag, 9. Juni 2017

Erdbeeren!

Was habe ich mich gewundert, schon vor drei, vier, fünf Wochen in diversen Blogs, denen ich so folge, von gekauften und verspeisten Erdbeeren zu lesen.

"Wie machen die das?" war die offensichtliche Frage. Kommen die alle aus dem Süden der Republik, wo die Erdbeer-Saison einfach mal drei Wochen früher startet? Oder sind es doch die bösen Import-Erdbeeren von sonstwoher? Aber das schmeckt man doch, und das waren doch quasi Feinschmecker-Blogs, das glaub ich auch nicht.

Irgendwo las ich, je weiter nördlich, desto besser (entgegen dem ersten Anschein), da längeres Tageslicht für mehr Süße sorgt. Deshalb schottische Erdbeeren und Marmelade. Wobei, wenn man mal ehrlich ist, sooo viel nördlicher als Hamburg ist das auch nicht.

Meine Erdbeer-Saison begann dieses Jahr auf jeden Fall vor ca. einer Woche, als der lokale und sehr beliebte Erdbeerstand vorm Bäcker aufmachte. Drei Tage vorher hatte ich es noch gewagt, beim Spargel-Händler ein Schälchen rote Früchte mitzunehmen ("Wenn der Spargel so frisch aussieht und die Erdbeeren auch so schön glänzen, muss das doch was sein"). Tja, was soll ich sagen, die schönen Beeren waren sicher frisch, hatten aber einen merkwürdig sehr-erdigen Geschmack. "Nach Keller", beschrieb es ein Kind sehr treffend.

Also wieder bestärkt im Glauben an den einzig wahren Erdbeer-Händler, der ja dann wenige Tage später Gott sei Dank endlich auftauchte. Mit nicht-muffigen, absolut leckeren Erdbeeren.

Momentan ist bei mir noch die Phase "Jeden Tag mindestens ein Schälchen". Gestern bemerkte ich abends mit Bedauern, dass ich keine gekauft hatte und sie total vermisste. Das geht noch ein paar Tage so, dann kommen Kuchen etc. (steht ja auch schon wieder ein Geburtstag an, ich google mal lieber Blech-Rezepte). Und dann wird tapfer weitergegessen, bis man schon einen leichten Überdruß verspürt. Aber das muss so, denn das muss ja dann bis nächstes Jahr wieder ausreichen!




Donnerstag, 8. Juni 2017

Seufz - man vermisst sie ja doch

Hach. Das Kind ist nun für drei Tage weg. 

Es war vorher ein bisschen aufgeregt - aber kein Vergleich mit manchen der anderen in der Klasse. Gerade von den kleinen Jungs waren einige ganz schön bedrückt, dass sie jetzt weg von Mama sollten. 

Wir hatten auch schon mal Kindergartenfahrt. An die sich das Kind übrigens schon fast nicht mehr erinnert, nur mal für die Erzieherinnen hier, Ihr müsst das nicht machen, nur wenn Ihr selber Spaß daran habt. 

Und nun vermisse ich sie ein bisschen. Auch wenn ich mich über mehr Zeit für andere Dinge freue. Die ich grad gut für die Arbeit gebrauchen kann. Ok, das relativiert die Freude schon wieder ein ordentlich, kann ich doch ganz einfach mal so vermissen. Seufz.





Mittwoch, 7. Juni 2017

Kleinkram, unsortiert

- Wenn ich es vergessen sollte: Es liegt an der abendlichen Schokolade. Alles. Und das steigende Gewicht vor allem.

- Auch die längste ToDo-Liste wird schnell kürzer. Ehrlich. Gerade wieder ausprobiert. Man denkt: "Das schaff ich nie", und zack, zwei Tage später, Hälfte erledigt oder zumindest Termine dafür gemacht.

- Online Kleinanzeigen sind großartig. Also, wenn man was Gutes zu Verkaufen hat, schätze ich mal. So wie unser altes Puky-Fahrrad (bye bye, Du hast drei Kindern das Radfahren super beigebracht). Ruckzuck, weg war's. Sehr schön.

- Wo gibt es eigentlich die Vereinigung der anonymen unter-Ramadan-leidenden-Nicht-Muslime? Oder muss ich die etwa gründen? Wo bleibt denn meine himmlische Belohnung dafür, plötzlich einen Monat lang zusätzliche Familienaufgaben zu übernehmen und erhöhte Kochtätigkeit an den Tag zu legen, auch wenn das gar nicht unbedingt gewürdigt wird ("Essen? Ich hab doch schon in der Moschee gegessen. Aber danke, Schatz" - "Grrh, bitttteeschöööön")

Dienstag, 6. Juni 2017

WMDEDGT 6/2017

Frau Brüllen fragt wieder, was wir am 5. des Monats gemacht haben.

Wir haben ja im Moment ein wenig Erfahrung mit langen Wochenenden oder kurzen Ferien. Da war Ostern, da waren die Maiferien um Himmelfahrt. Und bisher war das immer großartig. Samstags haben wir immer relativ volles Programm. Sonntag ruhen wir uns aus und machen höchstens mal ein bisschen Wäsche. Und deshalb sind wir normalerweise am Montag, wenn der denn frei ist, fit und machen Programm, das wir sonst nicht schaffen. Letztens waren wir an so einem langen Wochenende ja sogar mal im Museum. Kultur als Familie!

Am Pfingstmontag klappte das nicht. Im Prinzip hatte ich den Mühlentag im Auge und wollte gern mit den Kindern eine Wassermühle anschauen. Ja, ich hab da eventuell ein bisschen die Schulagenda im Kopf und möchte das Kind unterstützen, das gerade "Krabat" gelesen hat. In einer Windmühle waren wir schon mal und bei "Es klappert die Mühle" geht ja auch um eine Wassermühle, da weiß man schon gar nicht mehr, ist das Volks-, Musik- oder Hochkultur?

Aber dann war Regen vorhergesagt. Müde war ich und das Kind war dann sowieso woanders übernachten. Kaum sind wir aufgestanden (ich habe ja netterweise Langschläferkinder, es war also kurz nach zehn), ruft dieses aushäusige Kind (einziger Frühaufsteher in der Familie) auch schon an: Ein Ausflug ist geplant mit der Übernachtungsfamilie. Netterweise wollen die das kleine Kind auch gleich mitnehmen. Und der Sohn will dann natürlich auch nicht zurückstehen. Hektik bricht aus -  natürlich nur bei mir. Weil ich weiß, was eigentlich erledigt werden müsste und wie langsam das Kind normalerweise frühstückt. Genau, so bin ich, Genuß geht anders, Dankbarkeit auch. Es dauert mindestens eine halbe Stunde, nachdem die Kinder unterwegs sind, bis ich mich an das geänderte Programm gewöhnt habe und mich darauf einlassen kann. Hey, ein Nachmittag kinderfrei!

Das entspricht nicht ganz dem Plan, aber dann gibt es eben Gartenarbeit mit dem Mann. So ein Trampolin vergräbt sich schließlich nicht von selbst. Und da die Kinder schon gemault haben "Schon wieder Spargel", wird der flugs in einem Kartoffelgratin versteckt. Und da "flugs" und "Gratin" ja nur schlecht zusammengehen, ist dann auch schon später Nachmittag und alle sind wieder zu Hause. Nach ein wenig Erholungszeit für alle am jeweils bevorzugten elektronischen Gerät schaffen wir es sogar, die Kinder zur Mitarbeit zu motivieren. Mit dem Gefühl, dass doch nicht alles schiefläuft in der Erziehung, sitze ich zufrieden im Wohnzimmer.

So war der 5. Juni.

Donnerstag, 1. Juni 2017

Küchenwissen - Wiederholung ist alles

Schon merkwürdig, oder? Da ist man einmal die Spitzenköchin, kocht das großartigste Gericht der Welt (das erstaunlicherweise sogar der ganzen Familie schmeckt, Jackpot!).

Und dann, eine Woche später, kocht man es wieder, und schwupps, nichts klappt, offensichtlich hat man das Kochen verlernt und was für ein Glück, dass man keine Gäste hat.

Also (ich weiß das natürlich und Ihr sicherlich auch schon längst): Niemals einladen zu Gerichten, die man nicht mindestens schon drei Mal hintereinander unfallfrei gekocht hat. Ist einfach zu stressig. Bin immer völlig mit den Nerven runter, wenn etwas nicht geklappt hat und ich das dann anderen Menschen vorsetzen muss. Genauso schlimm: Das Lob, das man oft trotzdem bekommt! Da fragt man sich natürlich, wie ernst man dann das Lob bei den geglückten Gerichten nehmen kann!

Aber egal: Guter Vorsatz für die restliche Spargelzeit (und darüber hinaus): Noch zwei, drei Mal Sauce Hollandaise kochen, bis das unfallfrei klappt und mir nötige Menge, Konsistenz und Temperatur aller Zutaten klar ist. Merke: Ist das Eigelb zu kalt, wird's auch keine Soße, sondern Suppe. Ziemlich saure Suppe. Essen kann man es allerdings und eventuell hat man unmäkeligen Nachwuchs, der das trotzdem verputzt.

Samstag, 27. Mai 2017

Familien-Management

Ich fand es eigentlich albern, wenn versucht wird, Fähigkeiten aus dem Familienalltag in beruflich ausschlachtbare Qualitäten zu übersetzen. "Guten Tag, ich bin die Chefin eines kleinen Familienunternehmens", nein danke.

Trotzdem musste ich heute dran denken, denn:
Wer es schafft, einen beleidigten Beinah-Teenager zum Wieder-Sprechen zu bewegen UND zum Weiterarbeiten zu bringen ... damit dürften alle schwierigen KollegInnen- und Untergebenen-Typen abgedeckt sein, wer das schafft, den sollte an der Arbeit niemand mehr umhauen können!

Auf ins Management!

Mittwoch, 24. Mai 2017

Ferientage sind schöne Tage

Weil wir gerade Glück und viel Zeit haben. Wie wir das mit angestellten sechs Wochen Urlaub im Jahr hingekriegt haben, kann ich mir gerade gar nicht mehr vorstellen.

Es läuft hier gerade ganz entspannt: Aufstehen, wenn man wach wird. Diesen Satz muss ich noch mal in fett wiederholen. Aufstehen, wenn man wach wird. Nix Wecker. Nix von Kindern geweckt werden. Wenn Ihr das hier lest, Eltern von Kleinkindern: Ja, es ist möglich. Die Zeiten kommen tatsächlich wieder. Ich habe das lange auch nicht geglaubt. So zehn, elf, zwölf Jahre lang. Aber Tatsache: Gestern 8.30 Uhr. Heute irgendwas nach neun.

Dann stehe ich auf, mache mir Tee, setze mich an den Rechner, arbeite ein bisschen. In der Zwischenzeit dödeln die Kinder vor sich hin. Scheinen keine großen Frühstücker zu sein. Ist mir recht, ich brauch das so früh am Tag auch noch nicht. Montag fingen sie irgendwann gegen 11.00 an, den Tisch zu decken. Gestern bereitete jemand, der nicht auf den Namen "Mama" hört, French Toast zu. Das ist der vornehme Name für "Arme Ritter", habe ich mir sagen lassen.

Wenn ich Glück habe, kann ich dann noch ein bisschen was am Rechner tun. Die Verabredung ist: Die Kinder müssen nicht in die Ferienbetreuung, wenn ich nicht kochen muss. Das führt jetzt zu keinen kulinarischen Großtaten, Nudeln oder Sandwich aus dem Sandwich-Toaster muss man da schon mögen.

Gut, wir wollen auch die weniger schönen Seiten nicht ganz verschweigen, ab und an muss ich dem ein oder der anderen das elektronische Gerät aus den quicklebendigen Händen ringen und auf die Medienzeit am Abend (oder war es Nachmittag?) verweisen. Hinweise auf in den Ferien zu erledigende Hausaufgaben oder zu übende Instrumente stoßen meist auf taube Ohren. Hin und wieder klingt der Schlachtruf "Langeweile" durch die Wohnung.

Aber insgesamt ist es entspannt. Und wir nutzen die viele Zeit, um das Thema "Haushaltserziehung" zu vertiefen. Meine Theorie: Die Aufgaben brauchen eine bestimmte Anzahl an Wiederholungen, bis sie verinnerlicht wurden und nur noch jedes zweite Mal angezweifelt wird, das das jeweilige Kind a) wirklich schon wieder dran ist, b) diese Aufgabe wirklich erledigen muss. Das ist, wie gesagt, eine Theorie. Die einzige bisher verlässlich übertragene Aufgabe ist die Geschirrspülmaschine. Wir arbeiten jetzt an der Waschmaschine. Bei Interesse berichte ich Weiteres.

Außerdem ist das ein gutes Mittel, um die Kinder längerfristig aus dem Haus zu treiben. Diverse Übernachtungsverabredungen sind inzwischen geplant. Denn wer nicht da ist, kann auch nicht zu Haushaltspflichten herangezogen werden. Clever, das müssen sie von mir haben. Und ich krieg vor lauter Ausschlafen Rückenschmerzen.

Montag, 22. Mai 2017

Blogparade: Homeoffice als Angestellte und selbständig

GlücklichScheitern fragt gerade, wie wir denn so unser Home Office organisieren.

Oh, was für ein schönes Thema. Und da ich es aus diversen Perspektiven kenne, möchte ich gern darüber schreiben.

Home Office als Angestellte mit Kindern im Haus

So fing es an. Das erste Kind fünf Monate alt, ich voller Enthusiasmus (und 1 Jahr Elterngeld gab es zudem noch nicht), yeah, wieder arbeiten, von zu Hause aus, für den bisherigen Arbeitgeber, in Teilzeit.

Um es kurz zu machen: Ich kann das nicht. Es braucht eine bestimmte Persönlichkeit dazu, sich nicht  von "oh, das Baby könnte gleich losmeckern" ablenken zu lassen. Mein Mann kann das. Wippe mit Kind drin ab und an mit dem Fuß antippen, damit es schön wippt, und dabei arbeiten. Mich macht das wahnsinnig, allein die Aussicht, alle paar Minuten unterbrochen werden zu können. Ich kann das heute noch nicht, obwohl man mit den Kindern inzwischen darüber reden kann.

Also hab ich das ihm überlassen und die vier Stunden am Tag so weggearbeitet, ohne mich um das Baby kümmern zu müssen. Mein Mann ist selbständig mit einem Büro zu Hause, er hat bei uns lange Kinderjahre den flexibleren Part übernommen. Also das "Kind ist krank, jemand muss zu Hause bleiben" oder "Kind muss zur Impfung, da arbeite ich aber noch". Und eben auch: "Mama denkt, sie muss schnell wieder arbeiten (als ob es einem jemand dankt), jemand muss das Kind eine Weile betreuen, damit sie ungestört ist".

Home Office als Angestellte zu Hause, während die Kinder in aushäusiger Betreuung sind

Das geht wiederum. Es ist schön ruhig und man kriegt was geschafft.

Wenn man allerdings auf Beiträge von KollegInnen angewiesen ist, kann es nervig werden. Nie erreicht man die. Im Chat antworten sie nicht, ans Telefon gehen sie nicht und man weiß nicht: Sind sie nur mal eben auf dem Klo oder in einem vierstündigen Meeting oder vielleicht heute gar nicht im Büro?

Außerdem muss man darauf achten, wie man an der Arbeit wahrgenommen wird. Meine erste Quartalsbeurteilung im Home Office war da eine (negative) Offenbarung. Ich ging davon aus, dass ich alles super gemacht hatte. Meine Chefin gab mir eine unterdurchschnittliche Bewertung, weil "alle anderen hier haben ja so viele Sachen gemacht und hatten nicht dieses ruhige Home Office, sondern den anstrengenden Büro-Job mit Kundenkontakt". Tja. Hätte ich das vorher gewusst, sooo viele andere Vorteile hatte dieses Home Office dann doch nicht, um das aufzuwiegen.

Home Office als Selbständige, während die Kinder zu Hause sind

Wieder: Mäh, ich kann das nicht. Diese ständigen Unterbrechungen machen mich wahnsinnig. Während mein Mann da sitzt und unbeeindruckt weiter übersetzt, nachdem er dem Kind kurz was zum Ausmalen ausgedruckt hat, kriege ich die Krise, selbst wenn ich nur beim Mailschreiben unterbrochen werde. Von daher versuche ich zu arbeiten, während die Kinder in Kita oder inzwischen alle in der Schule sind. Wobei wir hier gerade in den Ferien ausprobieren, ob es nicht doch funktioniert: Ab einem gewissen Alter geht es für ein paar Stunden (ja, richtig gelesen, Plural!), da beschäftigen die sich schon mal eine Weile in anderen Zimmern mit CDs, Puzzeln, Schleichtieren und ähnlichem.

Von daher ist meine eindeutig bevorzugte Lösung:

Home Office als Selbständige, während die Kinder außer Haus sind

Hin und wieder brauch ich dann aber Kundenkontakt, sonst fühl ich mich einsam.

Sonntag, 21. Mai 2017

Die zweite Schulzeit

Ich bin ja begeisterte SchülerInnen-Mutter. Mehrfach habe ich schon von den Freuden berichtet, endlich, endlich die schriftliche Subtraktion verstanden zu haben. Ausführen konnte ich die auch früher schon, aber verstehen, das ist ja noch mal was anderes. Das hat wirklich Spaß gemacht.

Demzufolge leide ich allerdings auch ein bisschen mehr mit als nötig, wenn ich LehrerInnen meiner Kinder nicht verstehe. "Was will der mit dieser Frage?", "Was soll da die richtige Antwort sein!?", das sind Fragen, die mich in den Wahnsinn treiben können. Vor allem, weil man vom Kind natürlich keine Antwort erwarten darf. "Habt Ihr darüber im Unterricht gesprochen?" - ach, was frag ich überhaupt, die Antwort kenn ich doch schon: "Nein, nie" ... ja ja ja, ist klar.

Nun also Lektüre. "Krabat" von Otfried Preußler. Ist tatsächlich bisher an mir vorbeigegangen. Ich meine, ich weiß, dass es das Buch gibt, ich kriege auch mit, dass es hin und wieder verfilmt wird. Aber gelesen hatte ich es bis heute noch nicht.

Nun also doch. Und jetzt habe ich ja die Freiheit, zu überlegen, was ich wohl als Lehrerin mit so einem Text anstellen würde. Was macht man da? Einfach nur lesen geht ja nicht, muss ja auch was bei rauskommen, was man benoten kann. Dann fragt man offenbar schon mal so Sachen ab wie "Was sagt der Darsteller, damit der Ochse vorwärts geht", um sicherzustellen, dass überhaupt gelesen wurde (die Antwort ist "wüüh", damit Ihr hier alle ruhig schlafen könnt). Das ist aber natürlich überhaupt nicht interpretatorisch wertvoll. Also, auf welche Themen würde ich mich stürzen?

Persönlich interessiert mich ja der Bezug zur Realität. Dass es die Orte Hoyerswerda und Co. tatsächlich gibt und wo die liegen, das würde ich die alle mal im Atlas nachschlagen lassen. Und was Wendisch/Sorbisch ist. Da wir da entfernte Verwandtschaft habe, habe ich gleich Ideen für Referate und ähnliches, aber gut, ist ja zum Glück dieses Mal NICHT meine Schulzeit. Und natürlich könnte man auch gleich die anderen anerkannten Minderheiten in Deutschland durchsprechen. Hey, ich kenn sogar einen Friesisch-Sprecher!

Aber damit sind wir immer noch nicht inhaltlich weiter. Worum geht es, abgesehen vom offensichtlichen? Ja, das ist eine Sage aus der sorbischen Gegend. Zurück zum Thema: Ist die da noch bekannt? In anderen Versionen als von Otfried Preusler? Und stört es mich eigentlich, dass außer der Kantorka keine Mädchen oder Frauen vorkommen und die Kantorka nicht mal einen Namen hat? Nicht haben darf, vielleicht. Na ja, ist ja sowas wie ein Märchen, da geht das wohl ausnahmsweise mal in Ordnung. Aber selbst bei den "12 Raben" hat die erlösende Schwester mehr zu sagen als hier. Oh, ein weiterer Bezug, den man sicher im Unterricht nutzen könnte! Und ich muss wohl schauen, ob die weiteren Lektüren in der Klasse ausgleichend wirkt, man kann ja abwechseln beim Geschlechter-Bingo.

Und weiter thematisch? Nach diesem Speed-Reading heute bleibt mir im Kopf der Begriff von Arbeit, der dort herrscht. Dass man, obwohl man (durch Magie) könnte, doch lieber nicht ohne Arbeit sein will, weil das den Tag strukturiert, von Dummheiten abhält. Und ja, dieses ganze Mühlenhandwerkswissen, dass nebenher vermittelt wird, das ist schon beeindruckend.

Was eine kurze Googelei ergibt, das Thema "Macht" (durch Magie) und wer sich davon bezirzen lässt ... nee, das hat mich hier weder angesprungen noch besonders beeindruckt, das ist eher ein Nebenschauplatz.

Samstag, 20. Mai 2017

Spargel aus dem Ofen

Heute ausprobiert, nach hier (Uisge Beatha auf Twitter). Beziehungsweise vorher noch mal quer durchs Internet gegoogelt und dann in gut verschlossener Auflaufform gemacht. Sehr, sehr lecker. Haben sogar die Kinder angemerkt. HALLO, die KINDER haben gesagt, dass der Spargel ihnen so sehr gut schmeckt. Wenn das nichts zu sagen hat, dann weiß ich auch nicht mehr.

Und allein für die Leichtigkeit der Hollandaise (also Zubereitung, leicht ist da natürlich nix dran, sondern ein halbes Pfund Butter drin) lohnt sich so ein Induktionsherd! Nix Wasserbad, einfach niedrigste Stufe und los geht's.

Gut, das muss als Angeberei für diese Woche reichen, ab morgen dann wieder "Erziehungsversagen in den verschiedensten kindlichen Altersstufen".



Donnerstag, 18. Mai 2017

12 Sekunden!

So lange dauert es angeblich durchschnittlich bei Säugetieren (untersucht wurden 23 sehr unterschiedlich große Arten), bis sie mit dem Kacken fertig sind. Jawohl. Und da der Mensch auch ein Säugetier ist ... ziehen Sie bitte Ihre eigenen Schlüsse und DANN erklär mir jemand die durchschnittliche Zeit in dieser Familie, die die Klotür verschlossen bleibt?

Mittwoch, 17. Mai 2017

Was, wann wo und überhaupt?

Mit was man sich so herumschlagen muss. Mit Kindern und Garten. Da nehmen die Wünsche ja kein Ende. Weder der Kinder, noch, wenn man ehrlich ist, der Eltern.

So ein Stellplatz wäre nett. Aber bei Hanglage auch echt aufwändig, da geht nicht mal eben eine Fertig-Garage.

Und die Kinder nun ein, na was wohl: Trampolin. Und die Eltern (zumindest die Mutter) insgeheim natürlich auch. Aber auch das: Bei Hanglage gar nicht mal so einfach. Und wie viele Dinge hat man angeschafft, die dann nicht so viel genutzt wurden? Andererseits: die Schaukel zum Beispiel wurde schon ordentlich durchgespielt.

Was fehlt: Ein bisschen mehr "Ach sch.. drauf, wir machen jetzt einfach mal." Und damit hätten wir wohl ein Grundproblem, auch ganz abseits der Gartengestaltung umrissen.

Donnerstag, 11. Mai 2017

Re:publica 2017 - Highlights und Wünsche

Nach einem Jahr Pause habe ich es dieses Jahr wieder auf die re:publica geschafft. Und dieses Mal das ganze Paket: Ankommen schon am Sonntag Abend, damit ich die Eröffnung miterleben kann. Und Abreise am Donnerstag, so dass ich Abschlussveranstaltung und sogar, ich kann es selber noch kaum fassen, die Abschlussparty mitmachen konnte.

Was großartig war: Schon am ersten Tag war ich voll und ganz zufrieden und hätte genug Programm für den Rest des Jahres zum Nachdenken gehabt.

Eröffnung und dann JournalistInnen aus Ländern, meist gar nicht so weit weg (Türkei, Polen, Ungarn, Ägypten), wo Pressefreiheit wegen Bedrohtheit einen ganz anderen Stellenwert hat als bei uns. Nicht "Lügenpresse", sondern "Oh mein Gott, nehmt uns die Medien nicht weg, sonst kriegen wir gar keine Informationen mehr!" Am beeindruckendsten Can Dündar. Er ist nicht unbedingt ein charismatischer Redner, sein Englisch nicht perfekt, aber: Die pure Kraft dessen, was er durchgemacht hat und wovon er berichten kann: Erst angeklagt wegen Spionage wegen eines Artikels. Gefängnis. Zunächst freigesprochen (zwei der Richter sind inzwischen selber in Folge des Putsches in der Türkei inhaftiert). Auf dem Weg zum Prozess angeschossen. In Abwesenheit verurteilt.

DA GEHT JEMAND INS GEFÄNGNIS FÜR DIE PRESSEFREIHEIT. ER SCHAUT IN DEN LAUF EINER PISTOLE UND DAS IST IN ECHT ÜBERHAUPT NICHT COOL WIE IN FERNSEHSERIEN, SONDERN ER WÄRE GANZ ECHT FAST DABEI GESTORBEN. Für seine Haltung. Für sein Einstehen für seine Werte.

Ja, das muss so in Großbuchstaben, weil ich stilistisch nicht so begabt bin, um meiner Fassungslosigkeit und meinem Beeindruckt-Sein anders Ausdruck zu verleihen.

Und das hätte mir eigentlich schon gereicht. Natürlich kann man einwenden, ob es etwas bringt, Bet. roffenheit. Aber es ist doch großartig, wenn Can Dündar die Gelegenheit bekommt, Hunderten von im weitesten Sinne Medienschaffenden seine Geschichte zu erzählen und auf die Lage der Pressefreiheit (und anderer bedrohter Freiheiten) in der Türkei aufmerksam zu machen.

Augenzeugenberichte aus der Nazi-Zeit sprechen uns auch auf einer anderen Ebene an als Lehrbücher. Keine Ahnung, ob man das ersetzen kann. Oder auch nur sollte. Ob man sich hauptsächlich rational-faktisch damit auseinandersetzen müsste. Andererseits: Genau dazu gab es viele weitere Vorträge auf der re:publica. Dass wir Menschen über Geschichten funktionieren. Dass wir Menschen "Fakten" niemals (oder selten) einfach so einordnen können, sondern immer in "Frames" packen. Das ist also schon richtig so. Wir müssen uns erzählen lassen.

Weiter ging es mit Carolin Emcke. Zunächst kam mir der Vortrag sehr verkopft und geisteswissenschaftlich vor, aber eine Sache konnte ich doch mitnehmen: "Mehrheiten kann man organisieren!" Man muss nicht vor der vermeintlichen Masse an Gegenmeinung (Pegida und Co) zurückzucken, sondern soll für seine eigene Meinung werben.

Meine Wünsche an die re:publica: Mehr Zusammenfassung und Einordnung.

Wenn es (mal wieder, darum ging es in den letzten Jahren schon sehr oft) um mögliche Finanzierungsmodelle des Online-Journalismus geht: Könnte da mal jemand eine kurze Zusammenfassung machen, was schon alles da war, probiert wurde  und funktioniert hat oder auch nicht? Was aus Lokal-Blogs wie Hamburg-mittendrin geworden ist (da weiß ich es zufällig, aber was ist aus den Berliner Kiez-Blog-Projekten geworden)? Wie hat sich "Laterpay" entwickelt, das Robert Gutjahr vor zwei Jahren vorstellte? Wenn Projekt R in der Schweiz so was ähnliches wie Krautreporter macht (allerdings mit wahnsinnigem Erfolg beim Einwerben der Abonnements): Wieso soll es bei Projekt R  besser klappen? Was wollen sie anders machen?

Und Themen, die miteinander zu tun haben, Zusammenführen und die Vortragenden zu gemeinsamen Schlüssen bringen, falls das möglich ist, das stelle ich mir sehr spannend vor.

Wenn also zum Beispiel Elisabeth Wehling darüber referiert, wie "Frames" unser Denken formen und dass Negierung von Konzepten diese im Kopf der Zuhörer wachruft. Wenn man also von "Fake-News" redet, verstärkt man das Konzept, selbst wenn man negativ darüber berichtet. Und könnte man DANN die vielen anderen Vorträge, wie man das Vertrauen in die Medien stärkt und ähnliches, daran messen und darauf beziehen und mit Frau Wehling darüber diskutieren lassen, ob die vorgestellten Konzepte im Licht von "Framing" voraussichtlich wirkungsvolle Strategien sind oder ob sich nicht noch bessere Ideen ergeben?

Ja, das fände ich spannend. Wem muss ich das einreichen?

Freitag, 5. Mai 2017

WMDEDGT 05/17

Frau Brüllen fragt wie an jedem 5. eines Monats, was wir den ganzen Tag so machen.

Tja. Was für ein Glück, dass ich mich nach meinem Versuch einer 100-km-Wanderung Anfang April immer noch meine Schrittzähler-App im Handy aktiviert habe, so kann ich wunderbar nachvollziehen, wann ich wo war. Ja, alle Datensammler auch, ich weiß das. Und eigentlich wollte ich diese App schon längst deaktiviert haben, nicht aus Datenschutzgründen, sondern weil Teile meiner Persönlichkeit stark auf dieses Mess- und Zählding ansprechen und ich das nicht mag, das hat so was Zwanghaftes.

Also:
6.30 Uhr Aufstehen, Business as Usual. Um 7.40 Uhr sind alle, um die ich mich kümmern muss, aus dem Haus und auf dem Weg zu ihren jeweiligen Schulen

8.30 Uhr Auf in die Stadt. Halt, so komme ich doch viel zu früh! Andererseits, gestern dauerte der Weg in die Stadt zu einer anderen Verabredung deutlich länger als 40 Minuten und heute ist mein Weg etwas länger.

8.35 Uhr Jetzt aber los. Das mit Pünktlichkeit hat vielleicht auch etwas leicht Zwanghaftes

9.05 Uhr Viel zu früh an der Umsteigehaltestelle. Und jetzt? Hier 10 Minuten sitzenbleiben und lesen? Ach komm, das ist auch albern und hier ist es zu kalt. Bin ich halt zu früh am Treffpunkt, na und?!

9.15 Uhr HA, Mega-Idee, ich fahr einfach eine Station weiter und lauf zurück. Ist auch ein schöner Spaziergang, hier ist immer viel Neues zu sehen. Hier, gibt sogar Fotos!



9.28 Uhr Oh, jetzt wird es doch etwas knapp, Tempo verschärfen.

9.30 Uhr Ankunft am Treffpunkt. Handy-Check für die Uhrzeit. SMS des Kontakts: "Komme 2-5 Minuten später". Herrlich. Stimmt zum Glück, dauert keine Minute länger

Business-Frühstück, so lässt sich arbeiten!

11.00 Uhr Regen. Und ich hab anderthalb Stunden Zeit bis zum nächsten Termin. Heimfahren lohnt da natürlich nicht. Zum Glück hab ich gut geplant und die DVD dabei, die dringend in die Bücherhalle zurück muss. Ungesehen. Serienschauen, wenn sie gerade keinen Sendeplatz im normalen TV haben, liegt uns offenbar nicht. Also ab in die Bücherhalle. Einer meiner Lieblingsplätze!

12.10 Uhr Auf zum nächsten Termin. Immer noch Regen, also U-Bahn.

12.15 Uhr: Schon wieder zu früh. Zwanghaft, definitiv.

12.30 Uhr Treffen mit dem Business Lunch Termin. So lässt sich arbeiten.

14.00 Uhr Auf nach Hause. Auf dem Heimweg Visitenkarten drucken lassen. Da sie schon Montag benutzt werden sollen, ging Online Bestellen nicht mehr. Außerdem kann ich so mehr mitbestimmen, wegen völliger Unfähigkeit, mit Grafikprogrammen umzugehen (und ich kann sonst gut Computer!), ist das für mich sehr hilfreich

15:00 Uhr Zu Hause. Bisschen arbeiten, bevor die Kinder .. ach, heute ist alles anders, zwei Kinder unterwegs auf Außer-Haus-Terminen. Aber trotzdem bisschen arbeiten

17.00 Uhr Uh, müde. Bisschen hinlegen (hey, das ist normalerweise ein sehr gute gehütetes Geheimnis, das es nicht in den Blog schafft, Frequenz und Zeitpunkt von Mittagsschläfchen)

Abendbrot, am Computer rumhängen (nicht mehr ernsthaft Arbeit zu nennen), Kinder ins Bett, vor Computer und Fernseher abhängen (ja... ich weiß). Schönen Abend wünsche ich Euch!

Mittwoch, 3. Mai 2017

Das war quasi erst gestern - Frauenrechte

Hier in Hamburg war gerade Marathon-Zeit. Nur selten wurde dabei daran erinnert, dass man vor nicht allzu langer Zeit dachte, Frauen seien "biologisch" nicht fähig, so eine lange Strecke zu laufen. 1967 wollten die Veranstalter Kathrine Switzer von der Strecke des Boston Marathon drängen lassen, um zu verhindern, dass sie den Lauf beendet - man hatte vorher nicht bemerkt, dass sich, unerhört (!), eine Frau angemeldet hatte.

Frauenfußball in Deutschland war vom Deutschen Fußballbund 1955 verboten worden.

"Im DFB organisierte Vereine durften fortan weder Damenfußball-Abteilungen unterhalten noch ihre Sportplätze für Frauen bereitstellen. Schiedsrichtern war es ausdrücklich verboten, Begegnungen zu pfeifen." so der Spiegel. Erst 1970 wurde dieses Verbot aufgehoben.

Wenn eine Frau bis 1958 in der BRD den Führerschein machen wollte, brauchte sie dafür die Erlaubnis ihres Mannes oder Vaters - und auch ein Bankkonto durften sie erst ab 1962 ohne vorherige Einwilligung dieser "für sie verantwortlichen Männer" eröffnen.

Ja, ich werde älter und vielleicht erscheint das einigen der in den 90ern Geborenen weit weg - aber das ist erst eine, höchstens zwei Generationen her, natürlich hat das heute noch Auswirkungen.

Für einen verklärten Blick zurück à la "Früher war alles besser" gibt es zumindest für Frauen aus dieser Sicht keinen Grund.




Montag, 1. Mai 2017

Mathe macht mir Spaß

Und wer hätte gedacht, dass ich diesen Satz einmal schreibe. In meiner Schulzeit hätte ich auf jeden Fall heftig verneint, dass Mathe mir je Vergnügen bereiten könnte.

Aber Mathe mit meinen Kindern ist häufig wirklich ... schön. Welch eine Freude, als ich die Subtraktion im Abzugs- und im Ergänzungsverfahren verstanden habe. Welch ein Heureka-Moment, als ich verstand, weshalb man die kleine "1" unten dazuschreibt, obwohl man sie oben benutzt hat beim "ergänzen". Selbst der Stoff der siebten Klasse ist um Teil noch eine reine Freude (Dreisatz, Prozent, schlaue Abkürzungen, um das Ergebnis zu finden).

Noch schöner wäre freilich, wenn die Freude sich 1:1 auf die Kinder übertrüge. Oder wenn zweitens, gar nicht nötig wäre, dass ich das alles noch mal mit ihnen durchkaue. Weil sie es verstehen. Weil es im Unterricht gut erklärt wird. Weil eine Motivation entwickelt wird.

Da das nicht der Fall ist, ist mir klar, was für eine Glück meine Kinder haben, dass sie jemanden (sogar mehrere Menschen) in der Familie haben, die ihnen quasi innerfamiliäre Nachhilfe geben. Weil das Schulsystem das unausgesprochen voraussetzt. Wenn in der Schule keine Zeit ist, gründlich zu erklären, bis etwas verstanden wurde. Oder herauszufinden, was überhaupt verstanden wurde. Oder welche Hausaufgaben überhaupt gemacht wurden. Oder welche Klassenarbeiten überhaupt vom Schüler verbessert wurden.

Ach, was reg ich mich auf. Ja. Und so haben immer noch jene Schüler immense Vorteile, bei denen zu Hause alles noch mal durchgekaut werden kann. Und ich kann jeden Lehrer verstehen, der Kinder, die diese Ressource nicht zur Verfügung haben, NICHT fürs Gymnasium empfiehlt, obwohl die Noten genau denen entsprechen, die ein anderer Schüler hat, der aber eben jene zusätzliche Unterstützung hat, die das Leben an der weiterführenden Schule so viel einfacher macht. Oder Geld, das Nachhilfe kauft.

Ungerecht ist das natürlich.

Donnerstag, 27. April 2017

Besucht: Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg

Juchhu. Endlich. Kultur für die Kinder. Nehme ich mir seit Jahren vor. Zur Verdeutlichung: Als ich nur ein Kind hatte, sah ich mir die Kinderführungen in diversen Museen an und war etwas enttäuscht, wenn die erst ab vier Jahren waren (Übermutter Ich hätte gern schon dem Dreijährigen eine Prise Kutlur gegönnt). Und kaum hat man dann zwei, drei, also ganz viele Kinder, schon kommt man zu gar nichts mehr und der letzte Museumsbesuch (Altona, mit "Kinderolymp", empfehlenswert ab 6 Jahre, würde ich sagen) ist bestimmt schon an die drei Jahre her und war mit reichlich Fluchen über "nie wieder mit dem Auto" verbunden.

Nun also die Ausstellung Game Masters (leider seit dem 23. April vorbei), die mich schon seit Monaten anlachte, wann immer ich am Hauptbahnhof vorbei kam. Denn welches Museumsthema ist dankbarer für Kinder als Konsolen- und Arkaden-Spiele?

Tatsächlich wenige, würde ich sagen. Wir haben uns ganz behutsam auf den Weg gemacht und sind noch durch ein paar andere Räume gegangen, bevor wir im obersten Stock in der Games-Ausstellung landeten. Dabei stießen wir auf Schätze wie die Sammlung alter Instrumente und islamischer Kunst. Man ist ja schon froh, wenn man heutzutage auf mal auf eine Darstellung des Islam ohne jeglichen Bezug zu Gewalt und Islamismus stößt. Bester Fund dort: Comics von Tuffix

Bei den Game Masters dann schön Lärm und Dunkel wie in einer Spielhalle (nicht, dass wir damit viel Erfahrung hätten). Super Mario, yeah, was für eine Freude, wenn die Kinder im Museum mal was aus ihrer Lebenswelt wiedererkennen. Man konnte alle Spiele ausprobieren (während wir in den anderen Räumen immer sehr engmaschig von Museumsangestellten überwacht wurden. Verständlich, da meine Kinder dazu neigen, mit dem Finger auf Dinge zu zeigen, die sie spannend finden - mit sehr wenig Abstand zum Gegenstand).

Dann (für mich) der Höhepunkt: Die Arcade-Spiele-Sammlung. Und ohne, dass man Kleingeld einstecken musste. Allerdings habe selbst ich die Hoch-Zeit dieser Art Spiele wohl verpasst und meinen Kindern erschlossen sie sich auch nur, weil wir schon ein bis zwei Mal den Film "Ralf reicht's" geschaut hatten. Die erklärenden Tafeln neben den Spielen (wer, was, wann, welche bahnbrechenden Neuerungen steckten dahinter, die bald von allen anderen kopiert wurden) habe vermutlich hauptsächlich ich gelesen.

Aber schön war's doch. Es braucht nur wieder ein viertägiges Wochenende, damit ich wieder genügend Energie habe, um alle zu so einem kulturellen Hochgenuß zu schleppen. Wir sehen uns nächste Ostern!

Mittwoch, 26. April 2017

Nicht lang schnacken ...

An dieses inoffizielle Motto Norddeutschlands fühlte ich mich erinnert, als ich in der NZZ las, wie einfach es ist, über Dinge ewig rumzudenken, statt sie einfach mal in Angriff zu nehmen. Die besten Ideen kommen dem Schriftsteller beim Schreiben, der Unternehmer muss unternehmen, und nicht nur darüber nachdenken.

Der Autor Rolf Dobelli (ach guck, von dem hab ich doch schon Bücher gesehen) nennt es den "Punkt des maximalen Grübelns", ab dem das weitere Nachdenken keinen weiteren Erkenntnisgewinn mehr verspricht, sondern vermutlich eher Zaudern ist.

Das ist vermutlich der Ansporn, den ich gerade brauche. Wobei ich nicht versäumen möchte, das Loblied des Zauderns und Abwartens zu singen. Manchmal ist man einfach noch nicht so weit. Vielleicht gedanklich/intellektuell schon, aber gefühlsmäßig, seelisch noch lange nicht. Und dann kann abwarten eine absolut notwendige Option sein.

Aber manchmal natürlich auch nicht.

Nachtrag: Ach guck, der Link dazu kam aus dem Beifang bei Buddenbohms - Ehre, wem Ehre gebührt

Dienstag, 25. April 2017

Ikigai - das Leben im Gleichgewicht

Neu entdeckt (über Sprechblase): Das Konzept "Ikigai" (japanisch) für Freude am Leben, Lebenssinn, wofür es sich lohnt, morgens aufzustehen.

Hier ein deutsch beschriftetes Bild.



Quelle: http://dxnganodermakaffee.at/dxn/ikigai

Natürlich sehr idealisiert. Beim Blog Sprechblase sieht man noch mal, was angeblich an den Überschneidungen passiert, wo sich "nur" drei der Bereich treffen, aber nicht alle vier (auf Englisch). Bei der Schnittmenge zwischen Berif und Berufung also: "Gefühl der Leere" - weil ich es nicht unbedingt gern mache/liebe, was ich tue.

Fraglich ist natürlich, ob man diesen Idealzustand tatsächlich erreichen kann. Und ob man ihn erreichen "muss", um sich ausgefüllt zu fühlen. Vielleicht kann man es ja auch aufteilen und "Beruf" und "Mission" getrennt leben zum Beispiel.

Für mich auf jeden Fall gerade eine wertvolle Anregung.

Samstag, 22. April 2017

Was ist "Survivorship Bias"?

Das ist genau das, worüber ich neulich schrieb: Weshalb kaum Artikel erscheinen über all die erfolglosen Autoren, Musiker, Unternehmer. Und weshalb übersehen wird, wie groß das Risiko des "Scheiterns", oder zumindest des "keinen übermäßigen Erfolg"-Habens in Wirklichkeit ist.

Hier im Comic gut dargestellt: Würde man wirklich einem Lotto-Gewinner glauben, der sagt: "Du musst an Dich glauben. Du darfst einfach nie aufhören, Lose zu kaufen, und dann, eines Tages, gewinnst DU das große Los"? Hm, nee, von Wahrscheinlichkeitsrechnung haben die meisten dann doch schon mal gehört, da stimmt doch irgendwas nicht, kann man ja gar nicht beeinflussen, das Losglück.

Aber allen möglichen "Motivational Speakers", Ted(X)-Rednern und ähnlichen nehmen wir das ab? "Tu, was Du liebst, und Du wirst erfolgreich sein - denn mir ist es auch gelungen"?

Lieber noch mal nachdenken.

Freitag, 21. April 2017

Eine meiner Stärken

Neben der Superkraft, meine Bücherhallen-Kundennummer auswendig zu wissen (sehr wichtig, um problemlos online verlängern zu können) bin ich auch sehr gut darin, gute Bücher mir noch unbekannter Autoren aus dem Regal in der Bücherei zu fischen. Ein Grund, weshalb ich noch nicht (viel) elektronisch lese: Dort geht das nicht oder erheblich schwieriger als vor der physischen Bücherwand.

Mein letzter Fang:
"Capital" von John Lanchester ("Kapital" auf Deutsch). So toll geschrieben. So viele Hauptpersonen, ohne dass man durcheinander kommt! Kurz überlegt man: Wer war jetzt schon wieder dieser Parker und schon gibt der Autor einen dezenten Hinweis, und man ist wieder voll drin. Die volle Breitseite London wird hier gezeigt, mit den irrsinnigen Häuserpreisen und der Bankenkrise als Hintergrundgeschichte. Und es sind alle dabei: Schwarze, Weiße, Einwanderer, Ur-Engländer, Männer, Frauen. Ich bin sehr zufrieden mit diesem Griff. Und Herr Lanchester hat noch mehr Bücher geschrieben (und viele kluge Dinge über die Wirtschaftswissenschaften und das Finanzwesen), da hab ich also noch mehr, um gezielt zuzugreifen und mich drauf zu freuen.

Ach so: Wer das mit den Büchern nicht so gut kann wie ich :-), für den haben die Bücherhallen den "Libromat" entwickelt, ein Online-Tool, dass Dir Vorschläge macht. Sagt gern Bescheid, ob das was taugt.

Donnerstag, 20. April 2017

Und passend zum Thema "was ist mit der Jugend"

Als hätten sie mich gehört, hat Edition F einen Artikel veröffentlicht, der meinen Punkt vom letzten Mal unterstreicht: Eine immer größere Mehrheit von Alten macht das Leben für Kinder und junge Menschen schwieriger und für uns alle unlebendiger, starrer, konservativer.

Das ist ein Grund, weshalb es so schwierig ist, ausreichend Ressourcen dahin zu stecken, wo es am meisten Früchte tragen würde - an den Anfang des Lebens.

Wie sagt es Wolfgang Gründinger in dem Interview so schön:
"Deutschland ist ein Land, das längst vergangene Stadtschlösser wieder aufbaut und gleichzeitig Jugendclubs schließt; das über Nacht zig-milliardenschwere Rentenpakete schnürt, aber zugleich Förderprogramme für Kitas auf Eis legt, weil angeblich die Kassen leer sind; das Umgehungsstraßen baut, aber beim Ausbau von Glasfaser-Internet auf der Stelle tritt; dessen Schüler Latein und Altgriechisch lernen müssen, nicht aber Programmieren und Informatik; kurzum: das in der Vergangenheit schwelgt statt von der Zukunft zu träumen."

Dienstag, 18. April 2017

Für immer jung - wollen wir das?

Schon wieder die ZEIT: wissenschaftliche Fortschritte beim "Kampf" gegen das Altern. Also wir sollen immer älter werden können und dabei möglichst nicht so krank werden. Angeblich gibt's da grad ein paar vielversprechende Entwicklungen.

Das mag ja sein. Und niemand - auch ich nicht - sagt vermutlich von sich: Ich freu mich aufs Sterben. Oder: Ich will dann mal abtreten.

Aber die Konsequenzen ("bedenke das Ende"): Wollen wir das wirklich? Ist die Gesellschaft nicht schon alt genug? Es werden ja nicht mehr Kinder geboren, schon jetzt kommen viele nicht mehr mit der Lebendigkeit, der Geschwindigkeit, und ja, auch der Lautstärke von Kindern und jungen Leuten zurecht. Wie soll das erst werden, wenn die Älteren noch viel mehr in der Mehrheit sind? Und will ich das dann wirklich, im kollektiven Altersheim Deutschland sitzen, meinen Cappuccino im Sonnenschein schlürfen und "ts ts ts" machen, wenn ein paar Kids auf Inlinern vorbeirollern und dabei lautstark rumalbern?

Montag, 17. April 2017

Ein Artikel über einen Beinahe-Erfolg

"Der Beinahe-Bill-Gates" - mit dieser Überschrift hatte die ZEIT von letzter Woche mich schon. Fast egal, was dann im Artikel stand (tatsächlich ungefähr das, was die Überschrift versprach: Ein Software-Ingenieur, der immer nah dran war, aber eben mal NICHT die Über-Firma gründete und die Milliarden machte).

Und wie schön und erholsam das ist. Der Normalzustand. Natürlich nicht so spannend, wie man das in einem Zeitungsartikel erwartet. Aber eben das, was den meisten passiert. Das Leben verläuft - hauptsächlich normal. Man scheitert. Oder man hat einfach keinen übermäßigen Erfolg.

Selbst bei Künstlern hört man selten davon, denn natürlich wird eher über Adele, Rihanna, Lady Gaga berichtet, eben über die, die es "geschafft" haben. Man muss schon Musiker persönlich kennen, um die viel häufigere Story zu hören. Mit der Band eine Platte gemacht, sogar getourt - und dann aufgehört. Weil der Durchbruch nicht kam, und man von dem Nicht-Durchbruch irgendwann nicht mehr so richtig leben konnte. Und hin und wieder muss man sich klarmachen: Das ist der Normalfall.

Was nicht heißt, dass man es nicht versuchen sollte, wenn man meint, es steckt in einem. Aber in Perspektive setzen, wenn es nicht klappt, ist sicher nicht das ungesündeste.

Freitag, 7. April 2017

Buch "In der mittleren Ebene" von Jakubzik

In der ZEIT (2017, Nr.14) gab es ein Interview mit dem Autor Frank Jakubzik, der ein Buch über "Das Leben im mittleren Management" geschrieben hat. Spannend - denn viele Autoren gibt es nicht, die aus eigener Erfahrung erhellend aus dem "echten" Arbeitsleben als Angestellte/r schreiben können.

Laut Jakubzeit hat jeder Angestellte Aussteigerfantasien, aber keiner verwirklicht sie. Top-Fähigkeiten sind "Aushalten und Durchhalten".

In Vereine geht ja keiner mehr, da gäbe es ja ein Zugehörigkeitsgefühl. Heute geht man ins Fitness-Studio, ganz unverbindlich, jeder für sich.

"Unser einziger Lebenssinn soll die Arbeit sein, aber leider taugt sie gar nicht zur Selbstverwirklichung."

Jakubziks Traum von einem Ausweg: Ein Brotjob. Kann man das? Sich einen Job suchen, den abreißen, zu Hause nicht mehr dran denken und seine Selbstverwirklichung (Freunde, Projekte, Träume) in der Freizeit leben? Ich kenne einen, der das so macht. Einen einzigen. Von sehr vielen.

Erinnerungen kommen auf: Wie toll ich am Anfang diese Geschäftsflüge fand. Wie wichtig man sich nimmt. Bis man nach einer Weile merkt: Ist auch nur so ähnlich wie Busfahren. Sogar um einiges anstrengender und zeitraubender, aber wenn man erst mal in der Kiste sitzt, fühlt es sich so ähnlich an wie morgens in der S-Bahn. Auf Hin- und Rückflug sieht man dieselben Hanseln, die morgens zum Kunden und abends zurück müssen. Wie man selber. Man Hansel

In den Firmen stehen teurere Möbel als bei einem selber zu Hause. Mit Kunden geht man in bessere Restaurants als mit der Familie. Wenn sich das jemals ändert, ist man verloren. Dann hat man sich in der Business-Welt verloren und kann leider nie wieder zurück.

"Eine Beobachtung war, dass Geschäftsführer mittelständischer Unternehmen, die selbst noch Eigentümer sind, in einer ganz anderen Weise reden, mit viel mehr Überblick, mit viel mehr Spielraum, als ihn noch so hohe Hierarchen in einem Großkonzern haben." Genau das erlebe ich gerade. Eigentümer, die entscheiden. Manager, die nicht mal wirklich entscheiden können, wo sie im nächsten Quartal den Schwerpunkt ihrer Arbeit legen.

"Die mittlere Ebene geht vom Facility-Manager bis zum Vice-President. Darunter gibt es dann fast nur noch Ausgestoßene, mit denen überhaupt nicht mehr geredet wird, die nur noch auf Pfiff für Mindestlohn rangekarrt und wieder fallen gelassen werden. Und darüber gibt es irgendwelche Götter, über die ich Ihnen leider nichts sagen kann, da fehlt mir die Erfahrung. Vielleicht werden auf dieser Götterebene die Entscheidungen getroffen, keine Ahnung, in der mittleren Ebene tut’s ja niemand."

"Je mehr Detailfragen jemand stelle, desto sicherer könne man sein, dass er in der Sache nichts zu entscheiden habe."

Am Schluss sein Fazit, sein Traum, was er mit dem Buch erreichen will:
"Mein Ziel waren 30.000 Kündigungen in der Großindustrie."

Sonntag, 2. April 2017

Instrumente für Kinder - so wichtig. Und so schwierig

Ich habe heute ein wunderschönes Konzert erlebt. Meine Tochter lernt Geigespielen in der Jugendmusikschule Hamburg und macht bei einem Orchester mit, das ein großes Konzert mit und für Rolf Zuckowski (Held meiner Kindheit), die "Vogelhochzeit", gegeben hat. Toll. Tolle Musik und das sage ich ziemlich objektiv, ich hab auch schon Konzerte durchgestanden, die mehr auf die Elternliebe der Zuhörer gesetzt haben als auf die Schönheit der Musik. Gerade Streichinstrumente können ja gern mal zu "Katzenmusik" führen - das war heute überhaupt nicht der Fall!

Von daher: ganz großartig. Riesen-Einsatz der Jugendmusikschule, jede Menge Wochenendarbeit haben die auf sich genommen, die verschiedenen Orchester, Chöre und Tanzgruppen koordiniert, damit wir ein schönes Erlebnis hatten.

Natürlich hab ich hin und wieder gestöhnt, wenn wir mal wieder zur Probe ans andere Ende der Stadt fahren musste, aber hey, macht man halt. Alles gut. Kein Ding.

Außer, dass es eben doch ein Ding ist. Ja, ich hab das alles gemacht. Weil ich es kann. Weil wir ein Auto haben. Und Geld. Und Zeit. Und weil ich "weiß", dass Musik wichtig und gut für mein Kind ist.

Diese Möglichkeiten hat aber nicht jeder.

Es fängt an der Basis an:

  • Das Instrument

Gibt es in der Schule eines zum Leihen? Bei uns ja, aber nur in begrenzter Anzahl und auch nur Streichinstrumente, und auch nur, wenn man bereit war, seine finanziellen Verhältnisse offenzulegen.

Bei den Bläsern muss man selber kaufen oder mieten. Wobei wir dann gelernt haben, dass Mieten auf lange Sicht teurer ist als kaufen - aber auch das muss man sich ja erst mal leisten können. Das Saxophon zu mieten kostete im Vierteljahr 45 Euro. Plus Endreinigung, Versicherung, und natürlich Kaution, die man nach Rückgabe irgendwann ein halbes Jahr später zurückbekam. Wenn man mal eben auf 90 Euro verzichten kann, kein Problem. Sonst schon.


  • Der Untericht
Wird Unterricht in der Schule gegeben? Auf welchem Niveau? Kann das Kind dabei überhaupt Spaß am Musizieren bekommen oder wird externer Unterricht vorausgesetzt? Bei den Blasinstrumenten hat mein Kind in über einem Jahr Unterricht exakt vier Töne spielen gelernt. Beim Saxofon, was jetzt nicht das allerkomplizierteste Instrument ist. Im Ernst, beim Abschlusskonzert konnte sie bei "Frère Jacques" nur den ersten Teil spielen, der zweite Teil hatte ja Noten, die sie offiziell noch nicht konnte. Es gab Mitspieler, die durften auf der Bühne nur jeweils einen Ton von sich geben. Also etwa "C, C, C, C, C". Na klar ist das nicht allein Schuld der Lehrperson. Aber Spaß am Instrument wird so  nicht geweckt, das dürfte wohl jedem klar sein.

Wenn externer Unterricht genommen werden soll: Wo liegt die Musikschule? Kann das Kind sie allein erreichen oder müsste es gebracht werden (ist natürlich auch eine Altersfrage)? Wenn gebracht: Wer kann es bringen? Wie teuer ist der Unterricht? Gibt es Rabatt/die Möglichkeit, über Leistungen nach Bildungs- und Teilhabepaket teilzunehmen? Wird das offen und sofort kommuniziert? Wenn Orchesterteilnahme möglich ist: Wo und wann proben die Orchester, wie erreichbar sind die? Wir haben Glück, das Orchester meiner Tochter probt an ihrer eigenen Schule. Selbstverständlich ist das nicht, es gibt Orchestermitglieder, die aus Wilhelmsburg und anderen Stadtteilen extra anreisen. Außer ihr kommen nur zwei oder drei aus dieser Schule, alle anderen haben einen weiteren Weg.

  • Aufführungen und Konzerte
Und nun das Sahnestück. Das Kind darf die Früchte seiner Arbeit ernten, zeigen, was es gelernt hat. Und da wieder diese Fragen: Wo ist der Proben- und Aufführungsort? Von Harburg (unserem Wohnort) an den Mittelweg nach Pöseldorf ist es ziemlich weit. Wir haben Glück und haben Zeit und ein Auto. Ob ich den Weg auch mit Öffentlichen Verkehrsmitteln gemacht hätte? Ich will es hoffen, könnte es aber nicht beschwören. Vor allem, wenn die Probe fünf Stunden dauert und man aber aufgrund der Entfernung nicht mal eben zwischendurch wieder heimfahren kann. Fünf Stunden können selbst an der Alster seehr lang werden.

"Konzertkleidung schwarz" wurde vorgeschrieben. Natürlich sieht das toll und einheitlich aus, wenn alle die gleiche Farbe tragen. Aber schwarz? Bei Elfjährigen? Wir hatten mit Glück ein einziges schwarzes Oberteil schon im Schrank, eine Hose haben wir dann extra dafür gekauft. Ja genau, weil wir das Geld haben, was für ein Glück. Auch der Eintrittspreis von 7,50 Euro für die Begleitperson des Kindes hat uns nicht geschockt - aber wir müssen eben auch nicht von staatlichen Leistungen leben, bei denen solche Mehrausgaben nicht eingeplant sind. Welche Leute ich da treffe und ob ich mich am Konzertort überhaupt wohlfühlen kann oder mich nicht ganz zugehörig fühle - da kann ja sogar ich ein Lied von singen. So viele wohlgestylte Eltern, die alle, wie es sich gehört, schon vor Monaten die Konzertkarten für die gesamte Familie samt Oma, Opa und Tante gekauft hatten (und nicht so unorganisiert wie wir zwei Wochen vor Aufführung feststellten: Längst ausverkauft), da merke ich sofort, dass mein Pulli ein Loch hat und ich leider ungeschminkt bin.

Um nicht im Negativen zu enden, hat es mich sehr gefreut, dass Rolf Zuckowski offensichtlich und schon vor längerer Zeit zu ähnlichen Schlüssen gekommen ist, was die Zugänglichkeit von Musikunterricht in Deutschland angeht. Und deshalb hat er eine Stiftung gegründet. Kinder brauchen Musik. Denn meckern ist immer einfach, machen nicht. Danke, Rolf Zuckowski.

Donnerstag, 23. März 2017

Verjüngungskur

Gestern auf Konzert gewesen. Zum ersten Mal seit Ewigkeiten. Wahnsinnig drauf gefreut. War - schön. Aber die Vorfreude war schöner. Viele Menschen in meinem Alter dort. Vermutlich auch viele Menschen von meinem Naturell. Und deshalb eben keine exzessiven Party-People. Muss man irgendwann auch mal mit klarkommen.

Schön war, dass wir zu zweit dort waren und das Zusammensein genossen haben.

Und in der Nacht hab ich prompt von WG-Zeiten geträumt, gedanklich hat mich das Ganze also um Jahrzehnte verjüngt!

Mittwoch, 22. März 2017

Und noch mal Pflanzen-Content - aber nur ganz kurz, versprochen!

Leicht beschädigt bin ich von der beruflichen BWL-Vergangenheit ja schon. Merke, dass ich im Garten kurz darüber nachdenke, ob ich zu jeder Pflanze, jedem Busch, nicht vielleicht eine Kosten-Nutzen-Auswertung machen sollte.

Also z.B. Johannisbeerstrauch I:
Zeiteinsatz März: Unkraut jäten, Kompost aufbringen
April: Unkraut jäten, düngen
Mai: gießen
Juni: Unkraut jäten

Ergebnis: 10 immerhin rote Johannisbeeren. 15 haben die Vögel schon im grünen Stadium abgefressen.

Wie schön, dass ich dann ganz einfach meinen Stundenlohn in der Landwirtschaft ausrechnen kann, die 200g Beerenschale gibt es ab Mitte Juni am saisonalen Obststand nur 200m die Straße hinauf.

"Ist ja Hobby", sagt meine Mutter immer.

Dienstag, 21. März 2017

Start in die Gartensaison

Ich weiß. Sie haben vielleicht einen Balkon. Vielleicht nicht mal das. Und im Sommer seufzen Sie, dass es jetzt doch schön wäre, im Liegestuhl im Garten zu sitzen. Oder auch mal ein paar Erdbeeren zu pflanzen und zu pflücken.

Tja. Wir haben das. Und es ist, unbenommen, auch wirklich sehr schön. Außer dass die Erdbeeren bei uns letztes Jahr sehr wenige und dazu noch sehr sauer waren. Aber im Garten haben wir wirklich ein paar Mal gesessen. Gegrillt nicht so oft, weil am Wochenende ständig Regen war, Hamburg halt.

Aber bitte, vergessen Sie nicht: Jetzt ist die Zeit, wenn all die Gärtner wieder in ihre Gärtner kriechen. Ja, jetzt. Bei Wind und Kälte. Bei Kompost-Geruch und feuchter, kalter Erde, die sich bis durch die Gartenhandschuhe schiebt. Bei beginnender Nierenbeckenentzündung, weil Pulli und Jacke ständig über den gebeugten Rücken nach oben kriechen wollen. Genau, gebeugter Rücken, gebeugte Knie, immer so lange, wie sie gerade so bis zum Zittern durchhalten.

So. Danke fürs Zuhören beim ersten Gärtnerinnen-Mimimi des Jahres

Montag, 20. März 2017

Bin ich käuflich?

Oder wie sonst ist das zu erklären? Erst seit die olle Plastiktüte überall Extra-Geld kostet, schaffe ich es halbwegs regelmäßig, selber eine Tüte oder Tasche zum Einkaufen mitzunehmen.

Und sobald die Krankenkasse ein Vorsorgeprogramm für die Kinder mit Geld unterstützt, schaffe ich es sofort, die Zahnarzttermine abzumachen. 

Tja. Geldgieriger als gedacht, was?

Dienstag, 14. März 2017

Unterforderung

Aah, endlich wieder alle Mann zu Hause. Hier sind ja grad Ferien und einige Kinder waren wochen- oder nächteweise nicht da. Nur noch ein Kind in der Wohnung. Wir kennen das schon, es war aber trotzdem wieder sehr ungewohnt still.

Wir kommen total aus dem Rhythmus. Zeit für Wocheneinkauf, aber es ist noch gar nicht alles aufgegessen! Wäsche ist gewaschen und der olle Wäschekorb wird überhaupt nicht mehr voll. Kaum drei Maschinen kriegt man voll in der Woche!

Ich fühle mich unterfordert. Verstehe jetzt besser, weshalb man nach Auszug der Kinder erst mal wieder lernen muss, vernünftige Mengen zu kochen und einzukaufen.

Und jetzt bin ich froh, dass alle wieder da sind, das übliche Chaos herrscht - und ich mir keine Gedanken mehr darüber machen muss, weshalb hier trotz nahezu Kinderlosigkeit nicht das Haushaltsideal "Saubere und ordentliche Wohnung" ausgebrochen ist.

Dienstag, 7. März 2017

Rollentausch

So langsam, langsam, langsam vollziehen sich die Veränderungen, wenn die Kinder größer werden. Und plötzlich sitzt man gemeinsam im Bus. Sagt: "Oh Mist, ich hab gar kein Taschentuch dabei", und was passiert? Das Kind zieht eine halbvolle Packung aus seiner Tasche (die man ihm nicht mal unbedingt selber eingepackt hat) und gibt einem eins ab. Tja. So schön. Vor allem, wenn man an all die Rotznasen denkt, die man bis im Lauf der Jahre so abgewischt hat.

Dienstag, 28. Februar 2017

Von den Kleinsten lernen

Nächstes Mal, wenn ich mich mit dem Fahrrad hinpacke, pfeife ich auf Erwachsenenkonventionen.

Ich werde NICHT
- sofort wieder aufstehen, das Rad aufheben, so tun, als sei nichts gewesen
- allen, die freundlich fragen, ob alles in Ordnung sei, abwinken "nein, nein, alles klar"
- wie so eine Bekloppte alles wieder zurechtbiegen und mich schnellstmöglich wieder in den Sattel schwingen um weiterzufahren
- abends alle mir lieben Menschen anblaffen, wie schlecht meine Laune ist und darauf schimpfen, dass es in diesem Haushalt keine vernünftigen Fahrräder gibt mit funktionierender Beleuchtung und Bremsen am gewohnten Platz gibt. Und überhaupt, wieso nur ein Auto und das dann immer nicht da, wenn man es mal braucht!

Wobei gerade der Punkt "nicht sofort wieder aufsteigen und losfahren" natürlich schwierig ist, wenn man weiß, dass irgendwo in der Stadt ein Kind auf einen wartet.

Stattdessen werde ich mir ein Beispiel an den lieben Kleinen nehmen und erstmal lauthals losplärren. Oder zumindest mich erst mal hinsetzen und zu mir kommen bevor ich beginne, alles wieder in Ordnung zu bringen, damit nur ja keiner mehr was merkt. Da steht man ja doch ein wenig unter Schock und es hätte auch eine andere Verletzung als die kleine Schürfwunde am Knie sein können. Ich hätte direkt hinterher jedenfalls nicht sagen können, ob es schlimm wehtut oder nur ein bisschen.

Auf jeden Fall hilfreich, alles Gefühle gleich und ausreichend rauszulassen (wobei natürlich schön wäre, wenn ein tröstender Mensch dabei ist), das ist schon gar nicht so verkehrt, was die Knirpse da machen. Deshalb müssen die nämlich später am Abend nicht erst rumtoben und aufgestaute Wut rauslassen. Na ja, meistens jedenfalls nicht.

Donnerstag, 23. Februar 2017

Ich bin die lebende Snooze-Funktion

Beim Wecken meiner Kinder zumindest bin ich der personifizierte Wecker, der nach ein paar Minuten wiederkommt - und wiederkommt - und wiederkommt, bis das Kind dann aufsteht. Hoffentlich in halbwegs annehmbarer Laune.

Hat eine Weile gedauert, bis ich, Aufsteherin mit dem ersten Weckerklingeln, mich mit dieser Rolle anfreunden konnte. Aber das ist eben einer der Punkte, an dem man akzeptieren muss, dass Kinder Personen mit eigenen Gewohnheiten und Marotten sind. Und eben nicht alle nach dem ersten Anticken wie ferngesteuert aufstehen.

Da war es wie ein Erweckungserlebnis, dass ich nicht wie eine Megäre schimpfend am Bett sitzenbleiben muss, bis das Kind endlich aufsteht. Nein. Einfach weggehen, was sinnvolles in der Küche erledigen (Brote schmieren oder so), wieder zurückgehen. Vielleicht noch mal wiederholen. Also genügend Zeit einplanen. Aber an den meisten Tagen werde ich durch morgendliche Schrei-Freiheit belohnt. Und das ist es mir absolut wert!

Donnerstag, 16. Februar 2017

Nesthäkchen-Autorin Else Ury - in Auschwitz ermordet

Wusstet Ihr das? Mich traf es heute ziemlich unvorbereitet, als ich durch Berlin wanderte und an einem Haus auf eine Plakette stieß, die daran erinnerte, dass Else Ury hier einmal gewohnt hat.

Natürlich kenne ich ihre Nesthäkchen-Bände. Als Kind in der Dorfbücherei hab ich sie alle gelesen - mehrfach! Über 1 Million Auflage erreichten ihre Nesthäkchen-Bücher von 1920 bis 1933. Sie war eine erfolgreiche Schriftstellerin und ihre Bücher waren beliebt.

1942 erhielt sie den Status "Reichsfeindin". Im Januar 1943 wurde sie direkt nach der Ankunft in Auschwitz in der Gaskammer ermordet.

 Ich bin froh, dass ich das jetzt weiß. Ich meine nicht, dass Kinder heutzutage diese Bücher unbedingt lesen müssen, es scheinen ja nicht gerade literarische Meisterwerke zu sein und stark ihrer Zeit und einem bestimmten Mädchen- und Frauenbild verpflichtet. Aber ich bin sehr froh, dass in den letzten Ausgaben anscheinend zumindest die Lebens- und Todesumstände der Autorin genannt werden.

Donnerstag, 9. Februar 2017

Die Macht der Zahlen

Seit ich mich auf diesen Wander-Marathon vorbereite, benutze ich so eine Schritt-Zähler-App. Kurz habe ich recherchiert, was man da so hat, dann stieß ich darauf, dass mein Handy sowas schon vor-installiert hat. Danke, Google. Android. Oder wer auch immer das zu verantworten hat. Ja, so verantwortungslos bin ich mit meinen Daten, dass ich noch nicht mal nachgeschaut hab, wer der Herausgeber davon ist und somit mein komplettes Bewegungsprofil hat und vermutlich gerade an Tchibo, McDonalds und Amazon verkauft.

Aber weiter im Text.
1. Stellt sich beim kurzzeitigen Paralleltest von zwei Schrittzähler-Apps heraus, dass die Ergebnisse offensichtlich komplett willkürlich sind. Keinerlei Übereinstimmung außer einer ganz groben Tendenz ("heute mehr bewegt als gestern"). Man entscheidet sich dann irgendwann für eine und hält sich daran. Alles andere sind "alternative Fakten".

2. Bin ich aber schon nach kürzester Zeit dem Zauber der Selbst-Vermessung verfallen. Habe ich mein Handy nicht dabei, "lohnt" es sich plötzlich nicht mehr, eine längere Strecke zu Fuß zurückzulegen, weil kann man hinterher ja nicht sehen. Natürlich totaler Quatsch, wenn man irgendwann in gar nicht so ferner Zukunft 100km zu Fuß zurücklegen will. Wird der Akku schwach "kann ich ja gleich in die Bahn umsteigen".
Auch die Selbst-Beschummelung nimmt zu. Handy in der Handtasche bringt offensichtlich weniger "Schritte" als Handy in der Hosentasche. Je heftiger das Geschaukel, desto mehr Kilometer, scheint mir, werden gezählt. Mehr Kilometer (gezählt) zurücklegen durch häufigeres Am-Körper-Tragen des Handys.

Ziemlicher Murks. Sobald diese Trainingszeit vorbei ist, muss ich dieser App schleunigst wieder Rechte entziehen und mich davon entwöhnen.

Sonntag, 5. Februar 2017

Was habe ich am 5. Februar gemacht?

Frau Brüllen fragt immer am 5. eines Monats, wie wir denn so den Tag verbringen.

Heute also: Wandern. Details zur Strecke gibt es hier. Training für eine durchgeknallte Idee: am 7. April (oder war es der 8.?) 100 km Wandern. Am Stück. In 24 Stunden.

Heute nach entweder 16 oder 25 Kilometern (will fest an die 25 glauben. Demnächst kaufe ich mir eine Landkarte auf Papier und fahre da mit so einem Kilometerzählrädchen drauf lang, um Sicherheit zu haben!) bin ich noch nicht sicher, ob das eine gute oder schlechte durchgeknallte Idee ist angesichts meines allgemeinen Fitnesszustandes.

Zum Glück laufe ich mit einer Freundin (die allerdings ein bisschen fitter ist als ich), die kann mich dann ja ein bisschen anfeuern. Im Gegensatz zu mir hat sie so eine Herausforderung schon zwei Mal erfolgreich gemeistert.

Morgen kann ich nicht gemütlich im Home Office bleiben, nein, ohne nachzudenken habe ich mir einen Kundentermin auswärts gelegt. Kann ich da also hinhumpeln, das wird ein Spaß!

Was aber schön und besonders am heutigen Tag war: Von vornherein alle Termine am Sonntag abgesagt. "Ich bin Wandern". Alle Kinderanliegen abgeschmettert: "Fragt Papa, ich bin Wandern". Und dann einfach losgegangen, Start um 10.00 Uhr, Ende offen. Ende offen! Einfach so in den Tag hineinbummeln. Also marschieren, aber trotzdem! Das war so toll. Ich hab drei Kinder, wann hab ich das das letzte Mal gemacht?

Zweites Highlight: Ich habe ein Brotdose gepackt. Für mich selber! Ich konnte alles einpacken, was ich mag. Und ich wusste, abends wäre alles aufgegessen. Mit Freude! Ganz neue Erfahrung!

Dienstag, 31. Januar 2017

Die schärfsten Kritiker der Mütter ...

... waren nicht etwa früher selber welche. Obwohl, Großmütter, damit könnte man vermutlich Bücher füllen. Es sind auch nicht unbedingt andere Mütter, auch wenn die hin und wieder fies sein können.

Aber am gemeinsten ist es doch, wenn es aus dem Mund des eigenen Kindes kommt. "Bei XY (anderes Kind) gibt es immer mittags was Warmes zu Essen". "Die Mutter ist eine bessere Mutter  Du".

Und sobald mir der Dampf endlich nicht mehr aus den Ohren steigt, bin ich eventuell in der Lage, halbwegs vernünftig zu erklären, dass

  • hier mittags einfach nicht gekocht wird, egal, welcher Elternteil gerade Home Office macht. 
  • die Schulkantine eine gute Alternative wäre, die von den Eltern auch bereitwillig gezahlt würde - wenn das Kind sich denn mal dorthin bequemen würde (nicht dass es dort nicht schmeckt. Das wissen wir gar nicht, da das Kind sich einfach so beharrlich weigert, dort zu essen. Scheint, auf weiterführenden Schulen ist man zu cool für Kantinenessen). 
  • Und es ganz einfach beleidigend ist, so etwas zu sagen.

Und das "Dann geh doch bei der anderen Mutter wohnen" muss man sich entweder verkneifen oder, wenn man wieder bereit ist, sich erwachsen zu benehmen, sich dafür entschuldigen.

Sonntag, 29. Januar 2017

Ausmisten die Zweite

Muss das jetzt so? Der Stapel aussortierter Kinderkleidung wird zunächst unterteilt in "ist noch gut" und "oh, abgenutzt, Löcher, Flicken". Letzteres geht in einen Altkleidercontainer. Angeblich wird , daraus Autositz-Füllung gemacht, weiß da jemand Näheres?

OK, die Kollegen vom Spiegel haben das netterweise schon mal recherchiert: " Im Schnitt landet jedes zehnte Kleidungsstück im Abfall. Etwa ein Drittel wird zu Putzlappen verarbeitet oder zu Badematten, Dämmstoff und Dachpappe recycelt. Nur rund die Hälfte der sortierten Kleidung ist noch tragbar - und wird häufig ins Ausland verkauft."

Na gut. was mit dem noch tragbaren Rest passiert, kommt auf meine Tagesform an. Letztes Jahr ging viel direkt an die Kleiderkammer in der nächstgelegenen Flüchtlingsunterkunft. Die benötigen im Moment nicht mehr so viel. Wenn man will, dass die Sachen noch in Deutschland getragen werden, muss man bei den vielen Kleidersammelcontainern darauf achten, dass sie z.B. von der Kleiderkammer Wilhelmsburg sind, wo tatsächlich aussortiert und in Hamburg verteilt wird und nicht alles sofort ins Ausland geht. Alternativ einer der Umsonstläden - da kann ich mir allerdings nie die Öffnungszeiten merken. Flohmärkte? Geh mir fort. Probiert und verworfen. 1. wann ist der nächste Flohmarkt? 2. Krieg ich manchmal nicht mal die Standgebühr wieder raus. 3. bin ich nicht so der Handeltyp, weshalb mein Zeug eher so für 1 Euro das Stück weggeht. Und dann ... siehe Punkt 2.

Und deshalb heute eines der letzten großen Abenteuer: Verkaufen auf ebay. Mal schauen, wie das so läuft. Normalerweise ist es ja so: Wenn ich eines der "Bekleidungspakete" kaufen will, steigen die Preise in absurde Höhen und ich steige bei spätestens 25 Euro aus. Aber jetzt, wo ich verkaufen will, wird das vermutlich genau andersrum sein und ich kann froh sein um 10 EUR plus Versandkosten. 

Nachteile müsst Ihr mir gar nicht aufzählen, sind schon alle selbst aufgefallen: Es fehlt das sofortige Befriedigungsgefühl "alles raus". Die Sachen liegen hier jetzt im Haufen noch mindestens eine Woche rum. Vom Verpackungs- und Verschick-Aufwand gar nicht zu reden. Ich rede mir das natürlich schön mit "Aber das Geld können doch die Kinder ... das Sparbuch ... ". 

Es ist ja erst mal ein Versuch, vielleicht übernimmt ja demnächst eins der Kinder bei entsprechender Motivation die Arbeit.

Sonntag, 22. Januar 2017

Ausräumen - einräumen

Simplify your life. Ballast loswerden, damit man sich leichter fühlt. Besitzt Du Dinge oder besitzen die Dinge Dich?

Lauter tolle Sprüche. Und dann räumst Du und diskutierst mit dem Kind, welche Klamotten noch groß genug, schon zu klein sind, sowieso nie angezogen werden. Und schwups, reicht mir der Stapel, der aussortiert werden soll, bis zum Oberschenkel.

Fühle ich mich erleichtert, wie es die Aufräumgurus versprechen? Nein! Denn ich weiß ja, ich werde demnächst neue Sachen in ähnlicher Größenordnung, aber neuer Größe nachkaufen. Tolle Wolle, bei Kindern funktioniert das mit dem Entrümpeln also nicht so gut. Muss ich also doch in meinen eigenen Keller gehen und ein paar Kisten aussortieren.

Donnerstag, 19. Januar 2017

Google-Suchen im Alter

Ich erinnere mich noch. Vor ein paar Jahren. Da erzählte ein Kollege von den drolligen Google-Suchen, die er im Suchverlauf gefunden hatte. Sein Kind war auf die Suche nach Autorennspielen gegangen. Da das Kind Schreibanfänger war, waren die Suchanfragen ganz putzig. Und dank Autokorrektur und Googles freundlichem "Meinten Sie ..." kam das Kind schlussendlich ans Ziel.

Momentan möchte ich nicht, dass meine Kinder meine Suchanfragen durchschauen. Denn dann würden sie auch ein paar drollige Einträge finden, als Mama auf der Suche war, um das Leben ihrer Kinder besser zu verstehen. Anhand ein paar Bemerkungen, die die Kurzen sich beim Essen zuwarfen, vereinzelten Tanzschritten, die sich wiederholten. Also nix, was man im Feuilleton finden würde.

Damit Ihr alle schlauer sein könnt als ich:
Der Typ heißt Bobby Shmurda, das hier ist sein Hit und hier ist ein ganz gutes Tutorial für den Tanz, den so "Shmoney", so ab 0:28 gehts richtig los.

Und eine ganz oberflächliche Einordnung: Nein, der ist nicht das wünschenswerteste Vorbild für die Kinder. Rauchen, Drogen, Gewalt, so viel seh ich, auch wenn ich den Text seines Hits nur in Ansätzen verstehe. Ok, und das zweite Suchergebnis zu seinem Namen: Sieben Jahre Haft.

Das andere Ding auf den Harburger Schulhöfen scheint "Juju on that beat" zu sein. Aber was weiß ich alte Frau schon.

Donnerstag, 12. Januar 2017

Laurie Penny möchte eine Schneeflocke sein

Laurie Penny fragt sich, was es eigentlich heißt, "starke Frau" genannt zu werden.

Es hat sie immer gewundert, weshalb sie so oft "stark" genannt wird. Bis ihr auffiel, dass das meistens geschah, wenn sie öffentlich angegriffen worden war - was ihr regelmäßig geschah, wie "den meisten Frauen, die es wagen, online politische Meinungen zu äußern" und wenn sie davon wirklich getroffen worden war.

Aber wenn sie sich stark fühlt, weitermacht, weiterkämpft, weiterhin gegen Ungerechtigkeit anschreibt, dann auf einmal wird ihr gesagt, sie sei schwach, weinerlich.

"Meine Mutter war eine starke Frau". Das bekommt Laurie Penny oft von männlichen Gegenübern zu hören, wenn es um die Emanzipationsbewegung der Frau geht. Die Mutter war stark. Stark genug, impliziert das, um keine Emanzipation zu benötigen. Stark genug, Ungerechtigkeit zu ertragen.

Laut Penny leben wir in einer Kultur, die auf Unterdrückung von Gefühlen setzt. Denn wenn die Gefühle nicht unterdrückt würden, könnten zwei Wahrheiten über das moderne Leben ans Licht kommen. Erstens: Das moderne Leben ist in Teilen traumatisch, unerträglich und zutiefst angsteinflößend. Zweitens und noch gefährlicher folgt aus dieser ersten Wahrheit: Es muss nicht so bleiben.

Das Bild der "starken Frau" scheint zu bedeuten: Eine Frau, die sich über Unterdrückung nur ganz wenig beklagt. Die Ungerechtigkeit wegen ihres Geschlechts, ihrer Hautfarbe oder ihrer sozialen Klasse hinnimmt, ohne zusammenzubrechen. Jedenfalls nicht dort, wo andere sie sehen können.

[...] Stärke von unterdrückten Menschen zu verlangen heißt, ihre Unterdrückung zu entschuldigen. Es bedeutet, dass alle die zu "schwach" sind, die Widerspruch äußern.

[...] Widerstand gilt dann als "Überempfindlichkeit"

Laurie Penny findet dann einen wundervollen Weg zurück zum Anfangsthema des Textes und möchte Verletzlichkeit und Weichheit feiern, die nicht anderen die Menschlichkeit absprechen muss, um sich stark zu fühlen. Die Verletzlichkeit einer Schneeflocke, die in der Masse aber doch zu einer Lawine werden kann.

So gut kann sie das. So schön macht sie das. So oft äußert sie kluge Dinge (natürlich nicht immer, aber wer kann das schon!). Und ist dabei so jung. Na gut, knapp über dreißig. Aber schon mit Mitte zwanzig hat klügere Dinge gesagt als ich mit vierzig hinkriege. Ich bin ziemlich beeindruckt, merkt man ja.

Mittwoch, 11. Januar 2017

Es gibt sie noch, die guten Kommentare

Ein gern gegebener Ratschlag im Internet, an den sich vermutlich kaum jemand hält: Nie die Kommentare lesen. Manchmal ist es aber auch einfach zu viel. Oder zu erschreckend, der Hass, den man im täglichen Leben nie beobachtet, der sich dort aber endlich mal Licht verschafft.

Hier nun mal ein Gegenbeispiel. Ein ganz schwieriges Thema (psychiatrischer Gutachter, der z.B. beurteilen soll, ob ein Mensch weiterhin eine Gefahr für andere ist oder freigelassen werden kann), dazu noch das emotionale Thema "sexueller Missbrauch von Kindern" und trotzdem, trotzdem schaffen die Nutzer (und vermutlich das Community Management der ZEIT) es, eine recht ausgewogene Diskussion zu führen:

http://www.zeit.de/zeit-wissen/2017/01/psychologie-psychiater-gericht-gutachten-verbrecher-interview/komplettansicht


Dienstag, 10. Januar 2017

Die Gnade des ersten Schultags

Manchmal klappt es. Beileibe nicht immer, das wäre ja zu einfach. Aber manchmal ist der erste Schultag (einer Woche, nach den Ferien, im neuen Jahr, das ist ganz beliebig) ein besonders guter. Da klappt es wie geschmiert mit dem Wecken, Anziehen, Brotdosen bestücken und Kinder freundlich, aber bestimmt aus dem Haus schicken.

So war es heute. Dienstag, ein komischer erster Schultag, das lag an der Schulkonferenz, die für einen kleinen Teil der Kinder die Ferien noch um einen Tag verlängert hat. Und dann lief es einfach wie auf Schienen. Am Horizont tauchte die Möglichkeit auf, eventuell das ganze Morgenritual erst 10, 15, ach was, nicht kleckern, klotzen!, 30 Minuten später beginnen zu lassen. Also später aufstehen. Länger schlafen. (hier bitte einen immer gieriger werdenden Unterton hören).

Aber ach. Man weiß es ja. Auf einen tollen ersten Tag folgt, fast so sicher wie das Amen in der Kirche, ein zweiter Tag, der von den üblichen Aufstehproblemen (nicht bei mir!) erfüllt ist. Aber ein bisschen ist es natürlich trotzdem wie ein Blick in die Zukunft, in die Möglichkeiten ... (träumerisch ab).

Montag, 9. Januar 2017

Ja mach nur einen Plan ...

... und vergiss die Vorsätze nicht. Und es braucht nur einen mini-kleinen Infekt und schon geht das alles wieder nicht. Demut, ist ja für manche auch ein Vorsatz.

Weil ich es diese Woche KANN, einfach mal konsequent herunterfahren und alle Termine verschieben. Bin sehr gespannt, wie sich das auswirkt.

Samstag, 7. Januar 2017

Weckerläuten

Zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit hatten wir heute mal einen Termin am Vormittag, so dass wir (also erst mal ich) mit dem Wecker aufstehen mussten. Nun ja. Ungewohnt. Geht so. Die Kinder steckten es unterschiedlich gut weg, ich freu mich schon auf Montag, Schulanfang, aufstehen noch mal zwei Stunden früher.

Heut war Glatteis. Also so richtig, überfrierende Nässe, unausweichlich. Sobald man den Bürgersteig betrat, musste man mitrutschen (die Straßen waren gut gestreut). Da wirkte es wie geplant, dass die tägliche Bewegung im Schwimmbad stattfand. Zum Glück morgen wieder Plusgrade. Dann geht der Run auf Streusalz und Split los. Wir und 100.000 andere Hamburger.

Freitag, 6. Januar 2017

Idyll?

Der Tag startete, wie ich ihn mir, hätte ich jemals Träume vom Leben mit Kindern gehabt, erträumt hätte. Ein Kind beschließt, Pfannkuchen zum Frühstück zu machen. Und kann das schon so gut, dass das für mich wirklich die reine Entspannung ist, ich kann eigentlich im Bett bleiben, bis alles fertig ist.

Wie gut, dass mich der Streit, wer nun welchen Rührlöffel ablecken darf und wie viele Muffins man essen kann, obwohl doch die andere auch noch ... wieder in die Realität zurückholt.

Am Ende sind natürlich alle pappsatt und die Muffins bleiben stehen. Hätte ich auch gleich sagen können, nützt ja aber nix.

Donnerstag, 5. Januar 2017

WMDEGDT 01/2017

Frau Brüllen sammelt, was wir am jeweils Monatsfünften so machen. Also bitte:

Es sind Ferien! So richtig Ferien. Mit Ausschlafen, wie zuletzt vermutlich als Jugendliche. Oder Erwachsene ohne Kinder. Bis auf das eine Mal, wo ein Übernachtungskind da war, grrr. Wäre Euch früher jemals eingefallen, bei "fremden Menschen" ins Schlafzimmer zu kommen und zu verlangen, dass man jetzt gemeinsam Brötchen holen soll? Einerseits hätte ich meine Kinder ja auch gern selbstbewusster, andererseits hätte ich sie aber gerne nicht unverschämt ... es ist ein schmaler Grat.

Auf jeden Fall haben wir also frei. Die Kinder so richtig. Nicht mal die Kleine schicken wir in die Betreuung, die ist inzwischen so selbständig und außerdem so oft verabredet, dass kaum noch auffällt, wenn sie zu Hause ist. Und zumindest reicht es für die kurze Zeit täglich, die ich dann doch mal gegen Geld am Computer arbeiten muss.

Der Mann hat nicht ganz so frei, aber auch da ist die Woche in annehmbaren Tempo gestartet (sagt sich natürlich leicht von zu Hause aus, wenn der andere im Auto sitzt), und donnerstags hat er eh frei.

Was ideal passt, weil ich mir ein paar Dinge vorgenommen hatte. Also erst Frühstück, dann bisschen Arbeit, auf besonderen Kinderwunsch noch schnell Muffins backen (gut, dass das echt schnell geht), dann los in die Stadt.

Treffen mit einer Freundin, wir wollten auf den jüdischen Friedhof Altona, der hat donnerstags von 14-17 Uhr geöffnet. So steht es im Internet, so steht es an der Friedhofspforte. Allerdings hängt dann da auch ein Zettel: "Winterpause bis 19. Januar". Tja. Na gut, gehen wir also in ein Café. So richtig "Muttis ohne Kinder"-mäßig. War schön. Mach ich viel zu selten.

Und danach, ein persönlicher Traum: Wanderstiefel kaufen. Meine alten sind 20 Jahre alt und das Alter und die Schwangerschaften (also meine, nicht der Stiefel) haben leider dafür gesorgt, dass sie nicht mehr passen. Ich wage auch zu bezweifeln, dass ich damals als Studentin schon die innere Größe hatte, mich in einem Fachgeschäft ordentlich beraten zu lassen. Bloß nicht Auffallen war damals mein Motto. Auf jeden Fall habe ich das heute sehr genossen. Und mir prompt drei Blasen geholt. Aber nicht an den Füßen (was denken die Verkäufer eigentlich über die Dame neben mir, die Schuhe für den Urlaub "in genau einer Woche" brauchte? "Viel Spaß mit den Blasen beim Einlaufen"?), nein, Brandblasen an den Fingern vom Schnüren der vielen auszuprobierenden Schuhe! Muss ich demnächst mal aufpassen, ob das meine waren, die da so fies (und schnell!) zugeschlagen haben, sonst muss ich noch Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.

Ferien sind toll!

Dienstag, 3. Januar 2017

Es wird zwar nichts mit den guten Vorsätzen

... aber trotzdem schadet es ja nicht, den Fernseher jetzt endlich mal auszuschalten, wo so definitiv nichts sehenswertes kommt.

Die letzten Tage daran gedacht: Warum sich Lustigmachen über die Guten-Vorsatz-Haber? Ist doch schön, wenn sie den Schwung des Neuanfangs nutzen wollen. Außerdem kenne ich mindestens einen Ex-Raucher, der tatsächlich Neujahr aufgehört hat (und das schon ein paar Jahre durchhält). Ist mein Sport-Vorsatz ja auch nichts anderes, auch wenn es ein konkretes Ziel im April gibt. Und heute wegen Schlechtwetter ein Zu-Hause-Tag eingelegt wurde, der für jegliche Schrittzähler-App sicher in den "Nicht messbar"-Bereich fiele.

Montag, 2. Januar 2017

Medienzeit überschritten

Heute kaum Neuigkeiten, denn: Mein Bedarf an täglicher Bildschirmzeit wurde mit der Installation von Sims4 auf einem Windows7-Rechner mehr als gedeckt.

Nach Update diverser veralteter Programme, runter- und wiederhochfahren, bei irgendeinem Konto anmelden sind wir jetzt beim Schritt: Warten Sie stundenlang, bis sich das Ganze fertig installiert hat.

Zumindest hoffen wir, dass wir dort sind, und der ältere und schon etwas kapriziöse Rechner bis zum Ende mitmacht.

Zumindest kurzzeitig hatte ich die Hoffnung auf Erhöhung der Computer-Kompetenz der Spiele-Besitzer, denn im Großsprechen ("Mama, ich kenn mich total gut aus mit Computern") sind sie schon ganz vorn dabei. Aber sobald Muttern übernahm, erlahmte das Interesse an den einzelnen Schritten ganz schnell - zumal wir ja auch in diverse Sackgassen und wieder zurück mussten.

Nächstes Mal lasse ich sie das im Sinne des Lernfortschritts wohl besser alleine machen. Aber auch nur mit dem alten Rechner, da ist es nicht so schlimm, wenn der Frust sich mal kurz körperlich Bahn bricht.

Sonntag, 1. Januar 2017

Die guten Vorsätze

Wär natürlich was, hier etwas häufiger zu schreiben. Oder schöner, lustiger, qualitätsvoller. Lassen Sie sich überraschen, vielleicht wird ja einer dieser guten Wünsche 2017 wahr.

Ansonsten wünsche ich ein wunderschönes neues Jahr!