Sonntag, 15. Oktober 2017

Alle machen mit

Das wäre der Traum. Das war der Traum. Und ein bisschen auch Anspruch. Mit 16 sollten meine Kinder vollwertige Mitglieder in diesem Haushalt sein. Ich nehme sie ernst und finanziere sie - dafür erwarte ich auch, dass sie sich WG-mäßig in der Hausarbeit einbringen.

Tja. Es bleibt spannend. Eventuell bekomme ich demnächst meinen ersten echten Fiesigkeitsanfall und lasse die Kinderwäsche einfach liegen. Waschen wäre, nach dem Pippifax Spülmaschine, das nächste, wo ich gern richtige, verlässliche, regelmäßige Mitarbeit hätte. Rasenmähen auch, aber wenn wir hier anfangen mit dem Wünschewünschen, dann werden wir heute abend nicht mehr fertig.

Also, mein Spruch, mit dem die Kinder mich später sicherlich später genervt zitieren werden: "Das ist doch hier kein Hotel". Wieso denkt irgendjemand zwischen sieben und 13, dass ich GERN immer saubermache, koche, einkaufe, den Tisch abräume, generell das Chaos im Rahmen halte. Und dass ich (oder mein Mann) dafür verantwortlich bin! Als die Kinder noch klein waren, ok. Aber die großen sind jetzt echt, wirklich, tatsächlich fähig, eine Menge selber zu machen. Und nicht nur hin und wieder, wenn es Spaß macht, das Frühstück oder eine Kleinigkeit kochen. Das macht mich natürlich auch schon froh, aber ist nicht das, was hier gebraucht wird.

Na, ich halte Sie auf dem Laufenden, ob es Erfolge oder Misserfolge gibt oder ob einfach alles weiter wie bisher vor sich hinplätschert.

Freitag, 13. Oktober 2017

Ich habe heute die Umwelt geschützt, aber es hat überhaupt keinen Spaß gemacht!

Ja, das klingt nach Kleinkind, aber soweit ich weiß, ist es eines der großen Probleme des Umweltschutzes, das "Verzicht" so verdammt unsexy klingt und eben nach, genau, wenig Spaß.

Sicher hat mich beeinflusst, dass ich kurz zuvor die konsumkritische Linksammlung von Meike Lobo bei der GLS Bank gelesen hatte.

Und so ging ich eben NICHT zu Lidl, um die Skihose für den Sohn (für eine Woche Ski-Exkursion mit der Klasse) für unglaubliche 19,99 Euro zu kaufen, die diese Woche im Angebot ist. Für Kinder sogar schon für 12,99 Euro, aber da ist er schon rausgewachsen.

Nein, ich machte mich brav daran, Ebay-Kleinanzeigen zu durchforsten, mit jemandem aus Eppendorf Kontakt aufzunehmen, weil es näher dran nichts gab (ich bin aus Harburg, das ist also eine halbe Weltreise von mir entfernt). Heute fuhr ich hin zum Abholen (10 Euro für eine gebrauchte Skihose mit zwei, drei kleinen Löchern, statt 20 Euro für eine von Lidl, fabrikneu. Ja, vermutlich von einer absolut unterbezahlten und überarbeiteten Näherin in Myanmar gefertigt).

Auf dem Weg dorthin fing ich 1. zu spät an, 2. verfranzte ich mich, 3. hatte ich noch akute Akku-Panik. Kennt Ihr das? Wenn der Akku des Handys im roten Bereich ist, man das Gerät aber unbedingt für die Navigation bis zum Endpunkt braucht? Kein schönes Gefühl, das muss eine recht neue Art von Stress ein, die man vor 10 Jahren noch nicht kannte. Kam also leicht verschwitzt (natürlich war die Wohnung im obersten Stock, kein Fahrstuhl) und viel zu spät an. Nahm die Hose mit.

Und fühle gerade? Gar nichts. Bin nicht sicher, ob ich das noch mal so machen würde. Ich war ungefähr zweieinhalb Stunden unterwegs (immerhin war das Wetter gut). Der Sohn hat die Hose noch nicht gesehen, aber er ist kritisch und ich bin sicher, er findet was zu meckern. Ich weiß, die Umwelt schuldet mir nichts, sondern andersrum. Aber trotzdem, so macht das doch einfach keinen Spaß!

Donnerstag, 14. September 2017

Erst esst Ihr nur ihre Essensreste auf ...

... aber dann! Irgendwann lohnt es sich, und dann könnt Ihr endlich die Kleidungsstücke auftragen, aus denen Eure Kinder rausgewachsen sind.

Voilà, Beweisstück A, voll modische Turnschuhe.


Also für meine Verhältnisse, sind natürlich von "letzter Saison". Und dass ich "Turnschuhe" sage, spricht vermutlich auch Bände und führt unter Kennern zu Augenrollen. Die aktuellen kann nächstes Jahr der Papa auftragen. Und danach gehen die Sachen dann wieder an die Caritas. Und irgendwann hört das jugendliche Fußwachstum auf. Oder? Oder?!

Ach, und Ihr müsst drauf achten, rechtzeitig den Absprung zu schaffen: Essensreste von jugendlichen Kindern isst man als Eltern irgendwann nicht mehr auf, sonst macht man das noch, wenn die mit 25 zu Besuch kommen.

Dienstag, 12. September 2017

Vorgezogene Altersmelancholie

Ich bin oft früh dran. Meine Midlife Crisis habe ich schon seit Jahren durch (bilde ich mir ein). Die "Eltern" habe ich als junge Studentin gelesen, weil mir die Frauenzeitschriften zu langweilig wurden und sich wiederholten. Wie schnell das bei Elternzeitschriften ebenfalls eintrifft, habe ich kurz darauf gemerkt. Ich hab schon mal in die Brigitte ab 50 reingeschaut ("Woman"? Da gibt es inzwischen so viele Ableger, ich habe den Überblick verloren), ist ja nicht mehr lange hin, besser mal vorbereitet sein.

Nun lese ich von aus dem Haus gehenden Kindern. Habe eine Freundin mit aus dem Haus gehenden Kindern. Und fühle mich, als stünde mir selbst das unmittelbar bevor. Nur noch ganz kurz, dann sind die Kinder größer als ich. Dann werden sie immer schlauer (oder bilden es sich zumindest ein), machen Schulabschluss, ziehen aus, finden Freund oder Freundin und zack, hab ich Schwiegertochter/Schwiegersohn an der Backe und bin überhaupt nicht mehr gefragt im Leben meiner Kinder.

Die enge Beziehung von jetzt kommt nie wieder, für so klug und welterfahren wie jetzt (bilde ich mir ein) halten sie mich auch nicht mehr. Wenn ich dran denke, für wie schlau ich mich mit 19 hielt und für wie rückständig meine Eltern! Ich werde alt, starrsinnig, uneinsichtig und irgendwann bin ich ein Sack alter Haut mit Knochen drin und das Generationenrad dreht sich eine Umdrehung weiter.

Waaahhh!

Sonntag, 10. September 2017

Die neuen Trüffelschweine - freies WLAN

Facebook will mir zeigen, wo in meiner Nähe freie WLAN-Hotspots zu finden sind?

Hab ich gar nicht nötig, ich habe doch Kinder im WLAN-fähigen Alter! Die können mir jetzt schon an jedem gängigen Ort in der Stadt sagen, wo es freies WLAN gibt. Ist ja auch eine wichtige Fähigkeit, wenn man noch nicht mal eigenes mobile Datenvolumen hat.

Samstag, 9. September 2017

Kinoentscheidungen als Eltern

Ich: OK, wir wollen ins Kino. Ich hab schon mal geschaut und finde, diese drei Filme kommen in Frage, guck mal

Er: scannt kurz die Auswahl.

Ich (bereite mich innerlich auf eine längere Diskussion der Vor- und Nachteile und bin absolut bereit, alle Filmrezensionen, die ich gerade recherchiert habe, kurz zusammenzufassen)

Er: Wir gehen in den

Ich: Das ging aber schnell. Hast Du von dem schon gehört?

Er: Nein, aber die Anfangszeit passt am besten.

Und genau so ist es. 1. gehen wir nicht mehr ins Kino, weil wir einen bestimmten tollen Film sehen wollen, sondern weil wir einen Gutschein vor Verfall einlösen müssen. Und 2. ist einer der besten Auswahlgründe für einen bestimmten Film dann die Anfangs- und Endzeit.

"Der dunkle Turm" ist es geworden, nur falls jemand fragt. Nett, aber belanglos und alle Hauptrollen sind Männer.

Dienstag, 5. September 2017

WmdedgT 9/2017

Bei Frau Brüllen wird gesammelt, was mitteilungsbedürftige Blogger am 5. jedes Monats gemacht haben - und wir sind dabei.

Denn heute war der Tag des Ehrenamts. Bei mir zumindest. Für diese Woche sollte ich durch sein.

6.30 Uhr wie üblich an Schultagen aufstehen. Brummel, es wird langsam dusterer morgens. Demnächst dann wieder Aufstehen, Kinder wecken und zur Schule schicken bei Lampenlicht. Aber heute noch nicht!

Um 9.45 Aufbruch zur Schule. Es ist Einschulungstag. Und aus Gründen, die ich noch mal hinterfragen sollte (Wieso ich?) habe ich mich vor den Sommerferien dazu gemeldet, mitzuhelfen. Das heißt, die hungrige Eltern-, Großeltern- und sonstige Angehörigenmeute mit Kaffee und Kuchen versorgen, während sie auf die Rückkehr ihrer Einschulungskinder warten, die für eine kurze Zeit in ihre neuen Klassen gehen.

Glück gehabt, die Tische standen im strahlenden Sonnenschein, somit habe ich den vielleicht letzten Spätsommertag optimal ausgenutzt. Die Arbeit war angenehm, nach zweieinhalb Stunden (geplant waren zwei) konnte ich guten Gewissens nach Hause gehen, der größte Ansturm war vorüber. Auf dem Heimweg einen Umweg zum am besten sortierten Supermarkt der Gegend gemacht, um so exotische Zutaten wie Ricotta und Mascarpone zu besorgen.

Zu Hause endlich etwas gearbeitet. Auf ein Akquisegespräch für den Nachmittag vorbereitet. Kinder empfangen.

Das andere Kind mit dem Mann losgeschickt, eine Geige zu besorgen. Wir sind, da musikalisch wenig vorgebildet, da vielleicht etwas naiv. Wie wählt man denn normalerweise eine Geige aus? Scheint, man geht nicht los und kauft einfach eine. Sie kamen mit einem Mietmodell nach Hause.

Akquisegespräch wird abgesagt, Ansprechpartner musste raus "zum Einsatz". Tja, da kann man nichts machen, wird nachgeholt. Dafür dann Zeit um in Ruhe Essen zu kochen. Eine Ladung Wäsche habe ich auch irgendwann im Lauf des Tages untergebracht.

Um 17.00 Uhr los zum nächsten Ehrenamtseinsatz. Bürodienst bei Amnesty International. Gähn, die langweiligste Aufgabe, die diese Organisation zu bieten hat. Seit Jahren der Impuls "Da müsste man doch mal ...", der wie üblich folgenlos verpufft. Um Mitstreiter zu motivieren, probiere ich dieses Mal die Strategie "Schuldgefühle erzeugen" aus. Mal sehen, wie gut das wirkt.

Um kurz nach 20.00 Uhr wieder zu Hause. Essen. Ins Bett bringen. Schreiben. Gähnen und rumhängen. Wegen eines Glases Cola wahrscheinlich doch wieder zu spät ins Bett. Also alles wie immer.

Sonntag, 6. August 2017

Der ganz normale Abend-Stress

Ich glaube, wir beginnen hier eine kleine Reihe. Inspiriert von diesen vielen Berichten von tollen Kindergeburtstagen auf anderen Elternblogs. Auch bei mir selber beobachte ich, dass ich natürlich viel lieber von gelungenen Erziehungsinterventionen berichte als vom Nerv des Alltags. Aber das macht Stress. Wenn allen Eltern im Internet augenscheinlich immer alles so toll gelingt.

Hier also die Gegenwelt. Der normale Abend-Wahnsinn. Nicht jeden Abend, aber oft genug. Leider ist es heute etwas später geworden, als für das Kind gut ist. Und schon geht der Ins-Bett-Geh-Stress los. Das Kind will nicht. Noch schlimmer wird es dadurch, dass es erst noch baden soll. Manchmal geht das gut, die Aussicht, im warmen Wasser zu planschen, besänftigt das kleine Terror-Kind und danach lässt es sich einigermaßen einfach ins Zimmer bringen. Heute (nicht zum ersten Mal) nicht. Geschrei. Trotz. Gutes Zureden und ins Bad tragen helfen nicht. Schimpfen hilft nicht. Zu gröberen Maßnahmen wollen wir nicht greifen. Also Pause. Versuchen, ohne verletzend zu werden zu sagen, dass man das nicht toll findet.

Jetzt heißt es wohl erst mal ausbocken lassen, sonst wird das mit Bett gehen gar nichts mehr. Das ist übrigens schon ein großer Lernfortschritt auf unserer Seite. Früher dachten wir noch, wir müssten uns "durchsetzen", so wie wir das von unseren Eltern kannten. Das waren noch unschönere Szenen und brachte eher nichts.

Hockt das Kind also erst mal beleidigt in der Ecke. holt sich dann noch einen Joghurt (so spät!), isst, ist danach einigermaßen kooperativ, zumindest was Umziehen und Zähneputzen angeht.

Es ist ca. 23.00 Uhr, als das Kind in seinem Zimmer ist und erst mal noch eine Runde mit Nachtlicht auf dem Boden spielt. Irgendwann wird es schlafen. Vielleicht auf dem Fußboden, dann legen wir es eben später ins Bett. Das ist nicht ideal. Zum Glück sind Ferien, da bin ich dabei etwas entspannter. Leider passiert das manchmal auch in Schulzeiten. Doof, anstrengend. Aber natürlich gibt es schlimmere Schicksale.

Freitag, 4. August 2017

Veränderungen im Gefüge meiner kleinen Welt

Es gibt, nicht sehr häufig, aber deutlich spürbar, so Momente, da merke ich ganz deutlich: Hier verändert sich was. Das wird nie wieder sein wie vorher.

Zum Glück für mich sind das meist befreiende Momente. Die mich aus so verinnerlichten Zwängen rausholen.

Es fing an mit meinem Vater. So um die acht Jahre war ich alt und schier verzweifelt, weil ich doch unbedingt die Eröffnung der Olympischen Spiele im Fernsehen sehen musste. Nun hieß es aber, ich solle ins Bett. "Aber Papa!" - "In vier Jahren sind wieder Olympische Spiele, guckste halt dann." Ach. Seitdem brauch ich das nicht mehr. In vier Jahren gibt's ja wieder neue. Passiert einem ja gar nichts, wenn man die mal verpasst.

Oder zwei Jahrzehnte später, Silvester irgendwo im nirgendwo, weil wir zu spät zur Party losgefahren waren. Und dann nicht mal Feuerwerk war, weil das in dem Land, wo wir grad waren, nicht üblich ist. Seitdem kann ich Silvester ganz entspannt angehen. Mitternacht? Fünf Minuten später oder früher? Warum nicht um 22 Uhr, damit die Kinder danach schlafen können? Mir alles recht. War das wirklich mal so wichtig: Was macht man Silvester?!

Nun hatte ich dieses Gefühl wieder: Das "ich muss unbedingt pünktlich sein" im Kino. Es löst sich langsam auf. Ich konnte wirklich entspannt in der Popcorn-Schlange stehen und es machte mir auch der Gedanke nichts aus, "die Vorschauen" zu verpassen. Ungelogen!

Könnte jahrzehntelange Prägung auf Pünktlichkeit so langsam ihren stählernen Griff lockern? Wie erholsam!

Mittwoch, 19. Juli 2017

Fahrradtour

Theoretisch sind wir eine ganz große Fahrradfahrerfamilie. Ich träume sogar von der langen Tour mit der ganzen Familie und Übernachtungen auf dem Zeltplatz. Bloß wo, vielleicht in Italien? Gerade geht hier das x-te Sommergewitter nieder, der Norden Deutschlands war dieses Jahr noch nicht besonders sonnenfest.

In der Praxis merken wir, wie selten wir dazu kommen, alle zusammen zu fahren. Bis vor Kurzem hatte noch nicht mal jedes Familienmitglied ein eigenes Fahrrad! Dieses Problem ist inzwischen gelöst und die zwei Großen erwerben fleißig Fahrpraxis, indem sie fast jeden Tag zur Schule radeln. Das ist auch bitter nötig, den Umstieg vom Bürgersteig auf Fahrradweg und - oh Schreck - die Straße haben noch nicht alle vollständig verarbeitet. Ist aber auch fies, ich hab das damals auf dem Dorf und ziemlich leeren Landstraßen gelernt, da ist die Großstadt doch ein anderes Pflaster.

Es war also höchste Zeit, mal wieder eine Tour zu machen. Und zu meinem Erstaunen hielt das kleine Kind weit länger durch, als ich gedacht hätte und hat gar nicht gejammert und musste gar nicht schieben. Und das auf einem Kinderrad, das nur noch gerade so ihrer Größe entspricht und keine Gangschaltung hat. Außerdem hatten wir ordentlich Zeit, letzter Schultag, gutes Wetter, das trägt natürlich zum entspannten Fahren bei.

Dienstag, 18. Juli 2017

Hochsaison unbeschadet überstanden

Es gibt ja bekanntlich zwei Hoch-Zeiten für Termine mit Kindern: Sommerfeste und Weihnachtsfeiern. Da hier im Norden die Sommerferien übermorgen beginnen, haben wir heute offiziell die Zeit der Sommerfeste beendet. Mit drei Terminen an einem Tag.

So schön: Da die Kinder immer größer werden, mussten wir nur bei einem Termin dabei sein, beim kleinsten Kind. Und da wir inzwischen klug geworden sind, hatten wir "Wassermelone" auf den Mitbringzettel geschrieben. Einkaufen, schneiden, mitbringen - das ist wirklich das einfachste Mitbringsel, kein Backen, Kochen, oder auch nur Zusammenrühren. Und im Sommer kommt das immer gut an und geht meist vollständig weg in Kinder- und Erwachsenenmägen. So auch heute.

Außerdem waren wir ordentlich früh da und haben beim Aufbauen geholfen. Und weil wir weder Klassenlehrerin noch Elternvertreter in dieser Klasse waren, haben wir uns guten Gewissens nach einer Stunde Anwesenheit und weit vor dem Abbauen verabschiedet.

SO geht das nämlich!

Donnerstag, 6. Juli 2017

Kindergeburtstag - nett, aber nicht umwerfend

Wow, hab ich gedacht. Als ich den Kuchen sah, den es bei MartaMam zum 9. Geburtstag ihres Kindes gab. So ein tolle Idee und gar nicht schwer umzusetzen. Wollte ich gleich meinem Kind zeigen. Dann las ich den Rest des Beitrags und musste erst mal tief durchatmen.

Wir hatten selbst gerade einen Kindergeburtstag. Der sah etwas anders aus. Den von Martamam finde ich toll, und viele andere Kindergeburtstagsbeschreibungen auch, gar keine Frage! Bewundernswert, die Vorbereitung, die Kreativität. Aber für mich ist das leider nichts, und vielleicht gibt es ja noch andere Eltern, denen es so geht.

Ich bin nämlich nur Mutter. Mit dem Kind kam kein Kreativitätsschub über mich. Größere Gruppen von Kindern machen mich erst einmal nervös.

Bei uns gab es dieses Jahr einen stinknormalen runden Kuchen. Glaub ich, ich müsste die Bilder raussuchen, so wenig erinnerungswürdig war er.

Die Party war eine Standard-Garten-Geburtstagsparty, mehr so wie aus den 80ern, also zu meiner Kinderzeit. Es gab Topfschlagen, das fordert das Kind vehement ein. Ich fand das schon früher eher langweilig und das Problem bleibt, genügend Kinder zum Anfeuern zu motivieren, wenn fast alle schon dran waren. Wir machten  Dosenwerfen, das war der Bringer. Dafür hatten wir auch die meiste Vorarbeit geleistet und Dosen gesammelt, gewaschen und zum Teil sogar angemalt mit Nagellack. Dann noch Zeitungstanz und Schokolade-Essen. Zwischendurch großzügige Pausen und Musik aus dem CD-Spieler.

Wir hatten vorher eine Liste mit Spielen gemacht und das nötige Zubehör bereitgestellt, also die Dosen, Bälle, Schal zum Augenverbinden. Außerdem gab es sieben andere Kinder, zwei große Geschwister und ein Trampolin im Garten. Dazu eine Frisbee und ein Indiaca. Ich finde das eine ganz ordentliche Auswahl zum Spielen. Zu essen gab es Kuchen, Muffins und abends Kartoffelbrei, Würstchen und Fischstäbchen, zwischendurch Wassereis und Bonbons.

Und es war gut. Nicht übermäßig kreativ, zugegeben. Kein Motto, das sich durch den ganzen Tag zog. Keine Bastelei zum MitNachHauseNehmen. Wir haben den Kindern einfach eine nette Gartenparty gemacht, so gut wir eben konnten. Ein Kind sagte mir am nächsten Tag, es war schön. Zwei andere sagten irgendwann während der Feier, ihnen sei langweilig. Gemischtes Feedback also.

Aber es war okay. Wir alle sind so gute Gastgeberinnen, Anleiterinnen, Erzieherinnen, Köchinnen, wie wir können. Und es muss nicht immer jede und jeder alles können.

Mittwoch, 5. Juli 2017

WmdedgT Juli 2017

Was machen wir den ganzen Tag, fragt Frau Brüllen an jedem 5. des Monats.

Wir schlafen heute aus. Doch, wirklich! Und das an einem Schul- und Arbeitstag. So ca. ein Mal in der Woche habe ich mir das verdient, entweder weil andere Termine anstehen, oder einfach so.

Heute ist "einfach so" dran, denn das Vorlesen-lassen in der Schule lasse ich heute sausen, weil ich mir nicht sicher bin, zu welchen Uhrzeiten die gerade für ihre Trommel-Aufführung üben. Später erfahre ich, es hätte zeitlich doch gepasst. Hätte ich mal der Lehrerin eine WhatsApp geschickt (ja, moderne Kommunikation kann sie!), hätte ich das gewusst. Aber vermutlich wollte ich es gar nicht so genau wissen.

Dann wartete mein Buch auf mich. "Orange is the new Black" von Piper Kerman. Ja, genau das, nach dem die Netflix-Serie gedreht wurde. Die Serie finde ich spannend, wenn mir auch manchmal die Frauensex-Szenen etwas zu effekthascherisch daherkommen. Ganz klar, immer nur die schönsten und jüngsten Frauen, die miteinander rummachen. Nun, wie soll ich sagen, mit dem Buch hat das Ganze nur am Rande zu tun, für die Serie durften sich offensichtlich ein Haufen Drehbuchautorinnen ordentlich austoben. War aber gut, das Buch, hab ich in einem Rutsch durchgelesen.

Da ich dafür mein Bett nicht verlassen hatte, fürchtete mein Mann kurzzeitig, ich sei vielleicht verstorben oder krank geworden oder so. Konnte ihn aber schnell beruhigen und stand dann doch auf für Frühstück (Spätstück) und Zeitung.

Dann gab es ein bisschen Arbeit. Beruhigend, dass zwischendurch keine wirklich dringenden Anfragen aufgeploppt waren. Ich lerne gerade sehr viel, so dass ich nicht wirklich alle Stunden in Rechnung stelle und trotzdem sehr viel Spaß dabei habe.

Dann Wohnung und Garten ein bisschen besuchsfein gemacht. Morgen kommt ein Handwerker - nee, ein Bauunternehmer ist wohl das richtigere Wort, mit Handwerkshintergrund. Und der soll erstens unseren Dachboden problemlos betreten können, ohne dass ihm meine Unterwäsche durchs Gesicht wischt. Und zweitens, tatsächlich möchte ich einen halbwegs ordentlichen Eindruck machen, weiß auch nicht, warum mir das wichtig ist. Vielleicht hoffe ich wirklich, dass sich das auf das Verhalten der Handwerker auf der Baustelle später auswirkt? Ich muss selber lachen, ist schon gut.

Zufällig kam ein alter, lange nicht gesehener Bekannter am Garten vorbei - und dann auch auf ein kurzes Gespräch herein, das war ein schöner Abschluss der Draußen-Arbeit, auch wenn dadurch die Rasenmäherspur mitten in der Reihe aufhört. Mal sehen, wann wir da zur Fortsetzung kommen.

Montag, 3. Juli 2017

Antizyklische Schwangerschaften

Nee, nee, is klar, man muss schon mit dem (Monats-)Zyklus gehen, um schwanger zu werden.

Aber so auf das ganze Leben hin betrachtet, scheint mir gerade, als hätte ich meine Kinder ein wenig gegenläufig zum Durchschnitt zur Welt gebracht. Zumindest, was die Studierten angeht, die nach Abi, Uni, Arbeit irgendwann relativ spät im Leben mit den Kindern anfangen.

Früher, als meine Kinder noch klein waren, und ich dadurch einen furchtbar vernünftigen Lebenswandel hatte, dachte ich öfter: "Werdet erwachsen!" Hört das Clubleben mit Mitte 30 nicht mal irgendwann auf? Tja, und jetzt, wo ich selber wieder Zeit und Lust hätte, auch mal abends unterwegs zu sein, sind die alle mit Zwei- oder Fünfjährigen ans Haus gebunden (bis dann endlich mal ein Babysitter Zeit hat. Bis Mitternacht, wenn's hochkommt!), während hier endlich die Zeit des "ach, die können einen Abend auch mal alleine zu Hause bleiben" angebrochen ist.

Tja, muss ich mir nun also überlegen, wie ich damit umgehe. Gesichtsälteste beim abendlichen Ausgehen? Alleine? "Altersangemessene" Freizeitbeschäftigungen finden, die trotzdem vielleicht was mit Musik oder (geflüstert) Tanzen zu tun haben? Ohne auf Ü40 Partys gehen zu müssen? Alles zu den Akten legen und höchstens noch mit Nordic Walking Stöcken durch den Park?

Auf jeden Fall alle Muddis (und Vaddis) mit älteren Kindern im Bekanntenkreis hegen und pflegen und gemeinsame Interessen überlegen!

Sonntag, 2. Juli 2017

Wochenende mit Kindern

Hin und wieder stellt man sich ja vor, wie wäre, hätte man die Kinder nie bekommen.

Man würde am Samstag nicht um 8.30 Uhr mit dem Wecker aufstehen (also ich zumindest nicht). Damit die Kinder pünktlich zu ihrem samstäglichen Programmpunkt kommen und die Zeit hinterher noch reicht für den samstäglichen Bücherhallenbesuch. Überhaupt wäre der Samstag wahrscheinlich weniger durchgetaktet mit dem immer gleichen Programm.

Andererseits wäre man wohl auch deutlich weniger regelmäßig in der Bücherhalle, und das wäre ein Verlust.

Man würde auch nicht samstags um 10.30 Uhr im Juni in der Küche stehen und Plätzchen backen, weil der Teig von gestern jetzt endlich verarbeitet werden muss.

Andererseits würde man dann auch nicht erleben, wie man langsam von grummelig zu gutmütig wechselt ("ach, warum eigentlich nicht?") und wie man sich über das Groß- und Selbständigwerden von jemandem freut ("aha, Ausrollen, ausstechen, aufs Bleck packen kann das Kind ja schon ganz alleine, wie praktisch). Und dann hat man Selbstgebackenes zum Kaffeetrinken. Ist ja nicht alles nur schlecht, nech?

Ob man mehr unterwegs wäre am Wochenende oder mehr zu Hause rumhängen würde, lässt sich pauschal nicht beantworten. Aber es gibt definitiv ganz viele Ausflugsziele, die ich nie in Angriff genommen hätte ohne Kinder. Die Millerntor Gallery bei Tag ist da mal eines davon, ein Lohnendes. Aber auch profaner: Das Schwimmbad. Diverse Schwimm- und Spaßbäder. Kennt jemand das "Arriba" in Norderstedt? Mit Wellenbad, vielen Rutschen, Außen- und Innenbecken, wäre ich definitiv niemals ohne Kinder hingefahren! Oder die Eislaufhalle.

Andererseits ist man natürlich auch an Orten, an denen man vielleicht lieber nicht wäre. Auf  Sommerfesten. So vielen Sommerfesten, immer nur Sommerfeste, jeder Verein, jede Klasse, jede Gruppe, bei der das Kind nur mal die Nase reinsteckte, meint ein Sommerfest machen zu müssen. Mit Buffet, zu dem doch bitte die Eltern beitragen. Und nicht immer sind da andere Eltern, mit denen man gern mehr zu tun haben möchte.

Man würde allerdings definitiv weniger lachen und Quatsch machen im Alltag. Albernen, altersunangemessenen Quatsch. Pups-Quatsch. Kitzelquatsch. Und darum wäre es definitiv schade.

Mittwoch, 21. Juni 2017

Alle Sommer wieder

Endlich ist es warm. Angenehm warm. Außer auf unserem Dachboden. Da wird es natürlich sofort brütend heiß.

Und so entschwinde ich dorthin mit einem Korb feuchter Wäsche und dem alljährlichen Schlachtruf:"Vergesst mich nicht! Wenn ich in einer halben Stunde nicht wieder da bin, kommt nach mir sehen, damit ich nicht als verschrumpelte, schockerhitzte Mumie auf dem Trockenboden verende."

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, dass mein möglicherweise anfälliger Kreislauf irgendjemanden kümmert.

Montag, 19. Juni 2017

Magisches Denken

Im Wikipedia-Artikel zu diesem Thema steht, dass magisches Denken bei Kindern von zwei bis fünf Jahre vorkommt. Lassen Sie sich davon nicht täuschen. Das stimmt nicht, das haben Kinder noch weit bis in die Pubertät.

Denn nur so lässt sich liebevoll erklären, weshalb ein im logischen Denken eigentlich normal begabtes Kind auf die Idee mit den Handtüchern kommt. Also, die Handtücher. Immer patschnass nach Baden oder Duschen, ist klar. Und dann muss man die aufhängen, auf die Heizung und, simsalabim, am nächsten Morgen oder so sind sie wieder trocken.

Genau, simsalabim. Denn anders kann ich mir nicht erklären, dass man die auch im Sommer bei kalter Heizung dahinfeuert und sich nicht das kleinste bisschen fragt, ob es nicht sinnvoller wäre, die Sachen (dieses Mal Klamotten, die dringend bis zum nächsten Morgen trocken sein sollten, weil Schulveranstaltung) auf den brühendheißen Dachboden zu bringen, wo Flüssigkeit quasi verdampft und tropfnasser Stoff in spätestens zwei Stunden durchgetrocknet ist. Während auf der kalten Heizung im von-der-Sonne-nicht-geküssten Bad sich höchstens Feuchtigkeit und Moder sammelt, wenn man im Sommer nur lang genug wartet.

Magisches Denken, ganz bestimmt. Alle anderen Erklärungen machen nur schlechte Laune.

Samstag, 17. Juni 2017

Smart

Seid Ihr wie ich? Bleiben diese ganzen "lustigen Reisespiele" nie in Eurem Kopf? Ich meine, ich war auf so vielen Kinder- und Jugendreisen, wo pädagogisch wertvolle und meist auch witzige Spiele gemacht wurden. Alles weg, sobald ich wieder zu Hause bin. Also auch wenig pädagogisch wertvolle Ideen für Kindergeburtstage oder lange Autofahrten. Außer "Ich sehe was, was Du nicht siehst". Der Langeweile-Horror mit Autobahn-Zusatzregeln ("es muss im Auto sein und nicht schwarz"). Bringt einen ungefähr 10 Minuten weiter und danach nervt es mich auch schon wieder mehr als das Langeweile-Gejammer der Kinder.

Aber nun gibt es eine Alternative! "Smart". Ein Kind brachte das Spiel mit nach Hause und das geht so: Alle suchen den fahrenden und stehenden Verkehr ab, und wer einen Smart sieht, ruft laut ... "Smart". So einfach! Und so effektiv. Sogar mir macht das Spaß und man merkt, wer die Adleraugen hat, wer sich gut konzentrieren kann, wer multitasking-fähig ist (reden und trotzdem den Smart als erstes erblicken) und wer nicht gut verlieren kann. Ja, mir macht das Spaß.

Einzige Einschränkung: "In Bad Oldesloe geht das aber nicht, Mama", klärt mich das Kind auf, das dort gerade auf Klassenfahrt war. Gemeinsam philosophieren wir dann darüber, wieso das so ist. Enge Parkplätze. Keine Car2Go-Smarts, die selbst hier in Harburg mehr als die Hälfte der Smart-Population ausmachen. Und deshalb befürchte ich, dass der natürliche Lebensraum des gemeinen Smart auch nicht unbedingt die Autobahn ist. Aber vielleicht gibt es ja Alternativ-Fahrzeugmarken. Vorschläge (gern praxiserprobt) nehme ich gern entgegen.

Mittwoch, 14. Juni 2017

Schlaf - es ist nie genug!


 Frau Novemberregen schläft. Twitter sagt mir, dass es auch andere gibt, die nie genug Schlaf bekommen können:
Am Anfang war die Müdigkeit ja noch verständlich. Kleine Kinder, Babys, gleich drei Stück hintereinander, oh mein Gott, kein Wunder, dass die arme Frau immer müde ist. Dazu dann immer nach wenigen Monaten die bezahlte Arbeit.

Dann gab es eine Zeit mal keine bezahlte Arbeit - und immer noch die große Müdigkeit! Dann dachte ich, die Diagnose "Schilddrüse" bringt den großen Durchbruch. Aber Pustekuchen, nur ein bisschen besser und man weiß nicht, ist das Placebo oder echt. Vielleicht ist es inzwischen schon das Alter, wer weiß, auch wenn andere behaupten, es gebe so etwas wie "senile Bettflucht" und man schlafe im Alter eher weniger als mehr.

Auf jeden Fall ist der Tweet oben nur halb so lustig, wie er auf den ersten Blick scheint. Denn regelmäßig werden einem die Stories von den Erfolgreichen dieser Welt um die Ohren gehauen, die alle eher wenig schlafen. Angeblich brauchen 18% der Spitzenkräfte in Wirtschaft und Politik nur fünf Stunden Schlaf.

Das Thema "wenig Schlaf, hohe Leistung" wird also regelmäßig medial abgedeckt. Spätestens, wenn Angela Merkel mal wieder die Nacht durchverhandelt hat.

Aber hört man von den Menschen, die am anderen Ende der Normalverteilung liegen (hihi)? Wenn der erwachsene Mensch im Durchschnitt 7 bis 9, aber durchaus auch mal 10 Stunden Schlaf täglich braucht. Und ich jetzt einfach mal die Hand hebe und rufe: "Jau, da gehöre ich zu". Was bedeutet das zum Beispiel für die Tages- und Abendplanung? Bei neun Stunden Schlaf, Aufstehzeit um 6.30 Uhr (fest vorgegeben wegen Schulkindern) müsste ich um 21.30 Uhr im Bett liegen?

Ganz super, da sind die Kinder noch nicht mal alle eingeschlafen. Zeit zu zweit? Fehlanzeige. Von den guten Filmen und Serien im Fernsehen ganz zu schweigen. Oder Telefonate mit Freunden - aller bis neun Uhr abends erledigen, danach Bad und Bett, wirklich?

Kein Wunder also, dass auf Instagram "Coffee" ein so beliebter Hashtag ist (68 Millionen!) und dass wir Schlafbedürftigen uns mit Koffein und Nickerchen versuchen, über den Tag zu retten. Wer irgendwelche Selbsthilfegruppen der Langschläfer kennt, ich probier alles aus!

Freitag, 9. Juni 2017

Erdbeeren!

Was habe ich mich gewundert, schon vor drei, vier, fünf Wochen in diversen Blogs, denen ich so folge, von gekauften und verspeisten Erdbeeren zu lesen.

"Wie machen die das?" war die offensichtliche Frage. Kommen die alle aus dem Süden der Republik, wo die Erdbeer-Saison einfach mal drei Wochen früher startet? Oder sind es doch die bösen Import-Erdbeeren von sonstwoher? Aber das schmeckt man doch, und das waren doch quasi Feinschmecker-Blogs, das glaub ich auch nicht.

Irgendwo las ich, je weiter nördlich, desto besser (entgegen dem ersten Anschein), da längeres Tageslicht für mehr Süße sorgt. Deshalb schottische Erdbeeren und Marmelade. Wobei, wenn man mal ehrlich ist, sooo viel nördlicher als Hamburg ist das auch nicht.

Meine Erdbeer-Saison begann dieses Jahr auf jeden Fall vor ca. einer Woche, als der lokale und sehr beliebte Erdbeerstand vorm Bäcker aufmachte. Drei Tage vorher hatte ich es noch gewagt, beim Spargel-Händler ein Schälchen rote Früchte mitzunehmen ("Wenn der Spargel so frisch aussieht und die Erdbeeren auch so schön glänzen, muss das doch was sein"). Tja, was soll ich sagen, die schönen Beeren waren sicher frisch, hatten aber einen merkwürdig sehr-erdigen Geschmack. "Nach Keller", beschrieb es ein Kind sehr treffend.

Also wieder bestärkt im Glauben an den einzig wahren Erdbeer-Händler, der ja dann wenige Tage später Gott sei Dank endlich auftauchte. Mit nicht-muffigen, absolut leckeren Erdbeeren.

Momentan ist bei mir noch die Phase "Jeden Tag mindestens ein Schälchen". Gestern bemerkte ich abends mit Bedauern, dass ich keine gekauft hatte und sie total vermisste. Das geht noch ein paar Tage so, dann kommen Kuchen etc. (steht ja auch schon wieder ein Geburtstag an, ich google mal lieber Blech-Rezepte). Und dann wird tapfer weitergegessen, bis man schon einen leichten Überdruß verspürt. Aber das muss so, denn das muss ja dann bis nächstes Jahr wieder ausreichen!




Donnerstag, 8. Juni 2017

Seufz - man vermisst sie ja doch

Hach. Das Kind ist nun für drei Tage weg. 

Es war vorher ein bisschen aufgeregt - aber kein Vergleich mit manchen der anderen in der Klasse. Gerade von den kleinen Jungs waren einige ganz schön bedrückt, dass sie jetzt weg von Mama sollten. 

Wir hatten auch schon mal Kindergartenfahrt. An die sich das Kind übrigens schon fast nicht mehr erinnert, nur mal für die Erzieherinnen hier, Ihr müsst das nicht machen, nur wenn Ihr selber Spaß daran habt. 

Und nun vermisse ich sie ein bisschen. Auch wenn ich mich über mehr Zeit für andere Dinge freue. Die ich grad gut für die Arbeit gebrauchen kann. Ok, das relativiert die Freude schon wieder ein ordentlich, kann ich doch ganz einfach mal so vermissen. Seufz.





Mittwoch, 7. Juni 2017

Kleinkram, unsortiert

- Wenn ich es vergessen sollte: Es liegt an der abendlichen Schokolade. Alles. Und das steigende Gewicht vor allem.

- Auch die längste ToDo-Liste wird schnell kürzer. Ehrlich. Gerade wieder ausprobiert. Man denkt: "Das schaff ich nie", und zack, zwei Tage später, Hälfte erledigt oder zumindest Termine dafür gemacht.

- Online Kleinanzeigen sind großartig. Also, wenn man was Gutes zu Verkaufen hat, schätze ich mal. So wie unser altes Puky-Fahrrad (bye bye, Du hast drei Kindern das Radfahren super beigebracht). Ruckzuck, weg war's. Sehr schön.

- Wo gibt es eigentlich die Vereinigung der anonymen unter-Ramadan-leidenden-Nicht-Muslime? Oder muss ich die etwa gründen? Wo bleibt denn meine himmlische Belohnung dafür, plötzlich einen Monat lang zusätzliche Familienaufgaben zu übernehmen und erhöhte Kochtätigkeit an den Tag zu legen, auch wenn das gar nicht unbedingt gewürdigt wird ("Essen? Ich hab doch schon in der Moschee gegessen. Aber danke, Schatz" - "Grrh, bitttteeschöööön")

Dienstag, 6. Juni 2017

WMDEDGT 6/2017

Frau Brüllen fragt wieder, was wir am 5. des Monats gemacht haben.

Wir haben ja im Moment ein wenig Erfahrung mit langen Wochenenden oder kurzen Ferien. Da war Ostern, da waren die Maiferien um Himmelfahrt. Und bisher war das immer großartig. Samstags haben wir immer relativ volles Programm. Sonntag ruhen wir uns aus und machen höchstens mal ein bisschen Wäsche. Und deshalb sind wir normalerweise am Montag, wenn der denn frei ist, fit und machen Programm, das wir sonst nicht schaffen. Letztens waren wir an so einem langen Wochenende ja sogar mal im Museum. Kultur als Familie!

Am Pfingstmontag klappte das nicht. Im Prinzip hatte ich den Mühlentag im Auge und wollte gern mit den Kindern eine Wassermühle anschauen. Ja, ich hab da eventuell ein bisschen die Schulagenda im Kopf und möchte das Kind unterstützen, das gerade "Krabat" gelesen hat. In einer Windmühle waren wir schon mal und bei "Es klappert die Mühle" geht ja auch um eine Wassermühle, da weiß man schon gar nicht mehr, ist das Volks-, Musik- oder Hochkultur?

Aber dann war Regen vorhergesagt. Müde war ich und das Kind war dann sowieso woanders übernachten. Kaum sind wir aufgestanden (ich habe ja netterweise Langschläferkinder, es war also kurz nach zehn), ruft dieses aushäusige Kind (einziger Frühaufsteher in der Familie) auch schon an: Ein Ausflug ist geplant mit der Übernachtungsfamilie. Netterweise wollen die das kleine Kind auch gleich mitnehmen. Und der Sohn will dann natürlich auch nicht zurückstehen. Hektik bricht aus -  natürlich nur bei mir. Weil ich weiß, was eigentlich erledigt werden müsste und wie langsam das Kind normalerweise frühstückt. Genau, so bin ich, Genuß geht anders, Dankbarkeit auch. Es dauert mindestens eine halbe Stunde, nachdem die Kinder unterwegs sind, bis ich mich an das geänderte Programm gewöhnt habe und mich darauf einlassen kann. Hey, ein Nachmittag kinderfrei!

Das entspricht nicht ganz dem Plan, aber dann gibt es eben Gartenarbeit mit dem Mann. So ein Trampolin vergräbt sich schließlich nicht von selbst. Und da die Kinder schon gemault haben "Schon wieder Spargel", wird der flugs in einem Kartoffelgratin versteckt. Und da "flugs" und "Gratin" ja nur schlecht zusammengehen, ist dann auch schon später Nachmittag und alle sind wieder zu Hause. Nach ein wenig Erholungszeit für alle am jeweils bevorzugten elektronischen Gerät schaffen wir es sogar, die Kinder zur Mitarbeit zu motivieren. Mit dem Gefühl, dass doch nicht alles schiefläuft in der Erziehung, sitze ich zufrieden im Wohnzimmer.

So war der 5. Juni.

Donnerstag, 1. Juni 2017

Küchenwissen - Wiederholung ist alles

Schon merkwürdig, oder? Da ist man einmal die Spitzenköchin, kocht das großartigste Gericht der Welt (das erstaunlicherweise sogar der ganzen Familie schmeckt, Jackpot!).

Und dann, eine Woche später, kocht man es wieder, und schwupps, nichts klappt, offensichtlich hat man das Kochen verlernt und was für ein Glück, dass man keine Gäste hat.

Also (ich weiß das natürlich und Ihr sicherlich auch schon längst): Niemals einladen zu Gerichten, die man nicht mindestens schon drei Mal hintereinander unfallfrei gekocht hat. Ist einfach zu stressig. Bin immer völlig mit den Nerven runter, wenn etwas nicht geklappt hat und ich das dann anderen Menschen vorsetzen muss. Genauso schlimm: Das Lob, das man oft trotzdem bekommt! Da fragt man sich natürlich, wie ernst man dann das Lob bei den geglückten Gerichten nehmen kann!

Aber egal: Guter Vorsatz für die restliche Spargelzeit (und darüber hinaus): Noch zwei, drei Mal Sauce Hollandaise kochen, bis das unfallfrei klappt und mir nötige Menge, Konsistenz und Temperatur aller Zutaten klar ist. Merke: Ist das Eigelb zu kalt, wird's auch keine Soße, sondern Suppe. Ziemlich saure Suppe. Essen kann man es allerdings und eventuell hat man unmäkeligen Nachwuchs, der das trotzdem verputzt.

Samstag, 27. Mai 2017

Familien-Management

Ich fand es eigentlich albern, wenn versucht wird, Fähigkeiten aus dem Familienalltag in beruflich ausschlachtbare Qualitäten zu übersetzen. "Guten Tag, ich bin die Chefin eines kleinen Familienunternehmens", nein danke.

Trotzdem musste ich heute dran denken, denn:
Wer es schafft, einen beleidigten Beinah-Teenager zum Wieder-Sprechen zu bewegen UND zum Weiterarbeiten zu bringen ... damit dürften alle schwierigen KollegInnen- und Untergebenen-Typen abgedeckt sein, wer das schafft, den sollte an der Arbeit niemand mehr umhauen können!

Auf ins Management!

Mittwoch, 24. Mai 2017

Ferientage sind schöne Tage

Weil wir gerade Glück und viel Zeit haben. Wie wir das mit angestellten sechs Wochen Urlaub im Jahr hingekriegt haben, kann ich mir gerade gar nicht mehr vorstellen.

Es läuft hier gerade ganz entspannt: Aufstehen, wenn man wach wird. Diesen Satz muss ich noch mal in fett wiederholen. Aufstehen, wenn man wach wird. Nix Wecker. Nix von Kindern geweckt werden. Wenn Ihr das hier lest, Eltern von Kleinkindern: Ja, es ist möglich. Die Zeiten kommen tatsächlich wieder. Ich habe das lange auch nicht geglaubt. So zehn, elf, zwölf Jahre lang. Aber Tatsache: Gestern 8.30 Uhr. Heute irgendwas nach neun.

Dann stehe ich auf, mache mir Tee, setze mich an den Rechner, arbeite ein bisschen. In der Zwischenzeit dödeln die Kinder vor sich hin. Scheinen keine großen Frühstücker zu sein. Ist mir recht, ich brauch das so früh am Tag auch noch nicht. Montag fingen sie irgendwann gegen 11.00 an, den Tisch zu decken. Gestern bereitete jemand, der nicht auf den Namen "Mama" hört, French Toast zu. Das ist der vornehme Name für "Arme Ritter", habe ich mir sagen lassen.

Wenn ich Glück habe, kann ich dann noch ein bisschen was am Rechner tun. Die Verabredung ist: Die Kinder müssen nicht in die Ferienbetreuung, wenn ich nicht kochen muss. Das führt jetzt zu keinen kulinarischen Großtaten, Nudeln oder Sandwich aus dem Sandwich-Toaster muss man da schon mögen.

Gut, wir wollen auch die weniger schönen Seiten nicht ganz verschweigen, ab und an muss ich dem ein oder der anderen das elektronische Gerät aus den quicklebendigen Händen ringen und auf die Medienzeit am Abend (oder war es Nachmittag?) verweisen. Hinweise auf in den Ferien zu erledigende Hausaufgaben oder zu übende Instrumente stoßen meist auf taube Ohren. Hin und wieder klingt der Schlachtruf "Langeweile" durch die Wohnung.

Aber insgesamt ist es entspannt. Und wir nutzen die viele Zeit, um das Thema "Haushaltserziehung" zu vertiefen. Meine Theorie: Die Aufgaben brauchen eine bestimmte Anzahl an Wiederholungen, bis sie verinnerlicht wurden und nur noch jedes zweite Mal angezweifelt wird, das das jeweilige Kind a) wirklich schon wieder dran ist, b) diese Aufgabe wirklich erledigen muss. Das ist, wie gesagt, eine Theorie. Die einzige bisher verlässlich übertragene Aufgabe ist die Geschirrspülmaschine. Wir arbeiten jetzt an der Waschmaschine. Bei Interesse berichte ich Weiteres.

Außerdem ist das ein gutes Mittel, um die Kinder längerfristig aus dem Haus zu treiben. Diverse Übernachtungsverabredungen sind inzwischen geplant. Denn wer nicht da ist, kann auch nicht zu Haushaltspflichten herangezogen werden. Clever, das müssen sie von mir haben. Und ich krieg vor lauter Ausschlafen Rückenschmerzen.

Montag, 22. Mai 2017

Blogparade: Homeoffice als Angestellte und selbständig

GlücklichScheitern fragt gerade, wie wir denn so unser Home Office organisieren.

Oh, was für ein schönes Thema. Und da ich es aus diversen Perspektiven kenne, möchte ich gern darüber schreiben.

Home Office als Angestellte mit Kindern im Haus

So fing es an. Das erste Kind fünf Monate alt, ich voller Enthusiasmus (und 1 Jahr Elterngeld gab es zudem noch nicht), yeah, wieder arbeiten, von zu Hause aus, für den bisherigen Arbeitgeber, in Teilzeit.

Um es kurz zu machen: Ich kann das nicht. Es braucht eine bestimmte Persönlichkeit dazu, sich nicht  von "oh, das Baby könnte gleich losmeckern" ablenken zu lassen. Mein Mann kann das. Wippe mit Kind drin ab und an mit dem Fuß antippen, damit es schön wippt, und dabei arbeiten. Mich macht das wahnsinnig, allein die Aussicht, alle paar Minuten unterbrochen werden zu können. Ich kann das heute noch nicht, obwohl man mit den Kindern inzwischen darüber reden kann.

Also hab ich das ihm überlassen und die vier Stunden am Tag so weggearbeitet, ohne mich um das Baby kümmern zu müssen. Mein Mann ist selbständig mit einem Büro zu Hause, er hat bei uns lange Kinderjahre den flexibleren Part übernommen. Also das "Kind ist krank, jemand muss zu Hause bleiben" oder "Kind muss zur Impfung, da arbeite ich aber noch". Und eben auch: "Mama denkt, sie muss schnell wieder arbeiten (als ob es einem jemand dankt), jemand muss das Kind eine Weile betreuen, damit sie ungestört ist".

Home Office als Angestellte zu Hause, während die Kinder in aushäusiger Betreuung sind

Das geht wiederum. Es ist schön ruhig und man kriegt was geschafft.

Wenn man allerdings auf Beiträge von KollegInnen angewiesen ist, kann es nervig werden. Nie erreicht man die. Im Chat antworten sie nicht, ans Telefon gehen sie nicht und man weiß nicht: Sind sie nur mal eben auf dem Klo oder in einem vierstündigen Meeting oder vielleicht heute gar nicht im Büro?

Außerdem muss man darauf achten, wie man an der Arbeit wahrgenommen wird. Meine erste Quartalsbeurteilung im Home Office war da eine (negative) Offenbarung. Ich ging davon aus, dass ich alles super gemacht hatte. Meine Chefin gab mir eine unterdurchschnittliche Bewertung, weil "alle anderen hier haben ja so viele Sachen gemacht und hatten nicht dieses ruhige Home Office, sondern den anstrengenden Büro-Job mit Kundenkontakt". Tja. Hätte ich das vorher gewusst, sooo viele andere Vorteile hatte dieses Home Office dann doch nicht, um das aufzuwiegen.

Home Office als Selbständige, während die Kinder zu Hause sind

Wieder: Mäh, ich kann das nicht. Diese ständigen Unterbrechungen machen mich wahnsinnig. Während mein Mann da sitzt und unbeeindruckt weiter übersetzt, nachdem er dem Kind kurz was zum Ausmalen ausgedruckt hat, kriege ich die Krise, selbst wenn ich nur beim Mailschreiben unterbrochen werde. Von daher versuche ich zu arbeiten, während die Kinder in Kita oder inzwischen alle in der Schule sind. Wobei wir hier gerade in den Ferien ausprobieren, ob es nicht doch funktioniert: Ab einem gewissen Alter geht es für ein paar Stunden (ja, richtig gelesen, Plural!), da beschäftigen die sich schon mal eine Weile in anderen Zimmern mit CDs, Puzzeln, Schleichtieren und ähnlichem.

Von daher ist meine eindeutig bevorzugte Lösung:

Home Office als Selbständige, während die Kinder außer Haus sind

Hin und wieder brauch ich dann aber Kundenkontakt, sonst fühl ich mich einsam.

Sonntag, 21. Mai 2017

Die zweite Schulzeit

Ich bin ja begeisterte SchülerInnen-Mutter. Mehrfach habe ich schon von den Freuden berichtet, endlich, endlich die schriftliche Subtraktion verstanden zu haben. Ausführen konnte ich die auch früher schon, aber verstehen, das ist ja noch mal was anderes. Das hat wirklich Spaß gemacht.

Demzufolge leide ich allerdings auch ein bisschen mehr mit als nötig, wenn ich LehrerInnen meiner Kinder nicht verstehe. "Was will der mit dieser Frage?", "Was soll da die richtige Antwort sein!?", das sind Fragen, die mich in den Wahnsinn treiben können. Vor allem, weil man vom Kind natürlich keine Antwort erwarten darf. "Habt Ihr darüber im Unterricht gesprochen?" - ach, was frag ich überhaupt, die Antwort kenn ich doch schon: "Nein, nie" ... ja ja ja, ist klar.

Nun also Lektüre. "Krabat" von Otfried Preußler. Ist tatsächlich bisher an mir vorbeigegangen. Ich meine, ich weiß, dass es das Buch gibt, ich kriege auch mit, dass es hin und wieder verfilmt wird. Aber gelesen hatte ich es bis heute noch nicht.

Nun also doch. Und jetzt habe ich ja die Freiheit, zu überlegen, was ich wohl als Lehrerin mit so einem Text anstellen würde. Was macht man da? Einfach nur lesen geht ja nicht, muss ja auch was bei rauskommen, was man benoten kann. Dann fragt man offenbar schon mal so Sachen ab wie "Was sagt der Darsteller, damit der Ochse vorwärts geht", um sicherzustellen, dass überhaupt gelesen wurde (die Antwort ist "wüüh", damit Ihr hier alle ruhig schlafen könnt). Das ist aber natürlich überhaupt nicht interpretatorisch wertvoll. Also, auf welche Themen würde ich mich stürzen?

Persönlich interessiert mich ja der Bezug zur Realität. Dass es die Orte Hoyerswerda und Co. tatsächlich gibt und wo die liegen, das würde ich die alle mal im Atlas nachschlagen lassen. Und was Wendisch/Sorbisch ist. Da wir da entfernte Verwandtschaft habe, habe ich gleich Ideen für Referate und ähnliches, aber gut, ist ja zum Glück dieses Mal NICHT meine Schulzeit. Und natürlich könnte man auch gleich die anderen anerkannten Minderheiten in Deutschland durchsprechen. Hey, ich kenn sogar einen Friesisch-Sprecher!

Aber damit sind wir immer noch nicht inhaltlich weiter. Worum geht es, abgesehen vom offensichtlichen? Ja, das ist eine Sage aus der sorbischen Gegend. Zurück zum Thema: Ist die da noch bekannt? In anderen Versionen als von Otfried Preusler? Und stört es mich eigentlich, dass außer der Kantorka keine Mädchen oder Frauen vorkommen und die Kantorka nicht mal einen Namen hat? Nicht haben darf, vielleicht. Na ja, ist ja sowas wie ein Märchen, da geht das wohl ausnahmsweise mal in Ordnung. Aber selbst bei den "12 Raben" hat die erlösende Schwester mehr zu sagen als hier. Oh, ein weiterer Bezug, den man sicher im Unterricht nutzen könnte! Und ich muss wohl schauen, ob die weiteren Lektüren in der Klasse ausgleichend wirkt, man kann ja abwechseln beim Geschlechter-Bingo.

Und weiter thematisch? Nach diesem Speed-Reading heute bleibt mir im Kopf der Begriff von Arbeit, der dort herrscht. Dass man, obwohl man (durch Magie) könnte, doch lieber nicht ohne Arbeit sein will, weil das den Tag strukturiert, von Dummheiten abhält. Und ja, dieses ganze Mühlenhandwerkswissen, dass nebenher vermittelt wird, das ist schon beeindruckend.

Was eine kurze Googelei ergibt, das Thema "Macht" (durch Magie) und wer sich davon bezirzen lässt ... nee, das hat mich hier weder angesprungen noch besonders beeindruckt, das ist eher ein Nebenschauplatz.

Samstag, 20. Mai 2017

Spargel aus dem Ofen

Heute ausprobiert, nach hier (Uisge Beatha auf Twitter). Beziehungsweise vorher noch mal quer durchs Internet gegoogelt und dann in gut verschlossener Auflaufform gemacht. Sehr, sehr lecker. Haben sogar die Kinder angemerkt. HALLO, die KINDER haben gesagt, dass der Spargel ihnen so sehr gut schmeckt. Wenn das nichts zu sagen hat, dann weiß ich auch nicht mehr.

Und allein für die Leichtigkeit der Hollandaise (also Zubereitung, leicht ist da natürlich nix dran, sondern ein halbes Pfund Butter drin) lohnt sich so ein Induktionsherd! Nix Wasserbad, einfach niedrigste Stufe und los geht's.

Gut, das muss als Angeberei für diese Woche reichen, ab morgen dann wieder "Erziehungsversagen in den verschiedensten kindlichen Altersstufen".



Donnerstag, 18. Mai 2017

12 Sekunden!

So lange dauert es angeblich durchschnittlich bei Säugetieren (untersucht wurden 23 sehr unterschiedlich große Arten), bis sie mit dem Kacken fertig sind. Jawohl. Und da der Mensch auch ein Säugetier ist ... ziehen Sie bitte Ihre eigenen Schlüsse und DANN erklär mir jemand die durchschnittliche Zeit in dieser Familie, die die Klotür verschlossen bleibt?

Mittwoch, 17. Mai 2017

Was, wann wo und überhaupt?

Mit was man sich so herumschlagen muss. Mit Kindern und Garten. Da nehmen die Wünsche ja kein Ende. Weder der Kinder, noch, wenn man ehrlich ist, der Eltern.

So ein Stellplatz wäre nett. Aber bei Hanglage auch echt aufwändig, da geht nicht mal eben eine Fertig-Garage.

Und die Kinder nun ein, na was wohl: Trampolin. Und die Eltern (zumindest die Mutter) insgeheim natürlich auch. Aber auch das: Bei Hanglage gar nicht mal so einfach. Und wie viele Dinge hat man angeschafft, die dann nicht so viel genutzt wurden? Andererseits: die Schaukel zum Beispiel wurde schon ordentlich durchgespielt.

Was fehlt: Ein bisschen mehr "Ach sch.. drauf, wir machen jetzt einfach mal." Und damit hätten wir wohl ein Grundproblem, auch ganz abseits der Gartengestaltung umrissen.

Donnerstag, 11. Mai 2017

Re:publica 2017 - Highlights und Wünsche

Nach einem Jahr Pause habe ich es dieses Jahr wieder auf die re:publica geschafft. Und dieses Mal das ganze Paket: Ankommen schon am Sonntag Abend, damit ich die Eröffnung miterleben kann. Und Abreise am Donnerstag, so dass ich Abschlussveranstaltung und sogar, ich kann es selber noch kaum fassen, die Abschlussparty mitmachen konnte.

Was großartig war: Schon am ersten Tag war ich voll und ganz zufrieden und hätte genug Programm für den Rest des Jahres zum Nachdenken gehabt.

Eröffnung und dann JournalistInnen aus Ländern, meist gar nicht so weit weg (Türkei, Polen, Ungarn, Ägypten), wo Pressefreiheit wegen Bedrohtheit einen ganz anderen Stellenwert hat als bei uns. Nicht "Lügenpresse", sondern "Oh mein Gott, nehmt uns die Medien nicht weg, sonst kriegen wir gar keine Informationen mehr!" Am beeindruckendsten Can Dündar. Er ist nicht unbedingt ein charismatischer Redner, sein Englisch nicht perfekt, aber: Die pure Kraft dessen, was er durchgemacht hat und wovon er berichten kann: Erst angeklagt wegen Spionage wegen eines Artikels. Gefängnis. Zunächst freigesprochen (zwei der Richter sind inzwischen selber in Folge des Putsches in der Türkei inhaftiert). Auf dem Weg zum Prozess angeschossen. In Abwesenheit verurteilt.

DA GEHT JEMAND INS GEFÄNGNIS FÜR DIE PRESSEFREIHEIT. ER SCHAUT IN DEN LAUF EINER PISTOLE UND DAS IST IN ECHT ÜBERHAUPT NICHT COOL WIE IN FERNSEHSERIEN, SONDERN ER WÄRE GANZ ECHT FAST DABEI GESTORBEN. Für seine Haltung. Für sein Einstehen für seine Werte.

Ja, das muss so in Großbuchstaben, weil ich stilistisch nicht so begabt bin, um meiner Fassungslosigkeit und meinem Beeindruckt-Sein anders Ausdruck zu verleihen.

Und das hätte mir eigentlich schon gereicht. Natürlich kann man einwenden, ob es etwas bringt, Bet. roffenheit. Aber es ist doch großartig, wenn Can Dündar die Gelegenheit bekommt, Hunderten von im weitesten Sinne Medienschaffenden seine Geschichte zu erzählen und auf die Lage der Pressefreiheit (und anderer bedrohter Freiheiten) in der Türkei aufmerksam zu machen.

Augenzeugenberichte aus der Nazi-Zeit sprechen uns auch auf einer anderen Ebene an als Lehrbücher. Keine Ahnung, ob man das ersetzen kann. Oder auch nur sollte. Ob man sich hauptsächlich rational-faktisch damit auseinandersetzen müsste. Andererseits: Genau dazu gab es viele weitere Vorträge auf der re:publica. Dass wir Menschen über Geschichten funktionieren. Dass wir Menschen "Fakten" niemals (oder selten) einfach so einordnen können, sondern immer in "Frames" packen. Das ist also schon richtig so. Wir müssen uns erzählen lassen.

Weiter ging es mit Carolin Emcke. Zunächst kam mir der Vortrag sehr verkopft und geisteswissenschaftlich vor, aber eine Sache konnte ich doch mitnehmen: "Mehrheiten kann man organisieren!" Man muss nicht vor der vermeintlichen Masse an Gegenmeinung (Pegida und Co) zurückzucken, sondern soll für seine eigene Meinung werben.

Meine Wünsche an die re:publica: Mehr Zusammenfassung und Einordnung.

Wenn es (mal wieder, darum ging es in den letzten Jahren schon sehr oft) um mögliche Finanzierungsmodelle des Online-Journalismus geht: Könnte da mal jemand eine kurze Zusammenfassung machen, was schon alles da war, probiert wurde  und funktioniert hat oder auch nicht? Was aus Lokal-Blogs wie Hamburg-mittendrin geworden ist (da weiß ich es zufällig, aber was ist aus den Berliner Kiez-Blog-Projekten geworden)? Wie hat sich "Laterpay" entwickelt, das Robert Gutjahr vor zwei Jahren vorstellte? Wenn Projekt R in der Schweiz so was ähnliches wie Krautreporter macht (allerdings mit wahnsinnigem Erfolg beim Einwerben der Abonnements): Wieso soll es bei Projekt R  besser klappen? Was wollen sie anders machen?

Und Themen, die miteinander zu tun haben, Zusammenführen und die Vortragenden zu gemeinsamen Schlüssen bringen, falls das möglich ist, das stelle ich mir sehr spannend vor.

Wenn also zum Beispiel Elisabeth Wehling darüber referiert, wie "Frames" unser Denken formen und dass Negierung von Konzepten diese im Kopf der Zuhörer wachruft. Wenn man also von "Fake-News" redet, verstärkt man das Konzept, selbst wenn man negativ darüber berichtet. Und könnte man DANN die vielen anderen Vorträge, wie man das Vertrauen in die Medien stärkt und ähnliches, daran messen und darauf beziehen und mit Frau Wehling darüber diskutieren lassen, ob die vorgestellten Konzepte im Licht von "Framing" voraussichtlich wirkungsvolle Strategien sind oder ob sich nicht noch bessere Ideen ergeben?

Ja, das fände ich spannend. Wem muss ich das einreichen?

Freitag, 5. Mai 2017

WMDEDGT 05/17

Frau Brüllen fragt wie an jedem 5. eines Monats, was wir den ganzen Tag so machen.

Tja. Was für ein Glück, dass ich mich nach meinem Versuch einer 100-km-Wanderung Anfang April immer noch meine Schrittzähler-App im Handy aktiviert habe, so kann ich wunderbar nachvollziehen, wann ich wo war. Ja, alle Datensammler auch, ich weiß das. Und eigentlich wollte ich diese App schon längst deaktiviert haben, nicht aus Datenschutzgründen, sondern weil Teile meiner Persönlichkeit stark auf dieses Mess- und Zählding ansprechen und ich das nicht mag, das hat so was Zwanghaftes.

Also:
6.30 Uhr Aufstehen, Business as Usual. Um 7.40 Uhr sind alle, um die ich mich kümmern muss, aus dem Haus und auf dem Weg zu ihren jeweiligen Schulen

8.30 Uhr Auf in die Stadt. Halt, so komme ich doch viel zu früh! Andererseits, gestern dauerte der Weg in die Stadt zu einer anderen Verabredung deutlich länger als 40 Minuten und heute ist mein Weg etwas länger.

8.35 Uhr Jetzt aber los. Das mit Pünktlichkeit hat vielleicht auch etwas leicht Zwanghaftes

9.05 Uhr Viel zu früh an der Umsteigehaltestelle. Und jetzt? Hier 10 Minuten sitzenbleiben und lesen? Ach komm, das ist auch albern und hier ist es zu kalt. Bin ich halt zu früh am Treffpunkt, na und?!

9.15 Uhr HA, Mega-Idee, ich fahr einfach eine Station weiter und lauf zurück. Ist auch ein schöner Spaziergang, hier ist immer viel Neues zu sehen. Hier, gibt sogar Fotos!



9.28 Uhr Oh, jetzt wird es doch etwas knapp, Tempo verschärfen.

9.30 Uhr Ankunft am Treffpunkt. Handy-Check für die Uhrzeit. SMS des Kontakts: "Komme 2-5 Minuten später". Herrlich. Stimmt zum Glück, dauert keine Minute länger

Business-Frühstück, so lässt sich arbeiten!

11.00 Uhr Regen. Und ich hab anderthalb Stunden Zeit bis zum nächsten Termin. Heimfahren lohnt da natürlich nicht. Zum Glück hab ich gut geplant und die DVD dabei, die dringend in die Bücherhalle zurück muss. Ungesehen. Serienschauen, wenn sie gerade keinen Sendeplatz im normalen TV haben, liegt uns offenbar nicht. Also ab in die Bücherhalle. Einer meiner Lieblingsplätze!

12.10 Uhr Auf zum nächsten Termin. Immer noch Regen, also U-Bahn.

12.15 Uhr: Schon wieder zu früh. Zwanghaft, definitiv.

12.30 Uhr Treffen mit dem Business Lunch Termin. So lässt sich arbeiten.

14.00 Uhr Auf nach Hause. Auf dem Heimweg Visitenkarten drucken lassen. Da sie schon Montag benutzt werden sollen, ging Online Bestellen nicht mehr. Außerdem kann ich so mehr mitbestimmen, wegen völliger Unfähigkeit, mit Grafikprogrammen umzugehen (und ich kann sonst gut Computer!), ist das für mich sehr hilfreich

15:00 Uhr Zu Hause. Bisschen arbeiten, bevor die Kinder .. ach, heute ist alles anders, zwei Kinder unterwegs auf Außer-Haus-Terminen. Aber trotzdem bisschen arbeiten

17.00 Uhr Uh, müde. Bisschen hinlegen (hey, das ist normalerweise ein sehr gute gehütetes Geheimnis, das es nicht in den Blog schafft, Frequenz und Zeitpunkt von Mittagsschläfchen)

Abendbrot, am Computer rumhängen (nicht mehr ernsthaft Arbeit zu nennen), Kinder ins Bett, vor Computer und Fernseher abhängen (ja... ich weiß). Schönen Abend wünsche ich Euch!

Mittwoch, 3. Mai 2017

Das war quasi erst gestern - Frauenrechte

Hier in Hamburg war gerade Marathon-Zeit. Nur selten wurde dabei daran erinnert, dass man vor nicht allzu langer Zeit dachte, Frauen seien "biologisch" nicht fähig, so eine lange Strecke zu laufen. 1967 wollten die Veranstalter Kathrine Switzer von der Strecke des Boston Marathon drängen lassen, um zu verhindern, dass sie den Lauf beendet - man hatte vorher nicht bemerkt, dass sich, unerhört (!), eine Frau angemeldet hatte.

Frauenfußball in Deutschland war vom Deutschen Fußballbund 1955 verboten worden.

"Im DFB organisierte Vereine durften fortan weder Damenfußball-Abteilungen unterhalten noch ihre Sportplätze für Frauen bereitstellen. Schiedsrichtern war es ausdrücklich verboten, Begegnungen zu pfeifen." so der Spiegel. Erst 1970 wurde dieses Verbot aufgehoben.

Wenn eine Frau bis 1958 in der BRD den Führerschein machen wollte, brauchte sie dafür die Erlaubnis ihres Mannes oder Vaters - und auch ein Bankkonto durften sie erst ab 1962 ohne vorherige Einwilligung dieser "für sie verantwortlichen Männer" eröffnen.

Ja, ich werde älter und vielleicht erscheint das einigen der in den 90ern Geborenen weit weg - aber das ist erst eine, höchstens zwei Generationen her, natürlich hat das heute noch Auswirkungen.

Für einen verklärten Blick zurück à la "Früher war alles besser" gibt es zumindest für Frauen aus dieser Sicht keinen Grund.




Montag, 1. Mai 2017

Mathe macht mir Spaß

Und wer hätte gedacht, dass ich diesen Satz einmal schreibe. In meiner Schulzeit hätte ich auf jeden Fall heftig verneint, dass Mathe mir je Vergnügen bereiten könnte.

Aber Mathe mit meinen Kindern ist häufig wirklich ... schön. Welch eine Freude, als ich die Subtraktion im Abzugs- und im Ergänzungsverfahren verstanden habe. Welch ein Heureka-Moment, als ich verstand, weshalb man die kleine "1" unten dazuschreibt, obwohl man sie oben benutzt hat beim "ergänzen". Selbst der Stoff der siebten Klasse ist um Teil noch eine reine Freude (Dreisatz, Prozent, schlaue Abkürzungen, um das Ergebnis zu finden).

Noch schöner wäre freilich, wenn die Freude sich 1:1 auf die Kinder übertrüge. Oder wenn zweitens, gar nicht nötig wäre, dass ich das alles noch mal mit ihnen durchkaue. Weil sie es verstehen. Weil es im Unterricht gut erklärt wird. Weil eine Motivation entwickelt wird.

Da das nicht der Fall ist, ist mir klar, was für eine Glück meine Kinder haben, dass sie jemanden (sogar mehrere Menschen) in der Familie haben, die ihnen quasi innerfamiliäre Nachhilfe geben. Weil das Schulsystem das unausgesprochen voraussetzt. Wenn in der Schule keine Zeit ist, gründlich zu erklären, bis etwas verstanden wurde. Oder herauszufinden, was überhaupt verstanden wurde. Oder welche Hausaufgaben überhaupt gemacht wurden. Oder welche Klassenarbeiten überhaupt vom Schüler verbessert wurden.

Ach, was reg ich mich auf. Ja. Und so haben immer noch jene Schüler immense Vorteile, bei denen zu Hause alles noch mal durchgekaut werden kann. Und ich kann jeden Lehrer verstehen, der Kinder, die diese Ressource nicht zur Verfügung haben, NICHT fürs Gymnasium empfiehlt, obwohl die Noten genau denen entsprechen, die ein anderer Schüler hat, der aber eben jene zusätzliche Unterstützung hat, die das Leben an der weiterführenden Schule so viel einfacher macht. Oder Geld, das Nachhilfe kauft.

Ungerecht ist das natürlich.

Donnerstag, 27. April 2017

Besucht: Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg

Juchhu. Endlich. Kultur für die Kinder. Nehme ich mir seit Jahren vor. Zur Verdeutlichung: Als ich nur ein Kind hatte, sah ich mir die Kinderführungen in diversen Museen an und war etwas enttäuscht, wenn die erst ab vier Jahren waren (Übermutter Ich hätte gern schon dem Dreijährigen eine Prise Kutlur gegönnt). Und kaum hat man dann zwei, drei, also ganz viele Kinder, schon kommt man zu gar nichts mehr und der letzte Museumsbesuch (Altona, mit "Kinderolymp", empfehlenswert ab 6 Jahre, würde ich sagen) ist bestimmt schon an die drei Jahre her und war mit reichlich Fluchen über "nie wieder mit dem Auto" verbunden.

Nun also die Ausstellung Game Masters (leider seit dem 23. April vorbei), die mich schon seit Monaten anlachte, wann immer ich am Hauptbahnhof vorbei kam. Denn welches Museumsthema ist dankbarer für Kinder als Konsolen- und Arkaden-Spiele?

Tatsächlich wenige, würde ich sagen. Wir haben uns ganz behutsam auf den Weg gemacht und sind noch durch ein paar andere Räume gegangen, bevor wir im obersten Stock in der Games-Ausstellung landeten. Dabei stießen wir auf Schätze wie die Sammlung alter Instrumente und islamischer Kunst. Man ist ja schon froh, wenn man heutzutage auf mal auf eine Darstellung des Islam ohne jeglichen Bezug zu Gewalt und Islamismus stößt. Bester Fund dort: Comics von Tuffix

Bei den Game Masters dann schön Lärm und Dunkel wie in einer Spielhalle (nicht, dass wir damit viel Erfahrung hätten). Super Mario, yeah, was für eine Freude, wenn die Kinder im Museum mal was aus ihrer Lebenswelt wiedererkennen. Man konnte alle Spiele ausprobieren (während wir in den anderen Räumen immer sehr engmaschig von Museumsangestellten überwacht wurden. Verständlich, da meine Kinder dazu neigen, mit dem Finger auf Dinge zu zeigen, die sie spannend finden - mit sehr wenig Abstand zum Gegenstand).

Dann (für mich) der Höhepunkt: Die Arcade-Spiele-Sammlung. Und ohne, dass man Kleingeld einstecken musste. Allerdings habe selbst ich die Hoch-Zeit dieser Art Spiele wohl verpasst und meinen Kindern erschlossen sie sich auch nur, weil wir schon ein bis zwei Mal den Film "Ralf reicht's" geschaut hatten. Die erklärenden Tafeln neben den Spielen (wer, was, wann, welche bahnbrechenden Neuerungen steckten dahinter, die bald von allen anderen kopiert wurden) habe vermutlich hauptsächlich ich gelesen.

Aber schön war's doch. Es braucht nur wieder ein viertägiges Wochenende, damit ich wieder genügend Energie habe, um alle zu so einem kulturellen Hochgenuß zu schleppen. Wir sehen uns nächste Ostern!

Mittwoch, 26. April 2017

Nicht lang schnacken ...

An dieses inoffizielle Motto Norddeutschlands fühlte ich mich erinnert, als ich in der NZZ las, wie einfach es ist, über Dinge ewig rumzudenken, statt sie einfach mal in Angriff zu nehmen. Die besten Ideen kommen dem Schriftsteller beim Schreiben, der Unternehmer muss unternehmen, und nicht nur darüber nachdenken.

Der Autor Rolf Dobelli (ach guck, von dem hab ich doch schon Bücher gesehen) nennt es den "Punkt des maximalen Grübelns", ab dem das weitere Nachdenken keinen weiteren Erkenntnisgewinn mehr verspricht, sondern vermutlich eher Zaudern ist.

Das ist vermutlich der Ansporn, den ich gerade brauche. Wobei ich nicht versäumen möchte, das Loblied des Zauderns und Abwartens zu singen. Manchmal ist man einfach noch nicht so weit. Vielleicht gedanklich/intellektuell schon, aber gefühlsmäßig, seelisch noch lange nicht. Und dann kann abwarten eine absolut notwendige Option sein.

Aber manchmal natürlich auch nicht.

Nachtrag: Ach guck, der Link dazu kam aus dem Beifang bei Buddenbohms - Ehre, wem Ehre gebührt

Dienstag, 25. April 2017

Ikigai - das Leben im Gleichgewicht

Neu entdeckt (über Sprechblase): Das Konzept "Ikigai" (japanisch) für Freude am Leben, Lebenssinn, wofür es sich lohnt, morgens aufzustehen.

Hier ein deutsch beschriftetes Bild.



Quelle: http://dxnganodermakaffee.at/dxn/ikigai

Natürlich sehr idealisiert. Beim Blog Sprechblase sieht man noch mal, was angeblich an den Überschneidungen passiert, wo sich "nur" drei der Bereich treffen, aber nicht alle vier (auf Englisch). Bei der Schnittmenge zwischen Berif und Berufung also: "Gefühl der Leere" - weil ich es nicht unbedingt gern mache/liebe, was ich tue.

Fraglich ist natürlich, ob man diesen Idealzustand tatsächlich erreichen kann. Und ob man ihn erreichen "muss", um sich ausgefüllt zu fühlen. Vielleicht kann man es ja auch aufteilen und "Beruf" und "Mission" getrennt leben zum Beispiel.

Für mich auf jeden Fall gerade eine wertvolle Anregung.

Samstag, 22. April 2017

Was ist "Survivorship Bias"?

Das ist genau das, worüber ich neulich schrieb: Weshalb kaum Artikel erscheinen über all die erfolglosen Autoren, Musiker, Unternehmer. Und weshalb übersehen wird, wie groß das Risiko des "Scheiterns", oder zumindest des "keinen übermäßigen Erfolg"-Habens in Wirklichkeit ist.

Hier im Comic gut dargestellt: Würde man wirklich einem Lotto-Gewinner glauben, der sagt: "Du musst an Dich glauben. Du darfst einfach nie aufhören, Lose zu kaufen, und dann, eines Tages, gewinnst DU das große Los"? Hm, nee, von Wahrscheinlichkeitsrechnung haben die meisten dann doch schon mal gehört, da stimmt doch irgendwas nicht, kann man ja gar nicht beeinflussen, das Losglück.

Aber allen möglichen "Motivational Speakers", Ted(X)-Rednern und ähnlichen nehmen wir das ab? "Tu, was Du liebst, und Du wirst erfolgreich sein - denn mir ist es auch gelungen"?

Lieber noch mal nachdenken.

Freitag, 21. April 2017

Eine meiner Stärken

Neben der Superkraft, meine Bücherhallen-Kundennummer auswendig zu wissen (sehr wichtig, um problemlos online verlängern zu können) bin ich auch sehr gut darin, gute Bücher mir noch unbekannter Autoren aus dem Regal in der Bücherei zu fischen. Ein Grund, weshalb ich noch nicht (viel) elektronisch lese: Dort geht das nicht oder erheblich schwieriger als vor der physischen Bücherwand.

Mein letzter Fang:
"Capital" von John Lanchester ("Kapital" auf Deutsch). So toll geschrieben. So viele Hauptpersonen, ohne dass man durcheinander kommt! Kurz überlegt man: Wer war jetzt schon wieder dieser Parker und schon gibt der Autor einen dezenten Hinweis, und man ist wieder voll drin. Die volle Breitseite London wird hier gezeigt, mit den irrsinnigen Häuserpreisen und der Bankenkrise als Hintergrundgeschichte. Und es sind alle dabei: Schwarze, Weiße, Einwanderer, Ur-Engländer, Männer, Frauen. Ich bin sehr zufrieden mit diesem Griff. Und Herr Lanchester hat noch mehr Bücher geschrieben (und viele kluge Dinge über die Wirtschaftswissenschaften und das Finanzwesen), da hab ich also noch mehr, um gezielt zuzugreifen und mich drauf zu freuen.

Ach so: Wer das mit den Büchern nicht so gut kann wie ich :-), für den haben die Bücherhallen den "Libromat" entwickelt, ein Online-Tool, dass Dir Vorschläge macht. Sagt gern Bescheid, ob das was taugt.

Donnerstag, 20. April 2017

Und passend zum Thema "was ist mit der Jugend"

Als hätten sie mich gehört, hat Edition F einen Artikel veröffentlicht, der meinen Punkt vom letzten Mal unterstreicht: Eine immer größere Mehrheit von Alten macht das Leben für Kinder und junge Menschen schwieriger und für uns alle unlebendiger, starrer, konservativer.

Das ist ein Grund, weshalb es so schwierig ist, ausreichend Ressourcen dahin zu stecken, wo es am meisten Früchte tragen würde - an den Anfang des Lebens.

Wie sagt es Wolfgang Gründinger in dem Interview so schön:
"Deutschland ist ein Land, das längst vergangene Stadtschlösser wieder aufbaut und gleichzeitig Jugendclubs schließt; das über Nacht zig-milliardenschwere Rentenpakete schnürt, aber zugleich Förderprogramme für Kitas auf Eis legt, weil angeblich die Kassen leer sind; das Umgehungsstraßen baut, aber beim Ausbau von Glasfaser-Internet auf der Stelle tritt; dessen Schüler Latein und Altgriechisch lernen müssen, nicht aber Programmieren und Informatik; kurzum: das in der Vergangenheit schwelgt statt von der Zukunft zu träumen."

Dienstag, 18. April 2017

Für immer jung - wollen wir das?

Schon wieder die ZEIT: wissenschaftliche Fortschritte beim "Kampf" gegen das Altern. Also wir sollen immer älter werden können und dabei möglichst nicht so krank werden. Angeblich gibt's da grad ein paar vielversprechende Entwicklungen.

Das mag ja sein. Und niemand - auch ich nicht - sagt vermutlich von sich: Ich freu mich aufs Sterben. Oder: Ich will dann mal abtreten.

Aber die Konsequenzen ("bedenke das Ende"): Wollen wir das wirklich? Ist die Gesellschaft nicht schon alt genug? Es werden ja nicht mehr Kinder geboren, schon jetzt kommen viele nicht mehr mit der Lebendigkeit, der Geschwindigkeit, und ja, auch der Lautstärke von Kindern und jungen Leuten zurecht. Wie soll das erst werden, wenn die Älteren noch viel mehr in der Mehrheit sind? Und will ich das dann wirklich, im kollektiven Altersheim Deutschland sitzen, meinen Cappuccino im Sonnenschein schlürfen und "ts ts ts" machen, wenn ein paar Kids auf Inlinern vorbeirollern und dabei lautstark rumalbern?

Montag, 17. April 2017

Ein Artikel über einen Beinahe-Erfolg

"Der Beinahe-Bill-Gates" - mit dieser Überschrift hatte die ZEIT von letzter Woche mich schon. Fast egal, was dann im Artikel stand (tatsächlich ungefähr das, was die Überschrift versprach: Ein Software-Ingenieur, der immer nah dran war, aber eben mal NICHT die Über-Firma gründete und die Milliarden machte).

Und wie schön und erholsam das ist. Der Normalzustand. Natürlich nicht so spannend, wie man das in einem Zeitungsartikel erwartet. Aber eben das, was den meisten passiert. Das Leben verläuft - hauptsächlich normal. Man scheitert. Oder man hat einfach keinen übermäßigen Erfolg.

Selbst bei Künstlern hört man selten davon, denn natürlich wird eher über Adele, Rihanna, Lady Gaga berichtet, eben über die, die es "geschafft" haben. Man muss schon Musiker persönlich kennen, um die viel häufigere Story zu hören. Mit der Band eine Platte gemacht, sogar getourt - und dann aufgehört. Weil der Durchbruch nicht kam, und man von dem Nicht-Durchbruch irgendwann nicht mehr so richtig leben konnte. Und hin und wieder muss man sich klarmachen: Das ist der Normalfall.

Was nicht heißt, dass man es nicht versuchen sollte, wenn man meint, es steckt in einem. Aber in Perspektive setzen, wenn es nicht klappt, ist sicher nicht das ungesündeste.

Freitag, 7. April 2017

Buch "In der mittleren Ebene" von Jakubzik

In der ZEIT (2017, Nr.14) gab es ein Interview mit dem Autor Frank Jakubzik, der ein Buch über "Das Leben im mittleren Management" geschrieben hat. Spannend - denn viele Autoren gibt es nicht, die aus eigener Erfahrung erhellend aus dem "echten" Arbeitsleben als Angestellte/r schreiben können.

Laut Jakubzeit hat jeder Angestellte Aussteigerfantasien, aber keiner verwirklicht sie. Top-Fähigkeiten sind "Aushalten und Durchhalten".

In Vereine geht ja keiner mehr, da gäbe es ja ein Zugehörigkeitsgefühl. Heute geht man ins Fitness-Studio, ganz unverbindlich, jeder für sich.

"Unser einziger Lebenssinn soll die Arbeit sein, aber leider taugt sie gar nicht zur Selbstverwirklichung."

Jakubziks Traum von einem Ausweg: Ein Brotjob. Kann man das? Sich einen Job suchen, den abreißen, zu Hause nicht mehr dran denken und seine Selbstverwirklichung (Freunde, Projekte, Träume) in der Freizeit leben? Ich kenne einen, der das so macht. Einen einzigen. Von sehr vielen.

Erinnerungen kommen auf: Wie toll ich am Anfang diese Geschäftsflüge fand. Wie wichtig man sich nimmt. Bis man nach einer Weile merkt: Ist auch nur so ähnlich wie Busfahren. Sogar um einiges anstrengender und zeitraubender, aber wenn man erst mal in der Kiste sitzt, fühlt es sich so ähnlich an wie morgens in der S-Bahn. Auf Hin- und Rückflug sieht man dieselben Hanseln, die morgens zum Kunden und abends zurück müssen. Wie man selber. Man Hansel

In den Firmen stehen teurere Möbel als bei einem selber zu Hause. Mit Kunden geht man in bessere Restaurants als mit der Familie. Wenn sich das jemals ändert, ist man verloren. Dann hat man sich in der Business-Welt verloren und kann leider nie wieder zurück.

"Eine Beobachtung war, dass Geschäftsführer mittelständischer Unternehmen, die selbst noch Eigentümer sind, in einer ganz anderen Weise reden, mit viel mehr Überblick, mit viel mehr Spielraum, als ihn noch so hohe Hierarchen in einem Großkonzern haben." Genau das erlebe ich gerade. Eigentümer, die entscheiden. Manager, die nicht mal wirklich entscheiden können, wo sie im nächsten Quartal den Schwerpunkt ihrer Arbeit legen.

"Die mittlere Ebene geht vom Facility-Manager bis zum Vice-President. Darunter gibt es dann fast nur noch Ausgestoßene, mit denen überhaupt nicht mehr geredet wird, die nur noch auf Pfiff für Mindestlohn rangekarrt und wieder fallen gelassen werden. Und darüber gibt es irgendwelche Götter, über die ich Ihnen leider nichts sagen kann, da fehlt mir die Erfahrung. Vielleicht werden auf dieser Götterebene die Entscheidungen getroffen, keine Ahnung, in der mittleren Ebene tut’s ja niemand."

"Je mehr Detailfragen jemand stelle, desto sicherer könne man sein, dass er in der Sache nichts zu entscheiden habe."

Am Schluss sein Fazit, sein Traum, was er mit dem Buch erreichen will:
"Mein Ziel waren 30.000 Kündigungen in der Großindustrie."

Sonntag, 2. April 2017

Instrumente für Kinder - so wichtig. Und so schwierig

Ich habe heute ein wunderschönes Konzert erlebt. Meine Tochter lernt Geigespielen in der Jugendmusikschule Hamburg und macht bei einem Orchester mit, das ein großes Konzert mit und für Rolf Zuckowski (Held meiner Kindheit), die "Vogelhochzeit", gegeben hat. Toll. Tolle Musik und das sage ich ziemlich objektiv, ich hab auch schon Konzerte durchgestanden, die mehr auf die Elternliebe der Zuhörer gesetzt haben als auf die Schönheit der Musik. Gerade Streichinstrumente können ja gern mal zu "Katzenmusik" führen - das war heute überhaupt nicht der Fall!

Von daher: ganz großartig. Riesen-Einsatz der Jugendmusikschule, jede Menge Wochenendarbeit haben die auf sich genommen, die verschiedenen Orchester, Chöre und Tanzgruppen koordiniert, damit wir ein schönes Erlebnis hatten.

Natürlich hab ich hin und wieder gestöhnt, wenn wir mal wieder zur Probe ans andere Ende der Stadt fahren musste, aber hey, macht man halt. Alles gut. Kein Ding.

Außer, dass es eben doch ein Ding ist. Ja, ich hab das alles gemacht. Weil ich es kann. Weil wir ein Auto haben. Und Geld. Und Zeit. Und weil ich "weiß", dass Musik wichtig und gut für mein Kind ist.

Diese Möglichkeiten hat aber nicht jeder.

Es fängt an der Basis an:

  • Das Instrument

Gibt es in der Schule eines zum Leihen? Bei uns ja, aber nur in begrenzter Anzahl und auch nur Streichinstrumente, und auch nur, wenn man bereit war, seine finanziellen Verhältnisse offenzulegen.

Bei den Bläsern muss man selber kaufen oder mieten. Wobei wir dann gelernt haben, dass Mieten auf lange Sicht teurer ist als kaufen - aber auch das muss man sich ja erst mal leisten können. Das Saxophon zu mieten kostete im Vierteljahr 45 Euro. Plus Endreinigung, Versicherung, und natürlich Kaution, die man nach Rückgabe irgendwann ein halbes Jahr später zurückbekam. Wenn man mal eben auf 90 Euro verzichten kann, kein Problem. Sonst schon.


  • Der Untericht
Wird Unterricht in der Schule gegeben? Auf welchem Niveau? Kann das Kind dabei überhaupt Spaß am Musizieren bekommen oder wird externer Unterricht vorausgesetzt? Bei den Blasinstrumenten hat mein Kind in über einem Jahr Unterricht exakt vier Töne spielen gelernt. Beim Saxofon, was jetzt nicht das allerkomplizierteste Instrument ist. Im Ernst, beim Abschlusskonzert konnte sie bei "Frère Jacques" nur den ersten Teil spielen, der zweite Teil hatte ja Noten, die sie offiziell noch nicht konnte. Es gab Mitspieler, die durften auf der Bühne nur jeweils einen Ton von sich geben. Also etwa "C, C, C, C, C". Na klar ist das nicht allein Schuld der Lehrperson. Aber Spaß am Instrument wird so  nicht geweckt, das dürfte wohl jedem klar sein.

Wenn externer Unterricht genommen werden soll: Wo liegt die Musikschule? Kann das Kind sie allein erreichen oder müsste es gebracht werden (ist natürlich auch eine Altersfrage)? Wenn gebracht: Wer kann es bringen? Wie teuer ist der Unterricht? Gibt es Rabatt/die Möglichkeit, über Leistungen nach Bildungs- und Teilhabepaket teilzunehmen? Wird das offen und sofort kommuniziert? Wenn Orchesterteilnahme möglich ist: Wo und wann proben die Orchester, wie erreichbar sind die? Wir haben Glück, das Orchester meiner Tochter probt an ihrer eigenen Schule. Selbstverständlich ist das nicht, es gibt Orchestermitglieder, die aus Wilhelmsburg und anderen Stadtteilen extra anreisen. Außer ihr kommen nur zwei oder drei aus dieser Schule, alle anderen haben einen weiteren Weg.

  • Aufführungen und Konzerte
Und nun das Sahnestück. Das Kind darf die Früchte seiner Arbeit ernten, zeigen, was es gelernt hat. Und da wieder diese Fragen: Wo ist der Proben- und Aufführungsort? Von Harburg (unserem Wohnort) an den Mittelweg nach Pöseldorf ist es ziemlich weit. Wir haben Glück und haben Zeit und ein Auto. Ob ich den Weg auch mit Öffentlichen Verkehrsmitteln gemacht hätte? Ich will es hoffen, könnte es aber nicht beschwören. Vor allem, wenn die Probe fünf Stunden dauert und man aber aufgrund der Entfernung nicht mal eben zwischendurch wieder heimfahren kann. Fünf Stunden können selbst an der Alster seehr lang werden.

"Konzertkleidung schwarz" wurde vorgeschrieben. Natürlich sieht das toll und einheitlich aus, wenn alle die gleiche Farbe tragen. Aber schwarz? Bei Elfjährigen? Wir hatten mit Glück ein einziges schwarzes Oberteil schon im Schrank, eine Hose haben wir dann extra dafür gekauft. Ja genau, weil wir das Geld haben, was für ein Glück. Auch der Eintrittspreis von 7,50 Euro für die Begleitperson des Kindes hat uns nicht geschockt - aber wir müssen eben auch nicht von staatlichen Leistungen leben, bei denen solche Mehrausgaben nicht eingeplant sind. Welche Leute ich da treffe und ob ich mich am Konzertort überhaupt wohlfühlen kann oder mich nicht ganz zugehörig fühle - da kann ja sogar ich ein Lied von singen. So viele wohlgestylte Eltern, die alle, wie es sich gehört, schon vor Monaten die Konzertkarten für die gesamte Familie samt Oma, Opa und Tante gekauft hatten (und nicht so unorganisiert wie wir zwei Wochen vor Aufführung feststellten: Längst ausverkauft), da merke ich sofort, dass mein Pulli ein Loch hat und ich leider ungeschminkt bin.

Um nicht im Negativen zu enden, hat es mich sehr gefreut, dass Rolf Zuckowski offensichtlich und schon vor längerer Zeit zu ähnlichen Schlüssen gekommen ist, was die Zugänglichkeit von Musikunterricht in Deutschland angeht. Und deshalb hat er eine Stiftung gegründet. Kinder brauchen Musik. Denn meckern ist immer einfach, machen nicht. Danke, Rolf Zuckowski.

Donnerstag, 23. März 2017

Verjüngungskur

Gestern auf Konzert gewesen. Zum ersten Mal seit Ewigkeiten. Wahnsinnig drauf gefreut. War - schön. Aber die Vorfreude war schöner. Viele Menschen in meinem Alter dort. Vermutlich auch viele Menschen von meinem Naturell. Und deshalb eben keine exzessiven Party-People. Muss man irgendwann auch mal mit klarkommen.

Schön war, dass wir zu zweit dort waren und das Zusammensein genossen haben.

Und in der Nacht hab ich prompt von WG-Zeiten geträumt, gedanklich hat mich das Ganze also um Jahrzehnte verjüngt!

Mittwoch, 22. März 2017

Und noch mal Pflanzen-Content - aber nur ganz kurz, versprochen!

Leicht beschädigt bin ich von der beruflichen BWL-Vergangenheit ja schon. Merke, dass ich im Garten kurz darüber nachdenke, ob ich zu jeder Pflanze, jedem Busch, nicht vielleicht eine Kosten-Nutzen-Auswertung machen sollte.

Also z.B. Johannisbeerstrauch I:
Zeiteinsatz März: Unkraut jäten, Kompost aufbringen
April: Unkraut jäten, düngen
Mai: gießen
Juni: Unkraut jäten

Ergebnis: 10 immerhin rote Johannisbeeren. 15 haben die Vögel schon im grünen Stadium abgefressen.

Wie schön, dass ich dann ganz einfach meinen Stundenlohn in der Landwirtschaft ausrechnen kann, die 200g Beerenschale gibt es ab Mitte Juni am saisonalen Obststand nur 200m die Straße hinauf.

"Ist ja Hobby", sagt meine Mutter immer.

Dienstag, 21. März 2017

Start in die Gartensaison

Ich weiß. Sie haben vielleicht einen Balkon. Vielleicht nicht mal das. Und im Sommer seufzen Sie, dass es jetzt doch schön wäre, im Liegestuhl im Garten zu sitzen. Oder auch mal ein paar Erdbeeren zu pflanzen und zu pflücken.

Tja. Wir haben das. Und es ist, unbenommen, auch wirklich sehr schön. Außer dass die Erdbeeren bei uns letztes Jahr sehr wenige und dazu noch sehr sauer waren. Aber im Garten haben wir wirklich ein paar Mal gesessen. Gegrillt nicht so oft, weil am Wochenende ständig Regen war, Hamburg halt.

Aber bitte, vergessen Sie nicht: Jetzt ist die Zeit, wenn all die Gärtner wieder in ihre Gärtner kriechen. Ja, jetzt. Bei Wind und Kälte. Bei Kompost-Geruch und feuchter, kalter Erde, die sich bis durch die Gartenhandschuhe schiebt. Bei beginnender Nierenbeckenentzündung, weil Pulli und Jacke ständig über den gebeugten Rücken nach oben kriechen wollen. Genau, gebeugter Rücken, gebeugte Knie, immer so lange, wie sie gerade so bis zum Zittern durchhalten.

So. Danke fürs Zuhören beim ersten Gärtnerinnen-Mimimi des Jahres

Montag, 20. März 2017

Bin ich käuflich?

Oder wie sonst ist das zu erklären? Erst seit die olle Plastiktüte überall Extra-Geld kostet, schaffe ich es halbwegs regelmäßig, selber eine Tüte oder Tasche zum Einkaufen mitzunehmen.

Und sobald die Krankenkasse ein Vorsorgeprogramm für die Kinder mit Geld unterstützt, schaffe ich es sofort, die Zahnarzttermine abzumachen. 

Tja. Geldgieriger als gedacht, was?

Dienstag, 14. März 2017

Unterforderung

Aah, endlich wieder alle Mann zu Hause. Hier sind ja grad Ferien und einige Kinder waren wochen- oder nächteweise nicht da. Nur noch ein Kind in der Wohnung. Wir kennen das schon, es war aber trotzdem wieder sehr ungewohnt still.

Wir kommen total aus dem Rhythmus. Zeit für Wocheneinkauf, aber es ist noch gar nicht alles aufgegessen! Wäsche ist gewaschen und der olle Wäschekorb wird überhaupt nicht mehr voll. Kaum drei Maschinen kriegt man voll in der Woche!

Ich fühle mich unterfordert. Verstehe jetzt besser, weshalb man nach Auszug der Kinder erst mal wieder lernen muss, vernünftige Mengen zu kochen und einzukaufen.

Und jetzt bin ich froh, dass alle wieder da sind, das übliche Chaos herrscht - und ich mir keine Gedanken mehr darüber machen muss, weshalb hier trotz nahezu Kinderlosigkeit nicht das Haushaltsideal "Saubere und ordentliche Wohnung" ausgebrochen ist.

Dienstag, 7. März 2017

Rollentausch

So langsam, langsam, langsam vollziehen sich die Veränderungen, wenn die Kinder größer werden. Und plötzlich sitzt man gemeinsam im Bus. Sagt: "Oh Mist, ich hab gar kein Taschentuch dabei", und was passiert? Das Kind zieht eine halbvolle Packung aus seiner Tasche (die man ihm nicht mal unbedingt selber eingepackt hat) und gibt einem eins ab. Tja. So schön. Vor allem, wenn man an all die Rotznasen denkt, die man bis im Lauf der Jahre so abgewischt hat.

Dienstag, 28. Februar 2017

Von den Kleinsten lernen

Nächstes Mal, wenn ich mich mit dem Fahrrad hinpacke, pfeife ich auf Erwachsenenkonventionen.

Ich werde NICHT
- sofort wieder aufstehen, das Rad aufheben, so tun, als sei nichts gewesen
- allen, die freundlich fragen, ob alles in Ordnung sei, abwinken "nein, nein, alles klar"
- wie so eine Bekloppte alles wieder zurechtbiegen und mich schnellstmöglich wieder in den Sattel schwingen um weiterzufahren
- abends alle mir lieben Menschen anblaffen, wie schlecht meine Laune ist und darauf schimpfen, dass es in diesem Haushalt keine vernünftigen Fahrräder gibt mit funktionierender Beleuchtung und Bremsen am gewohnten Platz gibt. Und überhaupt, wieso nur ein Auto und das dann immer nicht da, wenn man es mal braucht!

Wobei gerade der Punkt "nicht sofort wieder aufsteigen und losfahren" natürlich schwierig ist, wenn man weiß, dass irgendwo in der Stadt ein Kind auf einen wartet.

Stattdessen werde ich mir ein Beispiel an den lieben Kleinen nehmen und erstmal lauthals losplärren. Oder zumindest mich erst mal hinsetzen und zu mir kommen bevor ich beginne, alles wieder in Ordnung zu bringen, damit nur ja keiner mehr was merkt. Da steht man ja doch ein wenig unter Schock und es hätte auch eine andere Verletzung als die kleine Schürfwunde am Knie sein können. Ich hätte direkt hinterher jedenfalls nicht sagen können, ob es schlimm wehtut oder nur ein bisschen.

Auf jeden Fall hilfreich, alles Gefühle gleich und ausreichend rauszulassen (wobei natürlich schön wäre, wenn ein tröstender Mensch dabei ist), das ist schon gar nicht so verkehrt, was die Knirpse da machen. Deshalb müssen die nämlich später am Abend nicht erst rumtoben und aufgestaute Wut rauslassen. Na ja, meistens jedenfalls nicht.

Donnerstag, 23. Februar 2017

Ich bin die lebende Snooze-Funktion

Beim Wecken meiner Kinder zumindest bin ich der personifizierte Wecker, der nach ein paar Minuten wiederkommt - und wiederkommt - und wiederkommt, bis das Kind dann aufsteht. Hoffentlich in halbwegs annehmbarer Laune.

Hat eine Weile gedauert, bis ich, Aufsteherin mit dem ersten Weckerklingeln, mich mit dieser Rolle anfreunden konnte. Aber das ist eben einer der Punkte, an dem man akzeptieren muss, dass Kinder Personen mit eigenen Gewohnheiten und Marotten sind. Und eben nicht alle nach dem ersten Anticken wie ferngesteuert aufstehen.

Da war es wie ein Erweckungserlebnis, dass ich nicht wie eine Megäre schimpfend am Bett sitzenbleiben muss, bis das Kind endlich aufsteht. Nein. Einfach weggehen, was sinnvolles in der Küche erledigen (Brote schmieren oder so), wieder zurückgehen. Vielleicht noch mal wiederholen. Also genügend Zeit einplanen. Aber an den meisten Tagen werde ich durch morgendliche Schrei-Freiheit belohnt. Und das ist es mir absolut wert!