Kinder sind wahre Konservative. Alles soll so bleiben, wie es ist. Vermutlich keine bahnbrechende Neuigkeit für Säuglings-Eltern, die mal versucht haben, den Mittagsschlaf ihrer Kinder ausfallen zu lassen. Das hört aber auch später nicht auf.
Gerade mögen meine Kinder es nicht, dass sich an den elterlichen Arbeitszeiten etwas ändert. Dass Papa seit einigen Monaten mehr und vermehrt außer Haus arbeitet, haben sie ohne größere Reaktion hingenommen (bilde ich mir ein). Da war ja auch Mama, die das zeitlich größtenteils auffangen konnte, weil sie zeitgleich eher weniger außer Haus gearbeitet hat.
Aber jetzt, wo sich das ändert, da gehen die Diskussionen los. "Wieso bist Du dann nicht zu Hause?", "Warum muss ich in die Nachmittagsbetreuung und die anderen nicht?", "Weshalb steht bei uns mittags kein gekochtes Essen auf dem Tisch?"
Tja, wieso, weshalb, warum? Da kommt mir der Artikel von Patricia Cammarata (das Nuf) ganz recht, zum Thema Veränderungen und weshalb die Welt nicht mehr so ist wie in Westdeutschland in den 80er Jahren:
"Ja. Das ist scheißanstrengend. Finde ich auch. Aber so ist das jetzt.
Damals™ ist vorbei.", so ihre Schlussworte, die auch bei uns passen.
Und aus ähnlichen Gründen. Veränderungen sind anstrengend, auch für Kinder. Wenn zudem das Neue nicht unbedingt und sofort ersichtlich besser ist. Geldmangel war für sie nicht spürbar, ob Mutter zufriedener oder unzufrieder ist mit Arbeit, zeigt sich erst auf längere Sicht und nicht sofort, immer und gleich.
Hinzu kommt noch, wie gut oder schlecht die Alternative ist. Und da hätten wir durchaus noch Luft nach oben.
Ja, Nachmittagsbetreuung in der Schule, ich rede über Dich! Während die Grundschulen hier in Hamburg die Herausforderung zum großen Teil inzwischen angenommen haben ("Ok, Ganztag, das ist jetzt so und geht wohl auch nicht mehr weg, also versuchen wir wenigstens, was pädagogisch Sinnvolles daraus zu machen, was den Kindern nützt und Spaß macht"), scheinen die weiterführenden Schulen immer noch auf dem Standpunkt zu stehen: "Je unattraktiver wir das Nachmittagsangebot machen, desto weniger Kinder nutzen das, desto weniger Aufwand haben wir, hurra! Stellen wir dafür also günstige Honorarkräfte und/oder Studierende ein. Am besten geben wir denen keine Mittel oder Raumschlüssel in die Hand, damit sie gar nicht erst auf die Idee kommen, spannende Sachen mit den Kindern zu machen."
Ich hoffe sehr, dass sich das mit dem vermehrten Zustrom von ganztagsverwöhnten Eltern und ihren Kindern bessert. Schließlich haben die Eltern ihre Lebensplanung unter der Prämisse gemacht, auch weiter nachmittags gut versorgte Kinder zu haben, so wie sie es aus Kita- und Grundschulzeiten gewohnt sind. Und sehen jetzt nicht unbedingt ein, beruflich wieder kürzerzutreten, um das Kind davon abzuhalten, den Nachmittag allein zu Haus vor dem Handy zu verbringen und mit ihm um die Erledigung der Hausaufgaben zu streiten.
Ansonsten bleibt wohl nur: Aktiv werden. Dieses Ding mit Elternabenden, worüber man in letzter Zeit wieder soviel liest. aktiv werden, Elternvertreter werden oder sie zumindest mit Themen und Argumenten versorgen. Damit Nachmittagsbetreuung (oder Ganztagsschule) von den Schulen als Chance, und nicht als Last, genutzt wird
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Donnerstag, 15. September 2016
Montag, 25. Juli 2016
Wie sich Normalität durch Gesetze verändert
In meine fruchtbare Zeit fiel die Änderung von Erziehungsgeld zu Elterngeld. Bei den ersten zwei Kindern gab es zu Zeiten des Erziehungsgeldes aufgrund von zu hohem Familieneinkommen fast nichts.
Immerhin hieß die Zeit, die man hauptsächlich mit der Betreuung seiner Kinder verbrachte, schon damals "Elternzeit" und nicht mehr "Erziehungsurlaub" - wie noch bis 2001. Da ich bei beiden Kindern früh wieder arbeiten ging und das Familieneinkommen über 30.000 EUR lag, hatte sich das geldmäßig für uns nicht gelohnt. Es brachte aber die Sicherheit, bis zu drei Jahre nicht gekündigt werden zu können.
Dieses Recht gab es ab 1986 und damit war als "normal" festgelegt, dass das Kind die ersten drei Jahre, meist mit der Mutter, zu Hause blieb. Danach Kindergarten. Entsprechend sah die Zahl der Kita-Plätze für Unter-Dreijährige aus, zumindest in Ex-Westdeutschland.
Mein Glück war, schon ab dem ersten Kind im Bundesland mit den meisten Krippenplätzen im Westen zu wohnen - Hamburg. Hier gab es zumindest für knapp 30% der Kinder unter 3 Plätze. Aber doch eher die größeren Unter-Dreijährigen, unter einen Jahr war wirklich die große Ausnahme.
Was sich auch durch das geltende Gesetz erklärt: Erziehungsgeld gab es maximal zwei Jahre. Bei einem eher niedrigen Familieneinkommen war das durchaus ein Grund, weshalb im dritten Lebensjahr des Kindes dann beide Elternteile wieder arbeiten gingen. Und ein Kritikpunkt am ursprünglichen Elterngeld: Fördert vor allem Gutverdiener, während Erziehungsgeld explizit für niedrigere Einkommensgruppen geschaffen wurde. Und bot ursprünglich nichts im zweiten Lebensjahr des Kindes, während Erziehungsgeld immerhin zwei Jahre lang 300 Euro monatlich waren.
Zu Zeiten als meine Mutter noch jung und berufstätig war, war es wohl so, dass die Mütter entweder direkt nach dem Mutterschutz (= acht Wochen nach Geburt!) zurückkamen an den Arbeitsplatz - oder eben nicht mehr. "Und dann saßen die da und haben ihre Babys vermisst", so erzählt sie von der Arbeitsstelle. Rückkehr dann natürlich in Vollzeit, denn Recht auf Teilzeit kam mit dem Bundeserziehungsgeldgesetz, also seit 1986 - bzw. für alle Arbeitnehmer, unabhängig davon, ob Eltern oder nicht, seit 2001 und dem Gesetz zu Teilzeit und Befristung.
Entsprechend war bei meinen ersten beiden Kindern halbtags die Norm bei der Kindertagesbetreuung. Bei meinen 35 Stunden Arbeit pro Woche musste das Kind oft bis Kita-Ende in der Betreuung bleiben. Und war da oft der letzte, der abgeholt wurde. Natürlich wirkt das normierend, wie man zum Beispiel die Arbeits- und Betreuungszeiten beim zweiten Kind plant.
Inzwischen gibt es eine neue Normalität, das durfte ich miterleben, weil wir ja noch ein drittes Kind hinterherschieben mussten, das in die Zeit des Elterngeldes, also ab 2007, fällt: Ab 1 Jahr arbeiten alle (ok, viele, aber hier in der Großstadt wohl schon die Mehrheit) wieder. Stellen das so wenig in Frage, dass sie zum Teil sogar am 1. Geburtstag ihres Kindes den ersten Arbeitstag machen und nicht Geburtstag feiern können. Als ob es ein Gesetz gäbe, das sagt: Genau 1 Jahr und keinen Tag mehr.
Klar, der 1 Tag oder die zwei Wochen oder wie viel man sich gönnt, sind unbezahlt. Aber hey, hört mal. 1 Tag, damit ihr den Geburtstag des Kindes feiern könnt? Vielleicht noch einen zweiten, um aufzuräumen und sich zu erholen. Das sollte doch bei den meisten drin sein.
Wie viele Stunden die Kinder inzwischen durchschnittlich täglich betreut werden? "Spätdienst" klingt immer noch ein bisschen nach "außergewöhnlich" (und nicht so beliebt im Kindergarten). Spätdienst beginnt in Kita und Schule hier (Hamburg) ab 16.00 Uhr. Nicht so richtig spät für Berufstätige im Büro. Laut Destatis werden die Kleinen schon recht viele Stunden täglich/wöchentlich betreut, nämlich 38 Stunden. Das könnte für die Eltern eine gute Teilzeitstelle plus Wegezeiten sein. Eine andere mögliche Option: Einer bringt das Kind, arbeitet dafür lange, der andere holt ab, arbeitet dafür schon früher.
Ob das jetzt insgesamt gut oder schlecht ist, das will ich hier gar nicht beurteilen (wer könnte das schon). Aber dass das Gesetz zum Elterngeld und zum Betreuungsausbau hier die Realität verändert hat, ist wohl unverkennbar.
Immerhin hieß die Zeit, die man hauptsächlich mit der Betreuung seiner Kinder verbrachte, schon damals "Elternzeit" und nicht mehr "Erziehungsurlaub" - wie noch bis 2001. Da ich bei beiden Kindern früh wieder arbeiten ging und das Familieneinkommen über 30.000 EUR lag, hatte sich das geldmäßig für uns nicht gelohnt. Es brachte aber die Sicherheit, bis zu drei Jahre nicht gekündigt werden zu können.
Dieses Recht gab es ab 1986 und damit war als "normal" festgelegt, dass das Kind die ersten drei Jahre, meist mit der Mutter, zu Hause blieb. Danach Kindergarten. Entsprechend sah die Zahl der Kita-Plätze für Unter-Dreijährige aus, zumindest in Ex-Westdeutschland.
Mein Glück war, schon ab dem ersten Kind im Bundesland mit den meisten Krippenplätzen im Westen zu wohnen - Hamburg. Hier gab es zumindest für knapp 30% der Kinder unter 3 Plätze. Aber doch eher die größeren Unter-Dreijährigen, unter einen Jahr war wirklich die große Ausnahme.
Was sich auch durch das geltende Gesetz erklärt: Erziehungsgeld gab es maximal zwei Jahre. Bei einem eher niedrigen Familieneinkommen war das durchaus ein Grund, weshalb im dritten Lebensjahr des Kindes dann beide Elternteile wieder arbeiten gingen. Und ein Kritikpunkt am ursprünglichen Elterngeld: Fördert vor allem Gutverdiener, während Erziehungsgeld explizit für niedrigere Einkommensgruppen geschaffen wurde. Und bot ursprünglich nichts im zweiten Lebensjahr des Kindes, während Erziehungsgeld immerhin zwei Jahre lang 300 Euro monatlich waren.
Zu Zeiten als meine Mutter noch jung und berufstätig war, war es wohl so, dass die Mütter entweder direkt nach dem Mutterschutz (= acht Wochen nach Geburt!) zurückkamen an den Arbeitsplatz - oder eben nicht mehr. "Und dann saßen die da und haben ihre Babys vermisst", so erzählt sie von der Arbeitsstelle. Rückkehr dann natürlich in Vollzeit, denn Recht auf Teilzeit kam mit dem Bundeserziehungsgeldgesetz, also seit 1986 - bzw. für alle Arbeitnehmer, unabhängig davon, ob Eltern oder nicht, seit 2001 und dem Gesetz zu Teilzeit und Befristung.
Entsprechend war bei meinen ersten beiden Kindern halbtags die Norm bei der Kindertagesbetreuung. Bei meinen 35 Stunden Arbeit pro Woche musste das Kind oft bis Kita-Ende in der Betreuung bleiben. Und war da oft der letzte, der abgeholt wurde. Natürlich wirkt das normierend, wie man zum Beispiel die Arbeits- und Betreuungszeiten beim zweiten Kind plant.
Inzwischen gibt es eine neue Normalität, das durfte ich miterleben, weil wir ja noch ein drittes Kind hinterherschieben mussten, das in die Zeit des Elterngeldes, also ab 2007, fällt: Ab 1 Jahr arbeiten alle (ok, viele, aber hier in der Großstadt wohl schon die Mehrheit) wieder. Stellen das so wenig in Frage, dass sie zum Teil sogar am 1. Geburtstag ihres Kindes den ersten Arbeitstag machen und nicht Geburtstag feiern können. Als ob es ein Gesetz gäbe, das sagt: Genau 1 Jahr und keinen Tag mehr.
Klar, der 1 Tag oder die zwei Wochen oder wie viel man sich gönnt, sind unbezahlt. Aber hey, hört mal. 1 Tag, damit ihr den Geburtstag des Kindes feiern könnt? Vielleicht noch einen zweiten, um aufzuräumen und sich zu erholen. Das sollte doch bei den meisten drin sein.
Wie viele Stunden die Kinder inzwischen durchschnittlich täglich betreut werden? "Spätdienst" klingt immer noch ein bisschen nach "außergewöhnlich" (und nicht so beliebt im Kindergarten). Spätdienst beginnt in Kita und Schule hier (Hamburg) ab 16.00 Uhr. Nicht so richtig spät für Berufstätige im Büro. Laut Destatis werden die Kleinen schon recht viele Stunden täglich/wöchentlich betreut, nämlich 38 Stunden. Das könnte für die Eltern eine gute Teilzeitstelle plus Wegezeiten sein. Eine andere mögliche Option: Einer bringt das Kind, arbeitet dafür lange, der andere holt ab, arbeitet dafür schon früher.
Ob das jetzt insgesamt gut oder schlecht ist, das will ich hier gar nicht beurteilen (wer könnte das schon). Aber dass das Gesetz zum Elterngeld und zum Betreuungsausbau hier die Realität verändert hat, ist wohl unverkennbar.
Freitag, 8. Juli 2016
Es gibt keine Kur gegen Überarbeitung - außer weniger zu arbeiten
Brillant zusammengefasst auf theconversation.com
Ich war ja mal an dem Punkt, an dem ich ernsthaft überlegte, ob ich den Weg zur Arbeit zum Joggen nutzen sollte - man kommt ja sonst zu nichts und an der Arbeit gab es Duschen.
Glücklicherweise kam mir dann selber der Gedanke, wie sehr ich die Zeit in der Bahn genieße zum Lesen und Rum-Nichts-Tun.
Es mag andere Menschen geben, zu deren Leben das passen würde. Aber Selbsterkenntnis ist durchaus ein wichtiger Wert und wenn man weiß, wie viel man aushält und wie viel Schlaf man im Durchschnitt benötigt (und dass dieser Wert von Mensch zu Mensch stark variiert), dann ist schon eine ganze Menge gewonnen!
Ich war ja mal an dem Punkt, an dem ich ernsthaft überlegte, ob ich den Weg zur Arbeit zum Joggen nutzen sollte - man kommt ja sonst zu nichts und an der Arbeit gab es Duschen.
Glücklicherweise kam mir dann selber der Gedanke, wie sehr ich die Zeit in der Bahn genieße zum Lesen und Rum-Nichts-Tun.
Es mag andere Menschen geben, zu deren Leben das passen würde. Aber Selbsterkenntnis ist durchaus ein wichtiger Wert und wenn man weiß, wie viel man aushält und wie viel Schlaf man im Durchschnitt benötigt (und dass dieser Wert von Mensch zu Mensch stark variiert), dann ist schon eine ganze Menge gewonnen!
Mittwoch, 27. Januar 2016
Alles ganz traditionell?
Die Nido schreibt über Frauen als Zuverdienerinnen. So sehen sich offensichtlich viele Frauen - vor allem in Westdeutschland. Online ist das Interview etwas kürzer - in der Druckausgabe geht es noch ein Stück weiter und da steht dann auch, dass, je länger ein Paar Eltern ist, desto mehr orientiert es sich wieder an den traditionellen Rollen, also er Verdiener, sie Kümmerer (vulgo: Hausfrau und Mutter in fast Vollzeit).
Bäm. Das saß. Wir sind ja nicht so traditionell aufgestellt in unserer Ehe - zumindest bestätigen mir das meine Freundinnen. Mein Mann und ich teilen uns die Familienarbeit extrem gut auf. Und das bei mir, die ich so Angst vor einem Haushaltsmacho hatte. Als wir zusammenzogen, wollte ich einen Putzplan machen. Ausgelacht hat er mich dafür. Und was soll ich sagen: mit Recht! Weil es extrem gut klappt, dass jeder seinen Teil tut. Der einzige Punkt, der ab und an zu Diskussionen führt ist, ob es wichtiger ist, aufzuräumen, damit man hinterher putzen kann oder erst mal zu putzen, weil es sonst eklig wird.
Trotzdem trifft der Text mich. Denn ich stelle fest, dass ich in letzter Zeit so etwas wie Freude am Kochen finde. Und lieber abends schnell eine Suppe mache, statt auf die Pommes zu warten, die mein Mann alternativ in den Ofen wirft, wenn mal keine Zeit ist, aber den ganzen Tag über noch nichts Warmes auf dem Tisch stand. Dass ich morgens alle Kinder meist allein für die Schule fertig mache und abends auch immer öfter mit allen dreien wiederfinde - wahrscheinlich, weil es inzwischen einfacher geworden ist mit der Kleinsten. Seit dem neuen Job arbeite und verdiene ich auch weniger. Also alles ganz traditionell? Eine Übergangsphase? Selbstgewählt, mir doch egal, was die Statistik sagt?
Bäm. Das saß. Wir sind ja nicht so traditionell aufgestellt in unserer Ehe - zumindest bestätigen mir das meine Freundinnen. Mein Mann und ich teilen uns die Familienarbeit extrem gut auf. Und das bei mir, die ich so Angst vor einem Haushaltsmacho hatte. Als wir zusammenzogen, wollte ich einen Putzplan machen. Ausgelacht hat er mich dafür. Und was soll ich sagen: mit Recht! Weil es extrem gut klappt, dass jeder seinen Teil tut. Der einzige Punkt, der ab und an zu Diskussionen führt ist, ob es wichtiger ist, aufzuräumen, damit man hinterher putzen kann oder erst mal zu putzen, weil es sonst eklig wird.
Trotzdem trifft der Text mich. Denn ich stelle fest, dass ich in letzter Zeit so etwas wie Freude am Kochen finde. Und lieber abends schnell eine Suppe mache, statt auf die Pommes zu warten, die mein Mann alternativ in den Ofen wirft, wenn mal keine Zeit ist, aber den ganzen Tag über noch nichts Warmes auf dem Tisch stand. Dass ich morgens alle Kinder meist allein für die Schule fertig mache und abends auch immer öfter mit allen dreien wiederfinde - wahrscheinlich, weil es inzwischen einfacher geworden ist mit der Kleinsten. Seit dem neuen Job arbeite und verdiene ich auch weniger. Also alles ganz traditionell? Eine Übergangsphase? Selbstgewählt, mir doch egal, was die Statistik sagt?
Montag, 25. Januar 2016
Un-pädagogisch kochen
Habe hier ja schon groß getönt (find es grad nicht wieder), wie pädagogisch wertvoll ich das doch mit dem Backen oft hinkriege. Also, in nicht geschwollen ausgedrückt: Die Kinder dürfen mitmachen. Und lernen manchmal sogar etwas dabei, so was wie "Abwiegen" oder "Eier zerschlagen" - wenn man Glück hat, landet das Ei dann auch in der Schüssel.
Unpädagogisch geht aber auch ganz großartig. Wenn das Kind beim Kochen den Stuhl ranschiebt (natürlich MITTEN in den Weg, so dass man weder an Herd noch Arbeitsplatte rankommt und mitmachen will ... dann kann man auch einfach mal kurz fauchen: "Nein, lass das, mach was anderes, das stört mich gerade!" War halt ein langer Arbeitstag. Und wenn man Glück hat, lässt sich das Kind danach mit dem Suchlauf des Radios ablenken. Und keiner ist gestorben an Unpädagogik, das Kind war nicht mal eine Minute unglücklich und hatte dann andere Beschäftigung gefunden.
Unpädagogisch geht aber auch ganz großartig. Wenn das Kind beim Kochen den Stuhl ranschiebt (natürlich MITTEN in den Weg, so dass man weder an Herd noch Arbeitsplatte rankommt und mitmachen will ... dann kann man auch einfach mal kurz fauchen: "Nein, lass das, mach was anderes, das stört mich gerade!" War halt ein langer Arbeitstag. Und wenn man Glück hat, lässt sich das Kind danach mit dem Suchlauf des Radios ablenken. Und keiner ist gestorben an Unpädagogik, das Kind war nicht mal eine Minute unglücklich und hatte dann andere Beschäftigung gefunden.
Sonntag, 2. August 2015
Zölibat für Wirtschaftslenker
Zölibat ausweiten! Nicht abschaffen. Nein. Wenn der ursprüngliche Gedanke dahinter ist, dass sich ein Priester, ein von Gott Berufener, seiner Berufung nur voll und ganz widmen kann, wenn er nicht von einer Familie abgelenkt wird - dann sollten wir diesen Gedanken weiterspinnen.
Es ist eine absolut überlegenswerte Lebensform für diejenigen, die so sehr für ihren Beruf "brennen". Es gibt dann diejenigen, die sich ganz ihrer Arbeit widmen. Unabgelenkt von Familie und ähnlichem Kleinkram. Gönnen wir ihnen auch noch jemanden zum Haushalt-Führen.
Und unsereins muss sich keine Gedanken mehr darum machen, weshalb diese ganze "Vereinbarkeit" von Familie und Job so schlecht klappt. Keiner verlangt das von einem. Entweder entscheidet man sich für diesen "Brennen"-Karrieretrack, dann aber ohne Familie, die man ja sowieso so gut wie gar nicht sehen würde. Oder eben den ganz normalen Job, der sich dann aber ohne Probleme zeitlich verkürzen ließe, so dass auch das normale Leben zu seinem Recht käme. Und nicht dieser unheilvolle Anspruch, es ließe sich alles in einem Leben und möglichst auch noch gleichzeitig schaffen!
Es ist eine absolut überlegenswerte Lebensform für diejenigen, die so sehr für ihren Beruf "brennen". Es gibt dann diejenigen, die sich ganz ihrer Arbeit widmen. Unabgelenkt von Familie und ähnlichem Kleinkram. Gönnen wir ihnen auch noch jemanden zum Haushalt-Führen.
Und unsereins muss sich keine Gedanken mehr darum machen, weshalb diese ganze "Vereinbarkeit" von Familie und Job so schlecht klappt. Keiner verlangt das von einem. Entweder entscheidet man sich für diesen "Brennen"-Karrieretrack, dann aber ohne Familie, die man ja sowieso so gut wie gar nicht sehen würde. Oder eben den ganz normalen Job, der sich dann aber ohne Probleme zeitlich verkürzen ließe, so dass auch das normale Leben zu seinem Recht käme. Und nicht dieser unheilvolle Anspruch, es ließe sich alles in einem Leben und möglichst auch noch gleichzeitig schaffen!
Donnerstag, 4. Dezember 2014
Wie schaffen das die anderen - Abgeordnete im Bundestag
Auch Bundestagsmitglieder haben Kinder. Väter und Mütter. Die Zeit hat 2011 mal einige Mütter gefragt, wie sie ihre meist mehr-als-Vollzeit Tätigkeit als Abgeordnete mit dem Familienleben vereinbaren.
Wie bei jedem Job, der 40 oder mehr Wochenarbeitsstunden erfordert, ist das natürlich nicht ganz einfach, dank der finanziellen Ausstattung aber organisatorisch zu bewältigen. Die Gefühle sind eine andere Sache - aber wie einige der Damen auch sagen: Die Väter fragt man ja auch nicht danach. Und die müssen auch damit leben, dass später ein Kind sich die Verletzungen in der Kindheit durch den abwesenden Vater von der Seele schreibt (siehe Helmut Kohls Sohn mit dem Buch: Leben oder gelebt werden).
Während ich bei den meisten Jobs nicht verstehen kann wenn es heißt, dass sie in Teilzeit nicht zu machen sind, finde ich es beim Bundestagsabgeordneten schwierig zu sagen: Geht doch auch in Teilzeit. Schließlich werden sie voll und ganz gewählt.
Andererseits kann man als Abgeordneter nebenbei Geschäftsführer sein. Oder Anwalt und nebenbei Aufsichtsrat von sechs Unternehmen. Wer das organisiert kriegt, der kriegt auch Familie hin.
Wie bei jedem Job, der 40 oder mehr Wochenarbeitsstunden erfordert, ist das natürlich nicht ganz einfach, dank der finanziellen Ausstattung aber organisatorisch zu bewältigen. Die Gefühle sind eine andere Sache - aber wie einige der Damen auch sagen: Die Väter fragt man ja auch nicht danach. Und die müssen auch damit leben, dass später ein Kind sich die Verletzungen in der Kindheit durch den abwesenden Vater von der Seele schreibt (siehe Helmut Kohls Sohn mit dem Buch: Leben oder gelebt werden).
Während ich bei den meisten Jobs nicht verstehen kann wenn es heißt, dass sie in Teilzeit nicht zu machen sind, finde ich es beim Bundestagsabgeordneten schwierig zu sagen: Geht doch auch in Teilzeit. Schließlich werden sie voll und ganz gewählt.
Andererseits kann man als Abgeordneter nebenbei Geschäftsführer sein. Oder Anwalt und nebenbei Aufsichtsrat von sechs Unternehmen. Wer das organisiert kriegt, der kriegt auch Familie hin.
Samstag, 29. November 2014
Studie aus GB: Arbeitende Eltern tun den Kindern gut
Studien, Studien, langsam kann ich sie selber nicht mehr sehen. Diese hier, noch von 2011, kommt mal wieder zu dem Ergebnis, dass Berufstätigkeit der Mutter den Kinder nicht schadet und einigen sogar nutzt. Nach Berufstätigkeit des Vaters wird anscheinend nicht mal gefragt, auch ein interessanter Befund. Ich weiß, es gibt auch Studien, die anderes hergeben. Aber nichts dramatisch anderes. Und so halte ich es mit dem schönen Satz, dessen Quelle ich nicht mehr weiß: Wenn Berufstätigkeit der Mutter den Kindern eindeutig schaden würde, dann wüssten wir das. Denn es wurde so viel danach gesucht und geforscht, das wäre nicht unbemerkt geblieben. Eben!
Freitag, 14. November 2014
Kind und Karriere - eine Blogparade
Xing, die deutsche Plattform für berufliche Kontakte im Internet, hat eine Blogparade zum Thema Kinder und Karriere gestartet.
Das Thema ist sehr umfassend, ich möchte gern meine Reise zu meinem heutigen Standpunkt beschreiben.
Beim ersten Kind: geprägt von dem, was man (bzw. hier mal frau) so liest und mit dem Willen, es allen (und vor allem dem Arbeitgeber) recht zu machen. Wieso? So bin ich halt. Klar will ich schnell wieder zurück an die Arbeit. Hab doch nur ein Kind bekommen, was soll mich daran hindern? Ja, naiv ist natürlich das richtige Wort, aber auch verständlich, denn die wenigsten Kinderlosen haben so viel Kontakt zu Eltern, dass sie halbwegs realistisch einschätzen könnten, was da auf sie zukommt.
Naiv auch mein Gedanke: Ich komme mit 35 Stunden/Woche zurück. Denn 40 Stunden arbeite ich dann eh, aber ein 40-Stunden-Vertrag wär ja unfair (wirklich so hab ich gedacht!) gegenüber den Kollegen, die 40-Stunden-Verträge haben, aber in Wirklichkeit 45 bis 50 Stunden arbeiten.
Liebe Mütter: Macht das nicht. Das ist albern. Der Arbeitsvertrag sollte die Arbeitswirklichkeit abdecken, das ist heute meine Meinung dazu. Der Arbeitgeber ist so mächtig, wie Ihr ihn werden lasst, also füttert das Biest nicht auch noch freiwillig.
An sich war es für mich aber gut, schnell wieder zu arbeiten, von der Umstellung auf das Leben mit einem Säugling war ich völlig geschafft und froh, wieder an einen Arbeitsplatz mit klar definierten Leistungserwartungen zurückkehren zu können.
Ach so: Und Home-Office ist nicht für jeden etwas. Ich zum Beispiel brauche dringend den Kontakt und Austausch mit den Kollegen. Bei mehr als vier Stunden Home-Office am Stück muss ich mich sehr anstrengen, produktiv zu bleiben. Und Home-Office hat den Nachteil, dass man vom Chef weniger gesehen wird. Und was das heißt, könnt Ihr Euch selber ausmalen.
Auch beim zweiten Kind handhabte ich das ähnlich, wenn auch von der Stundenzahl etwas realistischer, mit 30 Stunden.
Zwischenzeitlich, nachdem die Elternzeit und damit einhergehende Teilzeit vorbei war, arbeitete ich sogar wieder mit einer regulären 40-Stunden-Woche. Das geht. Man sieht die Kinder aber nur noch zum Abendessen (wenn man Glück hat und sie spät essen) und zum ins Bett bringen. Kann man machen, machen die meisten Väter ja auch so. Gefiel mir aber nicht. Gefällt auch nicht allen Vätern, wie wir inzwischen wissen.
Bei Kind Nummer 3 ist man rein erfahrungsmäßig natürlich um einiges entspannter. Deshalb gönnte ich mir 13 Monate Elternzeit ohne zusätzlichen Job. Das war herrlich. Und mit drei Kindern fühlt man sich auch nicht so unterfordert bei gleichzeitiger Überforderung (Schlafmangel und alles, was zum Säuglingsmuttersein dazu gehört).
Natürlich hab ich großes Glück (das ist ja mein persönliches Müttermantra). Ich konnte mir aussuchen, wie viele Stunden ich arbeiten gehe. Mein Arbeitgeber war sehr entgegenkommend und flexibel. Geld war auch genug vorhanden. Und selbst mit diesen Voraussetzungen hat sich meine Einstellung zu Kindern und Karriere über die Jahre hinweg gewandelt.
Inzwischen finde ich die 32-Stunden-Woche für alle (Väter und Mütter) von Frau Schwesig eine gute Idee. Ich kann Mütter verstehen, die nicht neben dem Mutter-Sein noch erwerbstätig sein wollen. Und Mütter, die richtig durchpowern wollen, so wie viele Väter es ja auch immer noch (und manche aus vollem Herzen) tun. Und für mich selber suche ich einen Weg irgendwo dazwischen. Mit genug Zeit (denn Quality Time ist nicht alles) und Energie für alle Bereiche des Lebens.
Arbeitgebern müsste klar sein (oder klargemacht werden), dass Elternsein und Sorgearbeit (sei es für Kinder oder andere Angehörige) zum Leben ihrer Angestellten dazugehören. Und ich möchte das am liebsten gar nicht staatlich regeln (Nachteilsausgleich für Firmen, die besonders viele Eltern beschäftigen?), weil es so selbstverständlich sein sollte. Ja, träumen kann ich immer noch, auch nach drei Kindern samt Berufstätigkeit.
Das Thema ist sehr umfassend, ich möchte gern meine Reise zu meinem heutigen Standpunkt beschreiben.
Beim ersten Kind: geprägt von dem, was man (bzw. hier mal frau) so liest und mit dem Willen, es allen (und vor allem dem Arbeitgeber) recht zu machen. Wieso? So bin ich halt. Klar will ich schnell wieder zurück an die Arbeit. Hab doch nur ein Kind bekommen, was soll mich daran hindern? Ja, naiv ist natürlich das richtige Wort, aber auch verständlich, denn die wenigsten Kinderlosen haben so viel Kontakt zu Eltern, dass sie halbwegs realistisch einschätzen könnten, was da auf sie zukommt.
Naiv auch mein Gedanke: Ich komme mit 35 Stunden/Woche zurück. Denn 40 Stunden arbeite ich dann eh, aber ein 40-Stunden-Vertrag wär ja unfair (wirklich so hab ich gedacht!) gegenüber den Kollegen, die 40-Stunden-Verträge haben, aber in Wirklichkeit 45 bis 50 Stunden arbeiten.
Liebe Mütter: Macht das nicht. Das ist albern. Der Arbeitsvertrag sollte die Arbeitswirklichkeit abdecken, das ist heute meine Meinung dazu. Der Arbeitgeber ist so mächtig, wie Ihr ihn werden lasst, also füttert das Biest nicht auch noch freiwillig.
An sich war es für mich aber gut, schnell wieder zu arbeiten, von der Umstellung auf das Leben mit einem Säugling war ich völlig geschafft und froh, wieder an einen Arbeitsplatz mit klar definierten Leistungserwartungen zurückkehren zu können.
Ach so: Und Home-Office ist nicht für jeden etwas. Ich zum Beispiel brauche dringend den Kontakt und Austausch mit den Kollegen. Bei mehr als vier Stunden Home-Office am Stück muss ich mich sehr anstrengen, produktiv zu bleiben. Und Home-Office hat den Nachteil, dass man vom Chef weniger gesehen wird. Und was das heißt, könnt Ihr Euch selber ausmalen.
Auch beim zweiten Kind handhabte ich das ähnlich, wenn auch von der Stundenzahl etwas realistischer, mit 30 Stunden.
Zwischenzeitlich, nachdem die Elternzeit und damit einhergehende Teilzeit vorbei war, arbeitete ich sogar wieder mit einer regulären 40-Stunden-Woche. Das geht. Man sieht die Kinder aber nur noch zum Abendessen (wenn man Glück hat und sie spät essen) und zum ins Bett bringen. Kann man machen, machen die meisten Väter ja auch so. Gefiel mir aber nicht. Gefällt auch nicht allen Vätern, wie wir inzwischen wissen.
Bei Kind Nummer 3 ist man rein erfahrungsmäßig natürlich um einiges entspannter. Deshalb gönnte ich mir 13 Monate Elternzeit ohne zusätzlichen Job. Das war herrlich. Und mit drei Kindern fühlt man sich auch nicht so unterfordert bei gleichzeitiger Überforderung (Schlafmangel und alles, was zum Säuglingsmuttersein dazu gehört).
Natürlich hab ich großes Glück (das ist ja mein persönliches Müttermantra). Ich konnte mir aussuchen, wie viele Stunden ich arbeiten gehe. Mein Arbeitgeber war sehr entgegenkommend und flexibel. Geld war auch genug vorhanden. Und selbst mit diesen Voraussetzungen hat sich meine Einstellung zu Kindern und Karriere über die Jahre hinweg gewandelt.
Inzwischen finde ich die 32-Stunden-Woche für alle (Väter und Mütter) von Frau Schwesig eine gute Idee. Ich kann Mütter verstehen, die nicht neben dem Mutter-Sein noch erwerbstätig sein wollen. Und Mütter, die richtig durchpowern wollen, so wie viele Väter es ja auch immer noch (und manche aus vollem Herzen) tun. Und für mich selber suche ich einen Weg irgendwo dazwischen. Mit genug Zeit (denn Quality Time ist nicht alles) und Energie für alle Bereiche des Lebens.
Arbeitgebern müsste klar sein (oder klargemacht werden), dass Elternsein und Sorgearbeit (sei es für Kinder oder andere Angehörige) zum Leben ihrer Angestellten dazugehören. Und ich möchte das am liebsten gar nicht staatlich regeln (Nachteilsausgleich für Firmen, die besonders viele Eltern beschäftigen?), weil es so selbstverständlich sein sollte. Ja, träumen kann ich immer noch, auch nach drei Kindern samt Berufstätigkeit.
Donnerstag, 30. Oktober 2014
Ist es immer noch Aufgabe der Mütter, "die Kinder zu verstecken?
Antje Schrupp schrieb 2010 sehr schön dazu.
Gleich fühlte ich mich erinnert an das Kompliment für arbeitende Mütter (das ich zeitweise sogar aktiv anstrebte): "Man merkt gar nicht, dass Du Kinder hast." Heißt: Nie bei Dienstreisen oder Kundenterminen kneifen, weil das nicht in den privaten Lebensplan (Kind krank, Kind hat Schultermin) passt. Höchstens EIN Familienbild am Arbeitsplatz, vielleicht aber besser noch nicht mal das, damit die anderen einen nicht gleich als "die Mutti" einstufen. Gespräche zum Thema eigene Kinder und was die grad so machen möglichst meiden.
Warum? Weil selbst mich andere Mütter manchmal genervt haben, bei denen es in Gesprächen fast nur um ihre Kinder ging und die diverse Unmöglichkeiten im Arbeitsablauf. Und den Unmut, den man manchmal von anderen in Vollzeit berufstätigen Müttern hörte über "die Teilzeitmütter" - so wollte man natürlich auf keinen Fall sein.
Das hat Antje Schrupp so schön analysiert:
"Aber die Ursache des Problems ist nicht, dass es Kinder gibt, die Arbeit machen und Aufmerksamkeit brauchen. Sondern dass es für diesen Lebensbereich keinen Platz im „normalen“ Berufsalltag gibt. Der durchschnittliche Arbeitsplatz ist immer noch so konzipiert, als wären wir alle kleine Patriarchen, die zuhause eine Ehefrau haben, die dafür sorgt, dass die Kinder nicht stören und keine Arbeit machen. Und für diesen Job haben ja auch viele jemanden, nur dass es heute nicht mehr die Ehefrau ist, sondern immer öfter ein Au Pair aus der Ukraine."
Also: Kinder nicht mehr verstecken. Liebe Väter, ihr bitte auch nicht. Bitte sprecht auch mal an, dass eine Dienstreise Euch nicht passt, weil die Mutter grad was anderes vorhat und das Kind sonst leider um 18.00 Uhr von der Kita an den Straßenrand gestellt wird.
Gleich fühlte ich mich erinnert an das Kompliment für arbeitende Mütter (das ich zeitweise sogar aktiv anstrebte): "Man merkt gar nicht, dass Du Kinder hast." Heißt: Nie bei Dienstreisen oder Kundenterminen kneifen, weil das nicht in den privaten Lebensplan (Kind krank, Kind hat Schultermin) passt. Höchstens EIN Familienbild am Arbeitsplatz, vielleicht aber besser noch nicht mal das, damit die anderen einen nicht gleich als "die Mutti" einstufen. Gespräche zum Thema eigene Kinder und was die grad so machen möglichst meiden.
Warum? Weil selbst mich andere Mütter manchmal genervt haben, bei denen es in Gesprächen fast nur um ihre Kinder ging und die diverse Unmöglichkeiten im Arbeitsablauf. Und den Unmut, den man manchmal von anderen in Vollzeit berufstätigen Müttern hörte über "die Teilzeitmütter" - so wollte man natürlich auf keinen Fall sein.
Das hat Antje Schrupp so schön analysiert:
"Aber die Ursache des Problems ist nicht, dass es Kinder gibt, die Arbeit machen und Aufmerksamkeit brauchen. Sondern dass es für diesen Lebensbereich keinen Platz im „normalen“ Berufsalltag gibt. Der durchschnittliche Arbeitsplatz ist immer noch so konzipiert, als wären wir alle kleine Patriarchen, die zuhause eine Ehefrau haben, die dafür sorgt, dass die Kinder nicht stören und keine Arbeit machen. Und für diesen Job haben ja auch viele jemanden, nur dass es heute nicht mehr die Ehefrau ist, sondern immer öfter ein Au Pair aus der Ukraine."
Also: Kinder nicht mehr verstecken. Liebe Väter, ihr bitte auch nicht. Bitte sprecht auch mal an, dass eine Dienstreise Euch nicht passt, weil die Mutter grad was anderes vorhat und das Kind sonst leider um 18.00 Uhr von der Kita an den Straßenrand gestellt wird.
Samstag, 23. August 2014
Eltern im Beruf - weshalb gerade erfolgreiche Frauen nur spärlich wieder zurückkehren in den Job
(Mal wieder) eine neue Studie zum Thema Berufstätigkeit von Müttern.
Dieses Mal interessant, versprochen: Frauen in einem großen Finanzkonzern wurden auf Kinderkrieg- und Berufsrückkehrverhalten untersucht (Artikel im Handelsblatt). Und siehe da: Oft kamen grad vorher erfolgreiche Frauen nicht oder spät oder mit wenig Stunden wieder. Faszinierend. Warum? Im Artikel selber kommt man auf keine klugen Ideen außer den üblichen "gesellschaftlichen Rollenbildern".
Mit etwas mehr Leben füllt das eine Kommentatorin. Denn wenn beide arbeiten, in Vollzeit und mit Engagement, wie das mit Karriere belohnt wird, dann wird das Kind eben unter der Woche vom Kindermädchen ins Bett gebracht. Tatsache, fast nie ist das anders möglich.
Und so formuliert das die anonyme Kommentatorin am 3.3.2012:
"Ich persönlich kenne einige dieser Mütter und kann Ihnen auch etwas über die Gründe verraten. Mit Kindern so viel zu arbeiten wie Männer das tun ist schlicht und ergreifend nicht möglich. Selbst mit einem Krippenplatz oder Kindergatenplatz ist das Kind nur bis 16 oder 17 Uhr betreut. Kann man da Karriere machen? Dazu muss man auch mal länger im Büro bleiben. Die Mütter wollen Ihre Kinder auch noch sehen und auch für die Kinder ist es schon besser, wenn sie nicht jeden Abend vom Kindermädchen zu Bett gebracht werden. Also wollen die Frauen Teilzeit arbeiten und das ist nicht erwünscht. Daher vergraulen viele Firmen die aus der Elternzeit zurückkehrenden Frauen, die Teilzeit arbeiten wollen. Ich kenne dazu viele traurige Beispiele. Die Lösung heißt : flexible Arbeitszeiten, Möglichkeit zu Teilzeit und Jobsharing. Und: die Väter müssen die Hälfte der Verantwortung übernehmen, also auch beruflich zurückstecken. Nur dann geht es nicht auf Kosten der Kinder und die sin schließlich unsere Zukunft! "
Dieses Mal interessant, versprochen: Frauen in einem großen Finanzkonzern wurden auf Kinderkrieg- und Berufsrückkehrverhalten untersucht (Artikel im Handelsblatt). Und siehe da: Oft kamen grad vorher erfolgreiche Frauen nicht oder spät oder mit wenig Stunden wieder. Faszinierend. Warum? Im Artikel selber kommt man auf keine klugen Ideen außer den üblichen "gesellschaftlichen Rollenbildern".
Mit etwas mehr Leben füllt das eine Kommentatorin. Denn wenn beide arbeiten, in Vollzeit und mit Engagement, wie das mit Karriere belohnt wird, dann wird das Kind eben unter der Woche vom Kindermädchen ins Bett gebracht. Tatsache, fast nie ist das anders möglich.
Und so formuliert das die anonyme Kommentatorin am 3.3.2012:
"Ich persönlich kenne einige dieser Mütter und kann Ihnen auch etwas über die Gründe verraten. Mit Kindern so viel zu arbeiten wie Männer das tun ist schlicht und ergreifend nicht möglich. Selbst mit einem Krippenplatz oder Kindergatenplatz ist das Kind nur bis 16 oder 17 Uhr betreut. Kann man da Karriere machen? Dazu muss man auch mal länger im Büro bleiben. Die Mütter wollen Ihre Kinder auch noch sehen und auch für die Kinder ist es schon besser, wenn sie nicht jeden Abend vom Kindermädchen zu Bett gebracht werden. Also wollen die Frauen Teilzeit arbeiten und das ist nicht erwünscht. Daher vergraulen viele Firmen die aus der Elternzeit zurückkehrenden Frauen, die Teilzeit arbeiten wollen. Ich kenne dazu viele traurige Beispiele. Die Lösung heißt : flexible Arbeitszeiten, Möglichkeit zu Teilzeit und Jobsharing. Und: die Väter müssen die Hälfte der Verantwortung übernehmen, also auch beruflich zurückstecken. Nur dann geht es nicht auf Kosten der Kinder und die sin schließlich unsere Zukunft! "
Freitag, 1. November 2013
Anderswo - Mutter sein in Südkorea, Argentinien und in der Türkei
Die Neue Zürcher Zeitung hat da eine schöne Serie drüber gebracht (und hat überhaupt die interessante Rubrik "Frauenwelten" - unter der sich die Mütter-Serie leider nicht befindet, es ist überhaupt sehr schwierig, sie wiederzufinden, wenn man nicht den direkten Link hat). Es heißt zwar allgemein "Mutter sein", es fällt aber auf, dass die Mütter alle berufstätig sind und das laut den weiteren Details zu den Ländern in vielen Ländern nicht unbedingt typisch ist.
Hier also die Artikel:
Mutter sein in Südkorea. Schwierig aufgrund eines noch recht traditionellen Mutterbildes und
wegen sehr langer Arbeitszeiten.
Mutter sein in Argentinien. Das Kind der Call-Center-Mitarbeiterin wird im Kindergarten und von der Oma betreut. Außerdem natürlich von Mutter und Vater.
Mutter sein in der Türkei. Wenn es von Argentinien schon heißt, dass wenige Frauen arbeiten, dann sind es in der Türkei noch mal fast die Hälfte weniger, nämlich 28%. Vater und Mutter können sich in diesem Fall die Arbeit so aufteilen, dass immer einer beim Kind ist.
Oh, wenn ich nach weiteren Ländern suche (leider ist die Suchfunktion der NZZ nicht besonders komfortabel), dann taucht doch noch das ein oder andere Land auf:
Mutter sein in Australien.
Und eine Google-Suche fördert dann noch Schweden, Deutschland, Spanien und Südafrika zutage!
Hier also die Artikel:
Mutter sein in Südkorea. Schwierig aufgrund eines noch recht traditionellen Mutterbildes und
wegen sehr langer Arbeitszeiten.
Mutter sein in Argentinien. Das Kind der Call-Center-Mitarbeiterin wird im Kindergarten und von der Oma betreut. Außerdem natürlich von Mutter und Vater.
Mutter sein in der Türkei. Wenn es von Argentinien schon heißt, dass wenige Frauen arbeiten, dann sind es in der Türkei noch mal fast die Hälfte weniger, nämlich 28%. Vater und Mutter können sich in diesem Fall die Arbeit so aufteilen, dass immer einer beim Kind ist.
Oh, wenn ich nach weiteren Ländern suche (leider ist die Suchfunktion der NZZ nicht besonders komfortabel), dann taucht doch noch das ein oder andere Land auf:
Mutter sein in Australien.
Und eine Google-Suche fördert dann noch Schweden, Deutschland, Spanien und Südafrika zutage!
Samstag, 27. Juli 2013
Zeitempfinden
Ein Kind hat wahnsinnig viel Zeit und keine Eile. Philosophisch betrachtet sind das sehr lobens- und nachahmenswerte Eigenschaften. Im täglichen Leben, in dem man hin und wieder etwas schaffen will, wird es zur Herausforderung, zwischen den verschiedenen Zeiterfahrungs-Ebenen hin- und herzuspringen, die zwischen den Zeiten ohne Kind und im Beruf und in den Zeiten mit Kind herrschen
Beispiel: Ein stinknormaler Tag
An der Arbeit erledigt man alles so schnell wie möglich, denn es ist immer mehr zu tun, als man schafft. Auf dem Weg zur S-Bahn ist Stechschritt angesagt, weil man zwar eigentlich drei S-Bahnen zur Auswahl hat, mit denen man pünktlich zum Kindergarten kommt. Uneigentlich nimmt man aber fast immer die letzte, mit der man es gerade so noch schafft.
16.20 Uhr Ankunft im in der Kita. Im Sommer der große Vorteil, dass man sich selber nicht erst mal aus den Wintersachen pellen muss, um im warmen Gruppenraum nicht in Winterjacke vor Hitze zu vergehen und dadurch ungeduldig(er als nötig) zu werden.
16.25 Uhr: Kind begrüßen. Erzieherin begrüßen. Manchmal ist es gut, wenn man Zeit hat, um sich hinzusetzen, dem Kind ein paar Minuten zuzuschauen, bevor es mitkommt. Wenn man es an solchen Tagen eilig hat, geht es nämlich nur mit Geschrei, das Kind aus seinem Versteck zu holen. Aber wenn man Zeit hat, kommt es irgendwann meist von alleine mit. Und manchmal läuft es auch einfach auf Dich zu, springt Dir in die Arme und will sofort los. Planen lässt sich das aber nicht.
16.30 Uhr: Beginn des Anziehens. Kind ist alt und geschickt genug, um sich selber anzuziehen. Die Erzieherinnen haben auf dem Elternabend extra noch mal darum gebeten, den Kindern die notwendige Zeit dafür zu geben, damit sie es üben. Kann man irgendwie einsehen. Zehrt aber trotzdem an den Nerven. Rechnen Sie im Winter mindestens 10 Minuten mehr, wenn Handschuhe, Mütze und Schal im Spiel sind, eventuell noch ein Schneeanzug.
16.40 Uhr: Heimweg. Oh, eine tote Ameise. Balancieren - drei Mal im Kreis um die Blumenrabatte, bis der Mutter kleine Rauchwölkchen aus den Ohren kommen, weil sie wirklich, wirklich nach Hause möchte. Da saß doch sonst immer die Katze. Das Auto ist blau. Das Auto ist grau. Das Auto ist dunkelgrün
16.50 Uhr: Ankunft zu Hause
Zusammengefasst: 30 Minuten zum Abholen und nach Hause kommen. Allein hätte ich von der S-Bahn 10 Minuten gebraucht. Wenn ich einen erwachsenen Freund abgeholt hätte, vielleicht 20. Manchmal kann ich es genießen und mich darauf einlassen. Manchmal regnet es und ich habe keinen Schirm und möchte wirklich, wirklich nach Hause.
Beispiel: Ein stinknormaler Tag
An der Arbeit erledigt man alles so schnell wie möglich, denn es ist immer mehr zu tun, als man schafft. Auf dem Weg zur S-Bahn ist Stechschritt angesagt, weil man zwar eigentlich drei S-Bahnen zur Auswahl hat, mit denen man pünktlich zum Kindergarten kommt. Uneigentlich nimmt man aber fast immer die letzte, mit der man es gerade so noch schafft.
16.20 Uhr Ankunft im in der Kita. Im Sommer der große Vorteil, dass man sich selber nicht erst mal aus den Wintersachen pellen muss, um im warmen Gruppenraum nicht in Winterjacke vor Hitze zu vergehen und dadurch ungeduldig(er als nötig) zu werden.
16.25 Uhr: Kind begrüßen. Erzieherin begrüßen. Manchmal ist es gut, wenn man Zeit hat, um sich hinzusetzen, dem Kind ein paar Minuten zuzuschauen, bevor es mitkommt. Wenn man es an solchen Tagen eilig hat, geht es nämlich nur mit Geschrei, das Kind aus seinem Versteck zu holen. Aber wenn man Zeit hat, kommt es irgendwann meist von alleine mit. Und manchmal läuft es auch einfach auf Dich zu, springt Dir in die Arme und will sofort los. Planen lässt sich das aber nicht.
16.30 Uhr: Beginn des Anziehens. Kind ist alt und geschickt genug, um sich selber anzuziehen. Die Erzieherinnen haben auf dem Elternabend extra noch mal darum gebeten, den Kindern die notwendige Zeit dafür zu geben, damit sie es üben. Kann man irgendwie einsehen. Zehrt aber trotzdem an den Nerven. Rechnen Sie im Winter mindestens 10 Minuten mehr, wenn Handschuhe, Mütze und Schal im Spiel sind, eventuell noch ein Schneeanzug.
16.40 Uhr: Heimweg. Oh, eine tote Ameise. Balancieren - drei Mal im Kreis um die Blumenrabatte, bis der Mutter kleine Rauchwölkchen aus den Ohren kommen, weil sie wirklich, wirklich nach Hause möchte. Da saß doch sonst immer die Katze. Das Auto ist blau. Das Auto ist grau. Das Auto ist dunkelgrün
16.50 Uhr: Ankunft zu Hause
Zusammengefasst: 30 Minuten zum Abholen und nach Hause kommen. Allein hätte ich von der S-Bahn 10 Minuten gebraucht. Wenn ich einen erwachsenen Freund abgeholt hätte, vielleicht 20. Manchmal kann ich es genießen und mich darauf einlassen. Manchmal regnet es und ich habe keinen Schirm und möchte wirklich, wirklich nach Hause.
Samstag, 2. Februar 2013
Selbstlosigkeit?
Ist das die Eigenschaft, die Elternsein am meisten hervorbringt? Oder sollte ich sagen: Fremdbestimmtheit? Was bedeutet es, dass mein bevorzugter Zustand bei mir selber mit einem Buch oder einer Zeitung ist, der am häufigsten durch die Kinder angeforderte aber ein "beschäftige Dich mit mir"-Zustand ist? Die wollen mit mir spielen, malen, rausgehen. Gut, rausgehen schlage ich vor, von alleine würden die das niemals wollen, auch wenn es allen (mir eingeschlossen) guttut, wenn wir uns dazu durchgerungen haben.
Ist es also der Normalzustand, nach dem wir alle streben, selbstbestimmt, im eigenen Tempo Dinge tun statt im verlangsamten Kindermodus inklusive Erklären der Welt zum Beispiel den Wocheneinkauf in einer (mit Kindern) statt in einer halben Stunde (allein) zu absolvieren? Oder ist es der Sonderfall, zu dem sich Deutschland/die westliche Welt/welcher Teil der Welt auch immer entwickelt hat? Und ist es eher unnormal, während früher und in anderen Ländern das "Sich um andere kümmern, immer, ständig" sozusagen der "Naturzustand" ist? Was heißt in diesem Zusammenhang "natürlich"? Wobei Kümmern nicht allein auf Kinder bezogen ist, sondern auf alle, die auf Hilfe angewiesen sind?
Auf jeden Fall ist es so für mich der schwierige und nur manchmal von selbst erwünschte Modus. Ich käm ganz gut klar mit so einer Elternschaft à la gehobenes Bürgertum um die Jahrhundertwende mit: Kinder werden ab und an mal von der Kinderfrau vorbeigebracht, um ein Gedicht vorzutragen oder ein Küsschen zu geben. Glaub ich. Andererseits ist es natürlich nett, dass wir grad so schöne Bilder zusammen malen, wir sind ja selten genug gemeinsam kreativ.
Aber vermissen tue ich es, die Zeit, in der ich machen konnte, was ich wollte, wann ich es wollte. Klar, arbeiten "musste" man auch damals. Aber arbeiten "muss" ich auch jetzt, die Zeit drumrum hab ich aber nur noch in abgezirkeltem Maße zur freien Verfügung. Kommt ja alles wieder. Aber so lang noch, so lang hin, seufz.
Ist es also der Normalzustand, nach dem wir alle streben, selbstbestimmt, im eigenen Tempo Dinge tun statt im verlangsamten Kindermodus inklusive Erklären der Welt zum Beispiel den Wocheneinkauf in einer (mit Kindern) statt in einer halben Stunde (allein) zu absolvieren? Oder ist es der Sonderfall, zu dem sich Deutschland/die westliche Welt/welcher Teil der Welt auch immer entwickelt hat? Und ist es eher unnormal, während früher und in anderen Ländern das "Sich um andere kümmern, immer, ständig" sozusagen der "Naturzustand" ist? Was heißt in diesem Zusammenhang "natürlich"? Wobei Kümmern nicht allein auf Kinder bezogen ist, sondern auf alle, die auf Hilfe angewiesen sind?
Auf jeden Fall ist es so für mich der schwierige und nur manchmal von selbst erwünschte Modus. Ich käm ganz gut klar mit so einer Elternschaft à la gehobenes Bürgertum um die Jahrhundertwende mit: Kinder werden ab und an mal von der Kinderfrau vorbeigebracht, um ein Gedicht vorzutragen oder ein Küsschen zu geben. Glaub ich. Andererseits ist es natürlich nett, dass wir grad so schöne Bilder zusammen malen, wir sind ja selten genug gemeinsam kreativ.
Aber vermissen tue ich es, die Zeit, in der ich machen konnte, was ich wollte, wann ich es wollte. Klar, arbeiten "musste" man auch damals. Aber arbeiten "muss" ich auch jetzt, die Zeit drumrum hab ich aber nur noch in abgezirkeltem Maße zur freien Verfügung. Kommt ja alles wieder. Aber so lang noch, so lang hin, seufz.
Montag, 7. Januar 2013
Super-Mum
Was ich gut kann - aus gegebenem Anlass.
Ich habe eine nette Nachbarin, eine ältere Dame. Die berufstätig war, ein Kind großgezogen hat und dann wieder berufstätig war. Schön hintereinander. Die sagt mir oft: "Ach, was Sie alles schaffen. Und dann abends immer noch die Wäsche, Sie haben wirklich viel zu tun". Und dann wehre ich natürlich immer bescheiden ab: "Ach nein, das ist doch nichts. Mein Mann und ich machen das ja zusammen." Und was man halt so sagt.
Aber eigentlich hat sie doch recht! Wir schaffen so viel! Wo andere Hobbys haben, haben wir Familie. Und knappsen uns vielleicht noch hin und wieder einen Abend für uns selbst ab. Aber ansonsten sind wir großartig darin, spätabends noch die Wäsche aufzuhängen. Bei jedem Gang durch die Wohnung für ein wenig mehr Ordnung zu sorgen. Uns ganz viel mit Sch.... zu beschäftigen, bis das Kind endlich selber aufs Klo geht. In Sekunden zu erkennen, wann die Kinder einfach zu nichts mehr zu gebrauchen sind. Trotzdem dafür sorgen, dass sie nicht Amok laufen, sondern sich in halbwegs geordneten Bahnen austoben.
Ich kann nach der Arbeit
- mit dem Kind den Heimweg antreten. Und für die 400 Meter 20 Minuten brauchen. Weil es so viel zu sehen und zu erzählen gibt. Gut, ICH kenne die 400 Meter und finde sie nicht mehr so aufregend, aber bitte
- Muffins backen für eine Schulklasse. Und bei der Metro Süßigkeiten kaufen für über 100 Kinder. Wer macht so große Hortgruppen? Und wer kriegt Kinder, die so dicht hintereinander Geburtstag haben? Außerdem kann ich zwei Kindergeburtstage für denselben Tag organisieren. Und gar nicht durchscheinen lassen, dass ich vor DEM Tag ein bisschen Muffensausen hab
- Abends 500 Paar Socken auseinandersortieren. Und dabei keinen Tobsuchtsanfall bekommen.
- Das eine Kind fünf Mal ins Bett bringen.Das andere Kind anbrüllen Dem anderen Kind zurufen, es solle jetzt endlich im Zimmer bleiben. Irgendwann schlafen sie alle. Vielleicht erst nach mir, aber irgendwann schlafen sie vermutlich alle ...
Ich habe eine nette Nachbarin, eine ältere Dame. Die berufstätig war, ein Kind großgezogen hat und dann wieder berufstätig war. Schön hintereinander. Die sagt mir oft: "Ach, was Sie alles schaffen. Und dann abends immer noch die Wäsche, Sie haben wirklich viel zu tun". Und dann wehre ich natürlich immer bescheiden ab: "Ach nein, das ist doch nichts. Mein Mann und ich machen das ja zusammen." Und was man halt so sagt.
Aber eigentlich hat sie doch recht! Wir schaffen so viel! Wo andere Hobbys haben, haben wir Familie. Und knappsen uns vielleicht noch hin und wieder einen Abend für uns selbst ab. Aber ansonsten sind wir großartig darin, spätabends noch die Wäsche aufzuhängen. Bei jedem Gang durch die Wohnung für ein wenig mehr Ordnung zu sorgen. Uns ganz viel mit Sch.... zu beschäftigen, bis das Kind endlich selber aufs Klo geht. In Sekunden zu erkennen, wann die Kinder einfach zu nichts mehr zu gebrauchen sind. Trotzdem dafür sorgen, dass sie nicht Amok laufen, sondern sich in halbwegs geordneten Bahnen austoben.
Ich kann nach der Arbeit
- mit dem Kind den Heimweg antreten. Und für die 400 Meter 20 Minuten brauchen. Weil es so viel zu sehen und zu erzählen gibt. Gut, ICH kenne die 400 Meter und finde sie nicht mehr so aufregend, aber bitte
- Muffins backen für eine Schulklasse. Und bei der Metro Süßigkeiten kaufen für über 100 Kinder. Wer macht so große Hortgruppen? Und wer kriegt Kinder, die so dicht hintereinander Geburtstag haben? Außerdem kann ich zwei Kindergeburtstage für denselben Tag organisieren. Und gar nicht durchscheinen lassen, dass ich vor DEM Tag ein bisschen Muffensausen hab
- Abends 500 Paar Socken auseinandersortieren. Und dabei keinen Tobsuchtsanfall bekommen.
- Das eine Kind fünf Mal ins Bett bringen.
Sonntag, 15. Juli 2012
Innerhalb der Woche die Kinder sehen, ist dann vielleicht nicht drin
Zwei Frauen haben einen Roman über die Freundschaft zweier Mütter mit unterschiedlichen Lebensmodellen (Mutter und Hausfrau vs. berufstätige Mutter) geschrieben. Im Interview mit Quax.at haben sie ein paar interessante Denkanstöße gegeben:
"Eines ist klar. Sie können nicht 100%-ig Mutter und 100%-ig Karrierefrau sein. Von diesem Traum müssen wir uns verabschieden. Das ist nicht real. Ich kenne keinen Manager, der seinen Job super macht, „fett“ Geld verdient und auch noch innerhalb der Woche seine Kinder sieht. "
Ja. Stimmt. Muss man sich vielleicht immer mal wieder sagen. Es ist eine Entscheidung. Für Mütter UND für Väter.
"Dadurch, dass es immer heißt, das die Elternzeit so toll geregelt ist und Mütter ja quasi so wieder einsteigen können, wie sie es leisten können, denkt jede Frau, bei der das nicht so funktioniert, dass es an ihr persönlich liegt. Sie glaubt, dass ihr Arbeitgeber sie nicht mehr haben will, weil er mit ihrer Leistung nicht zufrieden ist. Sie können sich vorstellen, was das für das Selbstwertgefühl bedeutet. Und genau dem wollten wir entgegen wirken. Wir wollen den Frauen zeigen, dass es ganz vielen Müttern so geht und, dass es absolut nichts mit ihrer Person oder ihrer Leistung zu tun hat, wenn der Wiedereinstieg nicht so verläuft, wie er geplant wurde"
Mein Selbstwertgefühl macht das nun nicht mehr unbedingt kaputt - ist ja auch schon das dritte Kind. Aber bei manchen Geschichten von Rückkehrerinnen aus der Elternzeit fragt man sich schon, was die Chefs so von Müttern im Allgemeinen halten. Denken die, einem läuft während der Elternzeit zusammen mit der Milch das Hirn aus der Brust raus?. Anders kann ich mir nicht erklären, dass viele Frauen bei ihrer Rückkehr das Gefühl haben, beweisen zu müssen, dass sie ihrem Job überhaupt intellektuell oder anderweitig gewachsen sind.
"Eines ist klar. Sie können nicht 100%-ig Mutter und 100%-ig Karrierefrau sein. Von diesem Traum müssen wir uns verabschieden. Das ist nicht real. Ich kenne keinen Manager, der seinen Job super macht, „fett“ Geld verdient und auch noch innerhalb der Woche seine Kinder sieht. "
Ja. Stimmt. Muss man sich vielleicht immer mal wieder sagen. Es ist eine Entscheidung. Für Mütter UND für Väter.
"Dadurch, dass es immer heißt, das die Elternzeit so toll geregelt ist und Mütter ja quasi so wieder einsteigen können, wie sie es leisten können, denkt jede Frau, bei der das nicht so funktioniert, dass es an ihr persönlich liegt. Sie glaubt, dass ihr Arbeitgeber sie nicht mehr haben will, weil er mit ihrer Leistung nicht zufrieden ist. Sie können sich vorstellen, was das für das Selbstwertgefühl bedeutet. Und genau dem wollten wir entgegen wirken. Wir wollen den Frauen zeigen, dass es ganz vielen Müttern so geht und, dass es absolut nichts mit ihrer Person oder ihrer Leistung zu tun hat, wenn der Wiedereinstieg nicht so verläuft, wie er geplant wurde"
Mein Selbstwertgefühl macht das nun nicht mehr unbedingt kaputt - ist ja auch schon das dritte Kind. Aber bei manchen Geschichten von Rückkehrerinnen aus der Elternzeit fragt man sich schon, was die Chefs so von Müttern im Allgemeinen halten. Denken die, einem läuft während der Elternzeit zusammen mit der Milch das Hirn aus der Brust raus?. Anders kann ich mir nicht erklären, dass viele Frauen bei ihrer Rückkehr das Gefühl haben, beweisen zu müssen, dass sie ihrem Job überhaupt intellektuell oder anderweitig gewachsen sind.
Dienstag, 10. April 2012
Deutschland - eine Liebeserklärung
Morgens im Berufsverkehr. Eine Bahn muss ausgefallen sein, denn die, in der ich bin, ist ungewöhnlich gut gefüllt, selbst an meiner Station, die ziemlich weit draußen ist, nur noch Stehplätze.
Genauso quillt die Menschenmenge dann natürlich an den zentralen Haltestellen nach draußen. Aber alles zivilisiert. Und dann die Rolltreppe. Blitzschnell hat sich die Menge geteilt. Eine Hälfte steht brav rechts, die andere steigt gemächlich die Stufen links daran vorbei.
Ja, ich bin von hier. Ja, ich stehe dazu: Ich mag das. Links gehen, rechts stehen - und die Schönheit des Augenblicks, wenn das alle so machen. Hat was vom Bienenstock. Honig mag ich übrigens auch.
Genauso quillt die Menschenmenge dann natürlich an den zentralen Haltestellen nach draußen. Aber alles zivilisiert. Und dann die Rolltreppe. Blitzschnell hat sich die Menge geteilt. Eine Hälfte steht brav rechts, die andere steigt gemächlich die Stufen links daran vorbei.
Ja, ich bin von hier. Ja, ich stehe dazu: Ich mag das. Links gehen, rechts stehen - und die Schönheit des Augenblicks, wenn das alle so machen. Hat was vom Bienenstock. Honig mag ich übrigens auch.
Freitag, 23. März 2012
Wusst ich's doch: eine Minderheit!
Ich komm mir immerhin noch ein bisschen exotisch vor mit 30-Stunden-Woche bei 3 Kindern. Ist das gerechtfertigt? Auf den ersten Blick nicht, angeblich arbeiten noch über 50% der Frauen mit 3 Kindern - wenn die Kinder unter 25 Jahre als sind! Aha, klar, wenn meine Kinder 14, 19 und 21 sind, wird die Berufstätigkeit für mich vermutlich auch kein besonders erwähnenswertes Thema mehr sein.
Aber da finden wir es ja: "So waren nur noch bei 28 % der Kinder unter drei Jahren beide Elternteile berufstätig." Hier die vollständigen Daten des Statistischen Bundesamtes dazu: https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressekonferenzen/2011/Mikro_Kinder/mikro_kinder_pk.html
"Im Jahr 2010 gingen von 51% der minderjährigen Kinder in Paarfamilien beide Elternteile einer beruflichen
Tätigkeit nach. Am häufigsten übte dabei ein Elternteil seinen Beruf in Vollzeit, der andere in Teilzeit aus (75%). Bei gut jedem fünften Kind (22%) waren beide Elternteile
vollzeiterwerbstätig. Bei nur 3% der Kinder übten beide Elternteile ihre Erwerbstätigkeit in Teilzeit aus" - dieser Anteil ist immerhin von 1,8 auf 3,9% von 2000 auf 2010 gestiegen - ich find das ja ein sehr lobenswertes Modell, in dem beide Elternteile sagen können, sie hätten gern mehr von ihren Kindern. Wenn das Geld reicht, ist natürlich immer die Einschränkung.
Und hier noch mal ein PDF aus dem Hause Statistisches Bundesamt, wo in Tabelle 1 die Erwerbstätigenquote der Eltern nach Vater, Mutter und Alter des Kindes aufgeschlüsselt wird. 2009 arbeiteten 30% der Mütter mit Kindern unter 3 Jahren (ich!), egal ob in Voll- oder Teilzeit. Mit Kindern zwischen 3 und 5 (jüngstes Kind), gehen dann schon wieder 59% der Mütter arbeiten. Also: Noch Minderheit, in anderthalb Jahren (nicht mal!) schon wieder Mehrheit. Muss ich mir gar nichts drauf einbilden, was?
Aber da finden wir es ja: "So waren nur noch bei 28 % der Kinder unter drei Jahren beide Elternteile berufstätig." Hier die vollständigen Daten des Statistischen Bundesamtes dazu: https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressekonferenzen/2011/Mikro_Kinder/mikro_kinder_pk.html
"Im Jahr 2010 gingen von 51% der minderjährigen Kinder in Paarfamilien beide Elternteile einer beruflichen
Tätigkeit nach. Am häufigsten übte dabei ein Elternteil seinen Beruf in Vollzeit, der andere in Teilzeit aus (75%). Bei gut jedem fünften Kind (22%) waren beide Elternteile
vollzeiterwerbstätig. Bei nur 3% der Kinder übten beide Elternteile ihre Erwerbstätigkeit in Teilzeit aus" - dieser Anteil ist immerhin von 1,8 auf 3,9% von 2000 auf 2010 gestiegen - ich find das ja ein sehr lobenswertes Modell, in dem beide Elternteile sagen können, sie hätten gern mehr von ihren Kindern. Wenn das Geld reicht, ist natürlich immer die Einschränkung.
Und hier noch mal ein PDF aus dem Hause Statistisches Bundesamt, wo in Tabelle 1 die Erwerbstätigenquote der Eltern nach Vater, Mutter und Alter des Kindes aufgeschlüsselt wird. 2009 arbeiteten 30% der Mütter mit Kindern unter 3 Jahren (ich!), egal ob in Voll- oder Teilzeit. Mit Kindern zwischen 3 und 5 (jüngstes Kind), gehen dann schon wieder 59% der Mütter arbeiten. Also: Noch Minderheit, in anderthalb Jahren (nicht mal!) schon wieder Mehrheit. Muss ich mir gar nichts drauf einbilden, was?
Mittwoch, 29. Februar 2012
Berufstätige Mütter anderswo. Heute: Frankreich
So oft werden sie uns als Vorbild hingestellt in der Familienpolitik. Alle Frauen gehen dort angeblich 10 Wochen nach der Geburt eines Kindes wieder arbeiten, die Kinder sind hervorragend untergebracht und das Ganze führt auch noch dazu, dass die Französinnen deutlich mehr Kinder zur Welt bringen als die Deutschen.
Wie lässt sich das Wunder nun erklären? Ist es überhaupt eins? Meine wenigen, dafür direkten Kontakte nach Frankreich lassen ausrichten: Auch dort ist nicht alles Gold was glänzt. Wenn man etwas länger mit dem Kind zu Hause bleiben will (länger heißt z.B.: sechs Monate), wird man komisch angeschaut. Mittwochs haben Schulen in Frankreich standardmäßig frei (stimmt, das kenne ich aus Belgien auch noch), nicht so leicht, wenn man die Kinderbetreuung organisieren will.
Was ich total spannend fand: Es scheint aber doch deutlich mehr Berufe um die professionelle Kinderbetreuung zu geben. Ein eigener Beruf ist dort die "Assistante Maternelle", kurz Assmat, die in einer so genannten "Familienkrippe" Kinder sehr viel flexibler betreut als wir das so durchschnittlich in Deutschland kennen. Ist noch keine Nanny, kein eigenes Kindermädchen, aber ein halbwegs verbreiteter Beruf, scheint mir.
Das Ganze hat natürlich seinen Preis, in diesem Buch werden die Kosten monatlich je Kind auf ca. 1200 EUR beziffert. Ist mir auch schon beim Vergleich mit Bekannten aus anderen Ländern (USA, Irland) aufgefallen: Die Kosten für Kinderbetreuung liegen dort wesentlich höher als hier - werden aber zähneknirschend akzeptiert.
Meine absoluten Lieblingsbegriffe, auf die ich bei der Suche in Frankreich gestoßen bin, sind
"nou nou de nuit" oder "nourrice de nuit". Vielleicht hab ich in Deutschland noch nicht nach den richtigen Begriffen gesucht, aber dass Kinderbetreuung über Nacht angeboten wird, dass es dafür richtige Namen gibt, das kannte ich noch nicht. Dabei muss es hier doch genauso viele Mütter im Schichtdienst geben wie in Frankreich, oder?
Wie lässt sich das Wunder nun erklären? Ist es überhaupt eins? Meine wenigen, dafür direkten Kontakte nach Frankreich lassen ausrichten: Auch dort ist nicht alles Gold was glänzt. Wenn man etwas länger mit dem Kind zu Hause bleiben will (länger heißt z.B.: sechs Monate), wird man komisch angeschaut. Mittwochs haben Schulen in Frankreich standardmäßig frei (stimmt, das kenne ich aus Belgien auch noch), nicht so leicht, wenn man die Kinderbetreuung organisieren will.
Was ich total spannend fand: Es scheint aber doch deutlich mehr Berufe um die professionelle Kinderbetreuung zu geben. Ein eigener Beruf ist dort die "Assistante Maternelle", kurz Assmat, die in einer so genannten "Familienkrippe" Kinder sehr viel flexibler betreut als wir das so durchschnittlich in Deutschland kennen. Ist noch keine Nanny, kein eigenes Kindermädchen, aber ein halbwegs verbreiteter Beruf, scheint mir.
Das Ganze hat natürlich seinen Preis, in diesem Buch werden die Kosten monatlich je Kind auf ca. 1200 EUR beziffert. Ist mir auch schon beim Vergleich mit Bekannten aus anderen Ländern (USA, Irland) aufgefallen: Die Kosten für Kinderbetreuung liegen dort wesentlich höher als hier - werden aber zähneknirschend akzeptiert.
Meine absoluten Lieblingsbegriffe, auf die ich bei der Suche in Frankreich gestoßen bin, sind
"nou nou de nuit" oder "nourrice de nuit". Vielleicht hab ich in Deutschland noch nicht nach den richtigen Begriffen gesucht, aber dass Kinderbetreuung über Nacht angeboten wird, dass es dafür richtige Namen gibt, das kannte ich noch nicht. Dabei muss es hier doch genauso viele Mütter im Schichtdienst geben wie in Frankreich, oder?
Montag, 13. Februar 2012
Schulkindbetreuung am Nachmittag - ein Notfall
Letztes Mal sprach ich die Hortbetreuung an - das Trauerspiel, zumindest bei uns. Aber immerhin haben wir eine, sogar direkt an unserer Schule. Wie es nach der Grundschule weitergehen soll, ist mir momentan noch ein Rätsel - es gibt kaum weiterführende Schulen mit Nachmittagsbetreuung, habe ich den Eindruck. Auch die Initiative für mehr Ganztagsschulen scheint sich momentan hauptsächlich an Grundschulen auszutoben.
Bei allen anderen Schulen wird weiterhin einfach vorausgesetzt, dass ein Elternteil zu Hause und immer verfügbar ist. Es gibt diverse Nachmittagstermine, auch gern mal um 15.00 Uhr. Im Hort, mit 25 Kindern um sich rum, kann kein Kind vernünftig für einen Test lernen. Wann das zu Hause erledigt werden soll? Nicht die Sorge der Schule - haben sich die Eltern ja so ausgesucht, das Lebensmodell. Müssen die auch so viel und so lange arbeiten? Ist doch bestimmt nur zur Selbstverwirklichung, sollen die sich gefälligst alle mal ein bisschen zurücknehmen zugunsten ihrer Kinder - und wenn nicht, müssen halt die Kinder drunter leiden.
Einzelne Initiativen von Firmen gibt es. z.B. die Commerzbank, die einen Schülerhort für Kinder ihrer Mitarbeiter eröffnet hat, der bis 19.00 Uhr geöffnet hat.
Die Firma Siedle kümmert sich um die Ferienbetreuung der Mitarbeiterkinder. Die Firma arbeitet dafür mit einer Kita zusammen.
Tja. Lösung Ganztagsschule? Auch die bietet ja meist nur eine Betreuung bis 15.30 Uhr oder 16.00 Uhr. Tja Eltern, entscheidet Euch, wer bleibt nun zugunsten des Nachwuchses zu Hause?
Bei allen anderen Schulen wird weiterhin einfach vorausgesetzt, dass ein Elternteil zu Hause und immer verfügbar ist. Es gibt diverse Nachmittagstermine, auch gern mal um 15.00 Uhr. Im Hort, mit 25 Kindern um sich rum, kann kein Kind vernünftig für einen Test lernen. Wann das zu Hause erledigt werden soll? Nicht die Sorge der Schule - haben sich die Eltern ja so ausgesucht, das Lebensmodell. Müssen die auch so viel und so lange arbeiten? Ist doch bestimmt nur zur Selbstverwirklichung, sollen die sich gefälligst alle mal ein bisschen zurücknehmen zugunsten ihrer Kinder - und wenn nicht, müssen halt die Kinder drunter leiden.
Einzelne Initiativen von Firmen gibt es. z.B. die Commerzbank, die einen Schülerhort für Kinder ihrer Mitarbeiter eröffnet hat, der bis 19.00 Uhr geöffnet hat.
Die Firma Siedle kümmert sich um die Ferienbetreuung der Mitarbeiterkinder. Die Firma arbeitet dafür mit einer Kita zusammen.
Tja. Lösung Ganztagsschule? Auch die bietet ja meist nur eine Betreuung bis 15.30 Uhr oder 16.00 Uhr. Tja Eltern, entscheidet Euch, wer bleibt nun zugunsten des Nachwuchses zu Hause?
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