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Donnerstag, 24. November 2011

Ildiko von Kürthy

Beim dritten Kind nun endlich konnte ich halbwegs nachempfinden, was Ildiko von Kürthy mir schon vor einigen Jahren in der Eltern erzählt hatte. Den Artikel hab ich sogar wiedergefunden - Suchen Sie nach "ildiko von kürthy decollete stillen" - was sonst.

"Ich muss es an dieser Stelle jetzt mal so offen sagen: Das Leben mit Brüsten ist eine ungeheuerliche Erfahrung."

"Also ehrlich, ich wurde teilweise gar nicht wiedererkannt! Was für eine neuartige Erfahrung: Männer schauen mir nicht ins Gesicht, sondern ins Dekolleté, und scheinen regelrecht erschrocken, dass ich in zusammenhängenden Sätzen sprechen kann. Dass jeder dieser Sätze mit "Also wissen Sie, mein Kind ..." beginnt, nimmt man mir nicht übel. Herrlich! Ich glaube nicht, dass ich eine Ausbildung gemacht, einen Beruf ergriffen oder eigenen Humor entwickelt hätte, wäre ich mit diesen zwei Körbchengrößen mehr auf die Welt gekommen, die ich derzeit stillbedingt mit mir rumschleppe."


Nun ja, ist auch schon wieder dabei (bei mir zumindest, für Frau von Kürthy kann ich nicht sprechen) - und nun heißt es mit den Folgen leben. Nennt man das "in Würde altern"?

Dienstag, 30. August 2011

Und schon wieder Frau Nahles

Diese Mal hat sie dem Tagesspiegel ein Interview gegeben zum Thema ihrer Mutterschaft und weiterhin vollen Berufstätigkeit.

Und was soll ich sagen? Langweilig wie es klingt: Ich find's gut. Schönster Satz: "Wie sähe die optimale Arbeitsteilung in Familien aus?
Beide arbeiten 30 Stunden in der Woche, und es gibt eine gute Kinderbetreuung."

Wichtigster Kommentar: "Ob Frau Nahles die Erkenntnis gewinnen kann, dass es Menschen gibt, die sich lieben, Kinder bekommen und heirateten, aber nicht beide Akademiker mit gleichem Gehalt sind und deshalb wirtschaftlich ganz andere Entscheidungen treffen müssen, weil sie ihre Familie nämlich sinnvoll durch das Leben bringen wollen?"

Das stimmt natürlich. Ich bleibe dabei, 400-Euro-Jobs sind Mist. Und vielleicht sollten sich auch alle in Deutschland mal klar werden, dass es großer Luxus ist, dass einer den Großteil der Zeit oder die ganze Zeit beim Kind verbringen kann. Dass ein Grund dafür ist, weshalb das in anderen Ländern nicht geht, dass die Familien es sich da schlicht und einfach seltener leisten können als in Deutschland. Und dass die Kinder dort trotzdem nicht in nennenswert größeren Zahlen asozial oder fürs Leben geschädigt werden, obwohl sie in weitaus größeren Zahlen als in Deutschland in eine außerhäusige Betreuung gegeben werden.

Freitag, 29. Juli 2011

Was mich freut

Dass man - von einem Bild am Sonntag Interview mal abgesehen - von Andrea Nahles hauptsächlich Sachbeiträge hört. Also in der Art: "Die Generalsekretärin der SPD, Andrea Nahles, meldet sich mit folgendem Beitrag zu Wort". Nix mit "Ist Mutti und deshalb ist nix mehr los mit ihr". Oder jeweils mit Anmerkung: die frischentbundene Mutter oder so ähnlich. Ja, das reicht manchmal schon, um mich froh zu machen.

Dann kam nun ganz aktuell doch ein Interview von ihr in der Zeit (Zeit Nr. 30 vom 21. Juli 2011), wo sie sich zum Thema Mütter und Arbeit/Karriere zu Wort meldet. Das war ein Sammelsurium von Fakten, was alles in Deutschland noch nicht so läuft. Kind und Karriere, ich dachte erst, sie mag vor allem die Alliteration (k u k), weil sie das in Hinblick auf Ärztinnen und Arzthelferinnen (heißen die nicht inzwischen sowieso anders?) meinte. Wahrscheinlich die in ihrer Frauen- und Kinderarztpraxis, die sie gezwungenermaßen in letzter Zeit etwas häufiger gesehen hat. Sieht man mal, so viel kommen die PolitikerInnen halt einfach nicht "unters Volk". Was für die Journalisten der Taxifahrer, das ist für sie nun also die Ärztin. Nein, sie meint das aber ernst mit der Karriere, ein Zuverdienerjob, den viele Mütter ja machen (400-Euro-Jobs, mein Lieblings-(Ironie!) Arbeitszeitmodell) ist nun tatsächlich nicht die Erfüllung, das sieht sie auch so.

Also, hauptsächlich liefert sie also eine Faktensammlung, dass zum Beispiel 40% der Akademikerinnen kinderlos bleiben (hab ich schon mal gelesen, dass es evt. doch etwas weniger sind, aber die Zahl war auch mal bei mir hängen geblieben), dass Fremdbetreuung in Deutschland einen schlechten Ruf hat, anders als z.B. in Frankreich, wo viel mehr Kinder geboren werden (ich such noch mal die Mail einer Freundin aus Frankreich und poste demnächst, was in Frankreich alles NICHT so toll läuft, z.B. mittwochs schulfrei, auch ein ziemliches Hindernis auf dem Weg zur Vollzeitberufstätigkeit von Frauen). Dass Väter hauptsächlich die zwei bezahlten Monate Elternzeit nehmen und mehr nicht.

Das Fazit war ein wenig dürftig: Betreuungssituation verbessern, Arbeitsverhältnisse sicherer machen, das Denken der Gesellschaft über Frauen- und Männerrollen verändern. Ach was. Und dann schläft ihr Kind durch und das macht sie gerade glücklich. Kann ich gut nachvollziehen, macht mich momentan auch glücklich, der wiedergewonnene Schlaf, aber als letzter Satz in so einem Artikel beantwortet es nicht so richtig die "K-Frage" - egal, welches K gemeint war, Karriere oder Kind.

Alles in allem, wie in der Überschrift gesagt, freu ich mich für sie und über sie, dass sie so ein Beispiel von Mutter und wichtiger Politikerin abgibt (und ich wünsche mir auch, dass Kristina Schröder das genauso tun wird). Für den Artikel hätte ich mir weniger "was alles nicht läuft" gewünscht, sondern ein bisschen mehr: Was wir ändern sollten und werden. Aber andererseits ist das bei dem Thema auch nicht so einfach, da versuchen wir uns ja schließlich schon seit ein paar Jahrzehnten intensiv dran.

Mittwoch, 19. Januar 2011

Andrea Nahles' Baby ist da

Grad las ich noch dieses Interview mit ihr in der FAZ. Ich bemühte mich, Kritisches dran zu finden. Aber außer den allzu süßlichen Antworten auf die Frage "Warum ein Baby?" ("Weihnachtsfest des Lebens", also bitte!) war alles absolut durchdacht und in Ordnung. Und selbst in dieser verzuckerten Antwort kam ein zweiter Teil, der mir gefiel: "Ohne Kinder wird man mit bestimmten Problemen nicht mehr konfrontiert." Richtig! Und sie bezieht Stellung (Thema PID), ob man damit übereinstimmt oder nicht, ist doch mal ganz erfrischend.

In der Kopfzeile stand dann das eigentlich Revolutionäre dieser Schwangerschaft: "die erste deutsche Spitzenpolitikerin, die mitten in ihrer Karriere ein Kind erwartet". Eben. Unglaublich, oder? Dieses Land besteht seit sechzig Jahren (plus/minus - nein, eindeutig plus). Und eine junge/frischgebackene/werdende Mutter hatte bisher noch keinen politisch einflussreichen Job. Wir sind unterrepräsentiert! Also, egal welcher Partei Frau Nahles angehört, allein dafür respektiere ich sie.

Ich weiß noch, wie aufregend es war, als die ersten sichtbar Schwangeren im Fernsehen gearbeitet haben (wie hieß diese Moderatorin von Polylux? bei der ist es mir zum ersten Mal aufgefallen). Ich glaub, bis vor Kurzem hat man die noch alle weggesperrt, sobald der Bauch sichtbar wurde, oder? Wie schön, dass sich das langsam normalisiert - wobei nun natürlich wieder das Problem losgeht, dass man bei den ganzen Vorzeigeschwangeren ohne jegliche Übelkeit und mit Winzig-Bauch im sechsten Monat mit einer ganz normalen Schwangerschaft samt Kreislaufdurchhängern, Wassereinlagerungen und evt. Krampfadern ein bisschen heulsusig dasteht.

Edit 22.34 Uhr: Oh Mann, und Kristina Schröder versucht es jetzt auch. Na, wir dürfen also gespannt sein und schauen wie es läuft. Wünsche ihnen und den Kindern alles Gute. Wird schon schiefgehen!

Dienstag, 11. Januar 2011

Promi-Quatsch

Wieso wird eigentlich in vielen Zeitungen und Zeitschriften spekuliert, wer denn nun Thomas Gottschalks Nachfolge antreten wird bei der Moderation von Wetten dass, aber Michelle Hunziker, die Ko-Moderatorin, wird nicht mal in Erwägung gezogen? Hm, müsste wohl doch mal reinschauen in das Programm um feststellen zu können, ob das nun fachliche Gründe haben könnte. Immerhin scheint Barbara Schöneberger im Gespräch zu sein (ist sie das nicht immer, seufz).

Donnerstag, 11. November 2010

Buchempfehlung: Shirin Ebadi - Mein Iran

Ja, ich geb es zu. Die letzten politischen Unruhen im Iran habe ich nur äußerst oberflächlich verfolgt. Da demonstrieren junge Leute gegen das Regime. Gut. Und werden dafür fies unterdrückt. Schlecht.

Vielleicht hat der ein oder andere ähnlich wenig Ahnung von diesem Land und seiner Geschichte wie ich. Dem kann ich "Mein Iran" von Shirin Ebadi sehr empfehlen. Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi erzählt von ihrem Leben, zunächst als Jurastudentin und wichtiger Richterin im Iran des Schah. Von der islamischen Revolution und wie diese sich auf ihr Leben auswirkte (natürlich durfte sie dann keine Richterin mehr sein). Ich lerne, wie viel Bezug zur islamischen Revolution die aktuelle hat - z.B. dass sie nachts auf den Dächern "Allahu Akbar" rufen, das hat früher Khomeini empfohlen, bevor er an der Macht war - sehr clever, würde ich sagen, als Protestmittel.

Die Sichtweise von Frau Ebadi ist einfach gut nachzuvollziehen. Nicht dass man selber unbedingt eine Top-Juristin sein muss - aber wie es für ganz normal arbeitende Frauen war, plötzlich von ihrem Job und vielem anderen ausgeschlossen zu sein, kann man sich vorstellen. Und nur hoffen, dass man in ähnlicher Lage  zumindest einen Teil der Energie und des Mutes aufbringen würde, wie sie es tut, indem sie sich als Anwältin für ihre Mitmenschen einsetzt, die unter den Missständen im Iran leiden.

P.S. Wer sich jetzt berufen fühlt: Hier gibt's Informationen zur aktuellen Lage und die Möglichkeit, aktiv zu werden.

Mittwoch, 3. November 2010

Andrea Nahles ist schwanger?!

Wie ist das eigentlich passiert? Na ja, vermutlich auf die übliche Weise. Ganz an mir vorbeigegangen, muss dringend mal auf Bildersuche gehen. Pfff, nix zu sehen, nur diverse dumme Kommentare von der politischen Gegenseite. Bin ja mal gespannt, wie sie mit Kind und Politik weitermachen wird.

Der letzte babylose Bereich: die Bundespolitik? Außer Frau von der Leyen gibt's da doch kaum was, oder?

Schnelle Recherche:
Angela Merkel: kinderlos
Annette Schavan (Bildung): kinderlos
Kristina Schröder (Familie): kinderlos (noch?)
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger: verwitwet, von Kindern schreibt sie nichts in ihrem Lebenslauf
Ilse Aigner (Landwirtschaft, Verbraucherschutz): kinderlos
Ursula von der Leyen: 7 Kinder - das hebt den Schnitt natürlich

Halten wir fest: Für Frauen ist die Bundespolitik nicht unbedingt ein Ort zum Kinderhaben. Frau von der Leyens Kinder waren ja auch schon etwas älter, als sie richtig eingestiegen ist.

Und nun zur Gegenprobe, die Herren des Kabinetts:
Guido Westerwelle (Auswärtiges Amt): kinderlos
Dirk Niebel (Entwicklungshilfe): drei Söhne
Wolfgang Schäuble (Finanzen): vier Kinder
Philipp Rösler (Gesundheit): zwei Kinder
Thomas de Maizière (Inneres): drei Kinder
Norbert Röttgen (Umwelt): drei Kinder
Peter Ramsauer (Verkehr): vier Kinder
Karl Theodor zu Guttenberg (Verteidigung): zwei Kinder
Rainer Brüderle (Wirtschaft): verheiratet, anscheinend kinderlos

Halten wir fest: Für Männer  scheint nach dieser Momentaufnahme die Bundespolitik, ja das Regierungsgeschäft, keineswegs ein Hindernis für eine große Familie mit vielen Kindern zu sein.

Zum nächsten Mal muss ich unbedingt den Artikel wiederfinden, in dem Iris Radisch sich eine Hausfrau wünscht. Nein, sie möchte keine sein, sie möchte eine haben. Ich glaube, das hat eine Menge mit dieser ministeriellen Familiensituation zu tun