Montag, 14. Oktober 2013

Was ist ein gesundes Frühstück?

Ich bin am Überlegen. Also ernsthaft überlegen. Was ist denn nun ein gesundes Frühstück? So wie es in der Schule bei uns gefordert wird? Nur so was darf man den Kindern mitgeben. Und natürlich hab ich beim Elternabend mit den Augen gerollt, als eine Mutter sagte: "Aber der Junge isst nun mal nur Nutella-Brot". Ja nee, ist klar.

Bisher war mir völlig klar, was ein gesundes Frühstück ist. Das ist Vollkornbrot mit Wurst oder Käse und noch ein bisschen Gemüse oder Obst dazu. So sagt es die Süddeutsche: "Gesundes Frühstück macht dünn und schlau" - und besteht aus Müsli, Vollkornbrot, Joghurt, Obst, Milch. Kein böses Weißbrot oder Cornflakes (auha). Und so wird es den Kindern in der Grundschule beigebracht.

Tja, aber schon der Wikipedia-Artikel zum Thema Frühstück enthüllt uns die unterschiedlichen "Frühstücksstile" in den verschiedenen Ländern. Jeder kennt das französische Frühstück - anscheinend besteht es wirklich hauptsächlich aus Croissant und Milchkaffee. Italien bevorzugt auch süß und nicht Vollkorn.

Haben wir nun also in Deutschland den Stein der Weisen gefunden? Das einzig richtige, einzig glücklich- und natürlich schlau-machende Frühstück? Vollkornbrot bis zum Abwinken und ja kein süßer Aufstrich?

Wie gehen wir damit um, wenn an unserer Schule viele Kinder sind, die mit "nicht-deutschen" Frühstücksgewohnheiten sozialisiert wurden? Was sagen wir dem Kind, dass von seiner Mutter die (hausgemachte) Pizza vom Vortag mitgegeben bekam - sicher gesünder als Nutella-Weißbrot, aber genauso "verboten"? Was heißt das denn, wenn das zu Hause übliche Frühstück "schlecht" genannt wird? Oder ist Vollkornbrot die Integrationsleistung, die wir unseren zugewanderten Mitbürgern abverlangen können und müssen?

Darauf habe ich bisher keine endgültigen und allgemeingültigen Antworten gefunden, entschuldigen Sie bitte, wenn ich Sie enttäuscht habe. Und bitte denken Sie selber weiter und lassen Sie mich gern die entstandenen Erkenntnisse wissen, ich bin wirklich, ehrlich neugierig darauf

Kommentare:

  1. Die Pizza vom Vortag ist verboten? Das ist doch sowas wie gebackenes, belegtes Brot :) naja, ich denke, man sollte die Frühstücksregeln nicht so eng sehen. Nutellabrot ist "natürlich" verboten - landesweit denke ich ... und zumindest in unserem Kindergarten den Kindern so eingetrichtert, dass meine Kleine mit weinerlicher Stimme sagte: "Mama, BITTE, nimm das Brot wieder aus der Dose - wir DÜRFEN kein Nutella!" Aber schlußendlich ist weder Kindergarten noch Schule dafür verantwortlich, dass unsere Kinder sich gesund ernähren. Und ich befürworte den "gesunden MIttelweg": das heisst für mich Obst, Gemüse, Milchprodukte aber auch mal Toast und Sonntag Nutella. Oder Griesbrei zu Mittag. Weil es schmeckt. Weil Zucker auch mal glücklich machen kann :)

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    1. Klingt sehr schlüssig. Nur wenn die Nutella- und Kinderriegel-Fraktion in der Schule überhand nimmt, dann würd ich vermutlich doch wieder nach Essensregeln schreien ... inkonsequent, sowas, oder?

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  2. Ich glaube die Kindergärten sind da unterschiedlich streng. Bei uns soll man auch ein gesundes Frühstück mitbringen. Ich gebe Brot mit Wurst oder Aufstrich/Frischkäse mit und für die zweite Pause was zum Löffeln (Grießbrei oder Joghurt). Ich hab aber auch schon mal die Pizza vom Vortag mitgegeben. Obst und Gemüse gibt es im Kindergarten umsonst aus dem EU-Schulobstprogramm. Schokoaufstrich gebe ich in erster Linie deshalb nicht mit, weil mir die Erzieherinnen leid tun, wenn sie 20 Kindern die Schokoschnute abwischen müssen. Außerdem essen meine Kinder meistens lieber herzhaftes.
    Ich bin immer erstaunt, was unser Großer aus dem Kindergarten alles kennt. Joghurt mit Smarties, Kuhfleckpudding, M*nte, Monsterquarkdrink, Mini Salami,... So ernst nehmen die das mit dem gesunden Frühstück dann auch nicht.
    Grundsätzlich halte ich es für sinnvoll, Kindern auch schon im Kindergartenalter etwas über Ernährung zu erzählen. Verbote finde ich nicht so sinnvoll. Dann essen die Kinder eben zuhause ein Nutellabrot, weils im KiGa ja keins gibt. Vor allem, wenn den Eltern das Bewusstsein für eine sinnvolle Ernährung fehlt. Aber auch hier erreicht man mit erklären mehr als mit verbieten.

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    1. Ich Glückliche, in den Kindergarten muss ich gar nix mitgeben, gibt es alles dort und mein Kind könnte sogar sein erstes Frühstück dort einnehmen (das machen wir aber zu Hause, da leg ich nun wieder wert drauf, dass nicht alles komplett in "der Institution" abläuft, die Kinder sind jeden Tag lang genug in der Betreuung Ganztagsschule/Ganztagskita)

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  3. Ich finde dieses Frühstücks-Dogma, wie wir es in Deutschland haben, ganz fürchterlich. Auch diese Fixierung auf bestimmte Uhrzeiten - kaum jemandem ist bewusst, dass man das alles ganz anders machen kann und die Menschen in den Ländern, in denen das eben ganz anders gemacht wird, auch überleben.

    Viele sympathisierende Grüsse, Christine

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